Rückblick GGR

Nachstehend ein kleiner, nicht ganz ernst gemeinter Rückblick auf die Ratstätigkeit seit Bestehen des Grossen Gemeinderates 1973.

2017 - über die Gemeindegrenze geschaut

Januar 

  • Strassburger Gerichtshof gibt der Schweiz Recht“ - Obligatorischer Schwimmunterricht verletzt die Religionsfreiheit nicht. Der Europäische Gerichtshof gibt der Schweiz Recht.

  • „Auf Alex folgt Alec“ - Seit diesem Jahr hat Bern erstmals einen grünen Stadtpräsidenten. GFL-Kandidat Alec von Graffenried gewann im zweiten Wahlgang gegen Ursula Wyss (SP) deutlich. Mit vier von fünf Regierungssitzen ist Rot-Grün-Mitte stärker denn je.

 Februar 

  • „Bürger glauben Elite der Wirtschaft nicht mehr“ - Was für eine Ohrfeige für Bundesrat, Wirtschaftsverbände und die Mehrheit der Parteien: Mit fast 60 Prozent schmetterten die Stimmbürger die Unternehmenssteuerreform III ab.

  • „Feuz triumphiert am Super-Sonntag“ - Die Schweizer Fans drückten Beat Feuz in der Abfahrt die Daumen. Und er enttäuschte sie nicht: Der Emmentaler gewann an der Heim-WM in St. Moriz Gold.

  • „Merfen wird eine Berner Marke“ - Galenica übernimmt das Desinfektionsmittel Merfen und will die Salbe Vita-Merfen wieder auf den Markt bringen.

 März

  • Der Stapi wird ermahnt, der Sicherheitsdirektor muss schweigen“ - Sonderdebatte im Berner Stadtrat zu den Ausschreitungen rund um die Reitschule. Beschlüsse, um das Dilemma anzugehen, waren keine eingeplant - es ging viel mehr um Showtime. Und das Publikum kam auf seine Kosten. Das Ende der Debatte endete mit einem Eklat: Weil der Stadtpräsident zu ausführlich redete, blieb für den Sicherheitsdirektor keine Redezeit mehr übrig.

  • „Der gelbe Riese schliesst Poststellen auf Vorrat“ - Das Resultat ist solide. Aber trotz des Gewinns von 558 Millionen Franken im letzten Jahr will die Postführung den angekündigten Abbau bei den Poststellen durchziehen.

  • „Lottogewinne sollen von den Steuern befreit werden“ - Wer im Lotto gewinnt, soll diesen Gewinn künftig nicht mehr versteuern müssen, so wie es heute bei Casinogewinnen der Fall ist.

 April

  • „Die Sache mit dem Bindestrich“ - Warum Seftigen-Strasse? Und nicht Seftigenstrasse? Die Frage stellen sich in Wabern etliche. Selbst die Könizer Verwaltung gesteht ein, dass die Schreibweise mit Bindestrich den schweizerischen Gepflogenheiten eigentlich zuwiderläuft. Umso mehr hat sie Tradition.

  • „Die Fans des FC Breitenrain erhalten Megafon-Verbot“ - Niederlage für den FC Breitenrain: Der Kanton entschied, dass Pauken und Megafone auf dem Sportplatz künftig verboten sind.

  Mai

  • „Bundesbetriebe: 34 Chefbeamte verdienen mehr als ein Bundesrat“- Die Chefs von Swisscom, SBB, Post und Ruag verdienten letztes Jahr zusammen fast 4,8 Millionen Franken. Das sind 775‘000 Franken mehr als fünf Jahre zuvor - trotz Minusteuerung.

  • „C’est fini: Aus für Frühfranzösisch“ - Der Französischunterricht in der Thurgauer Primarschule wird voraussichtlich abgeschafft. Der Grosse Rat hat eine Gesetzesänderung beraten, mit welcher der Unterricht auf die Sekundarstufe verschoben werden soll.

  • „Graf Yoster ist tot“ - Lukas Ammann ist gestorben. Der Basler Schauspieler war für die breiten Massen als Graf Yoster bekannt. Er wurde 104 Jahre alt.

  • „Drohnen der Post fliegen Berner Spitäler an“ - Im Juli startet ein weiterer Test der Post-Drohnen: Das Inselspital soll mit Landspitälern über die Luft verbunden werden.

