Rückblick GGR Archiv 2000 - 2009

Nachstehend ein kleiner, nicht ganz ernst gemeinter Rückblick auf die Ratstätigkeit seit Bestehen des Grossen Gemeinderates 1973.

2009 - über die Gemeindegrenze geschaut

Januar

  • Die Maschine der US Airways muss kurz nach dem Start in New York auf dem Hudson River notwassern. Alle 155 Passagiere überleben das Manöver. Flugkapitän Chesley Sullenberger wird als Held gefeiert.
  • Im Burgerwald von Bolligen wird eine seit zwölf Jahren vermisste Frau aus Deutschland entdeckt. Gabriele S. hat dort unbemerkt ein Jahr lang in einem Erdloch gehaust. Das Medieninteresse aus dem In- und Ausland ist riesig.
  • Unter dem begeisterten Jubel von mehr als einer Million Menschen in Washington hat Barack Obama sein Amt als 44. Präsident der USA angetreten.
  • Die Stadtberner Sozialdirektorin Edith Olibet präsentiert den Schlussbericht Sozialhilfe. Sie räumt Fehler und Versäumnisse ein. Die Affäre ist damit aber noch nicht ausgestanden. Einen Monat später wirft Finanzinspektor Beat Büschi dem Gemeinderat vor, den Bericht entschärft zu haben.

Februar

  • Aufregung bei Landwirten, Jägern und Wildhütern im Oberland: Wildschweine sind ins Kandertal eingewandert und sorgen jetzt für Landschäden. Kaum Probleme bereitet das Schwarzwild im restlichen Kantonsgebiet.
  • Das Volk stimmt der Weiterführung und Ausdehnung der Personenfreizügigkeit mit der EU mit 56,9 % Ja überraschend zu.
  • Die UBS meldet im Zuge der Finanzkrise einen Rekordverlust von fast 20 Millionen Franken fürs Jahr 2008. Trotzdem hält die Schweizer Grossbank an Boni fest.

März

  • UBS-Präsident Peter Kurer tritt zurück. Nachfolger wird Alt-Bundesrat Kaspar Villiger
  • Die Finanzlage des Kantons Bern hat sich dramatisch verändert: Die Regierung zeichnet für 2009 ein düsteres Bild.
  • Corinne Mauch (SP) wird als erste Frau Stadtpräsidentin von Zürich.

April

  • Beim G-20-Gipfel in London wird die Schweiz auf eine graue Liste der Steueroasen gesetzt. Vor allem der deutsche Finanzminister Peer Steinbrück übt regelmässig scharfe Kritik an der Schweiz.
  • Die Berner Frauenklinik ist erdbebengefährdet und muss saniert werden.
  • Die Schweinegrippe erreicht Europa: Spanien und Schottland melden erste Fälle. Der Bundesrat setzt einen Pandemie-Sonderstab ein.

Mai

  • Russland wird in Bern Eishockey-Weltmeister. Die Schweiz scheidet enttäuschend früh aus.
  • Das Volk stimmt dem biometrischen Pass mit 50,1 Prozent zu.
  • YB verliert den Fussball-Cupfinal gegen den FC Sion mit 2:3.

Juni

  • In der Stadt Bern müssen die Stadtbauten Bern bekannt geben, dass die Berner Feuerwehrkaserne 54 statt 35 Millionen Franken kostet.
  • „Triumph-Fahrt in Bern“ - Fabian Cancellara hat das Zeitfahren in Bern und die Tour de Suisse für sich entschieden. Und die Berner jubelten ihm zu.
  • Der Tod von Michael Jackson erschüttert die Welt der Popmusik und wirft Fragen zu den Ursachen auf.

Juli

  • Bern, Stade de Suisse. 38‘000 Fans geniessen bei tropischen Temperaturen den Boss. Knapp drei Stunden ackert sich der fast 60-jährige Bruce Springsteen mit seiner 10-köpfigen E-Street Band ab, hämmert Klassiker um Klassiker ins begeisterte Publikum.
  • Das Rauchverbot im Kanton Bern tritt in Kraft. Der Wirteverband Gastrobern läuft dagegen Sturm und macht Beschwerde. Im Dezember entscheidet das Bundesgericht, dass das Rauchverbot für Wirte zumutbar sei.
  • Auf dem Olymp angekommen“ - Roger Federer hat als erster Spieler in der Tennisgeschichte 15 Grand-Slam-Titel gewonnen. Roger gewann in Wimbledon den Pokal zum sechsten Mal. Ehefrau Mirka schenkt Roger am 23. Juli die kerngesunden Zwillingstöchter Myla Rose und Charlene Riva.

August

  • In Bern wird der 556 Meter lange Neufeldtunnel nach dreijähriger Bauzeit mit einem Volksfest eröffnet. Zuvor erkundete die Bevölkerung den Tunnel zu Fuss, auf dem Velo oder mit dem Trottinett.
  • Bundespräsident Merz reist völlig überraschend nach Libyen und unterzeichnet einen Vertrag zur Beilegung der Krise und Freilassung der festgehaltenen Schweizer. Darin entschuldigt sich die Schweiz für die „ungerechtfertigten“ und „unnötigen“ Massnahmen der Genfer Behörden gegen Hannibal Ghadhafi.
  • Der Velovignette droht das Aus. Die Verkehrskommission des Nationalrates teilt ohne Gegenstimme die Ansicht des Ständerates, dass der Kleber als Versicherungsnachweis nicht mehr zeitgemäss sei.

September

  • Polo auf Platz eins. Es kann nur einen geben: Polo Hofer steigt mit seinem 28. Album direkt auf Platz eins der Schweizer Album-Charts ein.
  • FDP-Ständerat Didier Burkhalter wird Nachfolger von Pascal Couchepin im Bundesrat.
  • Dimitri Medwedew und seine Frau Swetlana treffen zum ersten Staatsbesuch eines russischen Präsidenten ein. Bern erhält als Geschenk die beiden Bären Mischa und Mascha.
  • Mit 51 Prozent Nein lehnen die Stadtberner Stimmberechtigten die SP-Initiative für einen autofreien Bahnhofplatz ab.

Oktober

  • 40‘000 Menschen strömen ans Eröffnungsfest des Bärenparks. Kurz vor der Eröffnung mussten die Stadtbauen Bern zugeben, dass die Kosten debakulös aus dem Ruder gelaufen sind: Statt knapp 10 Millionen Franken kostet die Anlage nun schlimmstenfalls 24 Millionen.
  • Die Sanierung der Kinderklinik des Inselspitals kostet neu rund 143 Millionen Franken - ein Drittel mehr als ursprünglich geplant.
  • Nach massiver Kritik an der Planung des Berner Tiefbahnhofs lässt der Kanton Bern neue Varianten prüfen.

November

  • Das Ende der Teilung: Zum 20. Jahrestag des Mauerfalls haben in Berlin Zehntausende Menschen bei strömendem Regen das „Fest der Freiheit“ gefeiert. Politiker aus aller Welt würdigten den 9. November 1989 als Zeitenwende.
  • Sternstunde im Schweizer Fussball: die U17-Talente haben im WM-Final Nigeria 1:0 besiegt. Haris Seferovic schoss das Goldtor.
  • In Bern steigt ein geistig behinderter Mann ins Gehege des neuen Bärenparks. Er wird vom Bären Finn angegriffen und verletzt. Ein Polizist schiesst Finn an. Der Bär und der Mann überleben.
  • Überraschend und deutlich mit einem Ja-Anteil von 57,5 Prozent nimmt das Schweizer Stimmvolk ein Minarettverbot in die Verfassung auf. Die Abstimmung wirft im In- und Ausland hohe Wellen.

Dezember

  • Berner Brücken werden als Notmassnahme provisorisch mit einem Gitterzaun gesichert. Seit dem Sommer haben die Brückensuizide dramatisch zugenommen.
  • „Mausschwänze neu wertlos“ - Schluss mit der Mausjagd in der 1‘500-Seelen-Gemeinde Ersigen: Per Ende Jahr wird dort die Mausschwanzprämie aufgehoben. Jahrzehntelang konnten sich damit vor allem die Landwirte ein Taschengeld dazuverdienen.
  • Das Atomkraftwerk Mühleberg erhält vom Uvek eine unbefristete Betriebsbewilligung.

Headlines aus: Berner Zeitung, Blick und Der Bund des Jahres 2009

 

2009 - innerhalb der Gemeindegrenze

  • Bruno Schröter (EVP) eröffnet am 22. Januar - vier Jahre nach seinem letzten Präsidialjahr - die 10. Legislaturperiode. Die Sitzverteilung nach den letzten Kommunalwahlen: SP/Grüne 14, SVP 10, FDP 4, EVP 5, CVP 2, FORUM 5.
  • „Ein Stück Geschichte abgeholzt“ - Zum Schluss hat sie die Sicherheit gefährdet. 150 Jahresringe zählt die Sommerlinde im Seepark. Der Baum mit einem Stamm von 1 Meter 90 Durchmesser und einer stattlichen Höhe von 18 Meter musste im Februar gefällt werden.
  • „Eine neue Residenz für Senioren“ - 48 Millionen investierte die Zürcher Tertianum AG in den Ostermundiger Mitteldorfpark. Im März wird die Seniorenresidenz eröffnet. 81 Appartements umfasst der vierstöckige Komplex.
  • „110. Beitrag der Schweiz zur Verbesserung der Welt“ - Michelle Hunziker, die schönste Frau der Welt. Gott betrachtete sein Werk und sah, dass es gut war. Gut? Das kann man laut sagen. Es war prächtig. Als es um die Frage ging, wo das einzigartige Geschöpf aufwachsen soll, fiel die Entscheidung: Ostermundigen. Nicht zum ersten Mal. Schon Ursula Andress, auch ein Meisterwerk, kam in Ostermundigen zur Welt. Ostermundigen. Die Wege des Herrn sind unergründlich.
  • An der Mai-Sitzung verteilt der Präsident Bruno Schröter ein Rasierset an die Parlamentsmitglieder; Kollektion „Ratspräsident“ - damit inskünftig die Sitzungen „sauber und glatt“ durchgeführt werden können.
  • „Zurück zum alten Wappen“ - Ostermundigen lanciert im Mai ein neues Erscheinungsbild. Vor neun Jahren hat es ausgedient, das Ostermundiger Wappen. Nun wird es wieder aus der Versenkung geholt. Ab sofort will die Gemeinde Ostermundigen frisch, jugendlich und vor allem einheitlich auftreten.
  • Die Buslinie Nr. 10 soll auf der Strecke Ostermundigen nach Köniz durch ein Tram ersetzt werden. Für das Vorprojekt „Tram Region Bern“ bewilligt das Parlament einen Kredit von über 600‘000 Franken.
  • „Behörden- und Verwaltungsreform“ - sechs Jahre nach dem Eingang des parlamentarischen Vorstosses kann das Parlament einen ersten Zwischenbericht zur Kenntnis nehmen. Ausserdem werden die Grundsatzentscheide für einen 7er-Gemeinderat und die Beibehaltung der ständigen Kommissionen gefällt.
  • Das Gartencenter Wyss Samen und Pflanzen AG muss einer Überbauung an der Schosshaldenstrasse in Bern weichen. Die Firma soll neu neben der Gärtnerei der UPD Waldau zu liegen kommen. Das Parlament bewilligte im Juli die notwendige Überbauungsordnung mit Zonenplanänderung.
  • Im September bremste das Parlament den „Neubau Verwaltungszentrum“. Nach elf Änderungsanträgen entschieden sich die Parlamentsmitglieder, das Geschäft in zwei Lesungen vorstellen zu lassen. Die Fortsetzung resp. zweite Lesung folgt im nächsten Jahr.
  • Entgegen dem Willen des Gemeinderates hat sich das Parlament am 29. Oktober grossmehrheitlich für den Erwerb einer neuen, den aktuellen Bedürfnissen entsprechenden Autodrehleiter als Ersatz für die 28 jährige ADL eingesetzt. Nach diversen Abklärungen soll das Parlament im Mai 2010 definitiv über eine Anschaffung beschliessen können.
  • Der Ratsausflug fand am Nachmittag des 29. Mai statt und führte die Teilnehmerinnen und Teilnehmer nach Kirchberg zu einer Besichtigung der Firma FLYER (Elektrovelos) und zum Schloss Landshut nach Utzenstorf.

