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Rückblick GGR


Nachstehend ein kleiner, nicht ganz ernst gemeinter Rückblick auf die Ratstätigkeit seit Bestehen des Grossen Gemeinderates 1973.

2019 - über die Gemeindegrenze geschaut

Januar 

  • „Stadtrat verweigert Hess die Wahl“ - Überraschung im Berner Stadtparlament: Eine deutliche Mehrheit wählte statt des nominierten Erich Hess (SVP) dessen Parteikollegen Kurt Rüegsegger zum zweiten Vizepräsidenten.

Februar 

  • „Mein Znüni ist hart wie Eis“: Schüler klagen über Kälte - Sigriswil: Schüler und Eltern klagen über beschwerliche Zustände im Containerschulhaus Raft: In der Garderobe sei es so kalt, dass sogar ihr Proviant einfriere.

  • Ideen-Wettbewerb zur Rettung des Milizsystems „In den Gemeinderat statt ins Militär!“ - Das Problem ist klar: Die Milizpolitik steckt in der Krise. Doch was sind mögliche Lösungen? Ein Ideenwettbewerb liefert radikale Vorschläge.

  • „Die Bachelorette Gottes“ - Sekten: Uriella ist gestorben. Sie bleibt in Erinnerung als Frau, die sich für keinen Medienauftritt zu schade war. Und als Sektenführerin mit unzimperlichen Methoden.

März

  • „Bern möchte die langsamste Stadt der Schweiz sein“ - Nirgends gibt es mehr Tempo-20-Zonen als in Bern. Und es sollen in Zukunft noch deutlich mehr werden. Daran haben nicht alle Freude.

  • „62 Millionen für mehr Sicherheit“- Kanton Bern: Der Regierungsrat will in den nächsten zehn Jahren rund 360 zusätzliche Polizistinnen und Polizisten einstellen. Als Gründe nennt er etwa Gewalt im öffentlichen Raum und Cyberkriminalität.

April

  • „Das Herz von Paris brennt lichterloh“ - In der Kathedrale Notre-Dame ist gestern Abend ein Feuer ausgebrochen. Noch ist unklar, ob das Wahrzeichen gerettet werden kann.

  • „Warum es mit dem papierlosen Büro nicht klappt“ - Vision: Schon in den 70er-Jahren entstand die Idee, geschäftliche Dokumente nur noch elektronisch zu verwalten. Und obwohl sich so natürliche Ressourcen schützen und Kosten sparen liessen, hat sie sich nicht durchgesetzt. Schuld daran ist auch die Computerbranche.

Mai

  • Verteidigungsministerin Viola Amherd stellt ihre Armee-Pläne vor: „Bundesrat will sechs Milliarden für neue Kampfjets“.

  • „Märchenhaft bis ganz zuletzt“ - Young Boys: Zum Abschied trifft sogar Steve von Bergen. Das Tor des zurücktretenden Captains beim 4:0-Sieg gegen Luzern ist der emotionale Höhepunkt des grossen YB-Feierwochenendes mit Meisterumzug in Bern.

  • „Die Jahre des Thorbergs sind gezählt“ - Strafvollzug: Obwohl die Strafanstalt in einem schlechten Zustand ist, wird sie nicht saniert. Das hat der Regierungsrat entschieden. Ihr Ende scheint sicher.

Juni

  • „Formel E: Der Widerstand verunsichert die Veranstalter“ - Stadt Bern: Die Macher der Formel E sind erstaunt, dass sie sich vor Sabotageakten fürchten mussten. Die Regierung hingegen zieht insgesamt eine positive Bilanz.

  • „Keep cool!“ - Wetter: Hitzealarm! Warum eigentlich bringen uns ein paar Tage tropische Temperaturen derart aus dem Konzept?

Juli 

  • „Patrouille Suisse hat sich verflogen“ - Mümliswil SO: Die Fliegerstaffel hat das Ziel eines Überflugs um rund sechs Kilometer verfehlt. Eigentlich hätte die Fliegerstaffel Langenbruck BL überfliegen müssen, wo die Gedenkfeier zum hundertsten Todestag des Schweizer Flugpioniers Oskar Bider stattfand.

  • „Der grösste Teil der 1‘000er-Noten wird gehortet“ - Bis zu 85 Prozent des Werts aller Tausendernoten werden gebunkert. Das zeigt eine Studie der Schweizerischen Nationalbank.

  • „Kanton beschwört Gipfeli-Gate herauf“ - Gurten-Festival: Wenn sich die Festivalgänger auf den Heimweg machen, öffnet unten an der Talstation die Bäckerei Aegerter die Türen. Drei Jahre lang ging das gut so - doch diesmal verbietet der Kanton den Gipfeli-Verkauf ab 2 Uhr in der Früh.

  • „Vertreibung aus «Paradiesli» gestoppt“ - Marzili: Noch ist die Umfrage der Stadt Bern nicht zu Ende. Doch eine Gruppe im Berner Freibad hat bereits gesiegt: Das Frauenabteil wird nicht aufgehoben. Das sei gar nie geplant gewesen, betont der Gemeinderat.

August

  • „Hilfe zur Selbsthilfe für Postkunden“ - Service public: In den neu umgestalteten Filialen - etwa in der Berner Länggasse - werden Kunden dazu angehalten, Paketautomaten oder Online-Angebote zu nutzen. Droht das Ende des traditionellen Post-Schalters?
  • „Bald sind die Senioren in der Überzahl“ - Bevölkerung: Bereits in zehn Kantonen leben mehr über 65-Jährige als Kinder und Jugendliche. 2023 dürfte die Altersgruppe in der Schweiz erstmals grösser sein als jene der unter 20-Jährigen.

  • „Lyss ist wegen Chrigu Stucki aus dem Häuschen“ - Schwingerkönig: Es gab kein Durchkommen mehr: Der Empfang für Christian Stucki wurde zu einem grossen Sommervolksfest. Chrigu ist der erste Seeländer Schwingerkönig und das muss gefeiert werden.

  • „Post geht bis 2030 der Schnauf aus“ - Grundversorgung: Macht der gelbe Riese so weiter wie bisher, gerät er in einem Jahrzehnt in eine finanzielle Schieflage. Um neue Ertragsquellen zu finden, bleibt dem Staatbetrieb wenig Zeit.

September 

  • „Migros baut ab und um“ - Kanton Bern: Bis 2021 will die Migros Aare 300 Stellen streichen. 20 Mitarbeitende haben die Kündigung bereits erhalten.

Oktober 

  • „Tourist springt vom Berner Münster“ - Binnen Sekunden musste Jess T. (37) den Fallschirm öffnen, um sicher zu landen. Der Tourist aus Australien hatte den Fallschirm unter dem Pullover versteckt, sprang illegal vom Berner Münster und filmte sich dabei.

  • „Mit den Temperaturen steigen auch die Kosten“ - Klimawandel: Die Erderwärmung könnte um das Jahr 2050 bei Infrastruktur und Energiewirtschaft zusätzliche Kosten von bis zu einer Milliarde Franken im Jahr verursachen. Das zeigt eine neue Studie des Bundes. Doch wer soll das bezahlen?

  • „Grüne im Hoch, SP und SVP verlieren“ - Nationalrat: Die Berner Grünen verdoppeln ihre Vertretung im Nationalrat von zwei auf vier Sitze.

  • „Helvetia hat gerufen und gewonnen“ - Frauenwahl: In beiden Parlamentskammern legen die Frauen deutlich stärker zu als erwartet. Dennoch sind sie noch ein gutes Stück von ihrem Ziel entfernt: Sie wollen die Hälfte der Macht.

  • „Beim Pro standen nur Herz und Leidenschaft“ - Matthias Glarner: In den letzten Jahren hat Matthias Glarner (33) häufiger mit den Folgen seines Gondelsturzes als mit den Gegnern gekämpft. Deshalb beendet der Schwingerkönig von 2016 seine Karriere.

November 

  • „Flybair hat Million beisammen“ - Der Flugplatz Belpmoos steigt mit der virtuellen Airline Flybair selber ins Geschäft ein. Dank vieler kleiner Beiträge aus der Bevölkerung ist das Crowdfunding erfolgreich. 1 Million Franken kam innerhalb eines Monats zusammen.

Dezember 

  • „Lieber ein Freibad als ein Bärengehege?“ - Neue Bärengehege: Will die bernische Bevölkerung wirklich noch mehr Bären? Das geplante Bärengehege im Gantrischgebiet stösst auf mehr Gegenwind als gedacht.

  • „Fan-Wunsch geht in Erfüllung“ - Die Heimstätte von YB heisst ab Sommer 2020 wieder Stadion Wankdorf. Den Weg zum Namenswechsel ebnet eine neue Partnerschaft.

  • „Drei, zwei, eins: Berns Suche nach einer «Zwillingserde» geht los“ - Raumforschung: Der Start des „Schweizer Satelliten“ Cheops in Südafrika ist im zweiten Anlauf geglückt. Die Mission der Uni Bern wurde mit Spannung verfolgt - und hat angehende Raumforscher inspiriert.

  • „Der finale Knopfdruck“ - AKW-Abschaltung: Ein Reaktoroperateur drückt die zwei Knöpfe, mit denen die Kettenreaktion im Atomkraftwerk Mühleberg gestoppt wird.

Headlines aus: BERNER ZEITUNG, DER BUND und 20 MINUTEN.CH des Jahres 2019

2019 - Innerhalb der Gemeindegrenzen

  • „Protest bleibt ohne Wirkung“ - Der Gemeinderat will sich gegen den Verlust des BLS-Reisezentrums am Bahnhof Ostermundigen wehren. Er fordert die BLS auf, auf ihren Entscheid zurückzukommen und auf die Schliessung zu verzichten.

  • „Bauabteilung erhält zwei lang ersehnte Stellen“ - Man kann tatsächlich sparen. Oder man kann auf dem Papier sparen. Letzteres taten die Ostermundiger Politiker, als sie vorletztes wie auch letztes Jahr eine Bauverwaltungsstelle aus dem Budget strichen. Auf dem Papier sparten sie damit 150‘000 Franken pro Jahr. Dafür musste die Gemeinde für die Bauverwaltung letztes Jahr über 2‘000 Arbeitsstunden extern einkaufen. Kostenpunkt: 250‘000 Franken.

  • „Mit Humor gegen Parksünder“ - Wer sein Auto im Oberfeldquartier falsch parkiert, wird von den Behörden mit humorvollen Sprüchen zurechtgewiesen.

  • „Ostermundigen für Pariser Abkommen“- Klimapolitik: Mit fünf Jahren Verspätung hat auch Ostermundigen einen Energierichtplan.

  • „Ostermundiger Party sorgt für Unmut in Köniz“ - Lärm: Ein Technofest ist viel zu laut. Die Polizei rückt aus und stellt fest: Die Verantwortlichen machen alles richtig. Sommerliebe - so heisst die Party im Freien.

  • „Tohuwabohu im Berner Stadtparlament“ - Stadt Bern: An der Sitzung des Stadtrates vom Donnerstagabend in Ostermundigen mussten Stimmenzähler die Abstimmungen auszählen. Das sorgte für umstrittene Resultate sowie Wiederholungen von Abstimmungen und führte zu einem Sitzungsabbruch. Ratspräsident Philip Kohli steht in der Kritik.

  • „Trotz Protest im Quartier: Das Lindendorf wird aufgestockt“ - Das Volk hat entschieden. Die Wohnhäuser im Lindendorf 2 sollen saniert werden. Doch die Bewohner geben ihren Kampf noch nicht auf.

  • „Es droht eine Steuererhöhung“ - Der Gemeinderat liefert neue Zahlen. Die Zahlen, welche der Finanzvorsteher Ende Oktober dem Parlament vorstellte, sind auf äusserst wenig Gegenliebe gestossen. Der Finanzplan sah vor, bis ins Jahr 2024 einen Schuldenberg von fast 13 Millionen Franken aufzutürmen.

  • Hier noch etwas Statistik: Die scheidende Ratspräsidentin konnte an sechs Sitzungen, während über 15 Stunden, 84 Traktanden beraten lassen. Der Ratssekretär verfasste insgesamt 280 Seiten an Protokoll (Vorjahr 345). 

Quelle: BANTIGER POST, BERNER ZEITUNG, DER BUND und RATSPROTOKOLLE des Jahres 2019

Rückblick GGR Archiv 2010 - 2019

2018 - Innerhalb der Gemeindegrenzen

  • „Ich kenne mich mit Diskriminierung aus“ - Der Ostermundiger Thulani Thomann ist der erste schwarze Parlamentspräsident im Kanton. Der Sozialdemokrat mit simbabwischen Wurzeln sagt: „Wir haben kein Ausländerproblem“.
  • „Ostermundigen bleibt vorerst ledig“ - 1919 hat Bümpliz aus Geldnot mit der Stadt Bern fusioniert. Seht das Ostermundigen bald bevor? Berns Stadtpräsident Alec von Graffenried sieht Parallelen, in Ostermundigen ist man zurückhaltend. (4.1.18)
  • „GGR-Entscheid und seine Folgen“ - Zu Beginn des neuen Jahres steht Ostermundigen noch ohne gültiges Budget da. Mit spürbaren Auswirkungen. (11.1.18)
  •  „Politikum Weihnachtsschmuck“ - Parlamentarier Rolf Rickenbach sammelt Geld, damit die Gemeinde wieder eine Weihnachtsbeleuchtung erhält. Die SP findet das „scheinheilig“. Denn die Lichter fielen dem Sparauftrag zum Opfer, den auch Rickenbach unterstützte. (15.2.18)
  • „Der Lötschenbach bleibt im Boden“ - Das Volk hat die Offenlegung des Lötschenbachs denkbar knapp abgelehnt. Grund zum Jubeln gebe es aber keinen, sagen die Sieger. Denn früher oder später wird das Thema wieder auf das Tapet kommen. (5.3.18)
  • „Der Osterhase brachte die Weihnachtsbeleuchtung“ - In Ostermundigen spendet die Wohnbaugenossenschaft Hättenberg die Weihnachtsbeleuchtung. Eine private Sammelaktion führte nicht zum erhofften Erfolg. (7.4.18)
  • „Kann die Christophorus Schule Bern doch bleiben?“ Gut möglich, dass die Christophorus Schule Bern doch nicht aus dem Rothaus-Schulhaus ausziehen muss. Der Gemeinderat will seine Schulraumplanung nochmals überprüfen - weil neue Aspekte aufgetaucht seien. (4.5.18)
  • „Pensionskassen-Debakel wird genauer untersucht“ - Ein Gutachten soll zeigen, ob jemand für das Millionenloch in der Pensionskasse BIO haftbar gemacht werden kann. (29.6.18)
  • „Ostermundigen will fusionieren“ - Die Agglomerationsgemeinde macht ein Schritt Richtung Bern. (24.8.18)
  • „Sparen bleibt angesagt“ - Der Wechsel der Pensionskasse kostet die Gemeinde mindestens 6 Millionen Franken weniger als befürchtet. Trotzdem bleibt die finanzielle Lage angespannt. (11.10.18)
  • „Mit einem blauen Auge davongekommen“ - Die Agglomerationsgemeinde ist finanziell angeschlagen, Sparpotenzial ist laut externen Fachleuten kaum mehr vorhanden. Trotzdem debattierte das Parlament gestern stundenlang übers Sparen, sagte am Schluss aber doch Ja zum Budget 2019. (2.11.18)
  • „In sechs Jahren hat Bern einen Stadtteil Ostermundigen“ - 2024 könnten die ersten gemeinsamen Wahlen von Bern und Ostermundigen stattfinden. Vorerst soll eine Studie die Vor- und Nachteile der Fusion aufzeigen. (14.12.18)
  • „Sogar die Knöpfe am Rednerpult bereiten Freude“ - Ein Vorbote zur Fusion? Nein. Trotzdem hat Ostermundigens Parlament gestern schon mal im Berner Rathaus getagt. (14.12.18)
  • Hier noch etwas Statistik: Der scheidende Ratspräsident konnte an sechs Sitzungen, während über 23 Stunden, 103 Traktanden beraten lassen. Der Ratssekretär verfasste insgesamt 345 Seiten an Protokoll (Vorjahr 293).

Quelle: BANTIGER POST, BERNER ZEITUNG, DER BUND und RATSPROTOKOLLE des Jahres 2018

 

2018 - über die Gemeindegrenze geschaut

Januar 

  • „Burglind ist weg, Lage bleibt ernst“- Der Wintersturm sorgte für Chaos in der Schweiz. Dass sich das Ausmass der Schäden im Rahmen hielt, hängt auch mit der Optimierung der Warnsysteme zusammen. 
  • „Zurück auf dem Thron“ - Alle schauten auf ihn - und er zeigte es allen. Beat Feuz wurde seiner Favoritenrolle in Wengen gerecht, gewann die Lauberhornabfahrt nach 2012 zum zweiten Mal.
  • „Abtreten“ - Die Schweizer Armee zieht sich zurück: Sie wird halbiert, gibt Standorte auf, und junge Männer wechseln in Scharen in den Zivildienst. Der Kampf um den Rückhalt in der Bevölkerung wird zum Ernstfall.

Februar 

  • „Kanton Bern braucht mehr Gefängniszellen“ - In den letzten fünf Jahren waren die Berner Regionalgefängnisse stets überbelegt. Laut dem Amt für Justizvollzug führt im Kanton Bern kein Weg an zusätzlichen Haftplätzen vorbei.

März

  • „Tram lässt Egger strahlen“ - Während der Kantonsbeitrag an die neue Tramlinie von Bern nach Ostermundigen nur recht knapp gutgeheissen wurde, hatte die Lehrplaninitiative keine Chance und wurde mit einer Dreiviertelmehrheit abgelehnt.
  • „Postauto macht 69 Millionen Verlust“ - Der Skandal um erschlichene Subventionen schmälert das Jahresergebnis von Postauto und Post. Um eine unabhängige Untersuchung zu gewährleisten, setzt der Postpräsident auf externe Experten.
  • „Bürgerliche mit klarer Ansage“ - Der Berner Regierungsrat bleibt bürgerlich. Die SP konnte mit ihrem Sprengkandidaten im Jura die SVP nicht düpieren. Neben vier Bisherigen schafften drei Neue die Wahl.

April

  • „Niemand ist für die Pleite der Swissair verantwortlich“ - Die Ex-Airline-Chefs bleiben strafffrei und erhalten 4,5 Millionen Franken Entschädigung.
  • „Bahn frei für mehr Schwimmfläche“ - Der Berner Gemeinderat treibt nicht nur den Bau einer neuen Schwimmhalle im Neufeld voran. Bis 2025 will er auch die bestehenden Frei- und Hallenbäder umfassend sanieren.
  • „Gemeinde setzt Kopfgeld aus“- Die Gemeinde Brienz geht neue Wege bei der Bekämpfung und Aufklärung von Sachbeschädigungen. Wer mithilft, Sprayer zu erwischen, erhält 1‘000 Franken. Die Kantonspolizei kritisiert das Vorgehen.

Mai

  • „Berns grösster Fan“ - Alle glaubten ihn zu kennen. Aber der langjährige Berner Stadtpräsident Alexander Tschäppät war anders als das Bild, das sich die Öffentlichkeit von ihm gemacht hatte. Die am Samstag von der Stadt verkündete Nachricht vom Tod des langjährigen Stadtpräsidenten hat in Bern grosse Betroffenheit ausgelöst.
  • „Dem Dienstbüchlein droht das Aus“ - Die Digitalisierung macht auch vor dem Dienstbüchlein der Schweizer Armee nicht halt: Es dürfte papierlos werden.

Juni

  •  „Ein YB-Meistertram kurvt für drei Monate durch Bern“ - Ein Tram in Gelbschwarz rollt seit Montag durch Bern - es ist das YB-Meistertram.

Juli 

  • „Die WM und die Tanten-Frage“ - Fussball: Frankreich schlägt Kroatien mit 4:2 und ist Weltmeister. Das Turnier in Russland ist sportlich einiges schuldig geblieben - aber der Erfolg des Grossanlasses misst sich an anderem.
  • „Ihre militärische Zusammenarbeit funktioniert <besser als die Politik>“ - Annäherung: Donald Trump und Wladimir Putin sprechen beim ersten Gipfel zwei Stunden miteinander. Beide wollen bei Rüstungskontrolle und Cybersicherheit zusammenarbeiten.
  • „Renten werden nicht mehr zum Leben reichen“ - Vorsorge: Wenn nichts passiere, werden der Schweizer Mittelstand abhängig von Ergänzungsleistungen, warnt ein renommierter Versicherungsrechtler.

August

  • „Vergebliches Warten auf etwas Regen“ - Trockenheit: Manche Flussbette wie die Emme bei Aefligen führen kaum noch Wasser, und die Bauern fürchten sich vor Missernten. Aber Regen bleibt Wunschdenken - die Dürre hat die Schweiz fest im Griff. Und es kann noch ungemütlicher werden.
  • „Der König ist nicht mehr“ - Rudolf Hunsperger ist am Samstag im Alter von 72 Jahren gestorben. Der gebürtige Habstetter bleibt als einer der besten Schwinger aller Zeiten in Erinnerung.

September 

  • „Postauto muss 205 Millionen zurückzahlen“ - Der Postauto-Skandal ist seit gestern zumindest finanziell erledigt: Postauto wird Bund, Kantonen und Gemeinden insgesamt 205,3 Millionen Franken zurückzahlen. Der Kanton Bern erhält 10 Millionen Franken.

Oktober 

  •  „Stösst das Jungfraujoch an seine Grenzen?“ - Massentourismus: Das Jungfraujoch mischt im globalen Masstourismus mit. Das ist gewollt und hat viel mit geschicktem Marketing zu tun. Es gibt aber auch kritische Stimmen.
  • „Monument des Sieges oder Grössenwahns?“ - 76,5 Millionen Quadratmeter, auf dieser Fläche hat die Stadt Bern eineinhalbmal Platz. Und so gross ist der neue Flughafen von Istanbul. Er steht für das Selbstverständnis der heutigen Türkei und die persönlichen politischen Ambitionen ihres Präsidenten.
  • „Sitzungen beginnen jetzt mit 20 Minuten Stillschweigen“ - Eine Methode von Amazon-Chef Jeff Bezos zieht in Sitzungszimmer weltweit ein: Meetings beginnen neuerdings mit langem Schweigen.

November 

  • „Sauna sorgt beim Lorrainebad für Flitzer“ - Am Samstag startet der Saunabetrieb im Lorrainebad. Damit erwacht ein Bad aus dem Winterschlaf.
  • „Abstimmung annulliert - Moutiers Stapi wehrt sich“ - Doch kein Kantonswechsel für Moutier: Die Abstimmung von 2017 wurde von der Statthalterin annulliert. Die Wogen gehen hoch.

Dezember 

  • „Acht Spuren am Grauholz“ - Für den Ausbau der Grauholz-Autobahn hat der Bundesrat 474 Millionen Franken reserviert.
  • „Frauenpower im Doppelpack“ - Die neu gewählten Bundesrätinnen Karin Keller-Sutter (FDP) und Viola Amherd (CVP) verändern die Geschlechterdebatte und wohl auch die Europapolitik der Schweiz.

Headlines aus: BERNER ZEITUNG, DER BUND und 20 MINUTEN.CH des Jahres 2018

2017 - über die Gemeindegrenze geschaut

Januar 

  • Strassburger Gerichtshof gibt der Schweiz Recht“ - Obligatorischer Schwimmunterricht verletzt die Religionsfreiheit nicht. Der Europäische Gerichtshof gibt der Schweiz Recht.

  • „Auf Alex folgt Alec“ - Seit diesem Jahr hat Bern erstmals einen grünen Stadtpräsidenten. GFL-Kandidat Alec von Graffenried gewann im zweiten Wahlgang gegen Ursula Wyss (SP) deutlich. Mit vier von fünf Regierungssitzen ist Rot-Grün-Mitte stärker denn je.

 Februar 

  • „Bürger glauben Elite der Wirtschaft nicht mehr“ - Was für eine Ohrfeige für Bundesrat, Wirtschaftsverbände und die Mehrheit der Parteien: Mit fast 60 Prozent schmetterten die Stimmbürger die Unternehmenssteuerreform III ab.

  • „Feuz triumphiert am Super-Sonntag“ - Die Schweizer Fans drückten Beat Feuz in der Abfahrt die Daumen. Und er enttäuschte sie nicht: Der Emmentaler gewann an der Heim-WM in St. Moriz Gold.

  • „Merfen wird eine Berner Marke“ - Galenica übernimmt das Desinfektionsmittel Merfen und will die Salbe Vita-Merfen wieder auf den Markt bringen.

 März

  • Der Stapi wird ermahnt, der Sicherheitsdirektor muss schweigen“ - Sonderdebatte im Berner Stadtrat zu den Ausschreitungen rund um die Reitschule. Beschlüsse, um das Dilemma anzugehen, waren keine eingeplant - es ging viel mehr um Showtime. Und das Publikum kam auf seine Kosten. Das Ende der Debatte endete mit einem Eklat: Weil der Stadtpräsident zu ausführlich redete, blieb für den Sicherheitsdirektor keine Redezeit mehr übrig.

  • „Der gelbe Riese schliesst Poststellen auf Vorrat“ - Das Resultat ist solide. Aber trotz des Gewinns von 558 Millionen Franken im letzten Jahr will die Postführung den angekündigten Abbau bei den Poststellen durchziehen.

  • „Lottogewinne sollen von den Steuern befreit werden“ - Wer im Lotto gewinnt, soll diesen Gewinn künftig nicht mehr versteuern müssen, so wie es heute bei Casinogewinnen der Fall ist.

 April

  • „Die Sache mit dem Bindestrich“ - Warum Seftigen-Strasse? Und nicht Seftigenstrasse? Die Frage stellen sich in Wabern etliche. Selbst die Könizer Verwaltung gesteht ein, dass die Schreibweise mit Bindestrich den schweizerischen Gepflogenheiten eigentlich zuwiderläuft. Umso mehr hat sie Tradition.

  • „Die Fans des FC Breitenrain erhalten Megafon-Verbot“ - Niederlage für den FC Breitenrain: Der Kanton entschied, dass Pauken und Megafone auf dem Sportplatz künftig verboten sind.

  Mai

  • „Bundesbetriebe: 34 Chefbeamte verdienen mehr als ein Bundesrat“- Die Chefs von Swisscom, SBB, Post und Ruag verdienten letztes Jahr zusammen fast 4,8 Millionen Franken. Das sind 775‘000 Franken mehr als fünf Jahre zuvor - trotz Minusteuerung.

  • „C’est fini: Aus für Frühfranzösisch“ - Der Französischunterricht in der Thurgauer Primarschule wird voraussichtlich abgeschafft. Der Grosse Rat hat eine Gesetzesänderung beraten, mit welcher der Unterricht auf die Sekundarstufe verschoben werden soll.

  • „Graf Yoster ist tot“ - Lukas Ammann ist gestorben. Der Basler Schauspieler war für die breiten Massen als Graf Yoster bekannt. Er wurde 104 Jahre alt.

  • „Drohnen der Post fliegen Berner Spitäler an“ - Im Juli startet ein weiterer Test der Post-Drohnen: Das Inselspital soll mit Landspitälern über die Luft verbunden werden.

Juni

  • „Moutier sagt Adieu“ - Das bernjurassische Städtchen Moutier hat äusserst knapp entschieden, dem Kanton Jura beizutreten. Noch ist der Entscheid nicht rechtskräftig. 12 Abstimmungsbeschwerden sind eingegangen. 3 wurden abgewiesen, 9 sind derzeit noch bei der Berner Justiz hängig.

  • „Die Politik im Haus Gottes“ - Weil das Rathaus umgebaut wird, tagt der Berner Stadtrat im Berner Münster und muss für einmal ohne WLAN auskommen.