Juni

  • „Moutier sagt Adieu“ - Das bernjurassische Städtchen Moutier hat äusserst knapp entschieden, dem Kanton Jura beizutreten. Noch ist der Entscheid nicht rechtskräftig. 12 Abstimmungsbeschwerden sind eingegangen. 3 wurden abgewiesen, 9 sind derzeit noch bei der Berner Justiz hängig.

  • „Die Politik im Haus Gottes“ - Weil das Rathaus umgebaut wird, tagt der Berner Stadtrat im Berner Münster und muss für einmal ohne WLAN auskommen.

Juli 

  • „Das Horn tönt nur noch bei Gefahr“ - Die Kursschiffe auf dem Zürichsee kündigen ihre An- und Abfahrt an einer Ländte nicht mehr mit einem kurzen Hornen an: Die Schifffahrtsgesellschaft auf dem Zürichsee muss nach einer Lärmklage eines Seeanwohners auf die über 50-jährige Tradition verzichten.

  • „Federer ist 380 Millionen Dollar wert“ - Der Wimbledon-Sieg hat dem Profisportler noch einmal deutlich Schub in Sachen Markenwert verliehen. Davon profitiert auch die Schweiz.

  • „Tschüss Polo“ - 2017 verlor die Schweiz einen Pionier in Sachen Mundartrock: Polo Hofer erlag seinem Krebsleiden. Mit Hits wie «Kiosk» und «Alperose» bleibt der Berner Oberländer im musikalischen Gedächtnis. Seine markigen Sprüche werden fehlen.

August

  • „Die Schweizer Gletscher sind nicht mehr zu retten“ - Bis ins Jahr 2100 werden 80 bis 90 Prozent der Eismassen weggeschmolzen sein.

  • „Ein altes Haus soll trendig werden“ - Das ehemalige Swisscom-Hochhaus an der Berner Ostermundigenstrasse steht seit Jahren beinahe leer. Das soll sich nun ändern. Es gibt Pläne für eine künstlerische Zwischennutzung. So könnten sich später auch endlich Mieter finden.

September 

  • „Dürfen «Mohrenköpfe» nicht mehr so heissen?“ - «Mohrenköpfe» sollen umbenannt werden. Das fordert ein «Komitee gegen rassistische Süssigkeiten». Für Hersteller Dubler kommt eine Umbenennung nicht infrage.

  • „Trump droht Kim mit Vernichtung“ - In seiner mit Spannung erwarteten ersten Rede vor der UNO hat Donald Trump Nordkorea gedroht, den Iran als einen Schurkenstaat genannt und Venezuela kritisiert. Lob gab’s nur für die eigene Maxime «Amerika zuerst» - und für den Patriotismus.

  • „Berner Bauern müssen Bschütti importieren“ - Das Berner Vieh produziert zu wenig Mist: Damit die Böden genug Nährstoffe erhalten, müssen die Bauern auf Jauche aus anderen Kantonen zurückgreifen.

Oktober 

  • „Angst und Schrecken im Spielerparadies“ - Bei einem beispiellosen Angriff auf ein Countryfestival hat ein 64-Jähriger in Las Vegas 58 Menschen erschossen und 515 verletzt. Das Tatmotiv liegt nach wie vor im Dunkeln.

  • „Ein schöneres Grab für Riese Botti“ - Grauholz: Wegen des Autobahnausbaus muss Bottisgrab verlegt werden. Eine Gruppe setzt sich dafür ein, dass die historische Stätte künftig weniger kümmerlich daherkommt. Denn heute wissen nur Insider, wo der Riese Botti begraben ist.

  • „65‘000 Wohnungen stehen leer - aber der Bauboom hält an“ - Die Leerstände in der Schweiz erreichen einen neuen Spitzenwert.

November 

  • „Bald kein «Äuä» mehr im bernischen Grossen Rat?“ - Ab heute gilts ernst: Um schneller Protokollieren zu können, werden die Mitglieder des bernischen Grossen Rats gebeten, testweise Hochdeutsch zu sprechen.

  • „Nur jeder 10. fühlt sich in seiner Gemeinde daheim“ - Die Zahl jener, die sich ihrer Gemeinde zugehörig fühlen, hat sich seit 2004 halbiert. Besonders bei unter 30-Jährigen erodiert die Verbundenheit.