Hier noch etwas Statistik: Der scheidende Ratspräsident konnte an sieben Sitzungen, während 22 ¾ Stunden, 90 Geschäfte (davon 24 politische Vorstösse) beraten lassen. Der Ratssekretär durfte die stattliche Anzahl von 361 Seiten an Protokoll (Vorjahr 388) verfassen!

Quelle: Berner Zeitung, Der Bund und Ratsprotokolle Nr. 1 - 7 des Jahres 2009

2008 - über die Gemeindegrenze geschaut

Januar

  •  „Ist der Cervelat noch zu retten?“ Mit einem Appell an die Politik will die Fleischwirtschaft den Cervelat retten. Ein ganz wesentlicher Bestandteil der Wurst, die Haut, ist aus brasilianischem Rinderdarm. Dieser Rinderdarm geht jetzt zu Neige. Per 1. April 2007 hat die EU ein Importverbot für Rinderdärme aus Brasilien verhängt.

Februar

  • „Castro tritt ab“ Eine Ära ist zu Ende - nach einem halben Jahrhundert. Der kranke Fidel Castro (81) tritt als Präsident und Oberkommandierender Kubas ab.

März

  • „Cervelat bangt um sein Aussehen“ Die Rettung der Cervelat, wie die Nation sie kennt, ist in naher Zukunft nicht zu erwarten. Es gibt aber ein Notfallkonzept. Dieses hat mit der Krümmung der Wurst zu tun, wie Bundesrätin Doris Leuthard im Ständerat erklärte.
  • „1 US-Dollar = 0,9986 Franken“ historischer Tiefstand. Zum ersten Mal in seiner Geschichte ist der US-Dollar am 14. März - wenn auch nur für einen kurzen Moment - unter die Parität zum Franken gefallen.

April

  • „Tierpark will JJ3 Asyl bieten“ Der Berner Tierparkdirektor Bernd Schildger hat für den Bündner Problembären JJ3 Asyl angeboten. Kanton Graubünden und Bund lehnen dies jedoch ab: Töten sei besser als einsperren.
  • „Der Bär ist tot - es lebe der Bär“ Nach Braunbär Bruno, der 2006 in Bayern erlegt wurde, hat nun auch JJ3, einer seiner Brüder, Pech gehabt: Weil er sich nach seiner Einwanderung im Juni 2007 in die Schweiz nicht an die eidgenössischen Vorgaben hielt, ist er am Montagabend, kurz nach seinem bösen Erwachen aus dem Winterschlaf, „im Raum Thusis“ erschossen worden.

Juni

  • „Torres erfüllt Spanien den grossen Traum“ Erstmals seit 1964 ist Spanien im Fussball wieder Europameister. Dank einer begeisternden Leistung, setzten sich die Spanier im Endspiel gegen Deutschland hochverdient durch.

August

  • „Beromünster verstummt“ Ein Stück Schweizer Radiogeschichte geht zu Ende: Nach 77 Jahren stellt der geschichtsträchtige Mittelwellen-Sender Ende Jahr seinen Betrieb ein. Was mit der denkmalgeschützten Anlage passiert, ist noch unklar.
  • „Die Mundart soll bleiben“ Petition „Fertig Bärndütsch?“ 13‘108 Bernerinnen und Berner wollen, dass die berndeutsche Mundart nicht aus der Volksschule verdrängt wird.

September

  • „Der neue Berner Bär heisst Finn“ Der seit März im Tierpark lebende Bär aus Finnland hat nun einen Namen: Er heisst - passend zu seiner Herkunft - Finn.
  • „Einfach ein gutes Gefühl“ Er misst exakt 28 mal 32 mal 7 Zentimeter; ist aus Karton gefertigt, heute oft mit Kunststofffolie überzogen und mit einem Kantenschutz aus Metall versehen, und er enthält eine gleichzeitig simple wie ausgeklügelte Abheftmechanik: der Bundesordner. Vor 100 Jahren wurde er in der Schweiz erstmals hergestellt.

Oktober

  • „Berns Zukunft ist da“ Am 8. Oktober um 10 Uhr ist es tatsächlich so weit: Das Freizeit- und Einkaufszentrum Westside in Bern-Brünnen öffnet nach nur 40 Monaten Bauzeit seine Tore. Die Migros-Aare hat in den Bau 500 Millionen Franken investiert.
  • „Staatsmilliarden für UBS“ Bund und Nationalbank verpassen der UBS eine dringend benötigte Liquiditätsspritze. 68 Milliarden fliessen zur Grossbank.

November

  • „Amerikas neues Gesicht“ Barack Obama zieht als erster Schwarzer ins Weisse Haus ein. Der Erwartungsdruck auf den neuen Präsidenten der USA ist enorm. Rund 140 Jahren nach Abschaffung der Sklaverei setzte sich der 47-jährige Demokrat gegen seinen republikanischen Rivalen John McCain klar durch.

Dezember

  • „Der Oberinspektor ist tot“ Horst Tappert, der es als Derrick zu Weltruhm brachte, ist 85-jährig gestorben.
  • „Das Jahr der Banken“ Die Banken haben eine Wirtschaftskrise von historischem Ausmass verursacht. Was mit völlig undurchschaubaren Bankgeschäften begann, hat die ganze Weltwirtschaft ins Taumeln gebracht. Rund um den Globus versuchen Regierungen mit Hilfsaktionen Schlimmeres zu verhindern. Stolze, kapitalstarke Grossbanken sind zu kümmerlichen Zwergen geworden.
  • „Die Schweizer Nationalwurst überlebt“ Während der Grillsaison 2009 muss niemand auf die Cervelat verzichten - ihre langfristige Zukunft ist aber noch ungesichert.

Headlines aus: Berner Zeitung, Blick, Der Bund, Wikipedia des Jahres 2008

2008 - innerhalb der Gemeindegrenze

  • „Das wird kein einfaches Jahr“ war vom neuen Parlamentspräsident Peter Wegmann (FDP) in einem BUND-Interview zu lesen. Und „Ich denke laut über eine Redezeitbe-schränkung nach.“ Diese Aussage musste der Ratspräsident an der Sitzung vom 30. Oktober zur Anwendung bringen.
  • „Linker Ruf nach mehr Polizei“ - Ostermundigen im Wahlfieber: Ein Sozialdemokrat ruft nach mehr Polizei. In einer Motion fordert er vom Gemeinderat, „die Präsenz von Polizeipatrouillen im öffentlichen Raum deutlich zu erhöhen.“ Die Mehrkosten dürften bis 100‘000 Franken betragen. Gemäss eigenen Berechnungen reiche dies für rund 1‘250 Patrouillenstunden.
  • „Ja zur mehr Integration“ Mundigens Gemeindeparlament hat für das Frühförderungsprogramm von Kleinkindern 150‘000 Franken gesprochen. Mit dem Projekt „Zusammenleben in Ostermundigen (ZIO)“ will die Gemeinde die bestehenden Integrationsangebote besser vernetzen und ausbauen.
  • „Gewinn statt Defizit“ Ostermundigens Rechnung schliesst 2,8 Millionen Franken besser als budgetiert. Der gute Rechnungsabschluss ist vor allem auf zusätzliche Steuereinnah-men von 1,1 Millionen Franken zurückzuführen.
  • „Fünf Millionen mehr für Dennigkofen-Schule“ 20,8 Millionen Franken reichten für die Sanierung und den Ausbau der Schulanlage Dennigkofen nicht aus. Damit der in den 90er-Jahren begonnene Umbau der Schule wieder aufgenommen werden kann, braucht es zusätzliche 5 Millionen Franken. Die Arbeiten sollen 2010 abgeschlossen sein.
  • „Ein Werk von Profis“ Das Parlament sprach sich am 22. Mai einstimmig für eine Neuauf-gleisung der Behörden- und Verwaltungsreform aus. Doch bis zur endgültigen Vorlage ist der Weg noch weit. Nach der groben Terminplanung könnten die Reformpläne im 2013 in Kraft treten.
  • „Jassen fürs Ansehen“ Gemeinderat und SVP waren dagegen, dennoch: Ostermundigen bewirbt sich für die Primetime-TV-Sendung „Donnschtig-Jass“.
  • „24 zusätzliche KITA-Plätzen bis 2011“ In der Gemeinde Ostermundigen gibt es nicht ge-nügend Kinderbetreuungsplätze. Dies soll sich nun ändern. Das Parlament überwies eine überparteiliche Motion, die zusätzliche KITA-Plätzen fordert, ohne Gegenstimme.
  • „Über 30 Millionen Franken für neue Leitungen“ Bis 2015 sind in Ostermundigen über 1‘000 Neuwohnungen geplant. Diese brauchen zusätzliche Wasser- und Abwasserleitungen. Das Parlament hat am 11. September einen Rahmenkredit von 31,2 Millionen Franken gesprochen. Der Souverän hat dem Geschäft mit einem Ja-Stimmen-Anteil von über 90 Prozent ebenfalls zugestimmt.
  • „Den Zug nicht verpassen“ Der Bahnhof Ostermundigen ist gar nicht behindertenfreund-lich. Dies könnte sich schon bald ändern, denn das Parlament hat am 30. Oktober eine entsprechende Motion überwiesen. Der Gemeinderat schlägt vor, den geplanten Ausbau der Unterführung vorzuziehen.
  • „Aufschwung lässt auf sich warten“ Erneut budgetiert Ostermundigen ein Defizit. Das Parlament stimmte dem Voranschlag 2009 am 11. Dezember nur murrend, aber ohne Änderungen zu. Der Gemeindepräsident rief zu Optimismus auf.
  • Der Ratsausflug fand am Nachmittag des 5. September statt und führte gerade einmal 12 Teilnehmerinnen und Teilnehmer nach Worb zu einer Brauereibesichtigung.