Juli 

  • „Das Horn tönt nur noch bei Gefahr“ - Die Kursschiffe auf dem Zürichsee kündigen ihre An- und Abfahrt an einer Ländte nicht mehr mit einem kurzen Hornen an: Die Schifffahrtsgesellschaft auf dem Zürichsee muss nach einer Lärmklage eines Seeanwohners auf die über 50-jährige Tradition verzichten.

  • „Federer ist 380 Millionen Dollar wert“ - Der Wimbledon-Sieg hat dem Profisportler noch einmal deutlich Schub in Sachen Markenwert verliehen. Davon profitiert auch die Schweiz.

  • „Tschüss Polo“ - 2017 verlor die Schweiz einen Pionier in Sachen Mundartrock: Polo Hofer erlag seinem Krebsleiden. Mit Hits wie «Kiosk» und «Alperose» bleibt der Berner Oberländer im musikalischen Gedächtnis. Seine markigen Sprüche werden fehlen.

August

  • „Die Schweizer Gletscher sind nicht mehr zu retten“ - Bis ins Jahr 2100 werden 80 bis 90 Prozent der Eismassen weggeschmolzen sein.

  • „Ein altes Haus soll trendig werden“ - Das ehemalige Swisscom-Hochhaus an der Berner Ostermundigenstrasse steht seit Jahren beinahe leer. Das soll sich nun ändern. Es gibt Pläne für eine künstlerische Zwischennutzung. So könnten sich später auch endlich Mieter finden.

September 

  • „Dürfen «Mohrenköpfe» nicht mehr so heissen?“ - «Mohrenköpfe» sollen umbenannt werden. Das fordert ein «Komitee gegen rassistische Süssigkeiten». Für Hersteller Dubler kommt eine Umbenennung nicht infrage.

  • „Trump droht Kim mit Vernichtung“ - In seiner mit Spannung erwarteten ersten Rede vor der UNO hat Donald Trump Nordkorea gedroht, den Iran als einen Schurkenstaat genannt und Venezuela kritisiert. Lob gab’s nur für die eigene Maxime «Amerika zuerst» - und für den Patriotismus.

  • „Berner Bauern müssen Bschütti importieren“ - Das Berner Vieh produziert zu wenig Mist: Damit die Böden genug Nährstoffe erhalten, müssen die Bauern auf Jauche aus anderen Kantonen zurückgreifen.

Oktober 

  • „Angst und Schrecken im Spielerparadies“ - Bei einem beispiellosen Angriff auf ein Countryfestival hat ein 64-Jähriger in Las Vegas 58 Menschen erschossen und 515 verletzt. Das Tatmotiv liegt nach wie vor im Dunkeln.

  • „Ein schöneres Grab für Riese Botti“ - Grauholz: Wegen des Autobahnausbaus muss Bottisgrab verlegt werden. Eine Gruppe setzt sich dafür ein, dass die historische Stätte künftig weniger kümmerlich daherkommt. Denn heute wissen nur Insider, wo der Riese Botti begraben ist.

  • „65‘000 Wohnungen stehen leer - aber der Bauboom hält an“ - Die Leerstände in der Schweiz erreichen einen neuen Spitzenwert.

November 

  • „Bald kein «Äuä» mehr im bernischen Grossen Rat?“ - Ab heute gilts ernst: Um schneller Protokollieren zu können, werden die Mitglieder des bernischen Grossen Rats gebeten, testweise Hochdeutsch zu sprechen.

  • „Nur jeder 10. fühlt sich in seiner Gemeinde daheim“ - Die Zahl jener, die sich ihrer Gemeinde zugehörig fühlen, hat sich seit 2004 halbiert. Besonders bei unter 30-Jährigen erodiert die Verbundenheit.

Dezember 

  • „Parlamentarierinnen klagen über Sexismus im Bundeshaus“ - Politikerinnen von links bis rechts geben an, persönlich sexuelle Übergriffe erlebt zu haben.

Headlines aus: BERNER ZEITUNG, DER BUND und 20 MINUTEN.CH des Jahres 2017

2017 - innerhalb der Gemeindegrenze 

  • „Schreiner Schneiter ist höchster Ostermundiger“ - Roger Schneiter (SVP), der Vater von zwei fast erwachsenen Kindern, will im Präsidialjahr die Sachpolitik fördern.

  • „Säg Grüessech“ - Der Gemeindepräsident, Thomas Iten, startet mit der Aktion zu mehr Respekt und Höflichkeit ins neue Jahr. Begründung: Das zwischenmenschliche Klima ist in den vergangenen Jahren zusehends rauer geworden.

  • „Klares Ja zu acht neuen Kindergärten“ - Stimmbürgerinnen und Stimmbürger haben Mitte Februar den Rahmenkredit von 11,7 Millionen Franken für den Bau von acht Kindergärten mit elf Klassen klar angenommen.

  • „Ostermundigen hat uns in einen Teufelskreis manövriert“ - Das Parlament akzeptiert den «Knebelvertrag» nicht. Der Bau des neuen Musikzentrums in Bolligen wird sich deshalb deutlich verzögern - oder ist sogar grundsätzlich in Gefahr.

  • „Mit dem Velo hin, mit dem Bus zurück“ - Das Berner Veloverleihsystem wächst und wächst. Nach Köniz will sich auch Ostermundigen anschliessen. Ittigen, Muri und Bolligen schauen vorerst zu, was in Bern passiert, sind aber ebenfalls interessiert.

  • „Wenn die Wasserträger klingeln“ - Die Lernenden der Gemeinde brachten am 21. Juni älteren Menschen wegen der Hitze Wasser nach Hause. Über 800 Menschen wollen die Jugendlichen mit ihrer Aktion dafür sensibilisieren, genügend Flüssigkeit zu sich zu nehmen.

  • „Ein Ja mit Misstönen zur neuen Musikschule“ - Bolligen kann mit dem Neubau für die Musikschule Unteres Worblental beginnen. Ostermundigen hat als letzte Stiftergemeinde dem Leistungsvertrag zugestimmt.

  • „Klares Verdikt“ - Das Stimmvolk sagt Ja zum 2,7-Millionen-Kredit für neue Wasser- und Abwasserleitungen im Gümligental. Nebst den neuen Leitungen sind auch neue Verkehrsberuhigungsmassnahmen vorgesehen.

  • „Josis Ritterschlag“ - Eishockey: Der neue Captain der Nashville Predators heisst Roman Josi. Der Ostermundiger spricht von einer «Riesenehre». Auch dank der Ernennung zum Captain Nashvilles gehört der 27-Jährige nun definitiv zur Elite der NHL-Verteidiger.

  • „Die Ostermundiger Pensionskasse ist Geschichte“ - Die Gemeinde Ostermundigen wird ihre Angestellten künftig bei der Personalvorsorgekasse der Stadt Bern versichern. Die allgemeine Erleichterung ist gross.

  • „Schule klagt gegen Gemeinde“ - Weil sie es nicht mehr benötigte, hat die Gemeinde das Rothusschulhaus der Christophorus-Schule vermietet. Nun möchte sie es wieder selber nutzen - doch die Schule möchte nicht ausziehen. Im November trafen sich die zwei Parteien vor Gericht.

  • „Ostermundigen sucht seine Identität“ - Alte Häuser weichen neuen Überbauungen: Die Gemeinde wird sich in nächster Zeit ziemlich verändern. In welche Richtung es gehen könnte, zeigt die O’mundo-Ausstellung.

  • „Ostermundiger Parlament weist Budget und Finanzplan zurück“ - Der Gemeinderat muss über die Bücher und ein Budget mit kleinerem Defizit ausarbeiten.

Hier noch etwas Statistik: Der scheidende Ratspräsident konnte an sechs Sitzungen, während knapp 18 Stunden, 74 Traktanden beraten lassen. Der Ratssekretär verfasste insgesamt 293 Seiten an Protokoll (Vorjahr 242).

 

Quelle: BANTIGER POST, BERNER ZEITUNG, DER BUND und RATSPROTOKOLLE des Jahres 2017

2016 - über die Gemeindegrenze geschaut

Januar 

  • Polo nochmals ganz oben“- Im Zürcher Hallenstadion wurde Polo Hofer bei den Swiss Awards zum 14. und letzten „Schweizer des Jahres“ gewählt.
  •  „Der Stadl schliesst das Ladl“ - Nach zwei Sendungen ist Schluss: „Musikantenstadl“ mit Francine Jordi und Alexander Mazza wird abgesetzt. Geplant sind lediglich noch zwei Silvestershows.
  •  „Das Schloss von Madame de Meuron wird verkauft“ - Wer will das Erbe der Schlossherrinnen Madame de Meuron und Sibylle von Stockar antreten? Die Eigentümer suchen einen Käufer für das Schloss Rümligen.

 Februar 

  •  "Neun statt sieben Bundesräte?“ - Der Bundesrat soll auf neun Mitglieder erweitert werden. So will es die Staatspolitische Kommission des Nationalrates. Sie hat die für die Veränderung des Gremiums nötige Verfassungsänderung gutgeheissen.

  • „EU will Schweizern das Sturmgewehr verbieten“ - Als Reaktion auf die Terroranschläge von Paris plant die EU-Kommission, das Waffenrecht zu verschärfen. Als Schengen-Staat wäre davon auch die Schweiz betroffen. Der Schiesssportverband kündigt Widerstand an.
  • „Nein zur Durchsetzungsinitiative, Ja zur zweiten Gotthardröhre“ - Mit 59,8 Prozent lehnen die Schweizer Stimmbürger die Durchsetzungsinitiative der SVP klar ab. Die vorausgegangene Debatte war so emotional wie noch selten. Gleichzeitig spricht sich das Volk für eine zweite Strassentunnelröhre am Gotthard aus. 
  • "Gemeinden werden nicht abgeschafft“ - Keine Strukturreform in Schaffhausen: Damit bleibt es vorerst bei 26 Gemeinden und einer Kantonsverwaltung.

 März

  • „Trauer und Verzweiflung nach dem Terror in Brüssel“ - Bombenanschläge erschütterten die belgische Hauptstadt Brüssel. Attentäter des Islamistischen Staats hatten sich im Flughafen Zaventem und in der Metrostation Maelbeek in die Luft gesprengt und über 30 Personen in den Tod gerissen.

  • "Der Kanton will die Verkehrsprobleme im Emmental und im Oberaargau mit neuen Umfahrungsstrassen lösen“ - Die Kosten von 550 Millionen Franken sollen unter anderem mit den nicht benötigten Trammillionen finanziert werden.

April

  • „Die Hand reichen ist Usus, dazu braucht es kein Gutachten“ - Allmählich wird die Diskussion um die Integration von muslimischen Schülern bizarr: Am Sonntag wurde bekannt, dass im basel-landschaftlichen Therwil zwei Oberstufenschüler einer Lehrerin aus religiösen Gründen die Hand nicht reichen wollen. Die Schulbehörde toleriert das und der Kanton arbeitet ein Gutachten dazu aus. Das ist schwach.

  • „Schrittweise zu Rentenalter 67“ - Die bürgerliche Mehrheit der Nationalratskommission will das Rentenalter vom AHV-Vermögen abhängig machen. Ab 2030 dürfte so das Pensionsalter steigen.

 Mai

  • „Schweizer Männer leben länger“ Schweizer Männer haben die längste Lebenserwartung weltweit. Bei den Frauen sind es die Japanerinnen, die am längsten leben. Weltweit hat die mittlere Lebenserwartung allein zwischen 2000 und 2015 um fünf Jahre zugenommen.

Juni

  • Gemeinderäte treten in Pedale“ - Im Juni zeigen sich die Berner Magistraten sportlich: der fünfköpfige Gemeinderat strampelt sich im Rahmen der Aktion „Bike to work“ von Pro Velo Schweiz mit dem Velo zur Arbeit.
  • „Europa bestaunt den Gotthard“ - Die Schweiz feiert mit dem Basistunnel ihr Jahrhundertbauwerk - und erhält viel Anerkennung. Deutschland und Italien versprechen, den Bau der Anschlussstrecken voranzutreiben.

  • „Brexit“ - Die europäische Integration ist nicht irreversibel: 52 Prozent der Britinnen und Briten stimmen für den Austritt aus der Europäischen Union,

Juli 

  • „Die populärsten Nationalräte“ - Der Freisinnige Christian Wasserfallen hat am meisten Stimmen von parteifremden Wählern erhalten. Das zeigen die Zahlen für den Panaschierstimmentausch unter den Parteien, die nun auch für den Kanton Bern vorliegen.
  • „Bern im Tour-Fieber“ - Die Ankunft des Tour-de-France-Trosses sorgte in Stadt und Region Bern für ein Volksfest. Der erhoffte Sieg des Lokalmatadors Fabian Cancellara blieb allerdings aus.
  • „Die Solar Impuls 2 stellt Rekord auf“ - Erstmals ist ein Flugzeug ohne Treibstoff und mit Solarenergie um die Erde geflogen. Mit der erfolgreichen Erdumrundung wurde ein Traum des Schweizer Abenteuerpiloten Bertrand Piccard und seines Compagnons André Borschberg endgültig war: der Traum vom Fliegen ohne Sprit. 

August

  • „Vielleicht sollte Europa den Euro aufgeben, um Europa zu retten“ - Joseph Stiglitz über die Eurokrise, die Gefahren des Durchwurstelns und wie er die Währung retten würde. „… Der Euro allein ist weder nötig, noch genügend, um eine starke wirtschaftliche und politische Gemeinschaft zu erreichen.“
  • „Matthias Glarner wird Schwingerkönig“- Beim „Eidgenössischen“ in Estavayer bröckelt die Berner Bastion: Die beiden „Könige“ Kilian Wenger und Matthias Sempach fallen ebenso aus der Entscheidung wie Christian Stucki. Schliesslich sorgt der 31 Jahre alte Matthias Glarner doch noch dafür, dass sich zum dritten Mal in Folge ein Berner auf den Thron des Schwingerkönigs setzen darf. Glarner düpiert im Schlussgang mit einer taktischen Meisterleistung Jungspund Armon Orlik. 

September 

  • „Umfahrung Worb eröffnet“ - Viereinhalb Jahre Bauzeit, 1,4 Kilometer lang, zwei Tunnel, vier Kreisel. Das sind die Eckdaten der Umfahrungsstrasse Worb.
  • „Keine Fahrten mit Mini-Postauto ohne Chauffeur“ - Der Versuch mit den ersten selbst fahrenden Mini-Postautos in Sitten ist wegen eines Zusammenstosses mit einem Lieferwagen vorübergehend unterbrochen. 

Oktober 

  • Schweiz exportiert gleich viele „Zigis“ wie Käse“ - Die Exportstatistik bringt es an den Tag: Die Schweiz ist nicht nur das Land von Schoggi und Käse, sondern auch der „Zigis“. 2015 lagen die Ausfuhren von Tabakwaren wieder auf fast demselben Niveau wie die Käseexporte.
  • „Aline Trede wirft Alexander Tschäppät einen sexistisch motivierten Übergriff vor“ - Auch Berner Politikerinnen berichten von Sexismus im Alltag. Die ehemalige grüne Nationalrätin Aline Trede nennt erstmals Namen. 

November 

  • „Donald Trump wird US-Präsident“ - Gegen die demokratische Herausforderin Hillary Clinton führt Trump einen harten Wahlkampf.
  • „Fidel Castro stirbt“ - Während fast 50 Jahren regierte der Maximo Lider in Havanna. Der Tod von Fidel Castro ist eine Zäsur, nicht nur für Kuba.
  • „Ein schwieriger Sieg für Rot-Grün“ - Mit vier von fünf Sitzen in Berns Stadtregierung hat das linke Bündnis ungesund viel Macht. Alec von Graffenried wird zeigen müssen, ob er der Mann des Ausgleichs sein kann. 

Dezember 

  • „Der letzte Stapi geht“ - Ob Wyss oder von Graffenried: Mit dem Rücktritt von Alexander Tschäppät geht in Bern - ja, in der Schweiz - eine Ära zu Ende. Die neue Generation von Stadtpräsidenten zählt mehr Manager als Charismatiker.
  • Beständiges Hochdruckwetter führt in der Schweiz verbreitet zum trockensten Dezember seit Messbeginn 1864. Die Folge: Kein Schnee dafür Waldbrände. 

Headlines aus: BERNER ZEITUNG, DER BUND und 20 MINUTEN.CH des Jahres 2016

2016 - innerhalb der Gemeindegrenze 

  • „Nummer eins ist die Familie“ - GLP-Politiker und vierfacher Familienvater Cédric Luyet gibt ein Interview im Hinblick auf sein Jahr als „höchster“ Ostermundiger. „Mein Ziel ist es, für einen geordneten Ablauf der Sitzungen zu sorgen und an möglichst vielen öffentlichen Anlässen teilzunehmen. Und Politik mache ich aus Freude.“
  • „Sinnvoll, aber…“ - Das Parlament ist einverstanden: Die Gemeinde darf ihre Kriegskasse (Spezialkasse Mehrwertabschöpfung) aufheben und die Laufende Rechnung um rund 20 Millionen Franken aufbessern.
  • „Kein Vertrauen - und kein Konsens“ - Die Debatte zur Sanierung der Pensionskasse verkam im Ostermundiger Parlament regelrecht zum Zirkus. Der Ratssekretär musste 11 „Abstimmungen unter Namensaufruf“ vornehmen. Der definitive Entscheid fiel erst gegen Mitternacht - nach Redaktionsschluss.
  • „Die Läden im Dorf machen dicht“ - Weniger Geschäfte, weniger Gewerbemix: In der Region Bern spitzt sich das Lädelisterben zu. Parteien rufen die Politik zur Hilfe. Doch den Behörden sind meistens die Hände gebunden. Entscheiden tun die Konsumenten.
  • „Mehr als 11 Millionen für die Kindergärten“ - Die Gemeinde muss in den nächsten Jahren mehr als ein Dutzend Kindergärten erneuern. Nun ist klar, wie viel das kostet. Am 12. Februar 2017 kommt der Kredit noch vors Stimmvolk.
  • „Steuererhöhung ist vorerst vom Tisch“ - Das Gemeindebudget sieht abermals ein Defizit vor. Eine Steuererhöhung will das Parlament trotzdem nicht. Noch nicht.
  • „Damhirsche als Nachbarn“ - Die Schafe oberhalb der Überbauung Oberfeld machen Probleme, nun sollen Damhirsche her.
  • „Nein zu den Pensionskassen-Millionen: «Jetzt haben wir den Scherbenhausen»“ - Riesenenttäuschung beim Gemeinderat: Das Volk sagt mit fast 59 Prozent Nein zur Sanierung der Pensionskasse BIO. 31,6 Millionen hätte sie gekostet. Ob es nun günstiger wird, ist allerdings ungewiss.
  • „Dorf oder Stadt? Vorort oder Quartier?“ - Keine Grünflächen einzonen, dafür entlang der Hauptachsen in die Höhe bauen: Die Gemeinde nimmt die Ortsplanungsrevision in Angriff.
  • „Kein Wildwuchs von Handyantennen“ - Künftig legt das Baureglement fest, wo neue Handyantennen gebaut werden dürfen. Das Parlament hat die Teilrevision gutgeheissen. Noch ist aber eine Einsprache dreier Mobilfunkanbieter hängig.
  • Die letzte GGR-Sitzung der Legislaturperiode 2013 bis 2016 findet „auswärts“ statt. Erstmals darf der Ratspräsident das Parlament in der neuen Aula der Schulanlage Dennigkofen begrüssen.

Hier noch etwas Statistik: Der scheidende Ratspräsident konnte an fünf Sitzungen, während knapp 16 Stunden, 71 Traktanden beraten lassen. Der Ratssekretär verfasste insgesamt 242 Seiten an Protokoll (Vorjahr 262).

Quelle: BANTIGER POST, BERNER ZEITUNG, DER BUND und RATSPROTOKOLLE des Jahres 2016

2015 - über die Gemeindegrenze geschaut

Januar

  •  „Frachtschiffe voller Menschen treiben im Mittelmeer“ - Die italienische Küstenwache hat ein weiteres Schiff mit Hunderten Flüchtlingen unter Kontrolle gebracht. Bei den Migranten handelt es sich um Syrer.
  • „Ein Jahr im Zeichen des Terrors“ - „Je suis Charlie“ wird nach dem islamistischen Anschlag auf die Pariser Satirezeitschrift „Charlie Hebdo“ zur weltweiten Solidaritätsformel für die Opfer, zum Mantra gegen Terror und für Meinungsäusserungsfreiheit.
  • „Probleme bei Marzilibahn wecken Erinnerungen an Bärenpark-Debakel“ - Trotz des heiklen Untergrunds wurde am Hang unter der Bundesterrasse auf Sondierbohrungen verzichtet. Die Ingenieure sahen dazu keine Veranlassung. Dabei gab es schon vor Jahrzehnten Probleme.

Februar

  •  „Vollmers geschockt über tiefe Miete“ - Günstig wohnen in städtischen Herrschaftshäusern: Berner Politprominenz wie das Ehepaar Vollmer zahlen Mietzinse, die weit unter dem Marktwert liegen. Nun gerät die Liegenschaftsverwaltung unter Beschuss.
  • „Mit Solarenergie um den Globus“ - 16 Jahre nach seinem Nonstop-Ballonflug um die Welt startet Bertrand Piccard zu seiner nächsten Pioniertat. Mit dem Ingenieur André Borschberg will er mit dem Solarmotorsegler Solar Impulse 2 die Erde umrunden.

März

  •  „Grossfusion Landshut“ - Zum wiederholten Mal zeigte sich an der Urne, dass Gemeindefusionen im Emmental einen schweren Stand haben. Das Stimmvolk der vier Gemeinden Bätterkinden, Utzenstorf, Wiler und Zielebach stimmten grossmehrheitlich gegen den Zusammenschluss zur Gemeinde Landshut.
  • „Ohrfeige für die GLP: Ist die Energiewende tot?“ - 92 Prozent sagten Nein: Aus der Sicht bürgerlicher Politiker hat sich das Stimmvolk gestern nicht nur gegen eine Energiesteuer ausgesprochen, sondern auch gegen die Energiewende. Die Bürger seien nicht bereit, die Energiestrategie 2050 mit ihren „drakonischen Abgaben“ mitzutragen, sagen FDP und SVP.
  • „Zieglerspital soll neuen Wohnungen weichen“ - Das Spital schliesst im Herbst. Dies ist ein weiterer Schritt zum Zusammenschluss von Inselspital und Spital Netz Bern.

April

  •  „Die Marzilibahn kehrt auf die Schienen zurück“ - Das traditionelle rote Bähnli erstrahlt in neuem Glanz und hat den Weg auf die Schienen zurückgefunden. Am 1. Mai wird die Bahn wieder in Betrieb genommen.
  • „Erste Schritte in der Fremde“ - Finn, Björk und Ursina sind wohlbehalten in ihrem Feriendomizil im Waadtländer Jura angekommen. Im Juraparc in Vallorbe leben die drei Berner Bären bis Ende September, weil der Bärenpark zur Grossbaustelle wird. Dort muss die Mauer saniert werden und der Schräglift für Behinderte wird endlich eingebaut.

 Mai

  • „Bern ist ÖV-freundlich“ - In der Agglomeration Bern benutzen 49 Prozent der Pendler öffentliche Verkehrsmittel - das ist schweizweit ein Spitzenwert. Allerdings gibt es nur 1,36 ÖV-Haltestellen pro Quadratkilometer. Das wiederum ist einer der schlechtesten Werte unter den Agglomerationen der grossen Städte. Biel zum Beispiel hat 2,71.
  • „Kritik an Bundesgerichtsurteil zu schwulen Vätern“ - Das Kind einer Leihmutter kann in der Schweiz nur einen rechtlichen Vater haben.
  • „Blatter-Wahl und grosses Fifa-Theater“ - Die Fifa hat - hausgemacht - einen Ruf wie ein Schurkenstaat. Die Entscheidungswege sind obskur und die über Jahrzehnte gewachsenen Funktionärs-Netzwerke undurchschaubar. 

Juni

  •  „Stan Wawrinka triumphiert in Paris“ - Im richtigen Moment liefert Stan Wawrinka das Spiel seines Lebens ab. Im Final des French Open dominiert der Waadtländer den sonst so unwiderstehlichen Serben Novak Djokovic.
  • „94 Millionen für den Breitenrain“ - 63 Prozent der Berner Stimmberechtigten sagten Ja zum Projekt „Dr nöi Breitsch“. Für 94 Millionen Franken soll das Quartier umgestaltet und die Infrastruktur saniert werden.
  • „Polizeidirektor Hans-Jürg Käser (FDP) benötigt mehr Plätze für Asylbewerber“ - Weil er die Gemeinden nicht zur Schaffung von Notunterkünften zwingen kann, bittet er Wohlen, Täuffelen, Oberhofen, Neuenegg und Aarberg um Mithilfe. Diese lehnen es ab, ihre Zivilschutzanlagen mit insgesamt 500 Plätzen zu öffnen. 

Juli

  • „Frauen statt Würstchen wollen in den Nationalrat“ - Der Frauenanteil im Bundeshaus stagniert. Drei Berner Politikerinnen wollen das ändern - mit einer brisanten Aktion. „Würstchen gehören auf den Grill, starke Frauen in den Nationalrat“ lautet der Slogan. Das Sujet macht in den Social Media die Runde.
  • „Neuer Hitzerekord in Bern: 36,8 Grad Celsius“ - Der bisherige Rekord (2003) lag bei 36,7 Grad. Tausende kühlten sich in diesem Hitzesommer in der Aare ab, die am 5. Juli den Jahresrekord von 23,1 Grad erreichte.
  • „Kirschstängeli ist nicht Coupe“ und „Baileys: Die Behörden erklären das Alkoholverbot“ - Die Autobahnraststätte Grauholz musste alkoholhaltige Desserts von der Speisekarte streichen, weil ein Gast beim Kanton reklamiert hat. Kirschstängeli dagegen dürfen in den Regalen bleiben. 

August

  • 1.-August-Feuerwerk von Bern wird wegen Trockenheit mit Verspätung (am 2. August) gezündet.
  • „10 Franken für Halbtax-Besitzer“ - Erfolg für den Preisüberwacher: SBB müssen Kunden zusätzlich entschädigen. Wer Besitzer eines Halbtax-Abos ist, erhält von den SBB dieses und nächstes Jahr einen Gutschein von 10 Franken. Grund: Wegen zu hoher Preise.

September

  • „VW ist in eine Abgasaffäre verwickelt“ - Die US-Umweltbehörde EPA teilt mit, VW habe bei Fahrzeugen eine Software eingesetzt, um Testmessungen des Schadstoffausstosses künstlich zu drücken. Dieser Vorfall stürzt den weltweit zweitgrössten Autohersteller aus Deutschland in eine tiefe Krise. Der Aktienkurs bricht ein und der Konzernchef muss den Hut nehmen.
  • „Fifa-Skandal erreicht Sepp Blatter“ - Die Bundesanwaltschaft ermittelt wegen einer undurchsichtigen 2-Millionen-Zahlung an Uefa-Chef Michel Platini gegen den Fifa-Präsidenten. Auch intern werden Deals der Verbandsspitze untersucht.
  • „Ab ins neue Bären-Spa“ - Die Sommerferien im Jura sind passé: Finn, Björk und Ursina kehren in den Bärenpark zurück. Die Berner Wappentiere fühlten sich bei ihrer ersten Erkundungstour am ergrünten Aarehang pudelwohl.

Oktober

  • „Rechtsrutsch? Ja, Rechtsrutsch“ - Die SVP hat neu mehr Nationalratssitze als SP und Grüne zusammen - mit der FDP hat sie fast die Mehrheit.
  • „Ein Schweinekopf für den CEO“ - In Grindelwald tobt ein Streit um ein Jahrhundertprojekt. Vor einem Jahr hat die Bergschaft Wärgistal der Überfahrtsrecht für eine neue Bahn verweigert. Seither ist das Dorf gespalten. Wärgistal stimmt im zweiten Anlauf der V-Bahn zu.