Dezember 

  • „Parlamentarierinnen klagen über Sexismus im Bundeshaus“ - Politikerinnen von links bis rechts geben an, persönlich sexuelle Übergriffe erlebt zu haben.

Headlines aus: BERNER ZEITUNG, DER BUND und 20 MINUTEN.CH des Jahres 2017

2017 - innerhalb der Gemeindegrenze 

      • „Schreiner Schneiter ist höchster Ostermundiger“ - Roger Schneiter (SVP), der Vater von zwei fast erwachsenen Kindern, will im Präsidialjahr die Sachpolitik fördern.

      • „Säg Grüessech“ - Der Gemeindepräsident, Thomas Iten, startet mit der Aktion zu mehr Respekt und Höflichkeit ins neue Jahr. Begründung: Das zwischenmenschliche Klima ist in den vergangenen Jahren zusehends rauer geworden.

      • „Klares Ja zu acht neuen Kindergärten“ - Stimmbürgerinnen und Stimmbürger haben Mitte Februar den Rahmenkredit von 11,7 Millionen Franken für den Bau von acht Kindergärten mit elf Klassen klar angenommen.

      • „Ostermundigen hat uns in einen Teufelskreis manövriert“ - Das Parlament akzeptiert den «Knebelvertrag» nicht. Der Bau des neuen Musikzentrums in Bolligen wird sich deshalb deutlich verzögern - oder ist sogar grundsätzlich in Gefahr.

      • „Mit dem Velo hin, mit dem Bus zurück“ - Das Berner Veloverleihsystem wächst und wächst. Nach Köniz will sich auch Ostermundigen anschliessen. Ittigen, Muri und Bolligen schauen vorerst zu, was in Bern passiert, sind aber ebenfalls interessiert.

      • „Wenn die Wasserträger klingeln“ - Die Lernenden der Gemeinde brachten am 21. Juni älteren Menschen wegen der Hitze Wasser nach Hause. Über 800 Menschen wollen die Jugendlichen mit ihrer Aktion dafür sensibilisieren, genügend Flüssigkeit zu sich zu nehmen.

      • „Ein Ja mit Misstönen zur neuen Musikschule“ - Bolligen kann mit dem Neubau für die Musikschule Unteres Worblental beginnen. Ostermundigen hat als letzte Stiftergemeinde dem Leistungsvertrag zugestimmt.

      • „Klares Verdikt“ - Das Stimmvolk sagt Ja zum 2,7-Millionen-Kredit für neue Wasser- und Abwasserleitungen im Gümligental. Nebst den neuen Leitungen sind auch neue Verkehrsberuhigungsmassnahmen vorgesehen.

      • „Josis Ritterschlag“ - Eishockey: Der neue Captain der Nashville Predators heisst Roman Josi. Der Ostermundiger spricht von einer «Riesenehre». Auch dank der Ernennung zum Captain Nashvilles gehört der 27-Jährige nun definitiv zur Elite der NHL-Verteidiger.

      • „Die Ostermundiger Pensionskasse ist Geschichte“ - Die Gemeinde Ostermundigen wird ihre Angestellten künftig bei der Personalvorsorgekasse der Stadt Bern versichern. Die allgemeine Erleichterung ist gross.

      • „Schule klagt gegen Gemeinde“ - Weil sie es nicht mehr benötigte, hat die Gemeinde das Rothusschulhaus der Christophorus-Schule vermietet. Nun möchte sie es wieder selber nutzen - doch die Schule möchte nicht ausziehen. Im November trafen sich die zwei Parteien vor Gericht.

      • „Ostermundigen sucht seine Identität“ - Alte Häuser weichen neuen Überbauungen: Die Gemeinde wird sich in nächster Zeit ziemlich verändern. In welche Richtung es gehen könnte, zeigt die O’mundo-Ausstellung.

      • „Ostermundiger Parlament weist Budget und Finanzplan zurück“ - Der Gemeinderat muss über die Bücher und ein Budget mit kleinerem Defizit ausarbeiten.

      Hier noch etwas Statistik: Der scheidende Ratspräsident konnte an sechs Sitzungen, während knapp 18 Stunden, 74 Traktanden beraten lassen. Der Ratssekretär verfasste insgesamt 293 Seiten an Protokoll (Vorjahr 242).

       

                                  Quelle: BANTIGER POST, BERNER ZEITUNG, DER BUND und RATSPROTOKOLLE des Jahres 2017