Hier noch etwas Statistik: Der scheidende Ratspräsident durfte an 7 Sitzungen, während über 24 1/2 Stunden, 93 Geschäfte (davon 35 politische Vorstösse) beraten lassen. Neuer Rekord: Der Ratssekretär durfte die unglaubliche Anzahl von 388 Seiten an Protokoll (Vorjahr 368) verfassen!

Quelle: Berner Zeitung, Der Bund, Ratsprotokolle Nr. 1 - 7 des Jahres 2008

2007 - über die Gemeindegrenze geschaut

Januar

  • Mit über 30'000 Zuschauern ging das 100. Berner Derby im Stade de Suisse als europäischer Rekord in die Geschichte ein. Auf dem Eis hatten die Tiger keine Chance gegen den SC Bern. 5 : 2 hiess es am Ende, womit die Langnauer gut bedient waren.
  • Microsoft lanciert Windows Vista. Nur Freaks steigen sofort um.
  • Swisscom stellt die 111 ein. Neu gibt sie Auskunft unter Tel. 1811.

Februar

  • „Jung, solo, verschuldet“ - 25- bis 34-jährig, Single und ohne Ausbildung. Das ist laut einer Studie der typische schweizerische Schuldner.
  • Im Swissair-Prozess fordert die Staatsanwaltschaft für die 19 Angeklagten jeweils eine Gefängnisstrafe zwischen 6 und 28 Monaten.

März

  • „Was hätte Dällebach Kari gewollt?“ Das Stadtparlament findet ihn eines Denkmals würdig, beschliesst aber, keines aufzustellen.
  • Der legendäre Berner Bär Urs ist tot. Der Mutze lebte 28 Jahre im Bärengraben. Wegen schwerer Arthrose wird er eingeschläfert.
  • Die Volksinitiative für eine Einheitskrankenkasse wird mit 71,2 Prozent Nein-Stimmen abgelehnt.

April

  • Im Tessin werden Restaurants, Bars, Verwaltung, Schulen, Taxis, Museen und Einkaufszentren zu rauchfreien Zonen.
  • Den Wildschweinen im Kanton Bern geht es prächtig: 830 Tiere sollen hier leben. Doch glauben mag dies niemand.
  • Genfer Sternforscher haben den ersten Planeten ausserhalb unseres Sonnensystems entdeckt - möglicherweise bewohnbar.

Mai

  • „Berner sind messbar langsam“ - Auf der Rangliste einer internationalen Studie über die Geschwindigkeit von Fussgängern rangieren sie auf dem drittletzten Platz.
  • „Männer erhalten mehr Zeit für ihre Babys“ - Per 1. Juni 2007 erhalten Angestellte der Gemeindeverwaltung Bolligen einen bezahlten, 15-tägigen Vaterschaftsurlaub.
  • Die letzte Folge, Nr. 288, von „Lüthi und Blanc“ läuft im Schweizer Fernsehen.

Juni

  • „Die Flut bringt Tod und Chaos“ - Nach sintflutartigen Regenfällen ist die Region Huttwil im Ausnahmezustand. Für drei Personen kam jede Hilfe zu spät.
  • Nach achtjähriger Bauzeit wird der Lötschberg-Basistunnel eröffnet. In Kandersteg steigt ein grosses Volksfest.
  • Der Schweizer Regisseur Marc Forster dreht den nächsten „James Bond“.

Juli

  • „Die Schweiz eine Segelnation“ - Alinghi gewinnt in Valencia zum zweiten Mal den America’s Cup.
  • Die Fans von „Harry Potter“ sind erlöst: Der letzte Band ist endlich da!

August

  • „Mit dem Niederflurbus auf die Autobahn“ - Pendlerinnen und Pendler aus Freiburg haben einen doppelt so langen Arbeitsweg als normal: Weil seit den Unwettern der letzten Woche die Zugstrecke unterbrochen ist, müssen sie mit Bussen hin- und herfahren.
  • „Ländlerfans verschaffen sich Gehör“ - SRG-Direktor Armin Walpen wird von der nationalrätlichen Medienkommission vorgeladen. Er soll den Entscheid erklären, die Volksmusik von DRS 1 zu verbannen.
  • „Der König bleibt auf dem Thron“ - Der Schwingerkönig 2007 heisst wie 1998 und 2004 Jörg Abderhalden. Der Toggenburger setzte sich im Schlussgang von Aarau gegen den Bündner Stefan Fausch durch.

September

  • „Abschied von Big P.“ - Der wohl bekannteste und kommerziell erfolgreichste Opernsänger der Welt, Luciano Pavarotti, stirbt.
  • Die Finanzierung des längst geplanten Berner Bärenparks ist endlich gesichert.

Oktober

  • „Berns bittere Blamage“ - Aus dem bewilligten SVP-Umzug durch die Altstadt und dem Fest auf dem Bundesplatz wurde nichts. Bei schweren Ausschreitungen wurden 21 Personen verletzt. Die Kritik an Polizei und Regierung ist heftig.
  • „Ampelmännchen im Visier der Grünen“ - Das Grüne Bündnis fordert geschlechtsneutrale Piktogramme. In den Verkehrsampeln der Bundesstadt sollen nicht nur Männchen aufleuchten, sondern auch Ampelfrauen. Der Gemeinderat lehnte das ab.

November

  • Die Gemeinde Oberwald VS möchte auf der Grimselpasshöhe das grösste Windkraftwerk der Schweiz bauen.
  • Walliser Käseproduzenten erhalten kein Monopol auf den Begriff „Raclette“. Das Bundesgericht hat dem Walliser Milchverband die Eintragung von „Raclette“ als geschützte Ursprungsbezeichnung verwehrt.
  • Launisches Wetter und Klimakapriolen haben das Weinjahr 2007 geprägt. Mit Ausnahme der vom Julihagel betroffenen Weindörfer können sich Winzer und Weingeniesser jedoch freuen: Das Jahr 2007 hat zwar wenig, aber umso besseren Wein gebracht.

Dezember

  • „Dr Schacher Seppli“ gewinnt die Auszeichnung „grösster Schweizer Hit“.
  • 16'000'000'000.-- Franken muss die UBS wegen der US-Hypothekenkrise abschreiben. Erstmals in der Geschichte der Schweizer Grossbank droht ein Verlust. Verwaltungsratspräsident Ospel hält sich im Amt.
  • „Blocher abgewählt - wie weiter?“ - Die Anti-Blocher-Allianz hat mit ihrer Sprengkandidatin Widmer-Schlumpf triumphiert: Bundesrat Blocher wurde abgewählt.

Headlines aus: Berner Zeitung, Blick und Der Bund per 2007

 

2007 - innerhalb der Gemeindegrenze

  • 'Ums Wohl der Jungen besorgt' war von der neuen Parlamentspräsidentin Marianne Neuenschwander (SP) in einem Interview im Der Bund zu lesen. Und „Ich werde mich als Ratspräsidentin nicht scheuen, bei Bedarf in die Diskussion einzugreifen.“ Diese Aussage musste die Ratspräsidentin nie zur Anwendung bringen.
  • Im Februar stimmte das Parlament dem Verkauf der Gemeindeliegenschaften Untere Zollgasse 8 und 10 sowie Rütiweg 92 - 98 und 102 für die Gesamtsumme von 13,45 Mio. Franken zu. Das „Reglement über die Benützung von öffentlichen Park-/Grünan-lagen“ wird genehmigt.
  • Im März wird für die Errichtung der Hochzone Rüti und die Sanierung der Abwasserleitungen ein Kredit von 5,46 Mio. Franken bewilligt. Der Souverän sagte im November ebenfalls Ja zur Hochzone Rüti.
  • An der Marathonsitzung vom 10. Mai werden neben der Genehmigung der Rechnung 2006 und des Verwaltungsberichts 2006 auch der Anschluss der Schulanlage Mösli an das Netz der Wärmverbund Marzili AG zugestimmt.
  • Im Juni hat der GGR im Zusammenhang mit der Behörden- und Verwaltungsreform beschlossen, die Teilrevisionen der Gemeindeordnung sowie des Wahl- und Abstimmungsreglements zurückzuweisen. Gleichzeitig setzt er eine nichtständige parlamentarische Kommission ein, mit dem Auftrag, das Führungsmodell und die Auswirkungen auf die Verwaltung aufzuzeigen.
  • Am 13. September sind alle Ratsmitglieder zur Sitzung in den TELL gekommen. Unter Namensaufruf wird die Überbauungsordnung und das Bauprojekt „Bernstrasse-West“ (Abschnitt Bahnhofstrasse bis Zollgasse genehmigt und hiefür ein Kredit von 2,75 Mio. Franken bewilligt. Der Beschluss des GGR (20 zu 19 Stimmen) wurde Ende November vom Souverän klar abgelehnt. In diesem Zusammenhang wurde für den Ersatz und Neubau von Wasser- und Abwasserleitungen in der Bernstrasse (inkl. angrenzende Strassen) ein Kredit von 4 Mio. Franken genehmigt. Der Souverän hat diesem Geschäft zugestimmt.
  • Im November werden das Budget 2008 sowie der Finanzplan und das Investitionsprogramm 2008 - 2012 genehmigt. Des Weiteren wird der revidierten Version des „Reglement für ausserordentliche Lagen“ zugestimmt.
  • In der Dezembersitzung fanden diverse Ersatzwahlen statt. Ausserdem wurde für die Schaffung von vier Jahresarbeitsplätzen für Beschäftigungs- und Integrations-massnahmen von Personen aus Ostermundigen, welche Sozialhilfe beziehen, ein jährlich wiederkehrender Kredit von Fr. 64'000.-- bewilligt.
  • Der Ratsausflug fand am Nachmittag des 14. September statt und führte 22 Teilnehmerinnen und Teilnehmer ins Greyerzerland auf den Moléson.

Hier noch etwas Statistik: Die scheidende Ratspräsidentin durfte an 7 Sitzungen, während über 23 Stunden, 103 Geschäfte (davon 25 politische Vorstösse) beraten lassen. Neuer Rekord: Der Ratssekretär durfte die sagenhafte Anzahl von 368 Seiten an Protokoll (Vorjahr 355) verfassen!