November

  • „Schwarzer Freitag in Paris“ - Die Terroranschläge von Paris stellen eine gezielte Attacke auf Konsum, Vergnügen und Sport dar. Bei einer Serie von Anschlägen töten Kommandos der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) in der französischen Hauptstadt 130 Menschen. Präsident François Hollande verhängt den Ausnahmezustand über Frankreich.
  • Ueli Steck „rennt“ in neuer Rekordzeit (2:22 Stunden) die Eigernordwand hoch.

Dezember

  •  „Euro-Kurs für Schweizer wichtiger als Terror“ - Gemessen an der Anzahl getippter Google-Anfragen war 2015 der Euro-Franken-Kurs das wichtigste Thema für die Schweizer. Dahinter folgen „Charlie Hebdo“, die Sonnenfinsternis und das iPhone 6s. Bei den Skandalen dominierte Caitlyn Jenner vor Sepp Blatter, und bei den Promis wurde am häufigsten nach Stan Wawrinka gesucht. Roger Federer fehlt in den Top 10.
  • „Sepp Blatter - der Richard Nixon des Fussballs: Wer sagt ihm, dass das Spiel aus ist?“ - Es tut weh zu sehen, wie einer der einst mächtigsten Schweizer Sportfunktionäre immer mehr zu einer tragischen Figur wird. Schlimmer noch: zu einer lächerlichen, traurigen Gestalt. 

Headlines aus: BERNER ZEITUNG, DER BUND, 20 MINUTEN.CH, K-TIPP, WATSON des Jahres 2015

2015 - innerhalb der Gemeindegrenze

  •  „Ich will nicht stehen bleiben“ - Das Parlament wählte Renate Bolliger als Präsidentin. Ein Jahr lang amtet die EVP-Politikerin nun als „höchste“ Ostermundigerin. Im Interview der Bantiger Post antwortet Sie auf die Frage: „In welcher Hinsicht möchten Sie als Präsidentin positive Spuren hinterlassen?“ wie folgt: „Indem ich Akzente, mir aber in keiner Weise ein Denkmal setze. So will ich versuchen, ein möglichst angenehmes Parlamentsklima zu schaffen. Schliesslich sollen sich die Ratsmitglieder wohl fühlen. Ausserdem bemühe ich mich, nicht alles tierisch ernst zu nehmen.
  • Vorzeige Agglo: „Ostermundigen ist schneller als SRF“ - Fernsehen und Radio senden anfangs April eine ganze Woche aus der typischen Schweizer Agglomerationsgemeinde Ostermundigen. Doch der Vorort schreibt die Geschichten immer noch schneller. Gleichentags werden die Behörden bei einem typischen Agglomerationsproblem aktiv. Sie haben bei der Liegenschaft an der Bernstrasse 140 aufgeräumt. „TeleBärn“ sprach vom „Schandfleck der Gemeinde“ wo sich ums Haus Abfall türmte und dazu der Brandschutz nicht eingehalten wurde.
  • „Zierde für die Baracke? Oder eine Protestaktion?“ - Vor dem „Alpenrösli“, der provisorischen Ostermundiger Gemeindeverwaltung, steht sei einigen Wochen eine Eisenskulptur. Wer die rostige Libelle erschaffen und hingestellt hat, ist ein Rätsel. Der Spekulation sind keine Grenzen gesetzt. Ist das Ding womöglich eine politische Abrechnung? „In dem Fall hätte man doch eher einen Haufen Mist auf den Parkplatz gekippt“, antwortet der Gemeindepräsident schmunzelnd.
  • „Nein zu Tram Region Bern: Es gibt keinen Plan B“ - Aus für das Tram Region Bern: Köniz und Ostermundigen haben das 500-Millionen-Projekt mit 61,4 bzw. 54,4 Prozent Nein-Stimmen vom Tisch gefegt. Ja sagten nur die Stadtberner - mit satten 61,28 Prozent.
  • „Michelle Hunziker: Eine der Reichsten“ - Die Entertainerin und ehemalige Ostermundigerin Michelle Hunziker war schon vorher ziemlich vermögend. Doch dank der Heirat mit dem Modehaus-Miterben Tomas Trussardi zählt sie nun zu den reichsten Schweizern.
  •  „Eine Gemeinde in der Sackgasse“ - Ostermundigen hat Probleme: eine marode Hauptverkehrsader, die dringend saniert werden muss, regelmässig Stau im Zentrum, einen nicht funktionierenden Bahnhof, eine veraltete Gemeindeverwaltung, eine unterdeckte Pensionskasse, stagnierende Steuereinnahmen und - als wäre das nicht genug - bald kein Geld mehr. Kurz: Ostermundigen steckt in der Sackgasse. Damit die Gemeinde Ostermundigen einen Weg aus ihrer ungemütlichen Situation findet, braucht es mehr gegenseitiges Vertrauen.

Hier noch etwas Statistik: Die scheidende Ratspräsidentin konnte an sechs Sitzungen, während über 16 Stunden, 90 Traktanden beraten lassen. Der Ratssekretär verfasste 263 Seiten an Protokoll (Vorjahr 265).

Quelle: Bantiger Post, Blick, Berner Zeitung, Der Bund, 20.Minuten.ch und Ratsprotokolle Nr. 1 - 6 des Jahres 2015

2014 - über die Gemeindegrenze geschaut

Januar

  • „Egger und Simon mögen sich nicht“ - Sitzungsgeld: Die Frauen im Berner Regierungsrat sind kein Dreamteam. Für einmal hat nun aber Beatrice Simon den Takt vorgegeben.
    „Regierungsräte ohne Bodenhaftung“ - Die Affäre um hohe Zusatzverdienste entlarvt das schockierende Selbstverständnis vieler Exekutivpolitiker. Wie kommen Regierungsräte auf die Idee, Nebeneinkünfte von mehreren Zehntausend Franken in die eigene Tasche zu stecken? Für Sitzungen, wo sie von Amtes wegen hingehören? Für Arbeit, die ihr Job ist?
  • „Ein Bubentraum ist wahr geworden“ - Vor wenigen Jahren war der Name Patrick Küng nur Insidern ein Begriff. Mit seinem Sieg am Lauberhorn hat sich der Glarner nun zum temporär umjubeltsten Schweizer Sportler gemacht.

 

Februar

  • „Ein politischer Knall - doch die Schweiz geht jetzt nicht unter“ - Das Ja zur SVP-Initiative „Gegen Masseneinwanderung“ hat europaweit Sprengkraft. Der bilaterale Weg ist beschädigt, lässt sich aber reparieren.
  • „Kritik an Live-Übertragung der Grossratsdebatten“ - Ab Juni können die Berner die Debatten im Grossen Rat im Internet live mithören. Dies stösst nicht nur auf Begeisterung. Eine Bildübertragung gibt es aber aus Spargründen nicht.


März

  • „Sogar Millionäre profitieren von städtischen Mietrabatten“ - Versagt hat die Verwaltung, nicht das System: Hunderte Berner lassen sich ihre Miete durch die Stadtkasse subventionieren, obwohl sie keinen Anspruch auf Zuschüsse haben. Die erstmalige Kontrolle der städtischen Mietverhältnisse hat ein erschreckendes Ausmass von Missbrauch zutage gefördert. Es ist ein finanzieller, aber auch ein sozialpolitischer Skandal.
  • „Bern wählt den Stillstand“ - Bernerinnen und Berner scheinen darob nicht gross beunruhigt zu sein. Enttäuschende 31,1 Prozent machten von ihrem Wahlrecht Gebrauch. Ein Armutszeugnis. Die BDP musste bittere Verluste hinnehmen. Sie verlor 11 Sitze, eine ganze Reihe einflussreicher Grossräte wurde abgewählt. Grosse Sieger sind die Grünliberale und die SVP.


April

  • „Dem Paternoster droht das Aus“- Der Berner Paternoster stammt aus dem Jahr 1974. Weil die Vaucher-Filiale in Bern schliesst, ist die Zukunft des Paternosterlifts ungewiss. Der neue Mieter wird entscheiden können.
  • „Zweiter Bärchen-Tod erhitzt Gemüter“ - Wut, Unverständnis, Boykott-Aufrufe: Bevölkerung und Tierschützer sind nach dem Tod des zweiten Berner Bärenbabys entsetzt. Der Tierpark Dählhölzli hat Bär „4“ eingeschläfert, nachdem Vater Misha ihn mehrfach attackiert hat. In der Woche zuvor hatte er schon Bärchen „3“ getötet.
  • „Sieht so ein Volksfest aus?“ - Bei den Fanmärschen vor dem Cupfinal kam es zu Zwischenfällen. Vor dem Stade de Suisse musste die Polizei Wasserwerfer und Gummischrot einsetzen. Der FC Zürich setzte sich gegen den FC Basel mit 2:0 durch.


Mai

  • „Cervelat wird teurer“ - Detailhandel: Schweinefleisch soll 15 Prozent teurer werden, fordert der Fleischfachverband.
  • „Zwei Knacknüsse für den Bundesrat“ - Der Bundesrat fährt gleich zwei Niederlagen ein - mit gravierenden Folgen: Die Zukunft der Luftwaffe ist nach dem Nein zum Gripen ungewiss und die Umsetzung der Pädophileninitiative dürfte höchst problematisch werden.
  • „Gripen-Nein schadet Industrie - Meiringen fürchtet um Flugplatz“ - Gegengeschäfte in Millionenhöhe verfallen - Zukunft des Standorts Meiringen ist ungewiss.


Juni

  • „Stapi Tschäppäts Witze sind nicht strafbar“ - Alexander Tschäppäts Italienerwitze im Comedy-Club „Das Zelt“ im vergangenen Dezember führten zu Strafanzeigen wegen Rassendiskriminierung, Ehrverletzung und Verletzung der Amtsgeheimmisses. Doch die regionale Staatsanwaltschaft Bern-Mittelland wollte auf diese nicht eintreten.


Juli 

  • „Hitzfeld geht mit Niederlage“ - In Sao Paulo endet eine grosse Trainerkarriere. Ottmar Hitzfeld verliert mit dem Schweizer Nationalteam im WM-Achtelfinal nach grossem Kampf mit 0:1 nach Verlängerung gegen Argentinien.
  • „Flugzeugtragödie im Kriegsgebiet“ - Bei einem Abschuss eines Flugzeuges sterben 295 Menschen in der Ukraine. Eine Passagiermaschine der Malaysian Airlines ist in der Ostukraine abgestürzt. Alles deutet darauf hin, dass das Flugzeug abgeschossen wurde. Aber von wem? Die Ukraine und die Separatisten machen sich gegenseitig verantwortlich.
  • „Milliardär fordert die 3-Tage-Woche“ - Drei lange Arbeitstage, vier Tage Wochenende: So stellt sich Carlos Slim, mexikanischer Milliardär und einer der reichsten Menschen der Welt, die Arbeitswoche der Zukunft vor.
  • „Jahrhundertregen flutet Emmental“ - Gewaltige Wassermassen verwüsten die Emmentaler Dörfer Schangnau, Wasen und Eggiwil und verursachen Schäden in Millionenhöhe. Die Flut von Schangnau geht als Ereignis in die Geschichtsbücher ein, wie es gemäss Statistik nur alle 300 Jahre vorkommt. Zivilschutz, Feuerwehr, Militär und Freiwillige stehen den Betroffenen zur Seite.

 

September

  • „Berner sollen zusammenrücken“ - Die Berner Regierung will den Kanton auf Wachstumskurs trimmen - zumindest planerisch: Bis in 25 Jahren soll die Bevölkerung um rund 100'000 Menschen auf 1,1 Millionen ansteigen. Beim Platz müssen sie sich aber einschränken. Die neuen Vorgaben sehen vor, dass der Landverbrauch auf ein Drittel der letzten Jahre reduziert wird. Dies bedingt dichtere Wohnformen.
  • „Amtspflichten vernachlässigt“ - Während mehr als zehn Jahren sind die vergünstigten Mieten in der Stadt Bern nie überprüft worden. Nun zeigt der Untersuchungsbericht: Die Liegenschaftsverwaltung und einzelne Gemeinderäte handelten fahrlässig (siehe auch Berichterstattung im März).
  • „Die Feuerwehr richtet sich neu ein“ - Die Berufsfeuerwehr der Stadt Bern zieht vom Breitenrain an den Stadtrand. Um 09.57 Uhr übernahm Oberst Franz Bachmann, Feuerwehrkommandant der Stadt Bern, einen symbolischen Schlüssel von Stadtpräsident Alexander Tschäppät für den neuen Stützpunkt Forsthaus West.


Oktober

  • „Weil wir immer älter werden, brauchts von fast allem mehr“ - In 20 Jahren wird im Bernbiet beinahe jede und jeder Dritte über 65-jährig sein. Es kommt also viel Arbeit auf die Gemeinde zu. Heute ist Bolligen der älteste Ort in der Agglo.
  • „Sommaruga will gleiche Löhne durchsetzen“ - Der Bundesrat möchte die Lohndiskriminierung der Frauen mit vorgeschriebenen Kontrollen bekämpfen und setzt sich der Kritik aus, eine Lohnpolizei einführen zu wollen.
  • „Kanton Bern gewährt neu 10 Tage Vaterschaftsurlaub“ - 2015 darf das Kantonspersonal einiges erwarten: Der Vaterschaftsurlaub wird von zwei auf zehn Tage verlängert, das untere Kader erhält neu Nacht- und Wochenendzulagen, und die Lohnerhöhungen erreichen 1,5 bis 2 Prozent.


November

  • „Die Handschrift soll modernisiert werden“ - Schülerinnen und Schüler in der Deutschschweiz sollen künftig statt der alten Schnürlischrift die sogenannte Basisschrift lernen.
  • „Philae auf Tschury, Freude in Bern“ - Die erste Landung eines Roboters auf einem Kometen ist in Bern von einer grossen Fangemeinde verfolgt worden. Am 12. November um 17.00 Uhr traf das Signal aus rund 500 Millionen Kilometern Entfernung ein. Der Landeroboter Philae hat die Oberfläche des Kometen 67P/Tschurjumow-Gerasimenko erreicht.
  • „Ein Schweizer Triumph für die Ewigkeit“ - Die Schweiz wird als 14. Nation in die Siegerliste des prestigeträchtigen Teamwettbewerbs, der seit 1900 durchgeführt wird, eingetragen. Der Berner Severin Lüthi fungiert als Captain, Roger Federer und Stan Wawrinka holen in Lille beim 3:1-Finalerfolg gegen Frankreich die Punkte - vor einer Rekordzuschauerzahl!


Dezember

  • „Ziegler könnte 2015 schliessen“ - Das Zieglerspital in Bern wird nicht bis zur Eröffnung des geplanten Stadtspitals am Standort Tiefenau weiterbetrieben. Möglicherweise wird es schon im Verlauf des nächsten Jahres geschlossen.
  • „Energiedebatte“ - Der Nationalrat berät die Energiestrategie 2050 - und verbietet den Bau von neuen AKW. Auch legt er fest, dass die AKW Mühleberg und Beznau eine maximale Laufzeit von 60 Jahren haben dürfen. Die Mühleberg-Betreiberin BKW will den Meiler bereits 2019 abschalten.
  • „Ein Gentleman verlässt die Bühne“ - Udo Jürgens stirbt 80-Jährig während eines Spaziergangs am Bodensee. Trotz seines hohen Alters kommt der Tod überraschend und erwischt den Musiker „mitten im Leben“, wie auch seine aktuelle Tournee hiess.

Headlines aus: Berner Zeitung, Der Bund und 20 Minuten.ch des Jahres 2014

2014 - innerhalb der Gemeindegrenze

  •  „Ich will nicht stehen bleiben“ - Das Parlament wählte Renate Bolliger als Präsidentin. Ein Jahr lang amtet die EVP-Politikerin nun als „höchste“ Ostermundigerin. Im Interview der Bantiger Post antwortet Sie auf die Frage: „In welcher Hinsicht möchten Sie als Präsidentin positive Spuren hinterlassen?“ wie folgt: „Indem ich Akzente, mir aber in keiner Weise ein Denkmal setze. So will ich versuchen, ein möglichst angenehmes Parlamentsklima zu schaffen. Schliesslich sollen sich die Ratsmitglieder wohl fühlen. Ausserdem bemühe ich mich, nicht alles tierisch ernst zu nehmen.
  • Vorzeige Agglo: „Ostermundigen ist schneller als SRF“ - Fernsehen und Radio senden anfangs April eine ganze Woche aus der typischen Schweizer Agglomerationsgemeinde Ostermundigen. Doch der Vorort schreibt die Geschichten immer noch schneller. Gleichentags werden die Behörden bei einem typischen Agglomerationsproblem aktiv. Sie haben bei der Liegenschaft an der Bernstrasse 140 aufgeräumt. „TeleBärn“ sprach vom „Schandfleck der Gemeinde“ wo sich ums Haus Abfall türmte und dazu der Brandschutz nicht eingehalten wurde.
  • „Zierde für die Baracke? Oder eine Protestaktion?“ - Vor dem „Alpenrösli“, der provisorischen Ostermundiger Gemeindeverwaltung, steht sei einigen Wochen eine Eisenskulptur. Wer die rostige Libelle erschaffen und hingestellt hat, ist ein Rätsel. Der Spekulation sind keine Grenzen gesetzt. Ist das Ding womöglich eine politische Abrechnung? „In dem Fall hätte man doch eher einen Haufen Mist auf den Parkplatz gekippt“, antwortet der Gemeindepräsident schmunzelnd.
  • „Nein zu Tram Region Bern: Es gibt keinen Plan B“ - Aus für das Tram Region Bern: Köniz und Ostermundigen haben das 500-Millionen-Projekt mit 61,4 bzw. 54,4 Prozent Nein-Stimmen vom Tisch gefegt. Ja sagten nur die Stadtberner - mit satten 61,28 Prozent.
  • „Michelle Hunziker: Eine der Reichsten“ - Die Entertainerin und ehemalige Ostermundigerin Michelle Hunziker war schon vorher ziemlich vermögend. Doch dank der Heirat mit dem Modehaus-Miterben Tomas Trussardi zählt sie nun zu den reichsten Schweizern.
  •  „Eine Gemeinde in der Sackgasse“ - Ostermundigen hat Probleme: eine marode Hauptverkehrsader, die dringend saniert werden muss, regelmässig Stau im Zentrum, einen nicht funktionierenden Bahnhof, eine veraltete Gemeindeverwaltung, eine unterdeckte Pensionskasse, stagnierende Steuereinnahmen und - als wäre das nicht genug - bald kein Geld mehr. Kurz: Ostermundigen steckt in der Sackgasse. Damit die Gemeinde Ostermundigen einen Weg aus ihrer ungemütlichen Situation findet, braucht es mehr gegenseitiges Vertrauen.

Hier noch etwas Statistik: Die scheidende Ratspräsidentin konnte an sechs Sitzungen, während über 16 Stunden, 90 Traktanden beraten lassen. Der Ratssekretär durfte 261 Seiten an Protokoll (Vorjahr 160) verfassen.

Quelle: Bantiger Post, Blick, Berner Zeitung, Der Bund, 20.Minuten.ch und Ratsprotokolle Nr. 1 - 6 des Jahres 2014

2013 - über die Gemeindegrenze geschaut

Januar

  • „Nun beginnt der Kampf um die Mieter" - Das neue Raumplanungsgesetz bringe „Horrormieten", warnen die Gegner. Branchenkenner zweifeln daran. Die Befürworter umwerben die Mieter auf Plakaten mit „Wohnungen am richtigen Ort".
  • „Verbot für die Jungen" - In Kehrsatz gilt seit Anfang Jahr das Ausgehverbot für Jugendliche. Jugendlichen bis 16 Jahren ist es verboten, sich ab 22 Uhr ohne Erwachsene auf öffentlichen Plätzen aufzuhalten. Die Gemeinden Interlaken, Ins und Kerzers haben damit schon gute Erfahrungen gemacht.

Februar

  • „Berner Beamte sollen bis 65 arbeiten müssen" - Nachdem die erste Pensionskassenvorlage in der Vernehmlassung links wie rechts auf Kritik stiess, legte der Regierungsrat eine überarbeitete Fassung vor. Die Ausgangslage ist schwierig. Die Pensionskassen des Kantons Bern (BPK und BLVK) wiesen Ende 2012 Deckungslücken von total 3,9 Milliarden Franken aus.
  • „Kein Geld für ‘Folklore‘: Patrouille Suisse am Ende" - Die Empörung ist gross: Bundesrat und VBS-Vorsteher Ueli Maurer plant das Ende der Patrouille Suisse und erklärt sich jetzt auf Facebook. Sollte der Gripen-Deal zustande kommen, dürfte das VBS die rotlackierten F-5-Tiger wahrscheinlich ab 2016 ausser Dienst stellen.
  • „M13 hat alle Scheu verloren: Feuer frei auf den Bär?" und kurze Zeit später: „Bündner schiessen M13 ab: Der Bär ist tot! - Bärenmännchen M13 ist nicht mehr. Weil er auch nach seinem Winterschlaf keine Scheu vor Menschen zeigt, haben Bund und Kanton Graubünden den Abschuss beschlossen und das Todesurteil schon vollstreckt.
  • „Wider die Fitness im Parlament" - In Muri-Gümligen scheinen die Parlamentarier von der Bürde ihres Amtes müde geworden zu sein. Oder bloss bequem? Bis anhin zeigten die Mitglieder ihre Zustimmung oder Ablehnung zu einem Geschäft jeweils mittels Aufstehen. Pünktlich zur neuen Legislatur mehrten sich die Stimmen derer, die lieber nur die Hand heben und nicht mit vollem Körpereinsatz politische Arbeit betreiben möchten. Das Ratsbüro stellte deshalb einen entsprechenden Antrag. Die Bequemlichkeit siegte.

März

  •  „Alle Kantone für Abzockerinitiative" - Ausnahmslos alle Kantone haben der Abzockerinitiative zugestimmt. Ein solches Ergebnis ist in der Geschichte der Volksinitiativen bisher nur dreimal vorgekommen.
  • „Dort, wo Politiker sind, gibt es gratis zu essen und gratis zu saufen" - Wenn Gurten-Bier zum traditionellen Osterschoppen ruft, strömt die Berner Prominenz an die Zapfhahnen - mit bester Unterhaltung von Komödiant Marco Rima.
  • „Bern will in einer höheren Liga mitspielen" - Eine Eventhalle soll Grossanlässe mit bis zu 9‘000 Gästen nach Bern bringen. Die Tage der gemütlichen alten Festhalle auf der Allmend sind wohl gezählt: Die BernExpo möchte an ihrer Stelle eine multifunktionale Eventhalle erbauen, die 60 bis 90 Millionen Franken kosten soll.
  • „Die Parkuhr soll neu auch am Sonntag ticken" - Autofahrer sollen künftig auch sonntags in der Stadt Bern die Parkuhr mit Münzen füllen. Das hat der Gemeinderat beschlossen und er erwartet dadurch Mehreinnahmen von 600‘000 Franken jährlich.

April

  • „Spuren aus Steueroasen reichen bis Lützelflüh" - Von paradiesischen Karibikinseln bis in die Mongolei, von Singapur bis ins tiefste Emmental: Das gestern enthüllte Netzwerk von reichen Menschen, diskreten Beratern und Briefkastenfirmen in Steueroasen hat gigantische Ausmasse. Ans Licht gekommen ist es durch Daten von zwei Firmen, die auf die Errichtung von Offshoregesellschaften spezialisiert sind.
  • „Sach’s Erben verkaufen Luxus-Chalet" - Das Vieux Chalet des einstigen Playboys und Kunstförderers Gunter Sachs im Berner Oberländer Nobelort Gstaad wird verkauft. Bereits im März sollen die Verträge mit dem neuen Eigentümer unterzeichnet worden sein.

Mai

  • „Tschäppät will neue Regeln - oder keinen Cupfinal mehr" - Wüste Auseinandersetzungen in der Innenstadt, acht verletzte Fans, zwei verletzte Polizisten, Sachschäden. Für Berns Sicherheitsdirektor Reto Nause ist nach den Ausschreitungen vor dem Cupfinal am Pfingstmontag zwischen dem FC Basel und den Grasshopper-Club Zürich klar: In der Stadt Bern soll es künftig keine Fanmärsche mehr geben.
  • „Krawalle in Bern; Gemeinderat ruft Bürger zur Hilfe bei Fahndung auf" - Die Stadtregierung will die Randalierer vom „Tanz die frei"-Umzug zur Rechenschaft ziehen. Sie hofft dabei auf die Mithilfe der Bevölkerung. Die Kantonspolizei will private Fotos und Videos auswerten, die Straftaten zeigen.

Juni

  • "Fahnder aus Nigeria patrouillieren in Bern" - Der Drogenhandel in Bern wird zu einem grossen Teil von Nigerianern kontrolliert. Nicht zuletzt deshalb will die Polizei enger mit den Behörden in Nigeria zusammenarbeiten. Dieses Austauschprogramm wurde bereits in den Kantonen Genf, Zug, St. Gallen, Zürich, Schwyz und Tessin durchgeführt. In Bern wurde der Austausch von linken Politikern heftig kritisiert.
  • „Ein Einziger ist da" - Stellen Sie sich vor, es ist Gemeindeversammlung, und nur einer geht hin. So geschehen in Wachseldorn. Der spärliche Ablauf habe den Ablauf vereinfacht, ringt der Präsident dem Ganzen etwas Positives ab. So konnte er den Bürger bei der Diskussion direkt fragen, ob etwas unklar sei. „Ich musste keinen Stimmenzähler zur Wahl vorschlagen."

Juli

  • "Grabrede für einen Zombie" - NEF 2000: Die Neue Verwaltungsführung im Kanton Bern sollte Wunderdinge in Sachen Effizienz und Transparenz vollbringen. Die Ziele wurden verfehlt - nun folgt noch die Beerdigung.
  • „Die Schule ohne Polizist ist unvorstellbar" - „Warte, luege, lose, loufe" soll es nicht mehr geben - der Regierungsrat will den Verkehrsunterricht einsparen. Für Gemeinden, Polizei und Experten ist es aber nicht denkbar, auf Kosten der schwächsten Verkehrsteilnehmer zu sparen.
  • „Detroit erklärt sich für bankrott" - Jahrzehntelang war die Stadt das Herz der amerikanischen Autoindustrie. Die Krise des US-Automarkts setzte ihr aber schwer zu. Jetzt ist Detroit pleite: Die Grossstadt hat sich für bankrott erklärt. Dies geht aus juristischen Dokumenten hervor.

August

  • "Bald elf Franken für ein Päckchen Zigaretten?"- Der Bundesrat fasst weitere Erhöhungen der Tabaksteuer um bis zu 2.80 Franken pro Päckchen ins Auge. Der Handel befürchtet Einkauftourismus und Schmuggel.
  • „Armee packt bei Grossanlässen weniger an" - Bisher konnten die Organisatoren von Anlässen wie dem Lauberhornrennen, dem Eidgenössischen Turnfest oder dem Schwing- und Älplerfest auf die grosszügige Unterstützung der Armee zählen. In manchen Fällen wurde ihnen auch nicht die ganzen Zusatzkosten für den Einsatz in Rechnung gestellt. Das soll sich nun ändern.

