Kindesschutz

Abklärungen im Auftrag der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde (KESB)

Im Rahmen von Aufträgen der KESB werden Gefährdungsmeldungen betreffend Kindern und Jugendlichen durch die Sozialarbeitenden des EKS Ostermundigen abgeklärt. Eine enge Zusammenarbeit mit den Eltern, bzw. dem dazugehörenden Umfeld, ist unumgänglich und in jedem Fall wünschenswert. Erfordern es die Umstände, werden zum Schutze der Kinder und Jugendlichen Begleitmassnahmen errichtet. Gefährdungsmeldungsabklärungen können nach erfolgter Zusammenarbeit abgeschlossen werden oder in behördliche Massnahmen (siehe Führung von Berufsbeistandschaften oder anderer behördlichen Massnahmen) übergehen. 

Vaterschaften

Die KESB wird durch das Zivilstandsamt über Geburten aller Kinder, deren Eltern nicht verheiratet sind, in Kenntnis gesetzt. Sie erteilt dem EKS Ostermundigen den Auftrag, sich um die Feststellung der Vaterschaft zu kümmern sowie den Unterhalt des Kindes zu regeln. 

Beratung nicht verheirateter Eltern bei der Regelung der elterlichen Sorge und des Unterhalts

Der EKS Ostermundigen berät nicht verheiratete Eltern mit Wohnsitz in Ostermundigen auf deren Wunsch beim Entscheid, ob sie die gemeinsame elterliche Sorge erklären wollen. Er unterstützt nicht verheiratete Eltern bei der Ausarbeitung und nicht verheiratete oder geschiedene Eltern bei der Abänderung einer Unterhaltsvereinbarung und leitet die erstellte Vereinbarung an die zuständige KESB zur Genehmigung weiter. 

Besuchsrechtsabklärungen

Eine Besuchsrechtsabklärung, bzw. Besuchsrechtsregelung kann bei verheirateten Paaren in Zusammenarbeit mit dem Richter angegangen werden. Bei nicht verheirateten Paaren entscheidet im Streitfall die KESB.

Erstellen von Kinderzuteilungsberichten

Aufgrund von Unklarheiten im Scheidungsverfahren können Richter und Richterinnen die KESB beauftragen, die Sozialarbeitenden des EKS Ostermundigen mit der Erstellung eines Kinderzuteilungsberichtes zu Handen des Richters zu verpflichten.

Kindesanhörungen

Seit Inkrafttreten des neuen Scheidungsrechtes per 1.1.2000 können die Sozialarbeitenden des EKS Ostermundigen durch die Richter und Richterinnen beauftragt werden, eine Kinderanhörung durchzuführen, die dem Zuteilungswunsch des Kindes im Ehescheidungsverfahren der Eltern Rechnung trägt. 

Adoptionsabklärungen / Aufnahme eines Kindes aus dem Ausland

Wird ein Gesuch für die Aufnahme eines Kindes aus dem Ausland beim Kantonalen Jugendamt eingereicht, wird der EKS Ostermundigen mit einer Adoptionsabklärung durch das Kantonale Jugendamt beauftragt. Die Adoptionsabklärung beinhaltet eingehende Gespräche mit den Gesuchstellenden und wird durch einen Antrag auf Bewilligung oder Ablehnung dem Kantonalen Jugendamt zur Entscheidung vorgelegt. 

Führung von Berufsbeistandschaften oder anderer behördlichen Massnahmen

Die KESB kann zur Abwendung der Gefährdung des Kindswohls Massnahmen anordnen. Behördliche Massnahmen im Kindesschutz sind:

  • Ermahnung, Weisung, Aufsicht (Art. 307, 324 ZGB)
  • Beistandschaft (Art. 306, 308, 309, 325 ZGB)
  • Aufhebung der elterlichen Obhut (Art. 310 ZGB)
  • Entzug der elterlichen Sorge (Art. 311 ZGB)

Die Massnahmen werden durch die Berufsbeiständinnen und -beistände des EKS Ostermundigen oder durch private Mandatsträgerinnen und -träger geführt. Berufsbeistände und Berufsbeiständinnen führen hauptsächlich jene Beistandschaften bzw. jene behördlichen Massnahmen, die besondere rechtliche und soziale Kenntnisse erfordern oder aus anderen Gründen ausserordentlich aufwendig sind. 

Familienpflege

Die Familienpflege untersteht mit der Pflegeplatzvermittlung und deren Aufsicht direkt dem EKS Ostermundigen. Unter Familienpflege fallen alle Kinder im vorschulpflichtigen und schulpflichtigen Alter, deren Pflege und Erziehung auf mehr als drei Monate oder auf unbestimmte Zeit anderen Personen als den Eltern unentgeltlich oder entgeltlich anvertraut sind. Als Pflegekinder gelten insbesondere auch Kinder, die zur Pflege und Erziehung bei den Grosseltern oder anderen Verwandten untergebracht sind. Die Familienpflege untersteht den eidgenössischen und kantonalen Bestimmungen und ist bewilligungspflichtig. Das Pflegeverhältnis wird vertraglich zwischen Pflegefamilie und Eltern des Pflegekindes geregelt.