Quelle: Ratsprotokolle Nr. 1 - 7 des Jahres 2007

2006 - über die Gemeindegrenze geschaut

Januar

  • 2006 dürfte als Jahr des Sparens in die Geschichte eingehen. Gespart wird nicht nur bei Bund, sondern flächendeckend auch in den Kantonen und Gemeinden. Langzeitschäden mit Folgekosten sind absehbar.
  • Novartis Konzernchef Daniel Vasella kassiert fürs gut verlaufene Geschäftsjahr 2005 den Betrag von 21,3 Millionen Franken.

Februar

  • „Feinstaubalarm“ - Tempo 80 auf Autobahnen in 11 Schweizer Kantonen ist von den Automobilisten weitgehend respektiert worden. Die Feinstaubwerte sind immer noch zu hoch.
  • Die Vogelgrippe erfasst die Schweiz: In Genf wird das Virus bei einem Gänsesegler nachgewiesen. Am Bodensee werden Überwachungszonen eingerichtet. Die Behörden warnen vor einer Hysterie. Es gilt Stallpflicht für sämtliches Schweizer Geflügel.

März

  • Schlagzeile vom ersten März-Wochenende: „Schweiz versinkt im Schnee“. Am Sonntag fiel mancherorts so viel Schnee wie noch nie seit Beginn der Messungen im 1931.
  • Der Ständerat beschliesst Biersteuergesetz. Mit jeder Stange spülen sie rund 10 Rappen in die Staatskasse. Das macht jährlich 100 Millionen Franken, welche auf diesem Weg in die Bundeskasse fliessen. Die Steuer wird EU-kompatibel neu bemessen, und zwar aufgrund des Stammwürzegehalts.

April

  • „Zürcher Böögg gestohlen“ - Fünf Tage vor dem Zürcher Sechseläuten ist der Böögg entführt worden. Von Schneemann, Knallkörpern und den Tätern fehlt jede Spur.
  • Italien sagt Ciao zu Berlusconi und Bundesrat Deiss kündigt seinen Rücktritt an. Der neue Mister Schweiz heisst Miguel San Juan. Der Mord an Corinne Rey-Bellet schockiert die Schweiz.

Mai

  • „Schritt in die Freiheit“ - Schweizer Geflügel darf am 1. Mai nach 70 Tagen Stallpflicht wieder ins Freie. Die Situation um die Vogelgrippe hat sich deutlich entspannt.
  • Die Glarner Landsgemeinde hat einen Überraschungscoup gelandet: Die heute 25 Gemeinden werden zu drei grossen Einheitsgemeinden zusammengefasst.

Juni

  • „Felssturz im Kanton Uri“ - A2 bleibt über Pfingsten gesperrt. Felsbrocken aus 700 Metern Höhe fielen auf die Autobahn und die Kantonsstrasse und töteten zwei Personen.
  • „Nichts gegen das Feierabend-Bier“ - Die Brauer möchten die Biersteuer senken; das sei nur gerecht.
  • Die Alkohol-Fachleute warnen - das sei gefährlich. Für die Aktion „bike to work“ konnte die IG Velo schweizweit rund 20'000 Pendlerinnen und Pendler mobilisieren.
  • „Fussball kann ihre Gesundheit gefährden“ - Die WM generiert nicht nur Tore, Tränen und Triumphe. Die Anzahl der Herzinfarkte steigt in dieser Zeit massiv an.

Juli

  • Italien gewinnt die Fussball-Weltmeisterschaft. Rudi Carell erliegt einem Krebstumor, Roger Federer gewinnt Wimbledon zum vierten Mal in Folge und es wird sehr heiss.

August

  • „Doppelter Penaltypunkt im Wankdorf“ - Während sechs Wochen und fünf Spielen hat niemand den falsch platzierten Penaltypunkt im Wankdorf bemerkt.
  • Das Zitat: „Von was reden Sie?“ - Der Finanzjongleur Werner K. Rey im „Sonntags-Blick“ auf die Frage, ob er seine Schulden beim Staat bezahlen werde. Zur Erinnerung: Rey hinterliess Schulden von über 2 Milliarden Franken und schuldet dem Kanton Bern 4 Millionen an Verfahrenskosten.

September

  • Der Bundesrat erhöht die Tabaksteuer. Bald kostet ein Päckli Fr. 6.30. Mehreinnahmen für den Bund verspricht sich die Landesregierung davon nicht. Sie hofft vielmehr, dass der Konsum und so auch die Zigarettenverkäufe zurückgehen, namentlich bei Jugendlichen.
  • Michael Schumacher kündigt seinen Rücktritt an.
  • „Letzter Rettungsversuch geplatzt“ - Erich von Dänikens Mystery Park in Interlaken ist am Ende und muss spätestens im November schliessen.

Oktober

  • Aufsteller für Polo „National“ Hofer nach seiner schweren Bauchspeicheldrüsen-Erkrankung: Das TV-Publikum wählt seine „Alperose“ zum grössten Schweizer Hit der letzten 70 Jahre.
  • „Rekordverdächtig heiss“ - 26. Oktober, 17.15 Uhr, Bern, im Rosengarten: Man konnte noch draussen in der Gartenbeiz sitzen, hemdsärmlig, im T-Shirt, ohne zu frieren. In Altdorf wurden 27,5 Grad, in Chur 26,4 Grad gemessen, in Bern knapp über 20 Grad.

November

  • „Tram Bern West auf Kurs“ - Der Souverän der Stadt Bern hat deutlich Ja zu einem besseren ÖV gesagt. Damit ist ein weiterer Meilenstein erreicht, damit BernMobil Ende 2010 das Tram nach Brünnen, Bethlehem und Bümpliz in Betrieb nehmen kann.
  • Marke Schweiz: „Heimatschutz fürs Schweizer Kreuz“. Der Bundesrat will das Schweizer Kreuz besser schützen. Wo „Schweiz“ draufsteht, muss künftig auch Schweiz drin sein.

Dezember

  • Micheline Clamy-Rey wird zur Bundespräsidentin gewählt, in Basel erschreckt ein Erdbeben die Leute, Clay Regazzoni verunglückt tödlich und in Chile stirbt Ex-Diktator Pinochet. Der irakische Ex-Diktator Saddam Hussein wird in Bagdad hingerichtet.

Headlines aus: Berner Zeitung, Blick, Der Bund, Coopzeitung und 20 Minuten per 2006

2006 - innerhalb der Gemeindegrenze

  • „Kein Basar - sondern klipp und klar“ war vom neuen Parlamentspräsidenten Erich Blaser (SVP) in einem Interview in der BZ zu lesen. „Grundsätzlich sollten die Sitzungen nicht länger als zweieinhalb Stunden dauern.“ Immerhin drei von insgesamt sieben Ratssitzungen konnten die Zeitlimite einhalten.
  • Im Februar wird die Teilrevision des Wasserreglements nach der Behandlung von 12 Änderungsanträgen sowie einem Rückweisungsantrag grossmehrheitlich genehmigt. An der Sitzung wird ebenfalls dem revidierten Abwasserreglement zugestimmt.
  • Im März wird die Motion N. Riesen (SP) betreffend die Erteilung des Ehrenbürgerrechts von Ostermundigen für Ursula Andress eingereicht. Diese Motion hält die Gemeindeschreiberin sowie den Eventmanager das ganze restliche Jahr über auf Trab.
    Am 18. Mai wurde die vorerwähnte Motion erheblich erklärt. Frau Andress feierte an diesem Abend in Edinburgh auf einer Yacht der britischen Royals ihren siebzigsten Geburtstag. Der Gemeindeschreiberin fiel nach der Sitzung die grosse Ehre zu, kurz vor Mitternacht die Jubilarin über die Annahme der Motion zu orientieren.
  • Im Juni durften die Parlamentarierinnen und Parlamentarier im Tellsaal auf neuen Stühlen Platz nehmen. Unter dem Kapitel „Behörden- und Verwaltungsreform“ wurden erste Nägel mit Köpfen eingeschlagen: Ein „Steuerungsausschuss“ wurde mit dem Ziel ins Leben gerufen, die Angelegenheit weiter zu verfolgen.
  • Im September wird das Ferienheim in Kandersteg verkauft. Ebenfalls orientiert der Gemeinderat über den Konkurs der Brasserie TELL.
  • Im Oktober wurde die Kreditabrechnung für das Projekt „Wege zu Klee, Teil Ost“ dem Parlament vorgestellt. Dank Subventionen und Sponsorenbeiträgen konnte von einer Kostensummen von Franken „Null“ Kenntnis genommen werden.
  • Events: Der Ratsausflug fand am Nachmittag des 10. Novembers statt und führte 28 Teilnehmerinnen und Teilnehmer zu Betriebsbesichtigungen der Chocolat Ammann AG in Heimberg und der Brauerei Felsenau. Am 16. Dezember fand die Feier „Ehrenbürgerin Ursula Andress“ statt. Höhepunkt war die Urkundeübergabe im extra für diesen Anlass reservierten und gestylten Restaurant Bären. In fast sämtlichen Schweizer Medien wurde exklusiv über diesen Anlass berichtet.

Hier noch etwas Statistik: Der scheidende Ratspräsident liess die November-Sitzung ausfallen. An sieben Sitzungen wurden 98 Geschäfte (davon 25 politische Vorstösse, 12 Wasser- oder Abwasserthemen) während 21 Stunden beraten. Der Ratssekretär durfte die stattliche Anzahl von 355 Seiten an Protokoll (Vorjahr 362) verfassen.

Quelle: Ratsprotokolle Nr. 1 - 7 des Jahres 2006

 

2005 - über die Gemeindegrenze geschaut

Januar

  • Die USA beenden die Suche nach Massenvernichtungs-waffen in Irak. Die Suche blieb ergebnislos.
  • Mit Vergiftungsaktionen werden im Kanton Bern durch Wildhüter rund 1'000 Rabenkrähen getötet.

Februar

  • Auf der Stafelalp eröffnet der Kanton Bern ein neues Minimalzentrum für Asylsuchende.
  • Bei der alpinen Ski-WM in Bormio geht die Schweiz erstmals seit 1966 leer aus.

März

  • Das Shoppyland Schönbühl wird 30-jährig. Migros-Aare plant die Erneuerung für 140 Mio. Franken.
  • Das Hotel Schweizerhof bleibt wegen Renovation geschlossen - für immer, wie sich später herausstellt.

April

  • Nach 26-jährigem Pontifikat stirbt Papst Johannes Paul II. am Abend des 3. April. Seit 482 Jahren wird ein Deutscher zum Nachfolger gewählt: Kardinal Joseph Ratzinger. Er nennt sich Benedikt XVI.
  • Mit zwei Sprengungen wird der 34,6 Kilometer lange Lötschberg-Basistunnel durchschlagen.

Mai

  • Die S-Bahn-Station Bern-Wankdorf wird eingeweiht.
  • Der 18-jährige Thomas Lüthi aus Linden gewinnt in Le Mans in den 125-er Klasse seinen ersten Grand Prix.