Oktober

  • „Bern hat günstige Verwaltung" - Der Verwaltungsapparat im Kanton Bern arbeitet kostengünstiger als jene in anderen Kantonen. Der allgemeine Verwaltungsaufwand auf Gemeinde- und Kantonsebene beträgt in Bern pro Kopf der Bevölkerung lediglich 817 Franken.
  • „GALA DE BERNE" - Der Ehrengast Fürst Albert II von Monaco erschien an der zweiten „Gala de Berne" im Berner Kursaal nicht in Begleitung seiner Ehefrau Charlene, sondern mit Bundesrätin Doris Leuthard. Albert, der sich mit einer Stiftung für den Umweltschutz engagiert, feierte bis spät in die Nacht.
  • „Zwei Kontinente, ein Tunnel" - In Istanbul ist der „Marmaray"-Bahntunnel feierlich eingeweiht worden. Das 2,5-Milliarden-Bauwerk verbindet Europa und Asien. Das 13,6 Kilometer lange Bauwerk zählt zu den weltweit grössten Infrastrukturprojekten der vergangenen Jahre. Die Tunnelverbindung durch den Bosporus soll stündlich bis zu 75‘000 Menschen befördern.
  • „Erstes Babyfenster in Bern ist in Betrieb" - Lindenhofspital: Nun steht auch in Bern ein Babyfenster für Mütter in äussersten Notsituationen bereit. Fachleute suchen aber auch nach anderen Möglichkeiten, Frauen und Neugeborenen zu helfen. Etwa mit vertraulichen Geburten im Spital.

Dezember

  • „Nelson Mandela ist tot" - Südafrika: Der 95-jährige Anti-Apartheid-Kämpfer Nelson Mandela ist in seiner Heimat gestorben. Er hatte sich nach einer Lungenentzündung im Juni nie mehr richtig erholt. Der Friedensnobelpreisträger sass wegen seines Kampfs gegen die Rassentrennung 27 Jahre lang im Gefängnis. Im Jahre 1994 wurde er zum ersten schwarzen Präsidenten seines Heimatlands gewählt.
  • „Der Moment, das Temporegime zu ändern" - Geht es nach dem Berner Gemeinderat, gilt in naher Zukunft Tempo 30 auch auf gewissen Hauptstrassen in der Stadt. Neue 30er-Zonen erwägt der Verkehrsplaner an geschäftigen Orten mit vielen Fussgängern. „Generell 50" sei in den Städten überholt.
  • „Der Schneepflug kann warten" - Dürrenroth: Erst wenn im Dorf sieben Zentimeter Schnee liegen, soll künftig der Winterdienst ausrücken. Die Gemeinde will mit dieser Massnahme Geld sparen.

Headlines aus: Berner Zeitung, Der Bund, Blick, 20 Minuten.ch, Sonntagszeitung des Jahres 2013

2013 - innerhalb der Gemeindegrenze

  • „Die Blumenfreundin ist erneut höchste Mundigerin“ - Lucia Müller (SVP) ist bereits zum zweiten Mal Ostermundiger Parlamentspräsidentin. Sie eröffnet am 24. Januar die 11. Legislaturperiode. Sie hofft, keinen Stichentscheid fällen zu müssen. Neugierig sei sie auf die neue Konstellation im Parlament und im Gemeinderat. Dadurch, dass mit den Grünliberalen eine neue Partei mitmische, sei Spannung garantiert. Sie Sitzverteilung nach den letzten Gemeindewahlen: SP/Grüne 13, SVP 11, FDP 4, EVP 4, FORUM 3, GLP 3 und CVP 2.
  • Das Ostermundiger Gemeindeparlament hat schon Anfang Jahr ein Problem. An der ersten Sitzung konnte nur ein Stimmenzähler für das Jahr 2013 gewählt werden. Den zweiten Sitz hatte bisher immer die SP, die wählerstärkste Partei, innegehabt. Doch diese Mal erklärte Colette Nova namens der SP, man wolle keine Stimmenzählerin und keinen Stimmenzähler stellen. „Alle Parteien sollen sich an den Lasten des Ratsbetriebs beteiligen.“
  • „Wo sind die Hasen geblieben?“ - Mit neun bunten Blechhasen wollte der Werkhof den Bärenkreisel österlich schmücken. Nun sind sieben davon über Nacht spurlos verschwunden.
  • „Zwei Kindergärteler haben Geburi, feiern darf nur einer“ - In einem Kindergarten soll ein Knabe am nächsten Freitag zuschauen, wie ein Gspänli gefeiert wird, obwohl er gleichentags Geburtstag hat wie das Mädchen. Denn in seiner Kindergartenklasse gilt die Regel: Pro Tag wird nur ein einziger Geburtstag begangen.
  • „Die graue Eminenz tritt ab“ - 29 Jahre lang hat Marianne Meyer die Ostermundiger Politik mitgeprägt - zuerst als Ratssekretärin, dann als Gemeindeschreiberin. Sie sehe sich eher als „graue Eminenz“, die im Hintergrund wirke, deren Meinung aber durchaus Gewicht hatte. Am Tisch des Gemeinderates sitzt die neue Gemeindeschreiberin, Barbara Steudler.
  • „Heute ist der Gemeindepräsident als Samichlaus unterwegs“ - Heute wird Thomas Iten das Licht in seinem Büro ausnahmsweise etwas früher löschen. Er verwandelt sich innert weniger Minuten vom Gemeindepräsidenten von Ostermundigen in Sankt Nikolaus. Zusammen mit dem Schmutzli wird er heute Abend insgesamt sieben Familien besuchen.

Hier noch etwas Statistik: Die scheidende Ratspräsidentin konnte an sechs Sitzungen, während über 12 ½ Stunden, 77 Traktanden beraten lassen. Der Ratssekretär durfte 160 Seiten an Protokoll (Vorjahr 290) verfassen.

Quelle: Bantiger Post, Berner Zeitung, Der Bund, Ratsprotokolle Nr. 1 - 6 des Jahres 2013

2012 - über die Gemeindegrenze geschaut

Januar

  • Pioniergeist an der Jungfrau: Gerry Hofstetter hat in der Nacht vom 1. Januar das Schweizerkreuz und weitere Motive an die Jungfrau-Nordwand projiziert. Damit läutete er das 100-Jahre-Jubiläum der Jungfraubahn ein, der bedeutendsten Bergbahn der Schweiz.
  • Kreuzfahrt-Drama: Diese Kreuzfahrt wurde für rund 4‘200 Passagiere zum Horrorerlebnis: Die fast 300 Meter lange Costa Concordia hatte vor der italienischen Insel Giglio einen Felsen gerammt. Bei der chaotischen Evakuierung kamen drei Personen ums Leben, weitere 70 werden noch vermisst. Der Kapitän ist in Haft. Er soll das Schiff noch vor den letzten Passagieren verlassen haben.

Februar

  • Die rosaroten Eisprinzessinnen gehörten zu den Ersten, die den zugefrorenen Egelsee eroberten. Die Kälte beschert Bern aber nicht nur eine „Seegfrörni“, sondern hat auch positive Effekte auf die Erholung der Böden und die menschliche Gesundheit.
  • Er war der Frank Sinatra der Schweiz. Der Jazzmusiker, Komponist und Bandleader Hazy Osterwald ist nach langer Krankheit im Alter von 90 Jahren in Luzern gestorben. Internationalen Ruhm erlangte der Berner Ende der 1950er-Jahre mit dem „Kriminal-Tango“.

März

  • Bern feiert seine „Kathedrale des Verkehrs“: Bevor der Wankdorf-Kreisel im Mai für die Autos freigegeben wird, bot sich ein letztes Mals die Gelegenheit, durch den unterirdischen Verkehrsknoten zu spazieren. Tausende liessen sich die Chance nicht entgehen.

April

  • Sechseläuten: Berner Regierungsrätinnen wurden nicht eingeladen. Die Zürcher Zünfte haben einzig den männlichen Regierungsvertretern des Gastkantons Bern eine Einladung geschickt. Regierungsrätin Barbara Egger empfindet das als Affront.

Mai

  • Der Messias geht als Unvollendeter und mit Stil. Der bei YB gescheiterte Trainer Christian Gross verabschiedet sich an einer Medienkonferenz im Stade de Suisse - und bedauert, dass er in Bern nicht mehr Zeit erhalten hat.
  • Ärgerlich: Wieder ein Bär der sich nicht integrieren will. M13 raubt Bienenstöcke aus. Er frisst Haushaltsabfall. Er verschreckt deutsche Touristen. Er lungert auf dem Trassee der Rhätischen Bahn herum; prompt streifte ihn ein Zug. Das erinnert an seinen Bruder M14, der auf der Brenner-Autobahn überfahren wurde - dieselbe Uneinsichtigkeit bei beiden.
  • Wildkatze im Grenzgebiet Bern-Solothurn. Diese Geschichte bewegt die ganze Schweiz: Ein Schwarzer Panther hat sich offenbar im Wald zwischen Kestenholz und Bätterkinden niedergelassen. Mit einer Kastenfalle versuchen die Behörden, das Tier einzufangen.

Juli

  • 4 : 0 gegen Italien - Spanien schafft den Titelhattrick und verteidigt damit als erste Mannschaft überhaupt seinen Fussballeuropameistertitel erfolgreich.
  • Meisterliche Rückkehr an die Spitze. Roger Federer hatte bei seinem siebten Wimbledonsieg alles unter Kontrolle - und ist wieder Nummer 1.
  • Was heisst das - unabhängig? Diese Frage dürfte in den nächsten Tagen manche Stadtberner Politiker beschäftigen. Der Grund: Der unabhängige Experte, der im Auftrag des Stabe-Verwaltungsrats die Filz-Vorwürfe prüft, ist FDP-Mitglied. Genau wie Stabe-Präsident Emmenegger und Barbara Hayoz. „Wussten wir nicht“, sagen diese.

August

  • „Zwei Flaschen Wein sind zwar nett, aber nutzlos.“ Alle Parlamentarier und Bundesrätinnen erhalten auf den 1. August zwei Flaschen Schweizer Wein. Das Präsent von Swiss Wine Promotion gilt zwar noch nicht als Bestechung - problematisch ist es trotzdem.
  • Gletscher gibt Dakota-Propeller frei: Drei junge Bergsteiger haben einen Propeller des 1946 auf dem Gauligletscher niedergegangenen Dakota-Flugzeuges gefunden. Das Wrack dürfte in den nächsten Jahren ebenfalls zum Vorschein kommen.
  • „Würdigungen für einen Helden einer ganzen Generation.“ Neil Armstrong, der erste Mensch auf dem Mond, ist 82-jährig gestorben.

Oktober

  • „Den Thorberg müsste man abreissen und auf grüner Wiese neu aufbauen.“ Ehemaliger Thorberg-Direktor übt Kritik am Gefängnis. Weil der Vollzug nur noch innerhalb der Mauern stattfinden kann, sei es für die Häftlinge zu eng. Ein Neubau im Seeland schwebt gar dem Kanton vor.
  • „Ein umstrittener Schwede fliegt über die Axalp.“ Auf dem Gebirgsschiessplatz Ebenfluh demonstrierte die Luftwaffe ihr Können. 7‘000 Zuschauer waren dabei, als sich der Gripen zum ersten Mal der Schweizer Öffentlichkeit präsentierte. So gross war der Andrang beim Fliegerschiessen auf der Axalp noch nie.
  • So viel Neuschnee wie nie im Oktober. Der Schneefall war aussergewöhnlich: So früh im Jahr schneite es in Bern letztmals vor 81 Jahren. Und noch nie lag an einem Oktobertag so viel Neuschnee wie am 28. Oktober.

November

  • „10‘785 Jobs allein diese Jahr weg!“ Seit Jahresbeginn gaben Firmen den Abbau von fast 11‘000 Jobs in der Schweiz bekannt. Die Kahlschläge folgen sich immer schneller.
  • Die rot-grüne Regierung der Stadt Bern sitzt fest im Sattel: Stapi Tschäppät wurde glanzvoll wiedergewählt. Die Nationalrätinnen Ursula Wyss (SP) und Franziska Teuscher (GB) ziehen neu in den Gemeinderat ein.

Dezember

  • „200‘000 Besucher und ein Adventsprogramm.“ Abend für Abend pilgern Tausende auf den Bundesplatz, um die Licht- und Tonshow „Rendezvous Bundesplatz“ anzuschauen. Seit Ende Oktober hat das Lichtspektakel bereits 200‘000 Zuschauerinnen und Zuschauer angelockt.

Headlines aus: Berner Zeitung, Der Bund, Sonntagszeitung des Jahres 2012
 

2012 - innerhalb der Gemeindegrenze

  • „Präsident mit Vorliebe für Desserts“ - Michael Werner (FDP) wurde zum neuen Präsidenten des Grossen Gemeinderates gewählt. Er ist seit drei Jahren im Parlament und politisierte zuvor in der Schul- und in der Energiekommission.
  • „Christian Zahler tritt nicht mehr an - die SP wartet mit zwei bekannten Gesichtern auf“ - Zehn Jahre als Ostermundiger Gemeindepräsident seien „nicht zu lang, aber auch nicht zu kurz“, sagt SP-Mann Christian Zahler.
  • „Mit Strassenzoll gegen Autolawine“ - Ein Fünfliber pro Tag und Auto: Kanton und Stadt Bern sowie die Regionalkonferenz wollen mit einer Studie die Chancen von Roadpricing ausloten. Harte Auseinandersetzungen sind programmiert. In der Studie umfasst der Roadpricing-Perimeter die acht Gemeinden Bern, Köniz, Ostermundigen, Muri, Ittigen, Bolligen, Bremgarten und Zollikofen.
  • „Ostermundigen blüht auf - Gartencenter eingeweiht“ und „Apéro im Gartenhaus“ - Der bereits zur Tradition gewordene Mundiger Wirtschaftsapéro fand in den Räumlichkeiten des neuen Wyss Gartencenters statt.
  • „Rechnung 2011: Schaden kleiner als befürchtet“ - Das Budget 2011 war von einem Defizit von 4,6 Millionen ausgegangen. Nun schliesst die Rechnung 2011 „nur“ mit einem Verlust von 1,8 Millionen Franken. Und: Die Entwicklung der Einwohnerzahl gibt Anlass zur Hoffnung.
  • „Der Coiffeur lauert an jeder Ecke“ - Bis zu sechs Salons innerhalb von 300 Metern: Kaum eine andere Berner Gemeinde hat eine so hohe Dichte an Friseuren wie Ostermundigen. In der Praxis sind es aber mehr. Viel mehr. Mit dem Suchbegriff „Coiffeur“ liefert das elektronische Telefonbuch für Ostermundigen 31 Treffer.
  • „Paukenschlag in Ostermundigen - Thomas Iten will ins Präsidium“ - Der ehemalige Gemeinderat Thomas Iten kandidiert fürs Gemeindepräsidium - und tritt per sofort aus der SP aus. Diese ist von Iten enttäuscht.
  • „In das ehemalige Pfarrhaus ziehen Senioren ein“ - Früher als ursprünglich geplant kann die erste Seniorentagesstätte in Ostermundigen ihren Betrieb aufnehmen. Im alten Pfarrhaus an der Unteren Zollgasse 5 werden Menschen mit Demenz und anderen Einschränkungen betreut.
  • „Nackenstarre in Ostermundigen“ - Die Pläne für das 100 Meter hohe Bären-Hochhaus werden konkret. Die vorliegende Überbauungsordnung ist bereits eng auf ein Architekturprojekt zugeschnitten.
  • „Grünliberale ziehen ins Parlament ein“ - Die Grünliberale Partei ist die Gewinnerin im Grossen Gemeinderat. Bei ihrer ersten Teilnahme erreichte sie auf Anhieb 7,5 Prozent Wähleranteil und drei Sitze.
  • „Wahlpanne kostet EVP den Gemeinderatssitz“ - In Ostermundigen wurden 162 Wahlzettel der EVP anstatt der CVP/GLP-Liste angerechnet - mit einschneidenden Folgen: Anstelle von Gerhard Baumgartner (EVP) verbleibt nun Synes Ernst (CVP) in der Exekutive. Die EVP schliesst rechtliche Schritt nicht aus.
  • „Rote Zahlen, doch der Silberstreifen am Horizont wird breiter“ - Das Budget 2013 rechnet mit einem Defizit von 1,9 Millionen Franken.
  • „Erfolgreicher Schlussspurt“ - Thomas Iten hat es geschafft. Der 38-jährige Parteilose setzt sich im zweiten Wahlgang gegen Aliki Panayides (SVP) durch und wird neuer Gemeindepräsident von Ostermundigen.
  • „Der zurückhaltende Schaffer tritt ab“ - Zehn Jahre lang war Christian Zahler Ostermundiger Gemeindepräsident. Der Abschied falle ihm nicht leicht, sagt der 59-jährige nach kurzem Zögern. Er habe sein Amt stets mit grosser Freude ausgeführt.

Hier noch etwas Statistik: Der scheidende Ratspräsident konnte an 8 Sitzungen, während gut 17 Stunden, 100 Traktanden beraten lassen. Der Ratssekretär durfte die stattliche Anzahl von 290 Seiten an Protokoll (Vorjahr 238) verfassen.

Quelle: Bantiger Post, Berner Zeitung, Der Bund, Ratsprotokolle Nr. 1 - 8 des Jahres 2012

2011 - über die Gemeindegrenze geschaut

Januar

  • Der Stadtberner Steuerzahler muss für den Bärenpark tief in die Tasche greifen: Gemäss der provisorischen Abrechnung der Berner Stadtbauten kostet der ursprünglich auf 9,7 Millionen veranschlagte Bärenpark 21,3 Millionen Franken.
  • Lauberhornrennen mit neuem Zuschauerrekord: Einmal mehr wurde die Lauberhornabfahrt ihrem Ruf als Massenspektakel gerecht. Vor Ort waren über 60‘000 Zuschauer an den Weltcuprennen mit dabei.

Februar

  • Der grösste Missbrauchsfall im Kanton Bern wird publik: Sozialtherapeut H.S. (54) hat zugegeben, 122 meist schwer behinderte Schutzbefohlene in Heimen sexuell missbraucht zu haben.
  • Berns letzter Glöckner wird entlassen: Als letzte in Bern wird die Glocke der Französischen Kirche motorisiert. Glöckner Thierry Ehrenberg hat die Kündigung erhalten - er prüft eine Unterschriftensammlung, um das Handgeläut zu retten.
  • Ja zu Mühleberg 2: Das Berner Stimmvolk befürwortet in einer konsultativen Abstimmung den Bau eines neuen Atomkraftwerks in Mühleberg knapp (51,2 %).

März

  • Katastrophe von Fukushima: Ein Erdbeben der Stärke 9, der darauf folgende Tsunami sowie Nachbeben legten Teile Japans in Schutt und Asche. 15‘000 Menschen sterben. Das von Beben und Tsunami getroffene AKW Fukushima gerät ausser Kontrolle, es kommt zu Störfällen. In einer Sperrzone von 30 Kilometer um das Werk werden die Menschen evakuiert.
  • Toni Brunner will 7‘000 Angestellte wegsparen: Der SVP-Präsident will der Bundesverwaltung eine drastische Abspeckkur verordnen. Bis ins Jahr 2016 soll der Personalbestand um 20 Prozent reduziert werden.

April

  • Ein tonnenschweres Stück der Decke des Erlebnisbads Bernaqua stürzt ein: Zwei Personen werden dabei verletzt. Seither ist das Bad im Freizeit- und Einkaufszentrum Westside geschlossen. Bereits hat sich ein finanzieller Schaden in der Höhe von 50 Mio. Franken angehäuft. Ein juristischer Hickhack verhindert derzeit die Reparatur.
  • Hochzeit des Jahres: Die Nummer zwei der englischen Thronfolge, Prinz William, ehelicht Kate Middelton.

Mai

  • Osama Bin Laden ist tot: Nach fast zehnjähriger Jagd kann US-Präsident Barack Obama den Tod des meistgesuchten Terroristen der Welt vermelden: Der al-Qaida-Chef wurde in einer Kommandoaktion durch eine US-Spezialeinheit aufgespürt und getötet.
  • Der Bundesrat wagt den „historischen“ Schritt: Umweltministerin Doris Leuthard gibt bekannt, dass es als Folge der Katastrophe von Fukushima in der Schweiz keine neuen Atomkraftwerke mehr geben soll. Das letzte Werk soll voraussichtlich 2034 vom Netz gehen.

Juni

  • BKW nimmt Mühleberg vorübergehend vom Netz: Wegen Sicherheitsmängeln schaltet die BKW das AKW Mühleberg für drei Monate ab. In dieser Zeit wird mit aufwendigen und teuren Nachrüstungen die Sicherheit verbessert.

Juli

  • Der erste autofreie Sonntag sorgt für Spass - und Kritik: Zum ersten Mal hat die Stadt Bern einen autofreien Sonntag organisiert. Gekommen sind laut offiziellen Angaben rund 25‘000 Personen - die Stadt wertet das als Erfolg.
  • Doppelanschlag erschüttert Norwegen: Anders Behring Breivik zündet mitten in Oslo eine Bombe und verübt auf der Insel Utöya ein Massaker an Jugendlichen und Kindern. 74 Menschen sterben.
  • Alpenglühn: Der Schweizerpsalm wird dieses Jahr 50, aber gratulieren mag nie-mand. Die Melodie ist akzeptiert, der Text jedoch berührt die meisten Schweizerinnen und Schweizer nur noch peinlich. Besserung ist derzeit keine in Sicht.

August

  • Der Eurokurs fällt auf einen Franken: Die Frankenstärke wird zum Problem für die Wirtschaft. Die Nationalbank interveniert mehrmals und definiert im September die Wechselkursuntergrenze bei 1.20 Franken.
  • Ascom verschwindet aus Bern: Der Traditionskonzern will seine Sparte Security Communication verkaufen. Damit fällt das letzte Berner Standbein der Ascom weg - und es endet ein Kapitel Berner Industriegeschichte, das 1852 begonnen hatte.
  • Motorfahrzeugsteuern: Regierung lässt Abstimmung wiederholen. Da in 30 Gemeinden über 18‘000 Stimmzettel fehlen, entfällt die gerichtlich verfügte Nachzählung.

September

  • Ursina und Berna bleiben in Bern: Der Umzug der ersten Jungtiere im Bärenpark nach Rumänien scheitert. Künftig wird im Bärenpark eine Bärenfamilie leben. Das Männchen Finn wird im Frühjahr 2012 sterilisiert. Anschliessend werden die vier Bären zusammengeführt.
  • Endlich eine Bernerin: Die 20-jährige Handelsschülerin und amtierende Miss Bern Alina Buchschacher wird zur Miss Schweiz 2011 gewählt. Ein ganzes Jahr darf sie das Krönlein tragen.

Oktober

  • Politiker aus aller Welt lernen in Bern „Demokratie“: Bern ist für einmal ganz international. 1‘400 Parlamentarier aus 130 Ländern besuchen die 125. Konferenz der Interparlamentarischen Union in Bern.
  • Ghadhafi ist tot: Mit dem libyschen Diktator fordern die Volksaufständischen in Nordafrika ihr prominentestes Opfer. Nach 42 Jahren Gewaltherrschaft stirbt Muammar al-Ghadhafi eines gewaltsamen Todes. Er wird auf der Flucht in seiner Heimatstadt Sirte getötet.
  • Nationale Wahlen: Die BDP um Bundesrätin Eveline Widmer-Schlumpf und Präsident Hans Grunder sowie die Grünliberalen sind die Wahlsieger: Beide gewinnen je neun Sitze im Nationalrat und stärken die politische Mitte. Die SVP verliert acht Nationalratsmandate, bleibt aber klar stärkste Kraft. Je fünf Sitze büssen FDP und Grüne ein. SP und CVP kommen mit einem blauen Auge davon.

November

  • Giorgos Papandreou tritt zurück: Die Schuldenkrise fordert 2011 ein weiteres politisches Opfer: Nach den Rücktritten der Premiers von Portugal, Spanien und Slowenien gibt auch der griechische Ministerpräsident sein Amt ab.
  • Silvio Berlusconi kündigt Rücktritt an: Dutzende Skandale und Gerichtsfälle konn-ten dem italienischen Langzeitpremier nichts anhaben - doch die Schuldenkrise brachte selbst ihn zu Fall.
  • Ittigen wird das kantonale Steuerparadies: Die Gemeindeversammlung segnet das Budget 2012 mit dem sagenhaften Steueransatz von 0,84 Einheiten ab.

Dezember

  • Abtritt einer Fernsehlegende: Rund ein Jahr nach dem schrecklichen Unfall des Wettkandidaten Samuel Koch verabschiedet sich Thomas Gottschalk. Seine letzte Ausgabe von „Wetten, dass…?“ meistert der deutsche Moderator souverän - und ohne eine Träne zu verdrücken.
  • Alain Berset wird Bundesrat: Wochenlang dominieren die Bundesratswahlen die politische Agenda - und dann ging die Sache rasch und schmerzlos über die Bühne: Die amtierenden Bundesräte wurden wiedergewählt, Alain Berset verteidigte den SP-Sitz. Das Nachsehen hatte die SVP.
  • Lugano erhält wieder ein Tram: Die Agglomeration der Tessiner Metropole wächst und wächst. Nun soll die in den 50er-Jahren stillgelegte Strassenbahn reaktiviert werden. Das Herz der neuen Linie ist ein Tunnel unter dem Bahnhof durch.
  • 2011 wurden so viele Schweizer Uhren hergestellt wie noch nie: Die Nachfrage aus Asien ist der grosse Treiber der Uhrenindustrie. Besonders teure Modelle sind gefragt.

Headlines aus: Berner Zeitung, Der Bund und Sonntagsblick des Jahres 2011
 

2011 - innerhalb der Gemeindegrenze

  • Der SP-Mann mit der liberalen Gesinnung: Nach 13 Jahren im Parlament steht Norbert Riesen erstmals dem Rat vor. Es ist dies wohl der Abschluss einer langen Parlamentskarriere.
  • „An den Wolken kratzen“ - Wird der Traum von Wolkenkratzern in der Region Bern in Ostermundigen verwirklicht? Auf dem Areal des Bären soll ein Hochhaus entstehen. Ende Januar wurde der Startschuss für eine Testplanung gegeben.
  • Im April verwandelte sich Ostermundigen entlang der Bernstrasse in ein rotes Tulpenmeer. Initiantin der Aktion „Ostermundigen blüht“ war die SVP-Politikerin Lucia Müller.
  • Ein Expertengutachten kam zum Schluss, dass die Umstellung der Buslinie 10 von Ostermundigen nach Köniz auf Trambetrieb strategisch sinnvoll sei.
  • In der Schulanlage Dennigkofen ging die Einweihung des neuen Hallentrakts mit der Theaterproduktion „Gleis 11“ über die Bühne.
  • Ebenfalls einweihen konnte die Feuerwehr Ostermundigen ihre neue, 32 Meter hohe Autodrehleiter
  • Im Rahmen des Wirtschaftsapéros wurde das Ergebnis der Testplanung „Bären-Areal“ vorgestellt. Fazit: Der Standort sei ideal für den Bau eines grossen Hotels in Form eines Hochhauses.
  • Im November erfolgte der Spatenstich für die Grossüberbauung Oberfeld. Geplant sind 500 Wohneinheiten für rund 1‘200 Personen.
  • Einmal mehr musste das gemeindeeigene Restaurant Tell aufgrund finanzieller Schwierigkeiten der Pächter seinen Betrieb schliessen.

Hier noch etwas Statistik: Der scheidende Ratspräsident konnte an sechs Sitzungen, während knapp 16 Stunden, 68 Traktanden beraten lassen. Der Ratssekretär durfte die stattliche Anzahl von 238 Seiten an Protokoll (Vorjahr 270) verfassen.

Quelle: Ratsprotokolle Nr. 1 - 6 des Jahres 2011, Bantiger Post, Berner Zeitung, Der Bund und Blick am Abend

2010 - über die Gemeindegrenze geschaut

Januar

  • Um 16.35 Uhr bebte in Haiti die Erde. Nur 35 Sekunden lang. Danach ist die Insel, einst Perle der Karibik, nur noch ein apokalyptisches Trümmerfeld. 220‘000 Menschen sterben, mehr als 300‘000 werden verletzt, 1,5 Millionen sind obdachlos.
  • Im offenen Kirchlein Wahlern zünden Unbekannte die Kanzel an. Nur der Zufall verhindert, dass die ganze Kirche niederbrennt. Der Schaden beläuft sich trotzdem auf über eine Million Franken, die Kirche wird erst am 1. Advent wieder eröffnet. Die Vandalen sind nach wie vor unbekannt.

