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Rückblick GGR Archiv 2010 - Heute


2010 - über die Gemeindegrenze geschaut


Januar

  • Um 16.35 Uhr bebte in Haiti die Erde. Nur 35 Sekunden lang. Danach ist die Insel, einst Perle der Karibik, nur noch ein apokalyptisches Trümmerfeld. 220‘000 Menschen sterben, mehr als 300‘000 werden verletzt, 1,5 Millionen sind obdachlos.
  • Im offenen Kirchlein Wahlern zünden Unbekannte die Kanzel an. Nur der Zufall verhindert, dass die ganze Kirche niederbrennt. Der Schaden beläuft sich trotzdem auf über eine Million Franken, die Kirche wird erst am 1. Advent wieder eröffnet. Die Vandalen sind nach wie vor unbekannt.

 

Februar

  • Simon Ammann lässt der Konkurrenz in Whistler zum zweiten Mal das Nachsehen. Der Toggenburger wiederholt den doppelten Triumph von Salt Lake City und avanciert aus helvetischer Perspektive zum Olympiahelden, einen Monat später wird er sich als Gesamtweltcupsieger und Skiflugweltmeister feiern lassen.

 

März

  • Das Könizer Stimmvolk sagt Ja zum Hochhaus „Lustro“ das auf dem Bächtelenacker in Wabern geplant ist. 53 Meter hoch soll der „bewohnbare Felsen“ werden. Noch immer sind Einsprachen gegen das Projekt hängig. Der Baustart ist nicht absehbar.
  • Europa lahmgelegt: Im Süden Islands bricht der Vulkan Eyjafjallajökull aus. 1‘000 Grad heisse Lavabrocken werden bis zu einem Kilometer in die Luft geschleudert, die Rauchsäule steigt neun Kilometer hoch in den Himmel. Die Aschenwolke stürzt halb Europa ins Chaos. Hunderttausend Flüge in Nord- und Mitteleuropa werden annulliert, zehn Millionen Menschen sind betroffen.

 

April

  • Aus für Karton Deisswil: Der österreichische Konzern Mayr-Meinhof schliesst die Kartonfabrik Deisswil. Alle 253 Angestellten verlieren ihre Stelle. Als Retter tritt der Berner Investor Hans-Ulrich Müller auf: Er kauft das Areal und will dort viele Arbeitsplätze schaffen.

 

Mai

  • Wifag am Ende: Die Krise bei der Berner Druckmaschinenfabrik gipfelt in der Einstellung der Produktion. Weitere 170 Jobs gehen verloren.

 

Juni

  • Weltmeisterbesieger: Ganz kurz wackelt die Fussballhierarchie. Gelson Fernandes trifft in Durban, die kleine Schweiz besiegt an der WM Top-Favorit Spanien 1:0. Ein Märchen wird’s trotzdem nicht. Hitzfelds Team scheidet aus, Spanien holt den Titel.
  • Kronprinzessin Victoria und Daniel Westling geben sich vor 1‘100 offiziellen Gästen in Stockholm das Ja-Wort. Die künftige Königin von Schweden und ihr Fitnesstrainer Daniel. Die liebevollen Gesten der Braut und der weinende Bräutigam bezaubern alle.

 

Juli

  • Bericht über Bärenpark-Debakel wird vorgelegt. Gemeinderätin Barbara Hayoz und der Stadtbauten-Chef Rudolf Lanzrein sind im Wesentlichen verantwortlich, dass der Bau des Bärenparks 10 Mio. teurer kommt als geplant. Das Finanzloch stopfen müssen die Steuerzahler der Stadt Bern.
  • US-Präsident Barack Obama wird zum Ehrenbürger von Ried bei Kerzers ernannt. Ein Ahnenforscher hat herausgefunden, dass ein direkter Vorfahre des mächtigsten Manns der Welt Anfang des 18. Jahrhunderts aus der Seeländer Gemeinde ins Elsass ausgewandert ist. Dessen Sohn reiste später nach Amerika weiter.

 

August

  • Adelboden hofft auf neue Geldgeber: Nach dem Rückzug der Investoren aus Kuwait ist das geplante Alpenbad gefährdet.
  • Kilian Wenger wird in Frauenfeld zum Schwingerkönig erkoren. Der 20-jährige Diemtigtaler gewinnt sämtliche acht Gänge. Er ist der erste Berner König seit 1992.

 

September

  • Morgenröte im Parlament: Die beiden Räte (Nationalrat und Ständerat) haben beschlossen, jeweils zu Legislaturbeginn die Landeshymne abzuspielen.
  • Erfolg für die Frauen - und für Bern: Ständerätin Simonetta Sommaruga (SP) und Nationalrat Johann Schneider-Ammann (FDP) werden in den Bundesrat gewählt. Sommaruga wird Justizdirektorin, Schneider Volkswirtschaftsdirektor.

 

Oktober

  • Historischer Durchschlag: Nach 17-jähriger Bauzeit erfolgt der erste Hauptdurchschlag am Gotthard-Basistunnel. Die Tunnelbohrmaschine durchbricht am Nachmittag von Faido her kommend die letzten Meter Fels auf dem Weg nach Sedrun.
  • Stadt Bern will Maulbeerbad und Ka-We-De schliessen. Weil die Sanierung der beiden baufälligen Anlagen zu teuer käme, sollen sie bis spätestens 2018 zugehen. Stattdessen soll eine neue 50-Meter-Schwimmhalle gebaut werden.

 

November

  • Ja zur Ausschaffungsinitiative: Die Schweiz stimmt der Ausschaffungsinitiative der SVP mit einem Ja-Anteil von 52,9 Prozent zu. Die Stimmbeteiligung liegt bei 53,1 Prozent. Der Gegenvorschlag findet keine Mehrheit, der Anteil Nein-Stimmen liegt bei 54,2 Prozent.