Juni

  • Die Schweizer sagen Ja zum Abschluss an die Polizei- und Asylabkommen Schengen/Dublin. Ein Ja gibt es zum Partnerschaftsgesetz für Homosexuelle.
  • Nach präsidialem Stichentscheid spricht sich der Berner Grosse Rat gegen Rauchverbote in Restaurants aus.
  • Nach einem Kurzschluss mit Stromausfall bricht der Zugverkehr der SBB in der ganzen Schweiz zusammen.

Juli

  • Zum dritten Mal in Serie gewinnt Roger Federer in Wimbledon.
  • Nach über 100 Jahren kehrt der Braunbär in die Schweiz zurück. Das Tier ist aus dem Südtirol eingewandert.

August

  • Am Nationalfeiertag schreien auf dem Rütli Hunderte Rechtsextreme Bundespräsident Schmid nieder.
  • Simone Niggli-Luder kehrt mit vier Goldmedaillen von der Orientierungslauf-WM in Japan zurück.
  • Niederschläge wie vielerorts noch nie seit Beginn der Messungen lassen in der Nacht vom 21./22. August in der Schweiz Flüsse und Bäche über die Ufer treten. Mehrere Menschen sterben in Schlammlawinen oder in den reisenden Fluten. Im Kanton Bern sind vor allem Brienz, Oey-Diemtigen, das Frutigtal, Guttannen und Grindelwald betroffen. Der Thunersee tritt über die Ufer, und in Bern fliesst die Aare mitten durch das Mattequartier.

September

  • So teuer war Benzin noch nie! Der Liter kostet an den meisten Tankstellen 10 Rappen mehr, d. h. 1,75 Franken.
  • Das Bundesgericht befindet, das Ergebnis der Berner Gemeinderatswahlen müsse nachgezählt werden.
  • Die Schweiz lehnt das Referendum gegen die erweiterte Personenfreizügigkeit ab. Die Berner stimmen dafür, dass künftig nur Gemeinderäte einbürgern sollen. Sie akzeptieren ebenfalls das neue Lehreranstellungsgesetz.

Oktober

  • Ein Erdbeben der Stärke 7,6 erschüttert Südasien. Das Epizentrum liegt im pakistanischen Teil Kaschmirs. Weil die Erde zur Schulzeit bebt, kommen Tausende Kinder in einstürzenden Schulhäusern um.
  • Der Bundesrat verordnet wegen der Vogelgrippe eine landesweite Stallhaltungspflicht für Geflügel.

November

  • Die Schweiz qualifiziert sich trotz einer 2:4 Niederlage in Istanbul gegen die Türkei für die Fussball-WM 2006.
  • Der Bundesrat will die Swisscom privatisieren. Später wird bekannt, dass er auch ein Verbot für weitere Auslandengagements aussprach.

Dezember

  • Der Bundesrat spricht 105 Mio. Franken für Agglomerations-projekte in der Stadt Bern, darunter Tram Bern West.
  • Die SBB und andere Bahnen sind rauchfrei.

Quelle: Der Bund „Jahreschronik 2005“

2005 - innerhalb der Gemeindegrenze

  • Gmotzt hani scho gäng - titelte der „Der Bund“ in seiner Ausgabe vom 8. Januar bei der Vorstellung des höchsten Ostermundigers und Ratspräsidenten Bruno Schröter (EVP). Dieser eröffnet am 27. Januar die 9. Legislaturperiode. Die Sitzverteilung nach den Gesamt-erneuerungswahlen: SP 15, SVP 9, FDP 5, EVP 4, CVP 2, FORUM 3, SD 2.
  • Der GGR zeigt sich bereits im März ausgabefreudig. Er bewilligt 2,25 Mio. Franken für die Innensanierung des Spezialtraktes Mösli, 1,46 Mio. Franken für die Netzerweiterung Wasser und Abwasser in der Bernstrasse/Rütiweg, 0,5 Mio. Franken für die Sanierung der Gebäudehülle des Feuerwehrmagazins und 0,5 Mio. Franken für die erste Etappe der Verlegung der Buslinie 10 auf die Bernstrasse.
  • Seit der Mai-Sitzung steht am Rednerpult speziell für Peter Wegmann „1 Schämeli“ zur Verfügung. Er zeigt sich grosszügig und ist sicher, dass zwei, drei Damen auch froh sind um dieses Möbel. Die Gemeinderechnung sowie der Verwaltungsbericht werden einstimmig genehmigt.
  • Am 23. Juni kann der Ratspräsident alle 40 Ratsmitglieder zur Sitzung begrüssen. Dieser „Ausnahmezustand“ bewog Norbert Riesen im Anschluss an die Sitzung eine Runde zu spendieren. In einem über viereinhalbstündigen Marathon werden der Finanzplan sowie der Infrastrukturvertrag „Oberfeld“ genehmigt. Die Kredite für die Sanierung und die Umgestaltung der Bernstrasse West und für die Strassenlärmsanierung Bernstrasse werden ebenfalls genehmigt. Das Stimmvolk befürwortet letztendlich mit einem Ja-Stimmenanteil von über 77 % die Überbauung „Oberfeld“ ebenfalls.
  • Für die Sanierung der Schulanlage Rüti bewilligt der GGR im September einen Kredit von über 18 Mio. Franken. Der Ratspräsident darf beim Abstimmungsprozedere mit Stichentscheid „das Zünglein an der Waage“ sein. Das Stimmvolk segnet den Kredit mit über 80 % Ja-Stimmen ebenfalls ab. Einer neuen Abfallentsorgungsstrategie per 1.1.2006 wird grossmehrheitlich zugestimmt. Während der Beratung der „Volksmotion betreffend Wildwuchs von Natelantennen“ klingelt im Tell-Saal ein Handy!
  • Nach 39 Wortmeldungen (= 32 Seiten Protokoll) wird das Budget 2006 anlässlich der Oktober-Sitzung genehmigt.
  • Im Dezember werden die Legislaturziele 2005 - 2008 vom GGR zur Kenntnis genommen. Über die Behörden- und Verwaltungsreform wird heftigst debattiert und schlussendlich mit drei Gegenstimmen angenommen. Der Verkauf des Rütihogers wäre ohne Biotopbau fast „ohne Diskussion“ genehmigt worden. Dem Ersatz und Neubau von Wasser- und Abwasserleitungen in den Bereichen Überbauung Oberdorf bzw. Bernstrasse/Waldeckstrasse stimmt der GGR einstimmig zu.
  • Events: Am 18. Juni fand die Eröffnungsfeier „Wege zu Klee“ statt. Höhepunkt war das von Gerry Hofstetter inszenierte Lichtspektakel im Steinbruch. Am 15. August fiel der Startschuss für die Tagesschule in Ostermundigen. Der Ratsausflug fand am Nachmittag des 9. Septembers statt und führte 31 Teilnehmerinnen und Teilnehmer zu einer Betriebsbesichtigung der Firma Lantal Stofffabrik AG und anschliessend zum Brainstorming beim Stadtpräsidenten von Langenthal. Im Anschluss an die Dezember-Sitzung traf sich der GGR im Restaurant „Schützenhaus“ zum traditionellen Racletteessen.

Hier noch etwas Statistik: Der scheidende Ratspräsident liess die November-Sitzung ausfallen. An sieben Sitzungen wurden 88 Geschäfte während 23 ½ Stunden beraten. Der Ratssekretär konnte die „rekordverdächtige“ Anzahl von 362 Seiten an Protokoll (Vorjahr 266) verfassen.

Quelle: Ratsprotokolle Nr. 1 - 7 2005

2004 - über die Gemeindegrenze geschaut

  • „Roboter erforschen den Mars“ - Am 4. und 25 Januar landen die beiden Nasa-Rover „Spirit“ und „Opportunity“ auf dem Mars, schiessen Bilder, graben Löcher in den Sand und raspeln an Steinen.
  • „Der Terror rückt näher“ - Madrid am Morgen des 11. März: In voll besetzten Vorortszügen explodiert eine Reihe von Bomben. 191 Menschen sterben, 1’500 werden verletzt. Die Bluttat macht den Westeuropäern bewusst, dass sie ebenso im Visier des islamistischen Terrors stehen wie die Amerikaner.
  • „Die Neat wird teurer und teurer“ - Der Bau der Neuen Alpentransversale (Neat) verteuert sich weiter. Die Mehrkosten für den Bau des Gotthardbasistunnels und der Lötschbergachse belaufen sich auf 800 Millionen Franken.
  • „50 Jahre Rock’n’Roll“ - Der mächtigste Musikstil des letzten Jahrhunderts feiert Geburtstag: Vor 50 Jahren - am 12. April 1954 - spielte Bill Haley „Rock Around the Clock” ein.
  • „Historische Schlappe“ - Am Abstimmungswochenende vom 16. Mai hat erstmals in der jüngeren Geschichte das Volk gleich drei vom Bundesrat empfohlene Vorlagen in allen Kantonen durchs Band abgelehnt. Die Stimmbürger lehnten sowohl die Erhöhung der Mehrwertsteuer als auch die 11. AHV-Revision und das Steuerpaket ab.
  • „Bad in der Menge“ - Gegen 80'000 Menschen nehmen am 6. Juni auf der Berner Allmend an der von Johannes Paul II. zelebrierten Messe teil. Der Besuch in der Schweiz ist bereits die 103. Reise des gesundheitlich angeschlagenen katholischen Kirchenoberhauptes in seiner 25-jährigen Amtszeit.
  • „Magere EM-Bilanz“ - Griechenlands Sieg ist eine Sensation an der Fussball-EM in Portugal. Die Schweiz erregt nur mit einer Spuckaffäre für Aufsehen.
  • „Rütli des 21. Jahrhunderts eingeweiht“ - Am 1. August schiessen auf dem Berner Bundesplatz erstmals 26 Wasserstrahlen aus dem Boden, einer für jeden Kanton. In der Festansprache nennt Bundespräsident Joseph Deiss den neuen Bundesplatz, der nun nicht mehr als Parkplatz verwendet wird, als das „Rütli des 21. Jahrhunderts“.
  • „Bereit für den nächsten Schlag“ - Roger Federer etabliert sich dieses Jahr als unbestrittene Nummer eins im Welttennis. Das könnte noch lange so weitergehen. Er bringt alles mit, um der grösste Tennisspieler aller Zeiten zu werden.
  • „George W. Bush zum Zweiten“ - Die Europäer drücken in der Wahlnacht vom 2. November überwiegend John F. Kerry die Daumen, dem demokratischen Herausforderer von George W. Bush. Es nützt nichts: Am Ende des teuersten Wahlkampfs aller Zeiten fehlen Kerry rund 70'000 Stimmen im Schlüsselstaat Ohio, um Bush aus dem Weissen Haus zu jagen.
  • „Feuerwehr-Drama in Gretzenbach“ - Der Einsatz der Feuerwehr beginnt als Routine und endet in einer Katastrophe. Am 27. November rückt eine Equipe zu einem Autobrand in einer Tiefgarage im solothurnischen Gretzenbach aus. Der Einsatz ist schon fast beendet, als innert Sekunden eine Decke einstürzt. Sieben Männer kommen ums Leben. Das bislang folgenschwerste Unglück von Feuerwehrleuten löst in der ganzen Schweiz Betroffenheit aus.
  • „Neue Zeitrechnung für Bahnreisende“ - Am 12. Dezember hat für die Zugspassagiere eine neue Zeitrechnung begonnen. Rund 17 Jahre nach dem Ja der Bevölkerung zur Bahn 2000 fahren die SBB erstmals nach dem neuen, verdichteten Fahrplan - dem grössten Fahrplanwechsel in der Geschichte der SBB.
  • „Seebeben in Südasien“ - Das schwerste Erdbeben seit vier Jahrzehnten hat am 26. Dezember in Südasien eine riesige Flutwelle ausgelöst. Das Hauptbeben hatte eine Stärke von 9,0 auf der Richter-Skala erreicht und war das gewaltigste seit 40 Jahren. Es hatte im Indischen Ozean riesige Flutwellen (Tsunamis) ausgelöst. Hilfsorganisationen befürchten inzwischen, dass die Zahl der Toten von zunächst knapp 80’000 auf gegen 200’000 steigen könnte.