Februar

  • Simon Ammann lässt der Konkurrenz in Whistler zum zweiten Mal das Nachsehen. Der Toggenburger wiederholt den doppelten Triumph von Salt Lake City und avanciert aus helvetischer Perspektive zum Olympiahelden, einen Monat später wird er sich als Gesamtweltcupsieger und Skiflugweltmeister feiern lassen.

März

  • Das Könizer Stimmvolk sagt Ja zum Hochhaus „Lustro“ das auf dem Bächtelenacker in Wabern geplant ist. 53 Meter hoch soll der „bewohnbare Felsen“ werden. Noch immer sind Einsprachen gegen das Projekt hängig. Der Baustart ist nicht absehbar.
  • Europa lahmgelegt: Im Süden Islands bricht der Vulkan Eyjafjallajökull aus. 1‘000 Grad heisse Lavabrocken werden bis zu einem Kilometer in die Luft geschleudert, die Rauchsäule steigt neun Kilometer hoch in den Himmel. Die Aschenwolke stürzt halb Europa ins Chaos. Hunderttausend Flüge in Nord- und Mitteleuropa werden annulliert, zehn Millionen Menschen sind betroffen.

April

  • Aus für Karton Deisswil: Der österreichische Konzern Mayr-Meinhof schliesst die Kartonfabrik Deisswil. Alle 253 Angestellten verlieren ihre Stelle. Als Retter tritt der Berner Investor Hans-Ulrich Müller auf: Er kauft das Areal und will dort viele Arbeitsplätze schaffen.

Mai

  • Wifag am Ende: Die Krise bei der Berner Druckmaschinenfabrik gipfelt in der Einstellung der Produktion. Weitere 170 Jobs gehen verloren.

Juni

  • Weltmeisterbesieger: Ganz kurz wackelt die Fussballhierarchie. Gelson Fernandes trifft in Durban, die kleine Schweiz besiegt an der WM Top-Favorit Spanien 1:0. Ein Märchen wird’s trotzdem nicht. Hitzfelds Team scheidet aus, Spanien holt den Titel.
  • Kronprinzessin Victoria und Daniel Westling geben sich vor 1‘100 offiziellen Gästen in Stockholm das Ja-Wort. Die künftige Königin von Schweden und ihr Fitnesstrainer Daniel. Die liebevollen Gesten der Braut und der weinende Bräutigam bezaubern alle.

Juli

  • Bericht über Bärenpark-Debakel wird vorgelegt. Gemeinderätin Barbara Hayoz und der Stadtbauten-Chef Rudolf Lanzrein sind im Wesentlichen verantwortlich, dass der Bau des Bärenparks 10 Mio. teurer kommt als geplant. Das Finanzloch stopfen müssen die Steuerzahler der Stadt Bern.
  • US-Präsident Barack Obama wird zum Ehrenbürger von Ried bei Kerzers ernannt. Ein Ahnenforscher hat herausgefunden, dass ein direkter Vorfahre des mächtigsten Manns der Welt Anfang des 18. Jahrhunderts aus der Seeländer Gemeinde ins Elsass ausgewandert ist. Dessen Sohn reiste später nach Amerika weiter.

August

  • Adelboden hofft auf neue Geldgeber: Nach dem Rückzug der Investoren aus Kuwait ist das geplante Alpenbad gefährdet.
  • Kilian Wenger wird in Frauenfeld zum Schwingerkönig erkoren. Der 20-jährige Diemtigtaler gewinnt sämtliche acht Gänge. Er ist der erste Berner König seit 1992.

September

  • Morgenröte im Parlament: Die beiden Räte (Nationalrat und Ständerat) haben beschlossen, jeweils zu Legislaturbeginn die Landeshymne abzuspielen.
  • Erfolg für die Frauen - und für Bern: Ständerätin Simonetta Sommaruga (SP) und Nationalrat Johann Schneider-Ammann (FDP) werden in den Bundesrat gewählt. Sommaruga wird Justizdirektorin, Schneider Volkswirtschaftsdirektor.

Oktober

  • Historischer Durchschlag: Nach 17-jähriger Bauzeit erfolgt der erste Hauptdurchschlag am Gotthard-Basistunnel. Die Tunnelbohrmaschine durchbricht am Nachmittag von Faido her kommend die letzten Meter Fels auf dem Weg nach Sedrun.
  • Stadt Bern will Maulbeerbad und Ka-We-De schliessen. Weil die Sanierung der beiden baufälligen Anlagen zu teuer käme, sollen sie bis spätestens 2018 zugehen. Stattdessen soll eine neue 50-Meter-Schwimmhalle gebaut werden.

November

  • Ja zur Ausschaffungsinitiative: Die Schweiz stimmt der Ausschaffungsinitiative der SVP mit einem Ja-Anteil von 52,9 Prozent zu. Die Stimmbeteiligung liegt bei 53,1 Prozent. Der Gegenvorschlag findet keine Mehrheit, der Anteil Nein-Stimmen liegt bei 54,2 Prozent.

Dezember

  • Erste Fahrt des Trams Bern-West: Mit einem grossen Fest feiert Bern die Eröffnung der neuen Tramlinien nach Bümpliz und Brünnen. Gleichzeitig wird das ganze Tramnetz neu verknüpft. Als Folge nimmt zu den Stosszeiten das Gedränge unter dem Baldachin zu.
  • Euro fällt unter Fr. 1.25: Der Euro ist gestern erstmals weniger als Fr. 1.25 wert gewesen. Die europäische Schuldenkrise habe die Devisenmärkte fest im Griff, meinen Händler. Analysten sehen die Franken-Stärke als „klares Zeichen für die Kapitalflucht von europäischen Anlegern“.
  • Der grosse Spendenklamauk: Die Schweizer sind wackere Spender vor dem Herrn, rund 1,5 Milliarden Franken geben sie jährlich her. In der Adventszeit kulminiert ihr Wille zum Guten; allerdings ist festzustellen, dass auch der humanitäre Klamauk auf Weihnachten hin zunimmt.

Headlines aus: Berner Zeitung, Der Bund, Blick, Schweizer Illustrierte des Jahres 2010

 

2010 - innerhalb der Gemeindegrenze

  • „Ich bin eine linke Rechte“ - Lucia Müller (SVP) wurde zur Präsidentin des Grossen Gemeinderates gewählt. Sie hofft auf faire Diskussionen.
  • „Zwist um Übertritt an Gymer“ - Die Beantwortung der überparteilichen Motion betreffend Zugang für Schülerinnen und Schüler aus Ostermundigen an eine spezielle Sekundarschule löste im März eine lange Diskussion aus. Der Gemeinderat wird damit beauftragt, Modelle für den Unterricht in Spez-Sek-Klassen vorzulegen.
    Am 28. Oktober - nach einer noch längeren Diskussion - wird die Spez-Sek „Klassen für künftige Gymeler“ wieder in das Schulangebot von Ostermundigen aufgenommen.
  • Die „Beschaffung einer gemeindeeigenen Autodrehleiter; Kreditantrag“ ist das Geschäft des Jahres. Bei keinem anderen Sachgeschäft wurden die Diskussionen so heftig geführt. Letzten Endes wurde sogar die Abstimmung per Namensaufruf (23 zu 9 Stimmen pro ADL) vorgenommen.
  • „Neues Verwaltungszentrum“ - In der Standortevaluation rückt die Variante „Küntigrube“ in den Hintergrund. Der Gemeinderat prüft, Büroräumlichkeiten an der Poststrasse 6 (ehemals Swisscom) mieten zu können. Fortsetzung folgt.
  • „Restaurant TELL; Pächterwechsel“ - Der Mietvertrag mit der Brasserie Tell AG, welcher per Ende Oktober ausläuft, wird nicht verlängert. Am 2. November öffnet das Restaurant Tell unter neuer Führung wieder seine Tore.
  • Die Beschwerde gegen die Ersatzbeschaffung der Autodrehleiter wird vom Regierungsstatthalter abgewiesen.
  • „Zank wegen dem Gartencenter“ - Nicht der Gartenzaun, sondern das geplante Gartencenter Wyss Samen und Pflanzen AG sorgt an der Grenze zwischen Ostermundigen und Ittigen für Unmut. Die Ittiger fürchten einerseits den Mehrverkehr, andererseits müsste für das Gartencenter eine Fläche umgezont werden, die momentan in einer Grünzone liegt.
  • „Ja zu weitern Geldern für die Badi“ - Im Freibad stehen Sanierungsmassnahmen im Bereich Restaurant, im Eingangsbereich sowie der Schwimmbecken an. Das Parlament bewilligte einen Investitionskredit von 1,49 Mio. Franken sowie einen Projektierungskredit von Fr. 270‘000.-- für die Schwimmbecken.
  • Der Ratsauflug fand am späten Nachmittag des 21. Oktobers statt und führte die Teilnehmerinnen und Teilnehmer zu einem Theaterspaziergang mit dem Titel: „Der Sohn des Scharfrichters“ in die Stadt Bern. Ein Theater über die Freiheit und ein ausserordentlicher Spaziergang durch Berner Geschichten.
  • „Ostermundigen möchte nicht mehr für Kultur bezahlen“ - Beiträge an Berner Kulturinstitutionen ja, aber nicht nach diesem Verteilschlüssel: Im Parlament will man am alten Finanzierungssystem festhalten.
  • Die November-Sitzung stand im Zeichen der Behörden- und Verwaltungsreform inkl. Teilrevision der Gemeindeordnung. Die zu ändernden Artikel wurden zuhanden der zweiten Lesung resp. des Souveräns genehmigt. Die Wirkungsorientierte Verwaltungsführung (WOV) wird als Pilotphase in drei Bereichen eingeführt.
  • „Heisse Diskussion um das Millionendefizit“ - Ohne Freude heisst das Parlament das Budget 2011 gut. SVP und FDP haben die Vorlage erfolglos torpediert.

Hier noch etwas Statistik: Die scheidende Ratspräsidentin konnte an sechs Sitzungen, während 22 ¾ Stunden, 66 Traktanden beraten lassen. Dem Ratssekretär wurde das moderne Aufnahmesystem „verbalix portable“ zur Verfügung gestellt. Es durfte die stattliche Anzahl von 270 Seiten an Protokoll (Vorjahr 361) verfasst werden!

Quelle: Berner Zeitung, Der Bund, Ratsprotokolle Nr. 1 - 6 des Jahres 2010

Rückblick GGR Archiv 2000 - 2009

2009 - über die Gemeindegrenze geschaut

Januar

  • Die Maschine der US Airways muss kurz nach dem Start in New York auf dem Hudson River notwassern. Alle 155 Passagiere überleben das Manöver. Flugkapitän Chesley Sullenberger wird als Held gefeiert.
  • Im Burgerwald von Bolligen wird eine seit zwölf Jahren vermisste Frau aus Deutschland entdeckt. Gabriele S. hat dort unbemerkt ein Jahr lang in einem Erdloch gehaust. Das Medieninteresse aus dem In- und Ausland ist riesig.
  • Unter dem begeisterten Jubel von mehr als einer Million Menschen in Washington hat Barack Obama sein Amt als 44. Präsident der USA angetreten.
  • Die Stadtberner Sozialdirektorin Edith Olibet präsentiert den Schlussbericht Sozialhilfe. Sie räumt Fehler und Versäumnisse ein. Die Affäre ist damit aber noch nicht ausgestanden. Einen Monat später wirft Finanzinspektor Beat Büschi dem Gemeinderat vor, den Bericht entschärft zu haben.

Februar

  • Aufregung bei Landwirten, Jägern und Wildhütern im Oberland: Wildschweine sind ins Kandertal eingewandert und sorgen jetzt für Landschäden. Kaum Probleme bereitet das Schwarzwild im restlichen Kantonsgebiet.
  • Das Volk stimmt der Weiterführung und Ausdehnung der Personenfreizügigkeit mit der EU mit 56,9 % Ja überraschend zu.
  • Die UBS meldet im Zuge der Finanzkrise einen Rekordverlust von fast 20 Millionen Franken fürs Jahr 2008. Trotzdem hält die Schweizer Grossbank an Boni fest.

März

  • UBS-Präsident Peter Kurer tritt zurück. Nachfolger wird Alt-Bundesrat Kaspar Villiger
  • Die Finanzlage des Kantons Bern hat sich dramatisch verändert: Die Regierung zeichnet für 2009 ein düsteres Bild.
  • Corinne Mauch (SP) wird als erste Frau Stadtpräsidentin von Zürich.

April

  • Beim G-20-Gipfel in London wird die Schweiz auf eine graue Liste der Steueroasen gesetzt. Vor allem der deutsche Finanzminister Peer Steinbrück übt regelmässig scharfe Kritik an der Schweiz.
  • Die Berner Frauenklinik ist erdbebengefährdet und muss saniert werden.
  • Die Schweinegrippe erreicht Europa: Spanien und Schottland melden erste Fälle. Der Bundesrat setzt einen Pandemie-Sonderstab ein.

Mai

  • Russland wird in Bern Eishockey-Weltmeister. Die Schweiz scheidet enttäuschend früh aus.
  • Das Volk stimmt dem biometrischen Pass mit 50,1 Prozent zu.
  • YB verliert den Fussball-Cupfinal gegen den FC Sion mit 2:3.

Juni

  • In der Stadt Bern müssen die Stadtbauten Bern bekannt geben, dass die Berner Feuerwehrkaserne 54 statt 35 Millionen Franken kostet.
  • „Triumph-Fahrt in Bern“ - Fabian Cancellara hat das Zeitfahren in Bern und die Tour de Suisse für sich entschieden. Und die Berner jubelten ihm zu.
  • Der Tod von Michael Jackson erschüttert die Welt der Popmusik und wirft Fragen zu den Ursachen auf.

Juli

  • Bern, Stade de Suisse. 38‘000 Fans geniessen bei tropischen Temperaturen den Boss. Knapp drei Stunden ackert sich der fast 60-jährige Bruce Springsteen mit seiner 10-köpfigen E-Street Band ab, hämmert Klassiker um Klassiker ins begeisterte Publikum.
  • Das Rauchverbot im Kanton Bern tritt in Kraft. Der Wirteverband Gastrobern läuft dagegen Sturm und macht Beschwerde. Im Dezember entscheidet das Bundesgericht, dass das Rauchverbot für Wirte zumutbar sei.
  • Auf dem Olymp angekommen“ - Roger Federer hat als erster Spieler in der Tennisgeschichte 15 Grand-Slam-Titel gewonnen. Roger gewann in Wimbledon den Pokal zum sechsten Mal. Ehefrau Mirka schenkt Roger am 23. Juli die kerngesunden Zwillingstöchter Myla Rose und Charlene Riva.

August

  • In Bern wird der 556 Meter lange Neufeldtunnel nach dreijähriger Bauzeit mit einem Volksfest eröffnet. Zuvor erkundete die Bevölkerung den Tunnel zu Fuss, auf dem Velo oder mit dem Trottinett.
  • Bundespräsident Merz reist völlig überraschend nach Libyen und unterzeichnet einen Vertrag zur Beilegung der Krise und Freilassung der festgehaltenen Schweizer. Darin entschuldigt sich die Schweiz für die „ungerechtfertigten“ und „unnötigen“ Massnahmen der Genfer Behörden gegen Hannibal Ghadhafi.
  • Der Velovignette droht das Aus. Die Verkehrskommission des Nationalrates teilt ohne Gegenstimme die Ansicht des Ständerates, dass der Kleber als Versicherungsnachweis nicht mehr zeitgemäss sei.

September

  • Polo auf Platz eins. Es kann nur einen geben: Polo Hofer steigt mit seinem 28. Album direkt auf Platz eins der Schweizer Album-Charts ein.
  • FDP-Ständerat Didier Burkhalter wird Nachfolger von Pascal Couchepin im Bundesrat.
  • Dimitri Medwedew und seine Frau Swetlana treffen zum ersten Staatsbesuch eines russischen Präsidenten ein. Bern erhält als Geschenk die beiden Bären Mischa und Mascha.
  • Mit 51 Prozent Nein lehnen die Stadtberner Stimmberechtigten die SP-Initiative für einen autofreien Bahnhofplatz ab.

Oktober

  • 40‘000 Menschen strömen ans Eröffnungsfest des Bärenparks. Kurz vor der Eröffnung mussten die Stadtbauen Bern zugeben, dass die Kosten debakulös aus dem Ruder gelaufen sind: Statt knapp 10 Millionen Franken kostet die Anlage nun schlimmstenfalls 24 Millionen.
  • Die Sanierung der Kinderklinik des Inselspitals kostet neu rund 143 Millionen Franken - ein Drittel mehr als ursprünglich geplant.
  • Nach massiver Kritik an der Planung des Berner Tiefbahnhofs lässt der Kanton Bern neue Varianten prüfen.

November

  • Das Ende der Teilung: Zum 20. Jahrestag des Mauerfalls haben in Berlin Zehntausende Menschen bei strömendem Regen das „Fest der Freiheit“ gefeiert. Politiker aus aller Welt würdigten den 9. November 1989 als Zeitenwende.
  • Sternstunde im Schweizer Fussball: die U17-Talente haben im WM-Final Nigeria 1:0 besiegt. Haris Seferovic schoss das Goldtor.
  • In Bern steigt ein geistig behinderter Mann ins Gehege des neuen Bärenparks. Er wird vom Bären Finn angegriffen und verletzt. Ein Polizist schiesst Finn an. Der Bär und der Mann überleben.
  • Überraschend und deutlich mit einem Ja-Anteil von 57,5 Prozent nimmt das Schweizer Stimmvolk ein Minarettverbot in die Verfassung auf. Die Abstimmung wirft im In- und Ausland hohe Wellen.

Dezember

  • Berner Brücken werden als Notmassnahme provisorisch mit einem Gitterzaun gesichert. Seit dem Sommer haben die Brückensuizide dramatisch zugenommen.
  • „Mausschwänze neu wertlos“ - Schluss mit der Mausjagd in der 1‘500-Seelen-Gemeinde Ersigen: Per Ende Jahr wird dort die Mausschwanzprämie aufgehoben. Jahrzehntelang konnten sich damit vor allem die Landwirte ein Taschengeld dazuverdienen.
  • Das Atomkraftwerk Mühleberg erhält vom Uvek eine unbefristete Betriebsbewilligung.

Headlines aus: Berner Zeitung, Blick und Der Bund des Jahres 2009

 

2009 - innerhalb der Gemeindegrenze

  • Bruno Schröter (EVP) eröffnet am 22. Januar - vier Jahre nach seinem letzten Präsidialjahr - die 10. Legislaturperiode. Die Sitzverteilung nach den letzten Kommunalwahlen: SP/Grüne 14, SVP 10, FDP 4, EVP 5, CVP 2, FORUM 5.
  • „Ein Stück Geschichte abgeholzt“ - Zum Schluss hat sie die Sicherheit gefährdet. 150 Jahresringe zählt die Sommerlinde im Seepark. Der Baum mit einem Stamm von 1 Meter 90 Durchmesser und einer stattlichen Höhe von 18 Meter musste im Februar gefällt werden.
  • „Eine neue Residenz für Senioren“ - 48 Millionen investierte die Zürcher Tertianum AG in den Ostermundiger Mitteldorfpark. Im März wird die Seniorenresidenz eröffnet. 81 Appartements umfasst der vierstöckige Komplex.
  • „110. Beitrag der Schweiz zur Verbesserung der Welt“ - Michelle Hunziker, die schönste Frau der Welt. Gott betrachtete sein Werk und sah, dass es gut war. Gut? Das kann man laut sagen. Es war prächtig. Als es um die Frage ging, wo das einzigartige Geschöpf aufwachsen soll, fiel die Entscheidung: Ostermundigen. Nicht zum ersten Mal. Schon Ursula Andress, auch ein Meisterwerk, kam in Ostermundigen zur Welt. Ostermundigen. Die Wege des Herrn sind unergründlich.
  • An der Mai-Sitzung verteilt der Präsident Bruno Schröter ein Rasierset an die Parlamentsmitglieder; Kollektion „Ratspräsident“ - damit inskünftig die Sitzungen „sauber und glatt“ durchgeführt werden können.
  • „Zurück zum alten Wappen“ - Ostermundigen lanciert im Mai ein neues Erscheinungsbild. Vor neun Jahren hat es ausgedient, das Ostermundiger Wappen. Nun wird es wieder aus der Versenkung geholt. Ab sofort will die Gemeinde Ostermundigen frisch, jugendlich und vor allem einheitlich auftreten.
  • Die Buslinie Nr. 10 soll auf der Strecke Ostermundigen nach Köniz durch ein Tram ersetzt werden. Für das Vorprojekt „Tram Region Bern“ bewilligt das Parlament einen Kredit von über 600‘000 Franken.
  • „Behörden- und Verwaltungsreform“ - sechs Jahre nach dem Eingang des parlamentarischen Vorstosses kann das Parlament einen ersten Zwischenbericht zur Kenntnis nehmen. Ausserdem werden die Grundsatzentscheide für einen 7er-Gemeinderat und die Beibehaltung der ständigen Kommissionen gefällt.
  • Das Gartencenter Wyss Samen und Pflanzen AG muss einer Überbauung an der Schosshaldenstrasse in Bern weichen. Die Firma soll neu neben der Gärtnerei der UPD Waldau zu liegen kommen. Das Parlament bewilligte im Juli die notwendige Überbauungsordnung mit Zonenplanänderung.
  • Im September bremste das Parlament den „Neubau Verwaltungszentrum“. Nach elf Änderungsanträgen entschieden sich die Parlamentsmitglieder, das Geschäft in zwei Lesungen vorstellen zu lassen. Die Fortsetzung resp. zweite Lesung folgt im nächsten Jahr.
  • Entgegen dem Willen des Gemeinderates hat sich das Parlament am 29. Oktober grossmehrheitlich für den Erwerb einer neuen, den aktuellen Bedürfnissen entsprechenden Autodrehleiter als Ersatz für die 28 jährige ADL eingesetzt. Nach diversen Abklärungen soll das Parlament im Mai 2010 definitiv über eine Anschaffung beschliessen können.
  • Der Ratsausflug fand am Nachmittag des 29. Mai statt und führte die Teilnehmerinnen und Teilnehmer nach Kirchberg zu einer Besichtigung der Firma FLYER (Elektrovelos) und zum Schloss Landshut nach Utzenstorf.

Hier noch etwas Statistik: Der scheidende Ratspräsident konnte an sieben Sitzungen, während 22 ¾ Stunden, 90 Geschäfte (davon 24 politische Vorstösse) beraten lassen. Der Ratssekretär durfte die stattliche Anzahl von 361 Seiten an Protokoll (Vorjahr 388) verfassen!

Quelle: Berner Zeitung, Der Bund und Ratsprotokolle Nr. 1 - 7 des Jahres 2009

2008 - über die Gemeindegrenze geschaut

Januar

  •  „Ist der Cervelat noch zu retten?“ Mit einem Appell an die Politik will die Fleischwirtschaft den Cervelat retten. Ein ganz wesentlicher Bestandteil der Wurst, die Haut, ist aus brasilianischem Rinderdarm. Dieser Rinderdarm geht jetzt zu Neige. Per 1. April 2007 hat die EU ein Importverbot für Rinderdärme aus Brasilien verhängt.

Februar

  • „Castro tritt ab“ Eine Ära ist zu Ende - nach einem halben Jahrhundert. Der kranke Fidel Castro (81) tritt als Präsident und Oberkommandierender Kubas ab.

März

  • „Cervelat bangt um sein Aussehen“ Die Rettung der Cervelat, wie die Nation sie kennt, ist in naher Zukunft nicht zu erwarten. Es gibt aber ein Notfallkonzept. Dieses hat mit der Krümmung der Wurst zu tun, wie Bundesrätin Doris Leuthard im Ständerat erklärte.
  • „1 US-Dollar = 0,9986 Franken“ historischer Tiefstand. Zum ersten Mal in seiner Geschichte ist der US-Dollar am 14. März - wenn auch nur für einen kurzen Moment - unter die Parität zum Franken gefallen.

April

  • „Tierpark will JJ3 Asyl bieten“ Der Berner Tierparkdirektor Bernd Schildger hat für den Bündner Problembären JJ3 Asyl angeboten. Kanton Graubünden und Bund lehnen dies jedoch ab: Töten sei besser als einsperren.
  • „Der Bär ist tot - es lebe der Bär“ Nach Braunbär Bruno, der 2006 in Bayern erlegt wurde, hat nun auch JJ3, einer seiner Brüder, Pech gehabt: Weil er sich nach seiner Einwanderung im Juni 2007 in die Schweiz nicht an die eidgenössischen Vorgaben hielt, ist er am Montagabend, kurz nach seinem bösen Erwachen aus dem Winterschlaf, „im Raum Thusis“ erschossen worden.

Juni

  • „Torres erfüllt Spanien den grossen Traum“ Erstmals seit 1964 ist Spanien im Fussball wieder Europameister. Dank einer begeisternden Leistung, setzten sich die Spanier im Endspiel gegen Deutschland hochverdient durch.

August

  • „Beromünster verstummt“ Ein Stück Schweizer Radiogeschichte geht zu Ende: Nach 77 Jahren stellt der geschichtsträchtige Mittelwellen-Sender Ende Jahr seinen Betrieb ein. Was mit der denkmalgeschützten Anlage passiert, ist noch unklar.
  • „Die Mundart soll bleiben“ Petition „Fertig Bärndütsch?“ 13‘108 Bernerinnen und Berner wollen, dass die berndeutsche Mundart nicht aus der Volksschule verdrängt wird.

September

  • „Der neue Berner Bär heisst Finn“ Der seit März im Tierpark lebende Bär aus Finnland hat nun einen Namen: Er heisst - passend zu seiner Herkunft - Finn.
  • „Einfach ein gutes Gefühl“ Er misst exakt 28 mal 32 mal 7 Zentimeter; ist aus Karton gefertigt, heute oft mit Kunststofffolie überzogen und mit einem Kantenschutz aus Metall versehen, und er enthält eine gleichzeitig simple wie ausgeklügelte Abheftmechanik: der Bundesordner. Vor 100 Jahren wurde er in der Schweiz erstmals hergestellt.

Oktober

  • „Berns Zukunft ist da“ Am 8. Oktober um 10 Uhr ist es tatsächlich so weit: Das Freizeit- und Einkaufszentrum Westside in Bern-Brünnen öffnet nach nur 40 Monaten Bauzeit seine Tore. Die Migros-Aare hat in den Bau 500 Millionen Franken investiert.
  • „Staatsmilliarden für UBS“ Bund und Nationalbank verpassen der UBS eine dringend benötigte Liquiditätsspritze. 68 Milliarden fliessen zur Grossbank.

November

  • „Amerikas neues Gesicht“ Barack Obama zieht als erster Schwarzer ins Weisse Haus ein. Der Erwartungsdruck auf den neuen Präsidenten der USA ist enorm. Rund 140 Jahren nach Abschaffung der Sklaverei setzte sich der 47-jährige Demokrat gegen seinen republikanischen Rivalen John McCain klar durch.