 

Dezember 

  • Erste Fahrt des Trams Bern-West: Mit einem grossen Fest feiert Bern die Eröffnung der neuen Tramlinien nach Bümpliz und Brünnen. Gleichzeitig wird das ganze Tramnetz neu verknüpft. Als Folge nimmt zu den Stosszeiten das Gedränge unter dem Baldachin zu.
  • Euro fällt unter Fr. 1.25: Der Euro ist gestern erstmals weniger als Fr. 1.25 wert gewesen. Die europäische Schuldenkrise habe die Devisenmärkte fest im Griff, meinen Händler. Analysten sehen die Franken-Stärke als „klares Zeichen für die Kapitalflucht von europäischen Anlegern“.
  • Der grosse Spendenklamauk: Die Schweizer sind wackere Spender vor dem Herrn, rund 1,5 Milliarden Franken geben sie jährlich her. In der Adventszeit kulminiert ihr Wille zum Guten; allerdings ist festzustellen, dass auch der humanitäre Klamauk auf Weihnachten hin zunimmt.

Headlines aus: BERNER ZEITUNG, DER BUND, BLICK und SCHWEIZER ILLUSTRIERTE des Jahres 2010

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2010 - innerhalb der Gemeindegrenze


  • „Ich bin eine linke Rechte“ - Lucia Müller (SVP) wurde zur Präsidentin des Grossen Gemeinderates gewählt. Sie hofft auf faire Diskussionen.
  • „Zwist um Übertritt an Gymer“ - Die Beantwortung der überparteilichen Motion betreffend Zugang für Schülerinnen und Schüler aus Ostermundigen an eine spezielle Sekundarschule löste im März eine lange Diskussion aus. Der Gemeinderat wird damit beauftragt, Modelle für den Unterricht in Spez-Sek-Klassen vorzulegen.
    Am 28. Oktober - nach einer noch längeren Diskussion - wird die Spez-Sek „Klassen für künftige Gymeler“ wieder in das Schulangebot von Ostermundigen aufgenommen.
  • Die „Beschaffung einer gemeindeeigenen Autodrehleiter; Kreditantrag“ ist das Geschäft des Jahres. Bei keinem anderen Sachgeschäft wurden die Diskussionen so heftig geführt. Letzten Endes wurde sogar die Abstimmung per Namensaufruf (23 zu 9 Stimmen pro ADL) vorgenommen.
  • „Neues Verwaltungszentrum“ - In der Standortevaluation rückt die Variante „Küntigrube“ in den Hintergrund. Der Gemeinderat prüft, Büroräumlichkeiten an der Poststrasse 6 (ehemals Swisscom) mieten zu können. Fortsetzung folgt.
  • „Restaurant TELL; Pächterwechsel“ - Der Mietvertrag mit der Brasserie Tell AG, welcher per Ende Oktober ausläuft, wird nicht verlängert. Am 2. November öffnet das Restaurant Tell unter neuer Führung wieder seine Tore.
  • Die Beschwerde gegen die Ersatzbeschaffung der Autodrehleiter wird vom Regierungsstatthalter abgewiesen.
  • „Zank wegen dem Gartencenter“ - Nicht der Gartenzaun, sondern das geplante Gartencenter Wyss Samen und Pflanzen AG sorgt an der Grenze zwischen Ostermundigen und Ittigen für Unmut. Die Ittiger fürchten einerseits den Mehrverkehr, andererseits müsste für das Gartencenter eine Fläche umgezont werden, die momentan in einer Grünzone liegt.
  • „Ja zu weitern Geldern für die Badi“ - Im Freibad stehen Sanierungsmassnahmen im Bereich Restaurant, im Eingangsbereich sowie der Schwimmbecken an. Das Parlament bewilligte einen Investitionskredit von 1,49 Mio. Franken sowie einen Projektierungskredit von Fr. 270‘000.-- für die Schwimmbecken.
  • Der Ratsauflug fand am späten Nachmittag des 21. Oktobers statt und führte die Teilnehmerinnen und Teilnehmer zu einem Theaterspaziergang mit dem Titel: „Der Sohn des Scharfrichters“ in die Stadt Bern. Ein Theater über die Freiheit und ein ausserordentlicher Spaziergang durch Berner Geschichten.
  • „Ostermundigen möchte nicht mehr für Kultur bezahlen“ - Beiträge an Berner Kulturinstitutionen ja, aber nicht nach diesem Verteilschlüssel: Im Parlament will man am alten Finanzierungssystem festhalten.
  • Die November-Sitzung stand im Zeichen der Behörden- und Verwaltungsreform inkl. Teilrevision der Gemeindeordnung. Die zu ändernden Artikel wurden zuhanden der zweiten Lesung resp. des Souveräns genehmigt. Die Wirkungsorientierte Verwaltungsführung (WOV) wird als Pilotphase in drei Bereichen eingeführt.
  • „Heisse Diskussion um das Millionendefizit“ - Ohne Freude heisst das Parlament das Budget 2011 gut. SVP und FDP haben die Vorlage erfolglos torpediert.

Hier noch etwas Statistik: Die scheidende Ratspräsidentin konnte an sechs Sitzungen, während 22 ¾ Stunden, 66 Traktanden beraten lassen. Dem Ratssekretär wurde das moderne Aufnahmesystem „verbalix portable“ zur Verfügung gestellt. Es durfte die stattliche Anzahl von 270 Seiten an Protokoll (Vorjahr 361) verfasst werden!

Quelle: BERNER ZEITUNG, DER BUND, RATSPROTOKOLLE Nr. 1 - 6 des Jahres 2010

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