Quelle: Facts "Das Jahr 2004"

2004 - innerhalb der Gemeindegrenze

  • Ein Mundiger mit Weitsicht - titelte die „Berner Zeitung“ (BZ) in ihrer Ausgabe vom 19. Dezember 2003 bei der Vorstellung des höchsten Ostermundiger und Ratspräsident Egon Julmi (FDP).
  • Unter dem Motto „Mit Musik geht alles besser“ wird der Start ins 2004 mit einem musikalischen Beitrag der AMBO eröffnet. Die BEA bern expo; Umwandlung eines Darlehens in Aktienkapital und die Zonenplanänderung „Zentrum“ zum Bau einer Seniorenresidenz sind die Hauptthemen der März-Sitzung. Beim BEA-Geschäft kann das Abstimmungsresultat auch nach einer „Fitness-Lektion“ (Abstimmung nicht durch Handerheben sondern durch Erheben und auf die Stühle steigen)nicht festgestellt werden. Die Abstimmung wird mittels Namensaufruf vorgenommen.
  • Bereits an der zweiten Sitzung hat der Ratspräsident auf das Fair-Play im Rat aufmerksam zu machen: „Bei den Abstimmungen sind die Hände sofort und deutlich (nicht zaghaft oder verzögert) hochzuhalten!“ Neben der einstimmigen Genehmigung der Gemeinderechnung und des Verwaltungsberichts stimmte der Rat mit einer Gegenstimme auch dem Landverkauf für die Seniorenresidenz an der Mitteldorfstrasse zu.
  • „Das Wetter und die Stimmung sind gut!“ Am Nachmittag des 4. Juni nahm lediglich der „harte Kern“ des Parlaments am Ratsausflug teil. Der Weg führte zum auf 947 Meter über Meer. gelegenen Bantigerturm. In der BZ war zu lesen: „Keis Füfi für zum Bantiger“. Nur 11 von 40 Ratsmitgliedern warfen rund 20 Fränkli auf, um am Ausflug inklusive der fach-kundigen und interessanten Turmführung teilnehmen zu können.
  • Auf einer reich befrachteten Traktandenliste mit Ersatzwahlen, Finanzplan und Investitionsprogramm, Sachgeschäften sowie diversen parlamentarischen Vorstössen gilt es besonders ein Geschäft zu erwähnen: Die Kindertagesstätte („Hummelinäscht“) wird vergrössert und zieht neu an die Bernstrasse 66.
  • Eine GGR-Sitzung mit „Kultur- und Geberqualitäten!“ Für die Errichtung der „Wege zu Klee“ im Zusammenhang mit dem Zentrum Paul Klee zeigt sich der Rat grosszügig. Er stimmt einem Betrag im Rahmen des „Standortmarketings der Gemeinde“ von über einer Viertelmillion Franken zu.
  • Der Rat zeigt sich im auch Oktober zustimmungsfreudig: Das Budget 2005 inkl. einer Steuersenkung, eine neue Wasserleitung im Gebiet Wegmühlegässli/Wiesenstrasse und die Errichtung einer Tagesschule werden genehmigt.
  • Alle Jahre wieder findet im Dezember eine Mammutssitzung statt. Dank einer zügigen Ratsdebatte konnten 14 Geschäfte behandelt werden. Aussergewöhnlich mag der gesamte Finanzbetrag von über 5,3 Millionen Franken für die verschiedenen Projekte sein. In einer Laudatio werden die per Ende 2004 abgewählten 14 Gemeinderats- und GGR-Mitglieder verabschiedet. Pünktlich um 20.30 Uhr trafen sich die Ratsmitglieder im „Schützenhaus“ zum jährlichen Racletteschmaus.

Hier noch etwas Statistik: Der scheidende Ratspräsident liess die November-Sitzung ausfallen. An sechs Sitzungen wurde über 19 Stunden lang debattiert. Gemäss BZ-Interview anfangs Jahr sollte eine Sitzung nie länger als drei Stunden dauern - dieser Vorsatz wurde jedoch dreimal überschritten. Der Ratssekretär durfte 266 Protokollseiten (Vorjahr 337) verfassen.

Quelle: Ratsprotokolle Nr. 1 - 6 2004

2003 - über die Gemeindegrenze geschaut

  • „Feuerwerk in St. Moritz“ - Bei minus 25 Grad eröffnet Bundespräsident Pascal Couchepin am 1. Februar die alpinen Ski-Weltmeisterschaften. Der grösste Sportanlass der Schweiz wird ein Publikumserfolg.
  • „Segelnation Schweiz“ - Der Genfer Milliardär Ernesto Bertarelli gewinnt am 2. März im Hauriaki-Golf vor Auckland mit der „Alinghi-Crew" die prestigeträchtigste Segeltrophäe der Welt, den America’s Cup. Die Sportwelt ist verblüfft. Aus dem Binnenland Schweiz wird eine Seefahrernation und Bertarelli zum Nationalheld.
  • „Angriff in der Nacht“ - Am 21. März treffen amerikanische Raketen und Bomben den zentralen Palastkomplex Saddam Husseins am Tigris sowie mehrere Regierungsgebäude. Der spektakuläre Luftangriff wird weltweit live am Fernsehen übertragen.
  • „Michelles Monat“ - Ex Ostermundigerin und Fernsehmoderatorin Michelle Hunziker, 26, gibt zu reden im Mai. Erst der Scheidungsstreit mit Eros Ramazzotti um Tochter Aurora, dann das Hin und Her um Hunzikers erneute Moderation von „Deutschland sucht den Superstar“, und schliesslich die Schlammschlacht um Hunzikers neuen Liebhaber, welcher der Sohn einer „Hexe“ sein soll.
  • „Unter der Sauhitze leiden“ - Mediterranes Leben war bislang ein Traum. Diesen Sommer hat uns die Realität eingeholt: Rekordtemperaturen!
  • „Plötzlich ein Star“ - Roger Federer gewinnt am 6. Juli den Wimbledon-Final.
  • „Legal? Illegal? Warten wir mal“ - Der Nationalrat beschliesst am 25. September, das Betäubungsmittelgesetz nicht zu behandeln. Nach neuem Recht sollte Cannabiskonsum legal werden, die grosse Kammer will aber vermeiden, dass der Joint zum Wahlkampfthema wird - deshalb der Nichteintretensentscheid. Damit geht der Stoff zurück an den Ständerat. Die kleine Kammer sagte 2 Jahre zuvor Ja zur Liberalisierung des Cannabiskonsums, nun wird sie entscheiden müssen, wie das Nationalrats-Nein zu deuten ist.
  • „Massenkarambolage auf der A 1“ - Auf der A 1 bei Niederbipp kommt es am 5. November kurz vor Mitternacht zur bislang grössten Massenkarambolage auf Schweizer Strassen. Bei dichtem Nebel stossen auf beiden Fahrbahnen 65 Fahrzeuge zusammen. Die Rettungskräfte leisten einen Grosseinsatz mit 150 Personen, darunter 60 Feuerwehrleuten und 29 Ambulanzen. Die Bilanz: 1 Todesopfer, 91 Verletzte, dazu Sachschaden von über einer Million Franken. Die Polizei macht überhöhte Geschwindigkeiten bei schlechter Sicht und zu geringe Abstände für die Unfälle verantwortlich.
  • „Die Neuen“ - Am Mittwoch, 10. Dezember ist der neue Bundesrat gewählt. Er ist rechts und männlich. An die Stelle von CVP-Bundesrätin Ruth Metzler kommt SVP-Nationalrat Christoph Blocher, der Sitz des zurückgetretenen Finanzministers Kaspar Villiger geht an den freisinnigen Ausserrhoder Ständerat Hans-Rudolf Merz. Blocher und Merz haben politisch vieles gemeinsam: Beide vertreten die Linie „weniger Staat - mehr Freiheit“.

Quelle: Facts „Das Jahr 2003”