Dezember

  • „Der Oberinspektor ist tot“ Horst Tappert, der es als Derrick zu Weltruhm brachte, ist 85-jährig gestorben.
  • „Das Jahr der Banken“ Die Banken haben eine Wirtschaftskrise von historischem Ausmass verursacht. Was mit völlig undurchschaubaren Bankgeschäften begann, hat die ganze Weltwirtschaft ins Taumeln gebracht. Rund um den Globus versuchen Regierungen mit Hilfsaktionen Schlimmeres zu verhindern. Stolze, kapitalstarke Grossbanken sind zu kümmerlichen Zwergen geworden.
  • „Die Schweizer Nationalwurst überlebt“ Während der Grillsaison 2009 muss niemand auf die Cervelat verzichten - ihre langfristige Zukunft ist aber noch ungesichert.

Headlines aus: Berner Zeitung, Blick, Der Bund, Wikipedia des Jahres 2008

2008 - innerhalb der Gemeindegrenze

  • „Das wird kein einfaches Jahr“ war vom neuen Parlamentspräsident Peter Wegmann (FDP) in einem BUND-Interview zu lesen. Und „Ich denke laut über eine Redezeitbe-schränkung nach.“ Diese Aussage musste der Ratspräsident an der Sitzung vom 30. Oktober zur Anwendung bringen.
  • „Linker Ruf nach mehr Polizei“ - Ostermundigen im Wahlfieber: Ein Sozialdemokrat ruft nach mehr Polizei. In einer Motion fordert er vom Gemeinderat, „die Präsenz von Polizeipatrouillen im öffentlichen Raum deutlich zu erhöhen.“ Die Mehrkosten dürften bis 100‘000 Franken betragen. Gemäss eigenen Berechnungen reiche dies für rund 1‘250 Patrouillenstunden.
  • „Ja zur mehr Integration“ Mundigens Gemeindeparlament hat für das Frühförderungsprogramm von Kleinkindern 150‘000 Franken gesprochen. Mit dem Projekt „Zusammenleben in Ostermundigen (ZIO)“ will die Gemeinde die bestehenden Integrationsangebote besser vernetzen und ausbauen.
  • „Gewinn statt Defizit“ Ostermundigens Rechnung schliesst 2,8 Millionen Franken besser als budgetiert. Der gute Rechnungsabschluss ist vor allem auf zusätzliche Steuereinnah-men von 1,1 Millionen Franken zurückzuführen.
  • „Fünf Millionen mehr für Dennigkofen-Schule“ 20,8 Millionen Franken reichten für die Sanierung und den Ausbau der Schulanlage Dennigkofen nicht aus. Damit der in den 90er-Jahren begonnene Umbau der Schule wieder aufgenommen werden kann, braucht es zusätzliche 5 Millionen Franken. Die Arbeiten sollen 2010 abgeschlossen sein.
  • „Ein Werk von Profis“ Das Parlament sprach sich am 22. Mai einstimmig für eine Neuauf-gleisung der Behörden- und Verwaltungsreform aus. Doch bis zur endgültigen Vorlage ist der Weg noch weit. Nach der groben Terminplanung könnten die Reformpläne im 2013 in Kraft treten.
  • „Jassen fürs Ansehen“ Gemeinderat und SVP waren dagegen, dennoch: Ostermundigen bewirbt sich für die Primetime-TV-Sendung „Donnschtig-Jass“.
  • „24 zusätzliche KITA-Plätzen bis 2011“ In der Gemeinde Ostermundigen gibt es nicht ge-nügend Kinderbetreuungsplätze. Dies soll sich nun ändern. Das Parlament überwies eine überparteiliche Motion, die zusätzliche KITA-Plätzen fordert, ohne Gegenstimme.
  • „Über 30 Millionen Franken für neue Leitungen“ Bis 2015 sind in Ostermundigen über 1‘000 Neuwohnungen geplant. Diese brauchen zusätzliche Wasser- und Abwasserleitungen. Das Parlament hat am 11. September einen Rahmenkredit von 31,2 Millionen Franken gesprochen. Der Souverän hat dem Geschäft mit einem Ja-Stimmen-Anteil von über 90 Prozent ebenfalls zugestimmt.
  • „Den Zug nicht verpassen“ Der Bahnhof Ostermundigen ist gar nicht behindertenfreund-lich. Dies könnte sich schon bald ändern, denn das Parlament hat am 30. Oktober eine entsprechende Motion überwiesen. Der Gemeinderat schlägt vor, den geplanten Ausbau der Unterführung vorzuziehen.
  • „Aufschwung lässt auf sich warten“ Erneut budgetiert Ostermundigen ein Defizit. Das Parlament stimmte dem Voranschlag 2009 am 11. Dezember nur murrend, aber ohne Änderungen zu. Der Gemeindepräsident rief zu Optimismus auf.
  • Der Ratsausflug fand am Nachmittag des 5. September statt und führte gerade einmal 12 Teilnehmerinnen und Teilnehmer nach Worb zu einer Brauereibesichtigung.

Hier noch etwas Statistik: Der scheidende Ratspräsident durfte an 7 Sitzungen, während über 24 1/2 Stunden, 93 Geschäfte (davon 35 politische Vorstösse) beraten lassen. Neuer Rekord: Der Ratssekretär durfte die unglaubliche Anzahl von 388 Seiten an Protokoll (Vorjahr 368) verfassen!

Quelle: Berner Zeitung, Der Bund, Ratsprotokolle Nr. 1 - 7 des Jahres 2008

2007 - über die Gemeindegrenze geschaut

Januar

  • Mit über 30'000 Zuschauern ging das 100. Berner Derby im Stade de Suisse als europäischer Rekord in die Geschichte ein. Auf dem Eis hatten die Tiger keine Chance gegen den SC Bern. 5 : 2 hiess es am Ende, womit die Langnauer gut bedient waren.
  • Microsoft lanciert Windows Vista. Nur Freaks steigen sofort um.
  • Swisscom stellt die 111 ein. Neu gibt sie Auskunft unter Tel. 1811.

Februar

  • „Jung, solo, verschuldet“ - 25- bis 34-jährig, Single und ohne Ausbildung. Das ist laut einer Studie der typische schweizerische Schuldner.
  • Im Swissair-Prozess fordert die Staatsanwaltschaft für die 19 Angeklagten jeweils eine Gefängnisstrafe zwischen 6 und 28 Monaten.

März

  • „Was hätte Dällebach Kari gewollt?“ Das Stadtparlament findet ihn eines Denkmals würdig, beschliesst aber, keines aufzustellen.
  • Der legendäre Berner Bär Urs ist tot. Der Mutze lebte 28 Jahre im Bärengraben. Wegen schwerer Arthrose wird er eingeschläfert.
  • Die Volksinitiative für eine Einheitskrankenkasse wird mit 71,2 Prozent Nein-Stimmen abgelehnt.

April

  • Im Tessin werden Restaurants, Bars, Verwaltung, Schulen, Taxis, Museen und Einkaufszentren zu rauchfreien Zonen.
  • Den Wildschweinen im Kanton Bern geht es prächtig: 830 Tiere sollen hier leben. Doch glauben mag dies niemand.
  • Genfer Sternforscher haben den ersten Planeten ausserhalb unseres Sonnensystems entdeckt - möglicherweise bewohnbar.

Mai

  • „Berner sind messbar langsam“ - Auf der Rangliste einer internationalen Studie über die Geschwindigkeit von Fussgängern rangieren sie auf dem drittletzten Platz.
  • „Männer erhalten mehr Zeit für ihre Babys“ - Per 1. Juni 2007 erhalten Angestellte der Gemeindeverwaltung Bolligen einen bezahlten, 15-tägigen Vaterschaftsurlaub.
  • Die letzte Folge, Nr. 288, von „Lüthi und Blanc“ läuft im Schweizer Fernsehen.

Juni

  • „Die Flut bringt Tod und Chaos“ - Nach sintflutartigen Regenfällen ist die Region Huttwil im Ausnahmezustand. Für drei Personen kam jede Hilfe zu spät.
  • Nach achtjähriger Bauzeit wird der Lötschberg-Basistunnel eröffnet. In Kandersteg steigt ein grosses Volksfest.
  • Der Schweizer Regisseur Marc Forster dreht den nächsten „James Bond“.

Juli

  • „Die Schweiz eine Segelnation“ - Alinghi gewinnt in Valencia zum zweiten Mal den America’s Cup.
  • Die Fans von „Harry Potter“ sind erlöst: Der letzte Band ist endlich da!

August

  • „Mit dem Niederflurbus auf die Autobahn“ - Pendlerinnen und Pendler aus Freiburg haben einen doppelt so langen Arbeitsweg als normal: Weil seit den Unwettern der letzten Woche die Zugstrecke unterbrochen ist, müssen sie mit Bussen hin- und herfahren.
  • „Ländlerfans verschaffen sich Gehör“ - SRG-Direktor Armin Walpen wird von der nationalrätlichen Medienkommission vorgeladen. Er soll den Entscheid erklären, die Volksmusik von DRS 1 zu verbannen.
  • „Der König bleibt auf dem Thron“ - Der Schwingerkönig 2007 heisst wie 1998 und 2004 Jörg Abderhalden. Der Toggenburger setzte sich im Schlussgang von Aarau gegen den Bündner Stefan Fausch durch.

September

  • „Abschied von Big P.“ - Der wohl bekannteste und kommerziell erfolgreichste Opernsänger der Welt, Luciano Pavarotti, stirbt.
  • Die Finanzierung des längst geplanten Berner Bärenparks ist endlich gesichert.

Oktober

  • „Berns bittere Blamage“ - Aus dem bewilligten SVP-Umzug durch die Altstadt und dem Fest auf dem Bundesplatz wurde nichts. Bei schweren Ausschreitungen wurden 21 Personen verletzt. Die Kritik an Polizei und Regierung ist heftig.
  • „Ampelmännchen im Visier der Grünen“ - Das Grüne Bündnis fordert geschlechtsneutrale Piktogramme. In den Verkehrsampeln der Bundesstadt sollen nicht nur Männchen aufleuchten, sondern auch Ampelfrauen. Der Gemeinderat lehnte das ab.

November

  • Die Gemeinde Oberwald VS möchte auf der Grimselpasshöhe das grösste Windkraftwerk der Schweiz bauen.
  • Walliser Käseproduzenten erhalten kein Monopol auf den Begriff „Raclette“. Das Bundesgericht hat dem Walliser Milchverband die Eintragung von „Raclette“ als geschützte Ursprungsbezeichnung verwehrt.
  • Launisches Wetter und Klimakapriolen haben das Weinjahr 2007 geprägt. Mit Ausnahme der vom Julihagel betroffenen Weindörfer können sich Winzer und Weingeniesser jedoch freuen: Das Jahr 2007 hat zwar wenig, aber umso besseren Wein gebracht.

Dezember

  • „Dr Schacher Seppli“ gewinnt die Auszeichnung „grösster Schweizer Hit“.
  • 16'000'000'000.-- Franken muss die UBS wegen der US-Hypothekenkrise abschreiben. Erstmals in der Geschichte der Schweizer Grossbank droht ein Verlust. Verwaltungsratspräsident Ospel hält sich im Amt.
  • „Blocher abgewählt - wie weiter?“ - Die Anti-Blocher-Allianz hat mit ihrer Sprengkandidatin Widmer-Schlumpf triumphiert: Bundesrat Blocher wurde abgewählt.

Headlines aus: Berner Zeitung, Blick und Der Bund per 2007

 

2007 - innerhalb der Gemeindegrenze

  • 'Ums Wohl der Jungen besorgt' war von der neuen Parlamentspräsidentin Marianne Neuenschwander (SP) in einem Interview im Der Bund zu lesen. Und „Ich werde mich als Ratspräsidentin nicht scheuen, bei Bedarf in die Diskussion einzugreifen.“ Diese Aussage musste die Ratspräsidentin nie zur Anwendung bringen.
  • Im Februar stimmte das Parlament dem Verkauf der Gemeindeliegenschaften Untere Zollgasse 8 und 10 sowie Rütiweg 92 - 98 und 102 für die Gesamtsumme von 13,45 Mio. Franken zu. Das „Reglement über die Benützung von öffentlichen Park-/Grünan-lagen“ wird genehmigt.
  • Im März wird für die Errichtung der Hochzone Rüti und die Sanierung der Abwasserleitungen ein Kredit von 5,46 Mio. Franken bewilligt. Der Souverän sagte im November ebenfalls Ja zur Hochzone Rüti.
  • An der Marathonsitzung vom 10. Mai werden neben der Genehmigung der Rechnung 2006 und des Verwaltungsberichts 2006 auch der Anschluss der Schulanlage Mösli an das Netz der Wärmverbund Marzili AG zugestimmt.
  • Im Juni hat der GGR im Zusammenhang mit der Behörden- und Verwaltungsreform beschlossen, die Teilrevisionen der Gemeindeordnung sowie des Wahl- und Abstimmungsreglements zurückzuweisen. Gleichzeitig setzt er eine nichtständige parlamentarische Kommission ein, mit dem Auftrag, das Führungsmodell und die Auswirkungen auf die Verwaltung aufzuzeigen.
  • Am 13. September sind alle Ratsmitglieder zur Sitzung in den TELL gekommen. Unter Namensaufruf wird die Überbauungsordnung und das Bauprojekt „Bernstrasse-West“ (Abschnitt Bahnhofstrasse bis Zollgasse genehmigt und hiefür ein Kredit von 2,75 Mio. Franken bewilligt. Der Beschluss des GGR (20 zu 19 Stimmen) wurde Ende November vom Souverän klar abgelehnt. In diesem Zusammenhang wurde für den Ersatz und Neubau von Wasser- und Abwasserleitungen in der Bernstrasse (inkl. angrenzende Strassen) ein Kredit von 4 Mio. Franken genehmigt. Der Souverän hat diesem Geschäft zugestimmt.
  • Im November werden das Budget 2008 sowie der Finanzplan und das Investitionsprogramm 2008 - 2012 genehmigt. Des Weiteren wird der revidierten Version des „Reglement für ausserordentliche Lagen“ zugestimmt.
  • In der Dezembersitzung fanden diverse Ersatzwahlen statt. Ausserdem wurde für die Schaffung von vier Jahresarbeitsplätzen für Beschäftigungs- und Integrations-massnahmen von Personen aus Ostermundigen, welche Sozialhilfe beziehen, ein jährlich wiederkehrender Kredit von Fr. 64'000.-- bewilligt.
  • Der Ratsausflug fand am Nachmittag des 14. September statt und führte 22 Teilnehmerinnen und Teilnehmer ins Greyerzerland auf den Moléson.

Hier noch etwas Statistik: Die scheidende Ratspräsidentin durfte an 7 Sitzungen, während über 23 Stunden, 103 Geschäfte (davon 25 politische Vorstösse) beraten lassen. Neuer Rekord: Der Ratssekretär durfte die sagenhafte Anzahl von 368 Seiten an Protokoll (Vorjahr 355) verfassen!

Quelle: Ratsprotokolle Nr. 1 - 7 des Jahres 2007

2006 - über die Gemeindegrenze geschaut

Januar

  • 2006 dürfte als Jahr des Sparens in die Geschichte eingehen. Gespart wird nicht nur bei Bund, sondern flächendeckend auch in den Kantonen und Gemeinden. Langzeitschäden mit Folgekosten sind absehbar.
  • Novartis Konzernchef Daniel Vasella kassiert fürs gut verlaufene Geschäftsjahr 2005 den Betrag von 21,3 Millionen Franken.

Februar

  • „Feinstaubalarm“ - Tempo 80 auf Autobahnen in 11 Schweizer Kantonen ist von den Automobilisten weitgehend respektiert worden. Die Feinstaubwerte sind immer noch zu hoch.
  • Die Vogelgrippe erfasst die Schweiz: In Genf wird das Virus bei einem Gänsesegler nachgewiesen. Am Bodensee werden Überwachungszonen eingerichtet. Die Behörden warnen vor einer Hysterie. Es gilt Stallpflicht für sämtliches Schweizer Geflügel.

März

  • Schlagzeile vom ersten März-Wochenende: „Schweiz versinkt im Schnee“. Am Sonntag fiel mancherorts so viel Schnee wie noch nie seit Beginn der Messungen im 1931.
  • Der Ständerat beschliesst Biersteuergesetz. Mit jeder Stange spülen sie rund 10 Rappen in die Staatskasse. Das macht jährlich 100 Millionen Franken, welche auf diesem Weg in die Bundeskasse fliessen. Die Steuer wird EU-kompatibel neu bemessen, und zwar aufgrund des Stammwürzegehalts.

April

  • „Zürcher Böögg gestohlen“ - Fünf Tage vor dem Zürcher Sechseläuten ist der Böögg entführt worden. Von Schneemann, Knallkörpern und den Tätern fehlt jede Spur.
  • Italien sagt Ciao zu Berlusconi und Bundesrat Deiss kündigt seinen Rücktritt an. Der neue Mister Schweiz heisst Miguel San Juan. Der Mord an Corinne Rey-Bellet schockiert die Schweiz.

Mai

  • „Schritt in die Freiheit“ - Schweizer Geflügel darf am 1. Mai nach 70 Tagen Stallpflicht wieder ins Freie. Die Situation um die Vogelgrippe hat sich deutlich entspannt.
  • Die Glarner Landsgemeinde hat einen Überraschungscoup gelandet: Die heute 25 Gemeinden werden zu drei grossen Einheitsgemeinden zusammengefasst.

Juni

  • „Felssturz im Kanton Uri“ - A2 bleibt über Pfingsten gesperrt. Felsbrocken aus 700 Metern Höhe fielen auf die Autobahn und die Kantonsstrasse und töteten zwei Personen.
  • „Nichts gegen das Feierabend-Bier“ - Die Brauer möchten die Biersteuer senken; das sei nur gerecht.
  • Die Alkohol-Fachleute warnen - das sei gefährlich. Für die Aktion „bike to work“ konnte die IG Velo schweizweit rund 20'000 Pendlerinnen und Pendler mobilisieren.
  • „Fussball kann ihre Gesundheit gefährden“ - Die WM generiert nicht nur Tore, Tränen und Triumphe. Die Anzahl der Herzinfarkte steigt in dieser Zeit massiv an.

Juli

  • Italien gewinnt die Fussball-Weltmeisterschaft. Rudi Carell erliegt einem Krebstumor, Roger Federer gewinnt Wimbledon zum vierten Mal in Folge und es wird sehr heiss.

August

  • „Doppelter Penaltypunkt im Wankdorf“ - Während sechs Wochen und fünf Spielen hat niemand den falsch platzierten Penaltypunkt im Wankdorf bemerkt.
  • Das Zitat: „Von was reden Sie?“ - Der Finanzjongleur Werner K. Rey im „Sonntags-Blick“ auf die Frage, ob er seine Schulden beim Staat bezahlen werde. Zur Erinnerung: Rey hinterliess Schulden von über 2 Milliarden Franken und schuldet dem Kanton Bern 4 Millionen an Verfahrenskosten.

September

  • Der Bundesrat erhöht die Tabaksteuer. Bald kostet ein Päckli Fr. 6.30. Mehreinnahmen für den Bund verspricht sich die Landesregierung davon nicht. Sie hofft vielmehr, dass der Konsum und so auch die Zigarettenverkäufe zurückgehen, namentlich bei Jugendlichen.
  • Michael Schumacher kündigt seinen Rücktritt an.
  • „Letzter Rettungsversuch geplatzt“ - Erich von Dänikens Mystery Park in Interlaken ist am Ende und muss spätestens im November schliessen.

Oktober

  • Aufsteller für Polo „National“ Hofer nach seiner schweren Bauchspeicheldrüsen-Erkrankung: Das TV-Publikum wählt seine „Alperose“ zum grössten Schweizer Hit der letzten 70 Jahre.
  • „Rekordverdächtig heiss“ - 26. Oktober, 17.15 Uhr, Bern, im Rosengarten: Man konnte noch draussen in der Gartenbeiz sitzen, hemdsärmlig, im T-Shirt, ohne zu frieren. In Altdorf wurden 27,5 Grad, in Chur 26,4 Grad gemessen, in Bern knapp über 20 Grad.

November

  • „Tram Bern West auf Kurs“ - Der Souverän der Stadt Bern hat deutlich Ja zu einem besseren ÖV gesagt. Damit ist ein weiterer Meilenstein erreicht, damit BernMobil Ende 2010 das Tram nach Brünnen, Bethlehem und Bümpliz in Betrieb nehmen kann.
  • Marke Schweiz: „Heimatschutz fürs Schweizer Kreuz“. Der Bundesrat will das Schweizer Kreuz besser schützen. Wo „Schweiz“ draufsteht, muss künftig auch Schweiz drin sein.

Dezember

  • Micheline Clamy-Rey wird zur Bundespräsidentin gewählt, in Basel erschreckt ein Erdbeben die Leute, Clay Regazzoni verunglückt tödlich und in Chile stirbt Ex-Diktator Pinochet. Der irakische Ex-Diktator Saddam Hussein wird in Bagdad hingerichtet.

Headlines aus: Berner Zeitung, Blick, Der Bund, Coopzeitung und 20 Minuten per 2006

2006 - innerhalb der Gemeindegrenze

  • „Kein Basar - sondern klipp und klar“ war vom neuen Parlamentspräsidenten Erich Blaser (SVP) in einem Interview in der BZ zu lesen. „Grundsätzlich sollten die Sitzungen nicht länger als zweieinhalb Stunden dauern.“ Immerhin drei von insgesamt sieben Ratssitzungen konnten die Zeitlimite einhalten.
  • Im Februar wird die Teilrevision des Wasserreglements nach der Behandlung von 12 Änderungsanträgen sowie einem Rückweisungsantrag grossmehrheitlich genehmigt. An der Sitzung wird ebenfalls dem revidierten Abwasserreglement zugestimmt.
  • Im März wird die Motion N. Riesen (SP) betreffend die Erteilung des Ehrenbürgerrechts von Ostermundigen für Ursula Andress eingereicht. Diese Motion hält die Gemeindeschreiberin sowie den Eventmanager das ganze restliche Jahr über auf Trab.
    Am 18. Mai wurde die vorerwähnte Motion erheblich erklärt. Frau Andress feierte an diesem Abend in Edinburgh auf einer Yacht der britischen Royals ihren siebzigsten Geburtstag. Der Gemeindeschreiberin fiel nach der Sitzung die grosse Ehre zu, kurz vor Mitternacht die Jubilarin über die Annahme der Motion zu orientieren.
  • Im Juni durften die Parlamentarierinnen und Parlamentarier im Tellsaal auf neuen Stühlen Platz nehmen. Unter dem Kapitel „Behörden- und Verwaltungsreform“ wurden erste Nägel mit Köpfen eingeschlagen: Ein „Steuerungsausschuss“ wurde mit dem Ziel ins Leben gerufen, die Angelegenheit weiter zu verfolgen.
  • Im September wird das Ferienheim in Kandersteg verkauft. Ebenfalls orientiert der Gemeinderat über den Konkurs der Brasserie TELL.
  • Im Oktober wurde die Kreditabrechnung für das Projekt „Wege zu Klee, Teil Ost“ dem Parlament vorgestellt. Dank Subventionen und Sponsorenbeiträgen konnte von einer Kostensummen von Franken „Null“ Kenntnis genommen werden.
  • Events: Der Ratsausflug fand am Nachmittag des 10. Novembers statt und führte 28 Teilnehmerinnen und Teilnehmer zu Betriebsbesichtigungen der Chocolat Ammann AG in Heimberg und der Brauerei Felsenau. Am 16. Dezember fand die Feier „Ehrenbürgerin Ursula Andress“ statt. Höhepunkt war die Urkundeübergabe im extra für diesen Anlass reservierten und gestylten Restaurant Bären. In fast sämtlichen Schweizer Medien wurde exklusiv über diesen Anlass berichtet.

Hier noch etwas Statistik: Der scheidende Ratspräsident liess die November-Sitzung ausfallen. An sieben Sitzungen wurden 98 Geschäfte (davon 25 politische Vorstösse, 12 Wasser- oder Abwasserthemen) während 21 Stunden beraten. Der Ratssekretär durfte die stattliche Anzahl von 355 Seiten an Protokoll (Vorjahr 362) verfassen.

Quelle: Ratsprotokolle Nr. 1 - 7 des Jahres 2006

 

2005 - über die Gemeindegrenze geschaut

Januar

  • Die USA beenden die Suche nach Massenvernichtungs-waffen in Irak. Die Suche blieb ergebnislos.
  • Mit Vergiftungsaktionen werden im Kanton Bern durch Wildhüter rund 1'000 Rabenkrähen getötet.

Februar

  • Auf der Stafelalp eröffnet der Kanton Bern ein neues Minimalzentrum für Asylsuchende.
  • Bei der alpinen Ski-WM in Bormio geht die Schweiz erstmals seit 1966 leer aus.

März

  • Das Shoppyland Schönbühl wird 30-jährig. Migros-Aare plant die Erneuerung für 140 Mio. Franken.
  • Das Hotel Schweizerhof bleibt wegen Renovation geschlossen - für immer, wie sich später herausstellt.

April

  • Nach 26-jährigem Pontifikat stirbt Papst Johannes Paul II. am Abend des 3. April. Seit 482 Jahren wird ein Deutscher zum Nachfolger gewählt: Kardinal Joseph Ratzinger. Er nennt sich Benedikt XVI.
  • Mit zwei Sprengungen wird der 34,6 Kilometer lange Lötschberg-Basistunnel durchschlagen.

Mai

  • Die S-Bahn-Station Bern-Wankdorf wird eingeweiht.
  • Der 18-jährige Thomas Lüthi aus Linden gewinnt in Le Mans in den 125-er Klasse seinen ersten Grand Prix.

Juni

  • Die Schweizer sagen Ja zum Abschluss an die Polizei- und Asylabkommen Schengen/Dublin. Ein Ja gibt es zum Partnerschaftsgesetz für Homosexuelle.
  • Nach präsidialem Stichentscheid spricht sich der Berner Grosse Rat gegen Rauchverbote in Restaurants aus.
  • Nach einem Kurzschluss mit Stromausfall bricht der Zugverkehr der SBB in der ganzen Schweiz zusammen.

Juli

  • Zum dritten Mal in Serie gewinnt Roger Federer in Wimbledon.
  • Nach über 100 Jahren kehrt der Braunbär in die Schweiz zurück. Das Tier ist aus dem Südtirol eingewandert.

August

  • Am Nationalfeiertag schreien auf dem Rütli Hunderte Rechtsextreme Bundespräsident Schmid nieder.
  • Simone Niggli-Luder kehrt mit vier Goldmedaillen von der Orientierungslauf-WM in Japan zurück.
  • Niederschläge wie vielerorts noch nie seit Beginn der Messungen lassen in der Nacht vom 21./22. August in der Schweiz Flüsse und Bäche über die Ufer treten. Mehrere Menschen sterben in Schlammlawinen oder in den reisenden Fluten. Im Kanton Bern sind vor allem Brienz, Oey-Diemtigen, das Frutigtal, Guttannen und Grindelwald betroffen. Der Thunersee tritt über die Ufer, und in Bern fliesst die Aare mitten durch das Mattequartier.

September

  • So teuer war Benzin noch nie! Der Liter kostet an den meisten Tankstellen 10 Rappen mehr, d. h. 1,75 Franken.
  • Das Bundesgericht befindet, das Ergebnis der Berner Gemeinderatswahlen müsse nachgezählt werden.
  • Die Schweiz lehnt das Referendum gegen die erweiterte Personenfreizügigkeit ab. Die Berner stimmen dafür, dass künftig nur Gemeinderäte einbürgern sollen. Sie akzeptieren ebenfalls das neue Lehreranstellungsgesetz.

Oktober

  • Ein Erdbeben der Stärke 7,6 erschüttert Südasien. Das Epizentrum liegt im pakistanischen Teil Kaschmirs. Weil die Erde zur Schulzeit bebt, kommen Tausende Kinder in einstürzenden Schulhäusern um.
  • Der Bundesrat verordnet wegen der Vogelgrippe eine landesweite Stallhaltungspflicht für Geflügel.