2003 - innerhalb der Gemeindegrenze

  • ...Auch als junger Mann hätte ich mir nie träumen lassen, dereinst einmal einer von denen da oben zu sein… Diese Aussage stammt vom höchsten Ostermundiger und Ratspräsident Andreas Thomann (SP).
  • Der Ratspräsident heisst neben fünf neuen Mitgliedern den neu gewählten Gemeindepräsidenten Christian Zahler im Parlament willkommen. STRATUS, ein neues Unterhaltskonzept für die Schulanlagen und Verwaltungsgebäuden wird ins Leben gerufen. Dem gegenüber werden das Mundiger Jugendparlament und das Submissionsreglement beerdigt.
  • Bereits an seiner zweiten Sitzung hat der Ratspräsident einen Stichentscheid zu fällen. Der Verkauf der gemeindeeigenen Liegenschaften Rütiweg 92 - 98 und 102 wird an den Gemeinderat zurückgewiesen. Beim Postulat betreffend Erstellung von Beach-Volleyballfeldern wird die rekordverdächtige Anzahl von 20 Rednerinnen und Rednern registriert.
  • Erstmals wird auch im Bereich der Zuhörerschaft Mineralwasser auf den Tischen zur Verfügung gestellt. Im Sitzplan können diverse Retuschen festgestellt werden: Am Tisch des Gemeinderats sitzt anstelle des pensionierten Otto Stalder die ehemalige Ratssekretärin Marianne Meyer als Gemeindeschreiberin. Am Ratstisch ist der neue Ratssekretär Jürg Kumli für die Tonbandaufnahmen zuständig. Die Gemeinderechnung wird ohne Wortbegehren genehmigt.
  • 3 ¾ Stunden Sitzung, 7 parlamentarische Neueingänge, 60 Seiten Protokoll: „Sieg für die Ladenbesitzer und die Eigentümer!“ Die Ladenstrasse bleibt bis auf weiteres bestehen, denn für die Sanierung und Umgestaltung der Bernstrasse zur Attraktivitätssteigerung fehlen der Gemeinde zurzeit die finanziellen Mittel. Nach der Beratung von neun Änderungsanträgen werden der Finanzplan und das Investitionsprogramm 2004 - 2007 genehmigt.
  • Der GGR-Ausflug wird mangels Interesse (oder als Konsequenz und Sparwille der GGR-Mitglieder?) abgesagt und der Verkauf der gemeindeeigenen Liegenschaften Rütiweg 92 - 98 und 102 wird abgelehnt. Im Gegenzug stimmt der Rat dem Erwerb des Steingrübliareals Parzelle Nr. 1233 für Freizeitnutzungen und kulturelle Zwecke zu. Von der IWORUS ist in dieser Angelegenheit noch eine Gemeindebeschwerde hängig.
  • Der Rat zeigt sich im Oktober zustimmungsfreudig: Das Budget 2004, die neue Personal- und Besoldungsordnung (PBO) und das Feuerwehrreglement werden genehmigt. Die FDP stellt bei der PBO sechs Änderungsanträge: fünf sind im Rat chancenlos und einer wird zurückgezogen.
  • Im Dezember werden in 12 Traktanden „Ersatzwahlen“ vorgenommen. Der „Regionale Richtplan Teil 1“ wird ohne Wortbegehren einstimmig genehmigt. Kann diese technische Materie von einem „Amateur-Parlament noch richtig verdaut werden?“ Die Überprüfung der Struktur der Schulkommission führt zum Jahresabschluss zu heftigen politischen Diskussionen. Die EVP hat bereits das fakultative Referendum in Aussicht gestellt.

Hier noch etwas Statistik: Der scheidende Ratspräsident liess die November-Sitzung ausfallen. Die sitzende Zeit im TELL an den sieben Donnerstagabenden beträgt fast einen ganzen Tag, nämlich 22 ¾ Stunden und die „Unendliche Geschichte“ - oder das Protokoll umfasst stolze 337 Seiten (Vorjahr 251 Seiten).

Quelle: Ratsprotokolle Nr. 1 - 7 2003

2002 über die Gemeindegrenze geschaut

  • Die Schweiz stimmt Ja zum UNO-Beitritt.
  • Der Grundstein fürs Paul Klee-Zentrum in Bern wird gelegt.
  • Die fünfte Schweizerische Landesausstellung Expo02 findet im Berner Seeland statt.
  • Der Berner Bär verschwindet aus dem offiziellen Briefkopf der Stadt Bern und kehrt kurz darauf auf massive Intervention der Bürgerschaft wieder zurück.
  • Alt Bundesrat Hans Peter Tschudi stirbt im Alter von 88 Jahren.
  • Die Terrorspirale dreht sich weiter. Auf Bali werden bei einem Bombenanschlag vor einem Nachtklub 180 Menschen, in Moskau bei einem Ueberfall auf ein Musicaltheater 130 und in Kenia bei einem Attentat auf ein Hotel 16 Menschen getötet.
  • Schliesslich folgt ein Tiefschlag für die Schweizerisch Milchwirtschaft. Der grösste Milchverarbeiter Swiss Dairy Food in Ostermundigen beantragt Nachtlassstundung.

2002 - innerhalb der Gemeindegrenze

  • Ratspräsident und Bauer Alfred Gosteli (SVP) hofft im Jahr 2002 auf eine gute Ernte, erinnert aber daran, dass es dafür verschiedene Faktoren braucht, wie eben auch in der Politik.
  • Erstmals seit Einführung der Tonbandaufnahmen im Parlament passiert der Albtraum aller Ratssekretäre und -sekretärinnen, das Tonband fällt nämlich aus. Dies allerdings nicht aus technischen Gründen, sondern einfach durch einen Bedienungsfehler der mittlerweilen und vielleicht auch altershalber etwas schusselig gewordenen Ratssekretärin.
  • Dass er die Legislatur 2000 bis 2004 nicht beenden will, hat er immer gesagt. Dass er seinen Rücktritt aber bereits nach den ersten beiden Jahren bekannt gibt, kam für viele etwas überraschend. Nach 14 Jahren Gemeindepräsidium kündigt Theo Weber seinen Job per Ende 2002. Ihm zieht der langjährige Gemeindeschreiber Otto Stalder gleich nach und erklärt seinerseits seinen Rücktritt per Ende April 2003.
  • Obschon das Parlament zur Gemeinderechnung eigentlich nichts zu sagen hat und an den Zahlen nichts Zu ändern ist, stellt Carlo Sechi (CVP) etwas frustriert fest, gäbe es hier vieles zu sagen, wenn man nur könnte.
  • Seit einiger Zeit beschäftigt auch das Paul Klee-Zentrum in Bern das Parlament regelmässig. Lieber, lieber Theo - wird der scheidende Gemeindepräsident gebeten - würdest du bitte auch nach deinem Rücktritt weiterhin in der Arbeitsgruppe „Steinbrüche“ im Zusammenhang mit dem Paul Klee-Zentrum weiterarbeiten. Dieser Wunsch geht in Erfüllung, Theo Weber macht weiter.
  • Ein kleines ...(piep)... im Protokoll verursacht einen ziemlichen Medienwirbel. Weil Unanständigkeiten im Ostermundiger Ratsprotokoll nicht wörtlich wiedergegeben werden, mussten sich zahlreiche umliegende Ratssekretariate ebenfalls mit dieser aussergewöhnlich schwerwiegenden Problematik befassen und vor den Medien Red und Antwort über ihre diesbezügliche Praxis geben.
  • Nostalgie schleicht sich in die Köpfe einiger Ratsmitglieder bei der Debatte um den Verkauf des Ferienheims Gstaad. Was haben diejenigen, die bereits ihre Jugendzeit in Ostermundigen verbracht haben, nicht alles für Erinnerungen an die Ferienheime. Nach den schwärmerischen Ausführungen von Norbert Riesen (SP) ist nicht alles für die Öffentlichkeit bestimmt. Er erinnert sich an eine schreiende Tochter aus einer Ostermundiger Unternehmensdynastie und an vieles mehr, das er aber partout nicht preisgeben will. Mit etwas Wehmut, aber der Not der Zeit folgend gibt das Parlament das Ferienheim Gstaad zum Verkauf frei.
  • Wieder einmal steht der „Tell“ im Mittelpunkt der Diskussion. Das neue Volksrecht der Volksmotion wird getestet. Es wird versucht, damit den „Tell“ zu verkaufen. Aber oha Lätz, da haben die FDP-Protagonisten nicht mit dem Widerstand von Vereinen und Gemeinderat geerechnet. In zackiger Rede widerlegt der Gemeindepräsident Punkt für Punkt die Argumente und Behauptungen der Motionäre. Mit keiner einzigen Gegenstimme wird die Motion denn auch erbarmungslos bachab geschickt.
  • Keine Gnade findet der Voranschlag 2003. Wie Theo Weber richtig feststellt, ist das Parlament nicht mehr am Festen, sondern befindet sich im harten Alltag. Namens der bürgerlichen Parteien wartet Carlo Sechi (CVP) mit ganz gezielten Kürzungsvorschlägen auf in der Hoffnung, dass das Parlament diesen zustimmt und das Geschäft nicht zurückweist. Die SP schert aus dieser Koalition aus, stellt einen Rückweisungsantrag und zersplittert so die bürgerliche Allianz, was Carlo Sechi arg in Rage bringt. Schliesslich wird dem Gemeinderat die Strafaufgabe auferlegt, am Budget echte Sparmassnahmen - auch solche die wehtun - vorzunehmen. Das gleiche Schicksal ereilt den Finanzplan. Die Fortsetzung dieser Geschichte folgt.
  • Eine flammende Rede hält Norbert Riesen (SP) für die Erneuerung der Subventionsverträge mit kulturellen Institutionen der Stadt Bern, die selbst Carlo Sechi (CVP) tief beeindruckt. Das Resultat - nämlich einstimmige Zustimmung - spricht für sich selbst.
  • Das Jahr neigt sich dem Ende zu und Theo Weber verabschiedet sich nach 14 Jahren als Gemeindepräsident vom Parlament und erntet dafür eine minutenlange standing ovation.

2001 - über die Gemeindegrenze geschaut

  • Nicht wie 1999 durch die Natur verursachte Katastrophen, sondern von menschlicher Hand vorbereiteter Terror, Amok und Unfälle prägen das Jahr 2001.
  • Mit der Attacke auf die WTC-Tower in New York wird der 11. September 2001 zum Tag, der der Welt ihre Risse zeigt; nichts ist mehr wie vorher und nichts wird mehr wie vorher werden.
  • Bern nimmt Abschied vom Wankdorfstadion aus dem Jahr 1954, welches am 3. August gesprengt wird.
  • In Zug werden 3 Regierungs- und 11 Parlamentsmitglieder Opfer eines Amokläufers.
  • Am 2. Oktober geht der nationale Mythos „Swissair“ unter; sie groundet und setzt 4000 Passagiere fest.
  • Der Albtraum von Nord-Süd-Reisenden wird wahr; am 24. Oktober werden 11 Menschen Opfer eines Flammeninfernos im Gotthardtunnel; Verursacht durch eine Frontalkollision zweier Sattelschlepper.
  • Last but not least kommen am 24. November auch noch 24 Menschen bei einem Flugzeugabsturz der Crossair bei Zürich ums Leben.

2001 - innerhalb der Gemeindegrenze

...was kann es unter dem Eindruck dieser internationalen und nationalen Katastrophen aus Ostermundigen noch zu berichten geben? Wir versuchens trotzdem...