November

  • Die Schweiz qualifiziert sich trotz einer 2:4 Niederlage in Istanbul gegen die Türkei für die Fussball-WM 2006.
  • Der Bundesrat will die Swisscom privatisieren. Später wird bekannt, dass er auch ein Verbot für weitere Auslandengagements aussprach.

Dezember

  • Der Bundesrat spricht 105 Mio. Franken für Agglomerations-projekte in der Stadt Bern, darunter Tram Bern West.
  • Die SBB und andere Bahnen sind rauchfrei.

Quelle: Der Bund „Jahreschronik 2005“

2005 - innerhalb der Gemeindegrenze

  • Gmotzt hani scho gäng - titelte der „Der Bund“ in seiner Ausgabe vom 8. Januar bei der Vorstellung des höchsten Ostermundigers und Ratspräsidenten Bruno Schröter (EVP). Dieser eröffnet am 27. Januar die 9. Legislaturperiode. Die Sitzverteilung nach den Gesamt-erneuerungswahlen: SP 15, SVP 9, FDP 5, EVP 4, CVP 2, FORUM 3, SD 2.
  • Der GGR zeigt sich bereits im März ausgabefreudig. Er bewilligt 2,25 Mio. Franken für die Innensanierung des Spezialtraktes Mösli, 1,46 Mio. Franken für die Netzerweiterung Wasser und Abwasser in der Bernstrasse/Rütiweg, 0,5 Mio. Franken für die Sanierung der Gebäudehülle des Feuerwehrmagazins und 0,5 Mio. Franken für die erste Etappe der Verlegung der Buslinie 10 auf die Bernstrasse.
  • Seit der Mai-Sitzung steht am Rednerpult speziell für Peter Wegmann „1 Schämeli“ zur Verfügung. Er zeigt sich grosszügig und ist sicher, dass zwei, drei Damen auch froh sind um dieses Möbel. Die Gemeinderechnung sowie der Verwaltungsbericht werden einstimmig genehmigt.
  • Am 23. Juni kann der Ratspräsident alle 40 Ratsmitglieder zur Sitzung begrüssen. Dieser „Ausnahmezustand“ bewog Norbert Riesen im Anschluss an die Sitzung eine Runde zu spendieren. In einem über viereinhalbstündigen Marathon werden der Finanzplan sowie der Infrastrukturvertrag „Oberfeld“ genehmigt. Die Kredite für die Sanierung und die Umgestaltung der Bernstrasse West und für die Strassenlärmsanierung Bernstrasse werden ebenfalls genehmigt. Das Stimmvolk befürwortet letztendlich mit einem Ja-Stimmenanteil von über 77 % die Überbauung „Oberfeld“ ebenfalls.
  • Für die Sanierung der Schulanlage Rüti bewilligt der GGR im September einen Kredit von über 18 Mio. Franken. Der Ratspräsident darf beim Abstimmungsprozedere mit Stichentscheid „das Zünglein an der Waage“ sein. Das Stimmvolk segnet den Kredit mit über 80 % Ja-Stimmen ebenfalls ab. Einer neuen Abfallentsorgungsstrategie per 1.1.2006 wird grossmehrheitlich zugestimmt. Während der Beratung der „Volksmotion betreffend Wildwuchs von Natelantennen“ klingelt im Tell-Saal ein Handy!
  • Nach 39 Wortmeldungen (= 32 Seiten Protokoll) wird das Budget 2006 anlässlich der Oktober-Sitzung genehmigt.
  • Im Dezember werden die Legislaturziele 2005 - 2008 vom GGR zur Kenntnis genommen. Über die Behörden- und Verwaltungsreform wird heftigst debattiert und schlussendlich mit drei Gegenstimmen angenommen. Der Verkauf des Rütihogers wäre ohne Biotopbau fast „ohne Diskussion“ genehmigt worden. Dem Ersatz und Neubau von Wasser- und Abwasserleitungen in den Bereichen Überbauung Oberdorf bzw. Bernstrasse/Waldeckstrasse stimmt der GGR einstimmig zu.
  • Events: Am 18. Juni fand die Eröffnungsfeier „Wege zu Klee“ statt. Höhepunkt war das von Gerry Hofstetter inszenierte Lichtspektakel im Steinbruch. Am 15. August fiel der Startschuss für die Tagesschule in Ostermundigen. Der Ratsausflug fand am Nachmittag des 9. Septembers statt und führte 31 Teilnehmerinnen und Teilnehmer zu einer Betriebsbesichtigung der Firma Lantal Stofffabrik AG und anschliessend zum Brainstorming beim Stadtpräsidenten von Langenthal. Im Anschluss an die Dezember-Sitzung traf sich der GGR im Restaurant „Schützenhaus“ zum traditionellen Racletteessen.

Hier noch etwas Statistik: Der scheidende Ratspräsident liess die November-Sitzung ausfallen. An sieben Sitzungen wurden 88 Geschäfte während 23 ½ Stunden beraten. Der Ratssekretär konnte die „rekordverdächtige“ Anzahl von 362 Seiten an Protokoll (Vorjahr 266) verfassen.

Quelle: Ratsprotokolle Nr. 1 - 7 2005

2004 - über die Gemeindegrenze geschaut

  • „Roboter erforschen den Mars“ - Am 4. und 25 Januar landen die beiden Nasa-Rover „Spirit“ und „Opportunity“ auf dem Mars, schiessen Bilder, graben Löcher in den Sand und raspeln an Steinen.
  • „Der Terror rückt näher“ - Madrid am Morgen des 11. März: In voll besetzten Vorortszügen explodiert eine Reihe von Bomben. 191 Menschen sterben, 1’500 werden verletzt. Die Bluttat macht den Westeuropäern bewusst, dass sie ebenso im Visier des islamistischen Terrors stehen wie die Amerikaner.
  • „Die Neat wird teurer und teurer“ - Der Bau der Neuen Alpentransversale (Neat) verteuert sich weiter. Die Mehrkosten für den Bau des Gotthardbasistunnels und der Lötschbergachse belaufen sich auf 800 Millionen Franken.
  • „50 Jahre Rock’n’Roll“ - Der mächtigste Musikstil des letzten Jahrhunderts feiert Geburtstag: Vor 50 Jahren - am 12. April 1954 - spielte Bill Haley „Rock Around the Clock” ein.
  • „Historische Schlappe“ - Am Abstimmungswochenende vom 16. Mai hat erstmals in der jüngeren Geschichte das Volk gleich drei vom Bundesrat empfohlene Vorlagen in allen Kantonen durchs Band abgelehnt. Die Stimmbürger lehnten sowohl die Erhöhung der Mehrwertsteuer als auch die 11. AHV-Revision und das Steuerpaket ab.
  • „Bad in der Menge“ - Gegen 80'000 Menschen nehmen am 6. Juni auf der Berner Allmend an der von Johannes Paul II. zelebrierten Messe teil. Der Besuch in der Schweiz ist bereits die 103. Reise des gesundheitlich angeschlagenen katholischen Kirchenoberhauptes in seiner 25-jährigen Amtszeit.
  • „Magere EM-Bilanz“ - Griechenlands Sieg ist eine Sensation an der Fussball-EM in Portugal. Die Schweiz erregt nur mit einer Spuckaffäre für Aufsehen.
  • „Rütli des 21. Jahrhunderts eingeweiht“ - Am 1. August schiessen auf dem Berner Bundesplatz erstmals 26 Wasserstrahlen aus dem Boden, einer für jeden Kanton. In der Festansprache nennt Bundespräsident Joseph Deiss den neuen Bundesplatz, der nun nicht mehr als Parkplatz verwendet wird, als das „Rütli des 21. Jahrhunderts“.
  • „Bereit für den nächsten Schlag“ - Roger Federer etabliert sich dieses Jahr als unbestrittene Nummer eins im Welttennis. Das könnte noch lange so weitergehen. Er bringt alles mit, um der grösste Tennisspieler aller Zeiten zu werden.
  • „George W. Bush zum Zweiten“ - Die Europäer drücken in der Wahlnacht vom 2. November überwiegend John F. Kerry die Daumen, dem demokratischen Herausforderer von George W. Bush. Es nützt nichts: Am Ende des teuersten Wahlkampfs aller Zeiten fehlen Kerry rund 70'000 Stimmen im Schlüsselstaat Ohio, um Bush aus dem Weissen Haus zu jagen.
  • „Feuerwehr-Drama in Gretzenbach“ - Der Einsatz der Feuerwehr beginnt als Routine und endet in einer Katastrophe. Am 27. November rückt eine Equipe zu einem Autobrand in einer Tiefgarage im solothurnischen Gretzenbach aus. Der Einsatz ist schon fast beendet, als innert Sekunden eine Decke einstürzt. Sieben Männer kommen ums Leben. Das bislang folgenschwerste Unglück von Feuerwehrleuten löst in der ganzen Schweiz Betroffenheit aus.
  • „Neue Zeitrechnung für Bahnreisende“ - Am 12. Dezember hat für die Zugspassagiere eine neue Zeitrechnung begonnen. Rund 17 Jahre nach dem Ja der Bevölkerung zur Bahn 2000 fahren die SBB erstmals nach dem neuen, verdichteten Fahrplan - dem grössten Fahrplanwechsel in der Geschichte der SBB.
  • „Seebeben in Südasien“ - Das schwerste Erdbeben seit vier Jahrzehnten hat am 26. Dezember in Südasien eine riesige Flutwelle ausgelöst. Das Hauptbeben hatte eine Stärke von 9,0 auf der Richter-Skala erreicht und war das gewaltigste seit 40 Jahren. Es hatte im Indischen Ozean riesige Flutwellen (Tsunamis) ausgelöst. Hilfsorganisationen befürchten inzwischen, dass die Zahl der Toten von zunächst knapp 80’000 auf gegen 200’000 steigen könnte.

Quelle: Facts "Das Jahr 2004"

2004 - innerhalb der Gemeindegrenze

  • Ein Mundiger mit Weitsicht - titelte die „Berner Zeitung“ (BZ) in ihrer Ausgabe vom 19. Dezember 2003 bei der Vorstellung des höchsten Ostermundiger und Ratspräsident Egon Julmi (FDP).
  • Unter dem Motto „Mit Musik geht alles besser“ wird der Start ins 2004 mit einem musikalischen Beitrag der AMBO eröffnet. Die BEA bern expo; Umwandlung eines Darlehens in Aktienkapital und die Zonenplanänderung „Zentrum“ zum Bau einer Seniorenresidenz sind die Hauptthemen der März-Sitzung. Beim BEA-Geschäft kann das Abstimmungsresultat auch nach einer „Fitness-Lektion“ (Abstimmung nicht durch Handerheben sondern durch Erheben und auf die Stühle steigen)nicht festgestellt werden. Die Abstimmung wird mittels Namensaufruf vorgenommen.
  • Bereits an der zweiten Sitzung hat der Ratspräsident auf das Fair-Play im Rat aufmerksam zu machen: „Bei den Abstimmungen sind die Hände sofort und deutlich (nicht zaghaft oder verzögert) hochzuhalten!“ Neben der einstimmigen Genehmigung der Gemeinderechnung und des Verwaltungsberichts stimmte der Rat mit einer Gegenstimme auch dem Landverkauf für die Seniorenresidenz an der Mitteldorfstrasse zu.
  • „Das Wetter und die Stimmung sind gut!“ Am Nachmittag des 4. Juni nahm lediglich der „harte Kern“ des Parlaments am Ratsausflug teil. Der Weg führte zum auf 947 Meter über Meer. gelegenen Bantigerturm. In der BZ war zu lesen: „Keis Füfi für zum Bantiger“. Nur 11 von 40 Ratsmitgliedern warfen rund 20 Fränkli auf, um am Ausflug inklusive der fach-kundigen und interessanten Turmführung teilnehmen zu können.
  • Auf einer reich befrachteten Traktandenliste mit Ersatzwahlen, Finanzplan und Investitionsprogramm, Sachgeschäften sowie diversen parlamentarischen Vorstössen gilt es besonders ein Geschäft zu erwähnen: Die Kindertagesstätte („Hummelinäscht“) wird vergrössert und zieht neu an die Bernstrasse 66.
  • Eine GGR-Sitzung mit „Kultur- und Geberqualitäten!“ Für die Errichtung der „Wege zu Klee“ im Zusammenhang mit dem Zentrum Paul Klee zeigt sich der Rat grosszügig. Er stimmt einem Betrag im Rahmen des „Standortmarketings der Gemeinde“ von über einer Viertelmillion Franken zu.
  • Der Rat zeigt sich im auch Oktober zustimmungsfreudig: Das Budget 2005 inkl. einer Steuersenkung, eine neue Wasserleitung im Gebiet Wegmühlegässli/Wiesenstrasse und die Errichtung einer Tagesschule werden genehmigt.
  • Alle Jahre wieder findet im Dezember eine Mammutssitzung statt. Dank einer zügigen Ratsdebatte konnten 14 Geschäfte behandelt werden. Aussergewöhnlich mag der gesamte Finanzbetrag von über 5,3 Millionen Franken für die verschiedenen Projekte sein. In einer Laudatio werden die per Ende 2004 abgewählten 14 Gemeinderats- und GGR-Mitglieder verabschiedet. Pünktlich um 20.30 Uhr trafen sich die Ratsmitglieder im „Schützenhaus“ zum jährlichen Racletteschmaus.

Hier noch etwas Statistik: Der scheidende Ratspräsident liess die November-Sitzung ausfallen. An sechs Sitzungen wurde über 19 Stunden lang debattiert. Gemäss BZ-Interview anfangs Jahr sollte eine Sitzung nie länger als drei Stunden dauern - dieser Vorsatz wurde jedoch dreimal überschritten. Der Ratssekretär durfte 266 Protokollseiten (Vorjahr 337) verfassen.

Quelle: Ratsprotokolle Nr. 1 - 6 2004

2003 - über die Gemeindegrenze geschaut

  • „Feuerwerk in St. Moritz“ - Bei minus 25 Grad eröffnet Bundespräsident Pascal Couchepin am 1. Februar die alpinen Ski-Weltmeisterschaften. Der grösste Sportanlass der Schweiz wird ein Publikumserfolg.
  • „Segelnation Schweiz“ - Der Genfer Milliardär Ernesto Bertarelli gewinnt am 2. März im Hauriaki-Golf vor Auckland mit der „Alinghi-Crew&quot; die prestigeträchtigste Segeltrophäe der Welt, den America’s Cup. Die Sportwelt ist verblüfft. Aus dem Binnenland Schweiz wird eine Seefahrernation und Bertarelli zum Nationalheld.
  • „Angriff in der Nacht“ - Am 21. März treffen amerikanische Raketen und Bomben den zentralen Palastkomplex Saddam Husseins am Tigris sowie mehrere Regierungsgebäude. Der spektakuläre Luftangriff wird weltweit live am Fernsehen übertragen.
  • „Michelles Monat“ - Ex Ostermundigerin und Fernsehmoderatorin Michelle Hunziker, 26, gibt zu reden im Mai. Erst der Scheidungsstreit mit Eros Ramazzotti um Tochter Aurora, dann das Hin und Her um Hunzikers erneute Moderation von „Deutschland sucht den Superstar“, und schliesslich die Schlammschlacht um Hunzikers neuen Liebhaber, welcher der Sohn einer „Hexe“ sein soll.
  • „Unter der Sauhitze leiden“ - Mediterranes Leben war bislang ein Traum. Diesen Sommer hat uns die Realität eingeholt: Rekordtemperaturen!
  • „Plötzlich ein Star“ - Roger Federer gewinnt am 6. Juli den Wimbledon-Final.
  • „Legal? Illegal? Warten wir mal“ - Der Nationalrat beschliesst am 25. September, das Betäubungsmittelgesetz nicht zu behandeln. Nach neuem Recht sollte Cannabiskonsum legal werden, die grosse Kammer will aber vermeiden, dass der Joint zum Wahlkampfthema wird - deshalb der Nichteintretensentscheid. Damit geht der Stoff zurück an den Ständerat. Die kleine Kammer sagte 2 Jahre zuvor Ja zur Liberalisierung des Cannabiskonsums, nun wird sie entscheiden müssen, wie das Nationalrats-Nein zu deuten ist.
  • „Massenkarambolage auf der A 1“ - Auf der A 1 bei Niederbipp kommt es am 5. November kurz vor Mitternacht zur bislang grössten Massenkarambolage auf Schweizer Strassen. Bei dichtem Nebel stossen auf beiden Fahrbahnen 65 Fahrzeuge zusammen. Die Rettungskräfte leisten einen Grosseinsatz mit 150 Personen, darunter 60 Feuerwehrleuten und 29 Ambulanzen. Die Bilanz: 1 Todesopfer, 91 Verletzte, dazu Sachschaden von über einer Million Franken. Die Polizei macht überhöhte Geschwindigkeiten bei schlechter Sicht und zu geringe Abstände für die Unfälle verantwortlich.
  • „Die Neuen“ - Am Mittwoch, 10. Dezember ist der neue Bundesrat gewählt. Er ist rechts und männlich. An die Stelle von CVP-Bundesrätin Ruth Metzler kommt SVP-Nationalrat Christoph Blocher, der Sitz des zurückgetretenen Finanzministers Kaspar Villiger geht an den freisinnigen Ausserrhoder Ständerat Hans-Rudolf Merz. Blocher und Merz haben politisch vieles gemeinsam: Beide vertreten die Linie „weniger Staat - mehr Freiheit“.

Quelle: Facts „Das Jahr 2003”

2003 - innerhalb der Gemeindegrenze

  • ...Auch als junger Mann hätte ich mir nie träumen lassen, dereinst einmal einer von denen da oben zu sein… Diese Aussage stammt vom höchsten Ostermundiger und Ratspräsident Andreas Thomann (SP).
  • Der Ratspräsident heisst neben fünf neuen Mitgliedern den neu gewählten Gemeindepräsidenten Christian Zahler im Parlament willkommen. STRATUS, ein neues Unterhaltskonzept für die Schulanlagen und Verwaltungsgebäuden wird ins Leben gerufen. Dem gegenüber werden das Mundiger Jugendparlament und das Submissionsreglement beerdigt.
  • Bereits an seiner zweiten Sitzung hat der Ratspräsident einen Stichentscheid zu fällen. Der Verkauf der gemeindeeigenen Liegenschaften Rütiweg 92 - 98 und 102 wird an den Gemeinderat zurückgewiesen. Beim Postulat betreffend Erstellung von Beach-Volleyballfeldern wird die rekordverdächtige Anzahl von 20 Rednerinnen und Rednern registriert.
  • Erstmals wird auch im Bereich der Zuhörerschaft Mineralwasser auf den Tischen zur Verfügung gestellt. Im Sitzplan können diverse Retuschen festgestellt werden: Am Tisch des Gemeinderats sitzt anstelle des pensionierten Otto Stalder die ehemalige Ratssekretärin Marianne Meyer als Gemeindeschreiberin. Am Ratstisch ist der neue Ratssekretär Jürg Kumli für die Tonbandaufnahmen zuständig. Die Gemeinderechnung wird ohne Wortbegehren genehmigt.
  • 3 ¾ Stunden Sitzung, 7 parlamentarische Neueingänge, 60 Seiten Protokoll: „Sieg für die Ladenbesitzer und die Eigentümer!“ Die Ladenstrasse bleibt bis auf weiteres bestehen, denn für die Sanierung und Umgestaltung der Bernstrasse zur Attraktivitätssteigerung fehlen der Gemeinde zurzeit die finanziellen Mittel. Nach der Beratung von neun Änderungsanträgen werden der Finanzplan und das Investitionsprogramm 2004 - 2007 genehmigt.
  • Der GGR-Ausflug wird mangels Interesse (oder als Konsequenz und Sparwille der GGR-Mitglieder?) abgesagt und der Verkauf der gemeindeeigenen Liegenschaften Rütiweg 92 - 98 und 102 wird abgelehnt. Im Gegenzug stimmt der Rat dem Erwerb des Steingrübliareals Parzelle Nr. 1233 für Freizeitnutzungen und kulturelle Zwecke zu. Von der IWORUS ist in dieser Angelegenheit noch eine Gemeindebeschwerde hängig.
  • Der Rat zeigt sich im Oktober zustimmungsfreudig: Das Budget 2004, die neue Personal- und Besoldungsordnung (PBO) und das Feuerwehrreglement werden genehmigt. Die FDP stellt bei der PBO sechs Änderungsanträge: fünf sind im Rat chancenlos und einer wird zurückgezogen.
  • Im Dezember werden in 12 Traktanden „Ersatzwahlen“ vorgenommen. Der „Regionale Richtplan Teil 1“ wird ohne Wortbegehren einstimmig genehmigt. Kann diese technische Materie von einem „Amateur-Parlament noch richtig verdaut werden?“ Die Überprüfung der Struktur der Schulkommission führt zum Jahresabschluss zu heftigen politischen Diskussionen. Die EVP hat bereits das fakultative Referendum in Aussicht gestellt.

Hier noch etwas Statistik: Der scheidende Ratspräsident liess die November-Sitzung ausfallen. Die sitzende Zeit im TELL an den sieben Donnerstagabenden beträgt fast einen ganzen Tag, nämlich 22 ¾ Stunden und die „Unendliche Geschichte“ - oder das Protokoll umfasst stolze 337 Seiten (Vorjahr 251 Seiten).

Quelle: Ratsprotokolle Nr. 1 - 7 2003

2002 über die Gemeindegrenze geschaut

  • Die Schweiz stimmt Ja zum UNO-Beitritt.
  • Der Grundstein fürs Paul Klee-Zentrum in Bern wird gelegt.
  • Die fünfte Schweizerische Landesausstellung Expo02 findet im Berner Seeland statt.
  • Der Berner Bär verschwindet aus dem offiziellen Briefkopf der Stadt Bern und kehrt kurz darauf auf massive Intervention der Bürgerschaft wieder zurück.
  • Alt Bundesrat Hans Peter Tschudi stirbt im Alter von 88 Jahren.
  • Die Terrorspirale dreht sich weiter. Auf Bali werden bei einem Bombenanschlag vor einem Nachtklub 180 Menschen, in Moskau bei einem Ueberfall auf ein Musicaltheater 130 und in Kenia bei einem Attentat auf ein Hotel 16 Menschen getötet.
  • Schliesslich folgt ein Tiefschlag für die Schweizerisch Milchwirtschaft. Der grösste Milchverarbeiter Swiss Dairy Food in Ostermundigen beantragt Nachtlassstundung.

2002 - innerhalb der Gemeindegrenze

  • Ratspräsident und Bauer Alfred Gosteli (SVP) hofft im Jahr 2002 auf eine gute Ernte, erinnert aber daran, dass es dafür verschiedene Faktoren braucht, wie eben auch in der Politik.
  • Erstmals seit Einführung der Tonbandaufnahmen im Parlament passiert der Albtraum aller Ratssekretäre und -sekretärinnen, das Tonband fällt nämlich aus. Dies allerdings nicht aus technischen Gründen, sondern einfach durch einen Bedienungsfehler der mittlerweilen und vielleicht auch altershalber etwas schusselig gewordenen Ratssekretärin.
  • Dass er die Legislatur 2000 bis 2004 nicht beenden will, hat er immer gesagt. Dass er seinen Rücktritt aber bereits nach den ersten beiden Jahren bekannt gibt, kam für viele etwas überraschend. Nach 14 Jahren Gemeindepräsidium kündigt Theo Weber seinen Job per Ende 2002. Ihm zieht der langjährige Gemeindeschreiber Otto Stalder gleich nach und erklärt seinerseits seinen Rücktritt per Ende April 2003.
  • Obschon das Parlament zur Gemeinderechnung eigentlich nichts zu sagen hat und an den Zahlen nichts Zu ändern ist, stellt Carlo Sechi (CVP) etwas frustriert fest, gäbe es hier vieles zu sagen, wenn man nur könnte.
  • Seit einiger Zeit beschäftigt auch das Paul Klee-Zentrum in Bern das Parlament regelmässig. Lieber, lieber Theo - wird der scheidende Gemeindepräsident gebeten - würdest du bitte auch nach deinem Rücktritt weiterhin in der Arbeitsgruppe „Steinbrüche“ im Zusammenhang mit dem Paul Klee-Zentrum weiterarbeiten. Dieser Wunsch geht in Erfüllung, Theo Weber macht weiter.
  • Ein kleines ...(piep)... im Protokoll verursacht einen ziemlichen Medienwirbel. Weil Unanständigkeiten im Ostermundiger Ratsprotokoll nicht wörtlich wiedergegeben werden, mussten sich zahlreiche umliegende Ratssekretariate ebenfalls mit dieser aussergewöhnlich schwerwiegenden Problematik befassen und vor den Medien Red und Antwort über ihre diesbezügliche Praxis geben.
  • Nostalgie schleicht sich in die Köpfe einiger Ratsmitglieder bei der Debatte um den Verkauf des Ferienheims Gstaad. Was haben diejenigen, die bereits ihre Jugendzeit in Ostermundigen verbracht haben, nicht alles für Erinnerungen an die Ferienheime. Nach den schwärmerischen Ausführungen von Norbert Riesen (SP) ist nicht alles für die Öffentlichkeit bestimmt. Er erinnert sich an eine schreiende Tochter aus einer Ostermundiger Unternehmensdynastie und an vieles mehr, das er aber partout nicht preisgeben will. Mit etwas Wehmut, aber der Not der Zeit folgend gibt das Parlament das Ferienheim Gstaad zum Verkauf frei.
  • Wieder einmal steht der „Tell“ im Mittelpunkt der Diskussion. Das neue Volksrecht der Volksmotion wird getestet. Es wird versucht, damit den „Tell“ zu verkaufen. Aber oha Lätz, da haben die FDP-Protagonisten nicht mit dem Widerstand von Vereinen und Gemeinderat geerechnet. In zackiger Rede widerlegt der Gemeindepräsident Punkt für Punkt die Argumente und Behauptungen der Motionäre. Mit keiner einzigen Gegenstimme wird die Motion denn auch erbarmungslos bachab geschickt.
  • Keine Gnade findet der Voranschlag 2003. Wie Theo Weber richtig feststellt, ist das Parlament nicht mehr am Festen, sondern befindet sich im harten Alltag. Namens der bürgerlichen Parteien wartet Carlo Sechi (CVP) mit ganz gezielten Kürzungsvorschlägen auf in der Hoffnung, dass das Parlament diesen zustimmt und das Geschäft nicht zurückweist. Die SP schert aus dieser Koalition aus, stellt einen Rückweisungsantrag und zersplittert so die bürgerliche Allianz, was Carlo Sechi arg in Rage bringt. Schliesslich wird dem Gemeinderat die Strafaufgabe auferlegt, am Budget echte Sparmassnahmen - auch solche die wehtun - vorzunehmen. Das gleiche Schicksal ereilt den Finanzplan. Die Fortsetzung dieser Geschichte folgt.
  • Eine flammende Rede hält Norbert Riesen (SP) für die Erneuerung der Subventionsverträge mit kulturellen Institutionen der Stadt Bern, die selbst Carlo Sechi (CVP) tief beeindruckt. Das Resultat - nämlich einstimmige Zustimmung - spricht für sich selbst.
  • Das Jahr neigt sich dem Ende zu und Theo Weber verabschiedet sich nach 14 Jahren als Gemeindepräsident vom Parlament und erntet dafür eine minutenlange standing ovation.