  • ...mit dem Bekenntnis als Römer - mit Betonung auf Römer und nicht als Italiener - geboren worden zu sein, eröffnet Ratspräsident Carlo Sechi (CVP) die 8. Legislaturperiode. Sie steht unter dem Zeichen einer enormen Erneuerung, nehmen doch gleich 17 Ratsmitglieder neu Einsitz in den Rat. So viele wie noch nie nach Gesamterneuerungswahlen.
    Sitzverteilung: SP 13, SVP 9, FDP 6, EVP 5, CVP 3, FORUM 2, SD 2.
  • Das Zeitalter von parlamentarischen Klausuren und überparteilichen „Runden Tischen“ wird eingeläutet. Angesichts der permanent schlechten Finanzlage wird erstmals in der Ostermundiger Parlamentsgeschichte eine Finanzklausur durchgeführt. Das Ergebnis wird von Klaus Woodtli (SVP) mit „no news are good news“ zusammengefasst und die Klausur somit als gelungen bezeichnet.
  • Ein Jungpolitiker namens Rolf Rickenbach (FDP) erdreist sich, sich bereits in der ersten Sitzung zweimal zu Worte zu melden. Damit wird mit einer langjährigen Praxis des Ostermundiger Parlaments gebrochen, die da heisst „zuerst ein Jahr zuhören, dann reden“. Dies erinnert stark an einen anderen Jungpolitiker der FDP aus den Anfängen namens Peter Röthlisberger, welcher sich mit seiner ständigen verbalen Präsenz ebensowenig an Alterhergebrachtes halten konnte.
  • Ruper Moser (SP) ist die „blutte Miss Piggy“ auf dem Vordach der Metzgerei Wüthrich ein echter Dorn im Auge. Er bittet den Gemeinderat deshalb darauf hinzuwirken, dieses unappetitliche und unästhetische Schwein zu entfernen. Erschrocken ab der Wichtigkeit dieses Problems setzt Gemeindepräsident Theo Weber - und zwar ohne Rücksprache mit dem Gemeinderat - auch gleich zu einer staatsmännischen Antwort an. Eine Intervention sei nämlich nicht möglich - so Weber - da es sich hier um nichts anderes handle als um das reine und echte Abbild eines gewöhnlichen Hausschweins. Der Gemeinderat müsste sonst auch beim vis-à-vis stationierten „Güggeli-Brater“ aufs Vehementeste einschreiten, da dieser - schlimmer noch - jede Woche nackte, gerupfte und erst noch kopflose Hühner anbiete.
  • Mit dem Werbespot „i Oschtermundige, es isch dr Wahn, mache sie no öppis für Bös u Bahn“, setzt sich Andreas Thomann (SP) für ein verlängertes Nachtfahrangebot des öffentlichen Verkehrs ein. Gemeindepräsident Theo Weber vermutet dahinter denn auch gleich einen finanzpolitischen Wahn, in welchen die Gemeinde verfallen könnte, würde sie während der ganzen Nacht öffentlichen Verkehr anbieten.
  • Schon wieder wittert Rupert Moser (SP) Unappetitliches. Diesmal im spirituellen Angebot der Gemeindebibliothek, welche gleich acht Erich-von-Däniken-Bücher anbietet. Die entsprechende Anfrage auf gemeinderätliche Einflussnahme wird auch hier mit dem Hinweis, dass „Zensur“ in unserem Land zum Glück ein Fremdwort ist, abgeschmettert.
  • Als Resultat der kläglich gescheiterten Finanzklausur bezeichnet Gemeindepräsident Theo Weber fünf erheblich erklärte parlamentarische Vorstösse zum Thema „Finanzen“ und setzt in einer persönlichen Erklärung auch gleich zu einer veritablen Standpauke an, die in den Medien mit „Weber redet Klartext“ und „Weber nimmt kein Blatt vor den Mund“ kommentiert wird. Der so aufgetane Graben zwischen Parlament und Gemeinderat ruft denn auch sofort Bedauern hervor und lässt die Protagonisten in den Medien versichern, dass Weber trotz allem als Gemeindepräsident geschätzt werde und sie mit ihrem Gemeindeoberhaupt eigentlich ganz zufrieden seien.
  • Etwas ganz Neues stellt sich ein. Vielleicht nicht gerade Angst, aber immerhin eine gewisse Unruhe nach den Ereignissen des Amoklaufs im Kantonsparlament Zug. Nie vorher hätte jemand auch nur mit einem Gedanken daran gedacht, die Parlamentssitzungen unter Polizeischutz zu stellen. Nicht weil dies in Ostermundigen nicht auch möglich wäre, sondern weil - wenn es sich ereignen würde - mit Polizeimassnahmen kein wirkungsvoller Schutz erzielt werden könnte, sieht das Ratsbüro davon ab, die GGR-Sitzungen durch uniformierte Polizei bewachen zu lassen. Die Idylle der schweizerischen Parlamentspolitik, welche vielerorts noch gotthelfsche Züge trägt und oft an Geschichten aus dem „bluemete Trögli“ erinnert, hat durch das Zuger Ereignis markant an Liebenswürdigkeit verloren.

2000 - über die Gemeindegrenze geschaut

  • Der gefürchtete Millenniumsbug ist nicht aufgetreten. Die zahlreichen weltweit eingesetzten Task Forces verlebten eine ruhige Silvesternacht.
  • Absturz einer Crossair-Maschine bei Niederhasli (ZH). Alle 7 Passagiere und 3 Besatzungsmitglieder sterben.
  • Tod der Volksschauspieler Hannes Schmidhauser und Paul Bühlmann - je im Alter von 73 Jahren - sowie Inigo Gallo im Alter von 68 Jahren.
  • Ein junger Amerikaner stürzt an einem zu langen Bungee-Seil in Stechelberg zu Tode.
  • Die Queen Mum wird 100 Jahre alt.
  • Ostermundigen geht ins Internet und verpasst sich gleichzeitig ein neues Erscheinungsbild (Logo).
  • Bundesrat Adolf Ogi tritt zurück. Nachfolger wird der Berner Samuel Schmid.
  • Nach einem fast unerträglichen Auszähldebakel wird Georg W. Bush per Gerichtsentscheid der 43. US-Präsident.

2000 - innerhalb der Gemeindegrenze

  • Weg von der Konsenspolitik will der neue Ratspräsident Alfred Rickenbach (FDP). Er plädiert für mehr „Parlament“ und ruft die Ratsmitglieder dazu auf, der Politik keine Pause zu gönnen und dem Populismus so den Riegel zu schieben.
  • Es ist nicht neu, dass ein Jahr vor den Gesamterneuerungwahlen eine grössere Rochade im Gemeinderat stattfindet. Nehmen zu Beginn des Jahres 2000 doch drei neue Mitglieder in die Exekutive Einsitz.
  • Der Landschaftsrichtplan - letzter Puzzlestein der Ortsplanung - ist grundsätzlich nicht bestritten. Dass die Landschaft zu schützen und zu schonen ist, gehört praktisch in jedes Parteiprogramm. Nur, kosten darf es nichts. Weil die FDP nicht immer Wasser predigen und Wein trinken will, stellt sie denn auch den Antrag, das Geschäft sei zurückzustellen, bis sich die finanzielle Situation der Gemeinde gebessert hat, was grossmehrheitlich jedoch auf taube Ohren stösst.
  • Gegen eine neue Dr. Zuber-Strasse hat die Ratsmehrheit nichts einzuwenden. Nach Auffassung von Andreas Thomann (SP) sollte es sich aber um eine veritable Strasse und nicht nur um ein unbedeutendes Weglein oder Stumpengeleise handeln.
  • Das Wahljahr lässt grüssen. Nach einem harten Grabenkampf wird das neue Verkehrsregime Schermenweg mit Abtimmung unter Namensaufruf genehmigt.
  • "Paul-Klee und die Ostermundiger Steinbrüche" heisst die neue Image-Zauberformel. Auf die Fahne geschrieben hat sich dies der heimliche Tourismusdirektor Norbert Riesen (SP).
  • Mit dem Eintritt ins neue Jahrtausend will sich Ostermundigen gleich auch eine neue und moderne Verfassung geben. Für die im Wahljahr auf Oppositionskurs eingeschwenkte FDP löst dieses Vorhaben aber nicht nur eitel Freude aus. Obwohl eine Abkehr vom Verwaltungsfilz zur privatwirschaftlichen Praxis - wie Swisscom und POST - grundsätzlich begrüsst wird, kann die beabsichtigte Zuständigkeitsdelegation des Organisationsreglementes an den Gemeinderat unter keinen Umständen goutiert werden. Ein solch extremer Quantensprung und Einschnitt in die Aufsichtsbefugnis des Rates lässt die FDP geradezu erschauern. Dem beipflichten mögen aus dem Rat jedoch nur wenige.
  • Überraschende Übereinstimmung herrscht bei der Verabschiedung des Verkehrskonzeptes 2000. Einzig - aber mit weitreichenden Folgen - wird der Mösli-Parkplatz nicht goutiert und vom Rat kurzerhand und ersatzlos gestrichen. Dies ist der Anfang eines mühevollen und langwierigen Rechtsstreites, etwa vergleichbar mit dem Kampf eines rebellischen gallischen Dorfes, gegen die übermächtige römische Obrigkeit.
  • Völlig entsetzt stellt Egon Julmi (FDP) fest, dass im Jugendhaus Alkohol konsumiert und gar abgegeben wird. Jawohl, so die klare Antwort des Gemeinderates, dies trifft zu und - wer hätte das gedacht - erst noch aus pädagogischen Gründen. Alkohol ist ein legales Genussmittel, mit welchem die Jugendlichen umzugehen lernen müssen. Voilà. Was gibt's da noch weiter zu reklamieren!
  • Letztmals und vielleicht etwas mit Wehmut unterbreitet der Gemeinderat dem Parlament den Finanzplan nur zur Kenntnisnahme. Ab 2001 wird der Rat den Finanzplan genehmigen dürfen und so die geliebten Nägel mit Köpfen machen können.
  • Die gewaltige Schelte der FDP zum Voranschlag 2001 wird noch durch den absoluten Husarenstreich der SD-Fraktion übertroffen. Angesichts des prognostizierten, gewaltigen Defizits stimmt eine Mehrheit des Rates flugs der Streichung des doch eher bescheidenen Beitrages an den Ratsausflug zu. Wieweit dieser Verzicht zur Besserung der Finanzlage beiträgt, lässt sich angesichts der Unwichtigkeit dieses Betrages aber kaum beziffern. Dieser Entscheid könnte wieder einmal als Schwank aus dem Leben in die Parlamentsgeschichte eingehen.
  • Seine letzte Gelegenheit nutzend - tritt seine Partei doch nicht mehr zu den Wahlen an - erklärt Jörg Schärer (FL) einmal mehr wie überflüssig und schädlich die Einzonung des "Oberfeldes" für die Gemeinde ist. Er orakelt gar, dass damit ein neues Ghetto für Sozialhilfeempfänger entstehen wird, welches die Gemeinde dereinst ins Verderben stürzt. Auch Walter Bruderer (FORUM) setzt sich wegen Amtszeitbeschränkung ein letztes Mal in Szene und beschäftigt das Parlament mit einer Flut von grösstenteils erfolglosen Anträgen. Eines ist sicher, mit dem Abgang dieser beiden Vollblutpolitiker wird der Rat um einiges stiller und und die Sitzungen um einiges kürzer. Eigentlich schade.
  • Schliesslich - und bevor man sich einträchtig zum traditionellen Raclette trifft - beendet der Ratspräsident die Legislatur 1997 bis 2000 mit der Legende eines alten Indianers, welcher auf sein Herz wartet, was mitunter auch in der Politik geschehen sollte.