2001 - über die Gemeindegrenze geschaut

  • Nicht wie 1999 durch die Natur verursachte Katastrophen, sondern von menschlicher Hand vorbereiteter Terror, Amok und Unfälle prägen das Jahr 2001.
  • Mit der Attacke auf die WTC-Tower in New York wird der 11. September 2001 zum Tag, der der Welt ihre Risse zeigt; nichts ist mehr wie vorher und nichts wird mehr wie vorher werden.
  • Bern nimmt Abschied vom Wankdorfstadion aus dem Jahr 1954, welches am 3. August gesprengt wird.
  • In Zug werden 3 Regierungs- und 11 Parlamentsmitglieder Opfer eines Amokläufers.
  • Am 2. Oktober geht der nationale Mythos „Swissair“ unter; sie groundet und setzt 4000 Passagiere fest.
  • Der Albtraum von Nord-Süd-Reisenden wird wahr; am 24. Oktober werden 11 Menschen Opfer eines Flammeninfernos im Gotthardtunnel; Verursacht durch eine Frontalkollision zweier Sattelschlepper.
  • Last but not least kommen am 24. November auch noch 24 Menschen bei einem Flugzeugabsturz der Crossair bei Zürich ums Leben.

2001 - innerhalb der Gemeindegrenze

...was kann es unter dem Eindruck dieser internationalen und nationalen Katastrophen aus Ostermundigen noch zu berichten geben? Wir versuchens trotzdem...

  • ...mit dem Bekenntnis als Römer - mit Betonung auf Römer und nicht als Italiener - geboren worden zu sein, eröffnet Ratspräsident Carlo Sechi (CVP) die 8. Legislaturperiode. Sie steht unter dem Zeichen einer enormen Erneuerung, nehmen doch gleich 17 Ratsmitglieder neu Einsitz in den Rat. So viele wie noch nie nach Gesamterneuerungswahlen.
    Sitzverteilung: SP 13, SVP 9, FDP 6, EVP 5, CVP 3, FORUM 2, SD 2.
  • Das Zeitalter von parlamentarischen Klausuren und überparteilichen „Runden Tischen“ wird eingeläutet. Angesichts der permanent schlechten Finanzlage wird erstmals in der Ostermundiger Parlamentsgeschichte eine Finanzklausur durchgeführt. Das Ergebnis wird von Klaus Woodtli (SVP) mit „no news are good news“ zusammengefasst und die Klausur somit als gelungen bezeichnet.
  • Ein Jungpolitiker namens Rolf Rickenbach (FDP) erdreist sich, sich bereits in der ersten Sitzung zweimal zu Worte zu melden. Damit wird mit einer langjährigen Praxis des Ostermundiger Parlaments gebrochen, die da heisst „zuerst ein Jahr zuhören, dann reden“. Dies erinnert stark an einen anderen Jungpolitiker der FDP aus den Anfängen namens Peter Röthlisberger, welcher sich mit seiner ständigen verbalen Präsenz ebensowenig an Alterhergebrachtes halten konnte.
  • Ruper Moser (SP) ist die „blutte Miss Piggy“ auf dem Vordach der Metzgerei Wüthrich ein echter Dorn im Auge. Er bittet den Gemeinderat deshalb darauf hinzuwirken, dieses unappetitliche und unästhetische Schwein zu entfernen. Erschrocken ab der Wichtigkeit dieses Problems setzt Gemeindepräsident Theo Weber - und zwar ohne Rücksprache mit dem Gemeinderat - auch gleich zu einer staatsmännischen Antwort an. Eine Intervention sei nämlich nicht möglich - so Weber - da es sich hier um nichts anderes handle als um das reine und echte Abbild eines gewöhnlichen Hausschweins. Der Gemeinderat müsste sonst auch beim vis-à-vis stationierten „Güggeli-Brater“ aufs Vehementeste einschreiten, da dieser - schlimmer noch - jede Woche nackte, gerupfte und erst noch kopflose Hühner anbiete.
  • Mit dem Werbespot „i Oschtermundige, es isch dr Wahn, mache sie no öppis für Bös u Bahn“, setzt sich Andreas Thomann (SP) für ein verlängertes Nachtfahrangebot des öffentlichen Verkehrs ein. Gemeindepräsident Theo Weber vermutet dahinter denn auch gleich einen finanzpolitischen Wahn, in welchen die Gemeinde verfallen könnte, würde sie während der ganzen Nacht öffentlichen Verkehr anbieten.
  • Schon wieder wittert Rupert Moser (SP) Unappetitliches. Diesmal im spirituellen Angebot der Gemeindebibliothek, welche gleich acht Erich-von-Däniken-Bücher anbietet. Die entsprechende Anfrage auf gemeinderätliche Einflussnahme wird auch hier mit dem Hinweis, dass „Zensur“ in unserem Land zum Glück ein Fremdwort ist, abgeschmettert.
  • Als Resultat der kläglich gescheiterten Finanzklausur bezeichnet Gemeindepräsident Theo Weber fünf erheblich erklärte parlamentarische Vorstösse zum Thema „Finanzen“ und setzt in einer persönlichen Erklärung auch gleich zu einer veritablen Standpauke an, die in den Medien mit „Weber redet Klartext“ und „Weber nimmt kein Blatt vor den Mund“ kommentiert wird. Der so aufgetane Graben zwischen Parlament und Gemeinderat ruft denn auch sofort Bedauern hervor und lässt die Protagonisten in den Medien versichern, dass Weber trotz allem als Gemeindepräsident geschätzt werde und sie mit ihrem Gemeindeoberhaupt eigentlich ganz zufrieden seien.
  • Etwas ganz Neues stellt sich ein. Vielleicht nicht gerade Angst, aber immerhin eine gewisse Unruhe nach den Ereignissen des Amoklaufs im Kantonsparlament Zug. Nie vorher hätte jemand auch nur mit einem Gedanken daran gedacht, die Parlamentssitzungen unter Polizeischutz zu stellen. Nicht weil dies in Ostermundigen nicht auch möglich wäre, sondern weil - wenn es sich ereignen würde - mit Polizeimassnahmen kein wirkungsvoller Schutz erzielt werden könnte, sieht das Ratsbüro davon ab, die GGR-Sitzungen durch uniformierte Polizei bewachen zu lassen. Die Idylle der schweizerischen Parlamentspolitik, welche vielerorts noch gotthelfsche Züge trägt und oft an Geschichten aus dem „bluemete Trögli“ erinnert, hat durch das Zuger Ereignis markant an Liebenswürdigkeit verloren.

2000 - über die Gemeindegrenze geschaut

  • Der gefürchtete Millenniumsbug ist nicht aufgetreten. Die zahlreichen weltweit eingesetzten Task Forces verlebten eine ruhige Silvesternacht.
  • Absturz einer Crossair-Maschine bei Niederhasli (ZH). Alle 7 Passagiere und 3 Besatzungsmitglieder sterben.
  • Tod der Volksschauspieler Hannes Schmidhauser und Paul Bühlmann - je im Alter von 73 Jahren - sowie Inigo Gallo im Alter von 68 Jahren.
  • Ein junger Amerikaner stürzt an einem zu langen Bungee-Seil in Stechelberg zu Tode.
  • Die Queen Mum wird 100 Jahre alt.
  • Ostermundigen geht ins Internet und verpasst sich gleichzeitig ein neues Erscheinungsbild (Logo).
  • Bundesrat Adolf Ogi tritt zurück. Nachfolger wird der Berner Samuel Schmid.
  • Nach einem fast unerträglichen Auszähldebakel wird Georg W. Bush per Gerichtsentscheid der 43. US-Präsident.

2000 - innerhalb der Gemeindegrenze

  • Weg von der Konsenspolitik will der neue Ratspräsident Alfred Rickenbach (FDP). Er plädiert für mehr „Parlament“ und ruft die Ratsmitglieder dazu auf, der Politik keine Pause zu gönnen und dem Populismus so den Riegel zu schieben.
  • Es ist nicht neu, dass ein Jahr vor den Gesamterneuerungwahlen eine grössere Rochade im Gemeinderat stattfindet. Nehmen zu Beginn des Jahres 2000 doch drei neue Mitglieder in die Exekutive Einsitz.
  • Der Landschaftsrichtplan - letzter Puzzlestein der Ortsplanung - ist grundsätzlich nicht bestritten. Dass die Landschaft zu schützen und zu schonen ist, gehört praktisch in jedes Parteiprogramm. Nur, kosten darf es nichts. Weil die FDP nicht immer Wasser predigen und Wein trinken will, stellt sie denn auch den Antrag, das Geschäft sei zurückzustellen, bis sich die finanzielle Situation der Gemeinde gebessert hat, was grossmehrheitlich jedoch auf taube Ohren stösst.
  • Gegen eine neue Dr. Zuber-Strasse hat die Ratsmehrheit nichts einzuwenden. Nach Auffassung von Andreas Thomann (SP) sollte es sich aber um eine veritable Strasse und nicht nur um ein unbedeutendes Weglein oder Stumpengeleise handeln.
  • Das Wahljahr lässt grüssen. Nach einem harten Grabenkampf wird das neue Verkehrsregime Schermenweg mit Abtimmung unter Namensaufruf genehmigt.
  • "Paul-Klee und die Ostermundiger Steinbrüche" heisst die neue Image-Zauberformel. Auf die Fahne geschrieben hat sich dies der heimliche Tourismusdirektor Norbert Riesen (SP).
  • Mit dem Eintritt ins neue Jahrtausend will sich Ostermundigen gleich auch eine neue und moderne Verfassung geben. Für die im Wahljahr auf Oppositionskurs eingeschwenkte FDP löst dieses Vorhaben aber nicht nur eitel Freude aus. Obwohl eine Abkehr vom Verwaltungsfilz zur privatwirschaftlichen Praxis - wie Swisscom und POST - grundsätzlich begrüsst wird, kann die beabsichtigte Zuständigkeitsdelegation des Organisationsreglementes an den Gemeinderat unter keinen Umständen goutiert werden. Ein solch extremer Quantensprung und Einschnitt in die Aufsichtsbefugnis des Rates lässt die FDP geradezu erschauern. Dem beipflichten mögen aus dem Rat jedoch nur wenige.
  • Überraschende Übereinstimmung herrscht bei der Verabschiedung des Verkehrskonzeptes 2000. Einzig - aber mit weitreichenden Folgen - wird der Mösli-Parkplatz nicht goutiert und vom Rat kurzerhand und ersatzlos gestrichen. Dies ist der Anfang eines mühevollen und langwierigen Rechtsstreites, etwa vergleichbar mit dem Kampf eines rebellischen gallischen Dorfes, gegen die übermächtige römische Obrigkeit.
  • Völlig entsetzt stellt Egon Julmi (FDP) fest, dass im Jugendhaus Alkohol konsumiert und gar abgegeben wird. Jawohl, so die klare Antwort des Gemeinderates, dies trifft zu und - wer hätte das gedacht - erst noch aus pädagogischen Gründen. Alkohol ist ein legales Genussmittel, mit welchem die Jugendlichen umzugehen lernen müssen. Voilà. Was gibt's da noch weiter zu reklamieren!
  • Letztmals und vielleicht etwas mit Wehmut unterbreitet der Gemeinderat dem Parlament den Finanzplan nur zur Kenntnisnahme. Ab 2001 wird der Rat den Finanzplan genehmigen dürfen und so die geliebten Nägel mit Köpfen machen können.
  • Die gewaltige Schelte der FDP zum Voranschlag 2001 wird noch durch den absoluten Husarenstreich der SD-Fraktion übertroffen. Angesichts des prognostizierten, gewaltigen Defizits stimmt eine Mehrheit des Rates flugs der Streichung des doch eher bescheidenen Beitrages an den Ratsausflug zu. Wieweit dieser Verzicht zur Besserung der Finanzlage beiträgt, lässt sich angesichts der Unwichtigkeit dieses Betrages aber kaum beziffern. Dieser Entscheid könnte wieder einmal als Schwank aus dem Leben in die Parlamentsgeschichte eingehen.
  • Seine letzte Gelegenheit nutzend - tritt seine Partei doch nicht mehr zu den Wahlen an - erklärt Jörg Schärer (FL) einmal mehr wie überflüssig und schädlich die Einzonung des &quot;Oberfeldes&quot; für die Gemeinde ist. Er orakelt gar, dass damit ein neues Ghetto für Sozialhilfeempfänger entstehen wird, welches die Gemeinde dereinst ins Verderben stürzt. Auch Walter Bruderer (FORUM) setzt sich wegen Amtszeitbeschränkung ein letztes Mal in Szene und beschäftigt das Parlament mit einer Flut von grösstenteils erfolglosen Anträgen. Eines ist sicher, mit dem Abgang dieser beiden Vollblutpolitiker wird der Rat um einiges stiller und und die Sitzungen um einiges kürzer. Eigentlich schade.
  • Schliesslich - und bevor man sich einträchtig zum traditionellen Raclette trifft - beendet der Ratspräsident die Legislatur 1997 bis 2000 mit der Legende eines alten Indianers, welcher auf sein Herz wartet, was mitunter auch in der Politik geschehen sollte.

Rückblick GGR Archiv 1990 - 1999

1999 - über die Gemeindegrenze geschaut

  • Lawinen, Ueberschwemmungen, Erdbeben, Stürme. Das letzte Jahr des ausgehenden Jahrtausends ist überschattet von zahlreichen Katastrophen.
  • Hunderte von Lawinen gehen nieder.
  • Das Mattequartier ist bis unter die Laubendächer überschwemmt.
  • Im August zeigt sich eine totale Sonnenfinsternis.
  • Der Dinosaurier der deutschen Politik Helmut Kohl wird durch SPD-Mann Gerhard Schröder abgelöst. Der grüne und linke, turnschuh- und t-shirttragende Joschka Fischer wird Aussenminister und trägt fortan Massanzug und Kravatte.
  • YB wird vom FC Luzern vor dem Abstieg und vor dem „Aus“ gerettet.
  • Olympia 2006 geht nicht nach Sion, sondern nach Turin „keine Freude herrscht“.
  • Allein in der Türkei 25'000 Erdbeben-Tote.
  • Der Orkan „Lothar“ fegt über die Schweiz und verwüstet auch die Stadt Bern.
  • Erster Ballonflug rund um die Welt durch Pilot Piccard.
  • Der Millenniums-Bug (Computer-Käfer im Übergang zum Jahr 2000) sorgt für Aufregung und ist in aller Leute Munde.

1999 - innerhalb der Gemeindegrenze

  • Mit seinem Bekenntnis, die Wochenenden an den Gestaden des Neuenburgersees zu verbringen, um so der tristen Schlafgemeinde Ostermundigen entfliehen zu können, sorgt der neue Ratspräsident Kurt Maeder (SP) gleich zu Beginn seiner Amtszeit für Aufregung und zahlreiche Leserbriefe. Bis zur ersten Sitzung, die mangels Geschäften erst im März stattfindet, glätten sich die Wogen aber weitgehend
  • Geteilt sind die Meinungen beim Erwerb des Rawyler-Hauses. Während die SP als fortschrittliche Partei, diesen Erwerb als absolute Fehlinvestition ablehnt, rühmt sich die FDP der Weitsichtigkeit und sieht diesen Liegenschaftserwerb als einmalige Chance für zukünftige Generationen. Etwas zurückhaltender in der Eigenbeurteilung ist die SVP. Sie will sich nicht gerade der Fortschrittlichkeit rühmen, bekennt sich aber zum schönsten Co-Präsidium und im Gefolge ihres Gemeindepräsidenten selbstverständlich auch zum Liegenschaftserwerb.
  • Wieder steht das Thema „attraktiver Wohnstandort“ zur Debatte. Die Feststellung, dass berühmte Frauen wie Ursula Andress oder Michelle Hunziker Ramazotti in Ostermundigen gelebt und gewohnt haben, entlockt einigen Herren einen kurzen träumerischen Blick. Vielleicht liesse sich marketingmässig etwas daraus machen. Zum Beispiel Wohnungen für gutsituierte Junggesellen am Ursula Andress-Platz oder vielleicht direkt hinter der Michelle Hunziker-Statue?
  • Äusserst erfreut stellt Norbert Riesen (SP) fest, dass es nur vier Jahre gedauert hat, bis Gemeinderat und Bürgerliche den Ideen der Linken Recht geben und das Submissionsreglement von wettbewerbsbehindernden Fesseln befreien.
  • Nun gehört auch Ostermundigen dazu. Das Jugendparlament wird eingeführt. Unter Anwesenheit von zahlreichen interessierten Jugendlichen, demonstriert der Grosse Gemeinderat auch gleich in eindrücklicher Weise die Schwierigkeit von Abstimmungen, selbst in einem gestandenen Parlament. Ziemlich entnervt, lässt der Ratspräsident über die einzelnen Anträge so lange abstimmen, bis die Stimmenzähler zum gleichen Resultat gelangen wir er selbst.
  • Vermarktung der Ostermundiger-Steinbrüche heisst die neue Devise zur Attraktivitätssteigerung der Gemeinde. In einem beeindruckenden und nicht enden wollenden Exkurs schildert Motionär Peter Blaser (SP) die historische Entwicklung der Steinbrüche seit dem 15. Jahrhundert. Dabei ist beispielsweise zu vernehmen, dass der Sandstein des Berner Münsters eben gerade nicht aus dem heute noch bekannten Bruch, sondern aus einem nicht mehr bestehehenden, allerdings auch in Ostermundigen lokalisierten, Steinbruch stammt. Vom nächsten SP-Sprecher Norbert Riesen erhält das Parlament gleich auch noch Nachhilfeunterricht in Kunstgeschichte, da die Steinbrüche mit den Werken von Paul Klee eng verbunden sind. Wer kann einer Vermarktung der Steinbrüche bei so viel Geschichte und Kultur noch widerstehen?
  • Und sie wissen nicht wie ihnen geschah. Nach kurzem Votum des SP-Sprechers wird der Nichteintretensantrag zum Druckerhöhungspumpwerk Chrüzweg innerhalb weniger Minuten durch Stichentscheid des Ratspräsidenten genehmigt. „Nichteintreten“ ist ein schwierig zu erfassendes Ding, was wohl das eine oder andere Ratsmitglied dazu bewog, im falschen Moment die Hand zu erheben. Die Konsternation dauert allerdings nur kurze Zeit. Schockartig aufgerüttelt wird Rückkommen beantragt und dem Druckerhöhungspumpwerk schliesslich doch noch zum Durchbruch verholfen.
  • Als zweitletzte Gemeinde des Amtsbezirks Bern gelingt ein weiterer Schritt in die Zukunft, nämlich zum Mittagstisch. Dass der Gemeinderat die entsprechende Motion bereits erfüllt hat, bevor sie überhaupt überwiesen ist, kommt den Motionären wie weihnächtliches Glockengeläut vor. Aehnlich wie in jenem seltsamen Dorf im römischen Gallien beschliesst der Grosse Gemeinderat das ausgehende Jahrtausend in grosser Eintracht.

1998 - über die Gemeindegrenze geschaut

  • Man schreibt das Jahr des Sex-Skandals. Erstmals gerät ein amerikanischer Präsident wegen seines unziemlichen Verhältnisses zu einer Mitarbeiterin weltweit unter Beschuss. Hat er nun oder hat er nicht? Er hat, wie er zugibt, aber nicht richtig. Die Empörung in allen Lagern ist gross. Bei den einen, weil er hat und bei den anderen weil er nicht richtig hat. Ostermundigen bleibt zum Glück von solch verwerflichem Tun verschont.
  • Passend zum Thema des Jahres kommt auch gleich noch die Potenzpille Viagra auf den Markt.
  • Post und Telekommunikation werden privatisiert. Die Swiscom geht an die Börse. Adieu Staatsmonopole.
  • Absturz der Swissair MD 11 bei Halifax; 229 Tote.
  • Explosion der Toyota-Garage am Nordring 8; 5 Tote.
  • Die „Titannic“ sinkt wieder im aufwendigsten Film-Epos aller Zeiten.

1998 - innerhalb der Gemeindegrenze

  •  Unter der Führung von Ratspräsidentin Annagreth Friedli (SVP) tagt das Parlament nach 24jährigem Unterbruch und zu seinem 25jährigen Bestehen wieder in seinem angestammten Lokal, nämlich im Tell-Saal.
  • Zum Auftakt des Jahres 1998 und im Rahmen des Vierteljahrhundertjubiläums des Parlamentes erzählt Andreas Jenzer (SP), Ratspräsident der ersten Stunde, die Geschichte von zwei unterschiedlichen Söhnen und wünscht den Politikerinnen und Politikern den Optimismus des einen Sohnes, welcher auch bei Geschäften die nur nach Mist aussehen, unverdrossen noch nach dem Pferd sucht.
  • Und wieder einmal liegt der Teufel im Detail. So wirft Rolf Zimmerli (FDP) die gewichtige Frage in den Raum:“Gehört eine Cafeteria in ein Verwaltungsgebäude? Dies deshalb, weil die FDP einmal mehr mit einer Kreditabrechnung nicht einverstanden ist. „Ja“, so eine dezidierte Gemeinderätin Elisabeth Gilgen, „eine Cafeteria gehört in jedes Bürogebäude“. Worauf sich Rolf Zimmerli genötigt sieht, auch gleich Auskunft über den Beschaffungsweg eines Geschirrspülers und einer Kaffeemaschine in der Schulanlage „Mösli“ zu verlangen. Der Gemeinderat wird sich in diesem Jahr mit gewichtigen Problemen auseinandersetzen müssen.
  • Den Sprayern und Beschädigern von privatem und öffentlichem Eigentum wird der Kampf angesagt. Flammend legt sich Egon Julmi (FDP) für die Bestrafung von Sprayern und ähnlichen Individuen ins Zeug, was Gemeinderat Christian Santschi aber nicht aus der Ruhe bringt. Kurz und bündig erklärt er in einem wahrlich staatsmännischem Statement, dass er nicht gewillt sei, für Jugendliche oder andere Personen ein nächtliches Ausgehverbot auszusprechen. Der staatsmännischen Rede folgt auch gleich die wissenschaftliche Abhandlung des Themas in der Erinnerung von Rupert Moser (SP) an die Zeit der französischen Aufklärung, wo der Satz „Eigentum ist Diebstahl“ noch Gültigkeit hatte und es deshalb in Zeiten, wo Bereicherungskünstler und Steuervorteilsritter ihr Unwesen treiben nicht verwunderlich sei, wenn kahle Mauern, die abgrenzen, umgrenzen und ausgrenzen ganz einfach versprayt werden. Damit ist das Thema denn auch abgehakt und ad acta gelegt.
  • Ein Meilenstein in der langen und leidvollen Odyssee des Werkhofes wird mit der grossmehrheitlichen Zustimmung zum Baukredit genommen. Dies allerdings nicht ganz ohne Nebengeräusche. So scheiden sich die Geister primär in der Energiefrage. während die einen Holzschnitzel oder Photovoltaik bevorzugen, ist ein herkömmlicher Heizenergieträger für die anderen durchaus genügend. Schliesslich wird der für „Kunst am Bau“ vorgesehene Betrag zugunsten eines Projektes mit erneuerbaren Energien geopfert, dies seitens der SP allerdings nur unter grossem Zähneknirschen.
  • Neuerdings befasst sich das Parlament eingehend mit Einbürgerungsgesuchen. Die Vorabklärungen, die neu nämlich nicht mehr durch den Kanton, sondern durch die Gemeinde vorgenommen werden, geben immer öfters Anlass zu Zweifeln und Kritik. Wenn bloss dieser Datenschutz nicht wäre, denkt sich verschiedentlich das eine oder andere Ratsmitglied, dann könnten wir endlich öffentlich - sozusagen als Volkstribunal - für eine rechtschaffene Bürgerschaft sorgen. Zum Bedauern der einen und zur Freude der anderen bleibt dies aber Wunschtraum.
  • Die alles überschattende Ueberbauungsordnung „Grube“ mit Entlastungsstrasse passiert zwar die Hürde des Grossen Gemeinderates ziemlich problemlos, nicht so die Volksabstimmung. Plötzlich formiert sich ein an die französische Revolution erinnernder Aufstand des Bürgertums gegen die Unterdrückung und Versklavung durch die Obrigkeit. „Denen zeigen wir, wer hier das Sagen hat...!“ Und schwups geht das schöne, sorgsam geschnürte Päckli bachab...! Demokratie hat eben ihren Preis.
  • Die Glaubwürdigkeit der FDP im Zusammenhang mit der Neuregelung der Sitzungsgelder vergleicht Rupert Moser (SP) in seiner gewohnten wissenschaftlichen Art mit dem „Wendehals, kleiner rindenfarbiger Specht, der seinen Kopf um 180 ° drehen kann“.
  • „In Ostermundigen ist die Sonne untergegangen...“ so der resignierte Kommentar von Rolf Zimmerli (FDP) zu den finanziellen Zukunftsperspektiven und bereitet das Parlament gleich auf eine lange Nacht vor, was Norbert Riesen (SP) dazu bewegt, auch die romantische Seite von langen Nächten hervorzuheben, um gleich eine verkehrsdirektorenreife PR-Rede für den Wohnstandort Ostermundigen folgen zu lassen.
  • Ab der jährlich wiederkehrenden Diskussion, ob die Teuerung nun ausgeglichen werden soll oder nicht gerät der Gewerkschafter Peter Blaser (SP) derart in Rage, dass er gleich ein neues politisches Entscheidinstrument kreiert, nämlich den sogenannt „dringlichen Behördenbeschluss“.
  • Zum Jahresende wieder einmal etwas ganz Neues. Erstmals seit Bestehen des Parlamentes klingelt nämlich ein Handy während der Sitzung und zwar in der Mappe von Landwirt Alfred Gosteli (SVP). Es klingelt nicht nur einmal, sondern gar zweimal hintereinander. Ob da wohl gerade eine Kuh am kalben ist?

1997 - über die Gemeindegrenze geschaut

  • Grossbrand in der Junkerngasse in der Stadt Bern.
  • „Gring abe u seckle“. Mit der Bronzemedaille im 1500 m Weltmeisterschafts-Frauenlauf von Anita Weyermann ist ein neues geflügeltes Wort geboren.
  • Unfalltod von Prinzessin Diana.
  • Massaker in Luxor. Ueber 50 Touristen werden von islamischen Extremisten ermordet.
  • Tod von Alt-Gemeindepräsident Jakob Knöpfel.
  • Mega-Hochzeit zwischen der Schweiz. Bankgesellschaft und dem Bankverein zur neuen United Bank of Switzerland UBS.

1997 - innerhalb der Gemeindegrenze 

  • ...die 7. Legislaturperiode bringt einen enormen personellen Wechsel. Verbleiben von der 14köpfigen SP-Fraktion doch lediglich 4 ehemalige Mitglieder im Parlament.
    Sitzverteilung: SP 14, SVP 6, FDP 5, EVP 4, CVP 3, LdU 2, FPS 2, SD 2, FL 2.
    Präsident: Rolf Zimmerli (FDP).
  • Ein ruhiges Jahr erahnend, ruft der neue Ratspräsident Rolf Zimmerli (FDP) dem Parlament in Erinnerung „... „Parlament“ kommt von „parlare“ und farblose Debatten sind wirklich nicht erstrebenswert...“.
  • Es ist das Jahr der einstimmigen Entscheide. Nicht wissend oder sich nicht mehr an die früheren Monsterdebatten erinnernd, wird bereits an der ersten Doppelsitzung die Geschäftslast reklamiert, obwohl die Sitzungsdauer „nur“ vier Stunden beträgt.
  • Erfreuliches bringt der Verwaltungsbericht für Jörg Schärer (FL). Stellt er doch fest, „...dass keine Wespen- und Hornissennester mehr vernichtet werden und die Feuerwehr diese verwerflichen Taten eingestellt hat.“.
  • Die Richtplanung „ESP Bahnhof“ bringt den Ratspräsidenten etwas in Bedrängnis. Die zahlreichen, nicht ohne weiteres nachvollziehbaren Anträge von öV-Spezialist Walter Bruderer (LdU), lassen ihn einen für Gemeindepräsident Theo Weber nicht nachvollziehbaren Stichentscheid fällen. Korrigierend erklärt er aber, es dem Gemeinderat zu überlassen, die Richtplaninhalte so zu formulieren, dass sie am Schluss auch stimmen, womit sich der Rat ebenfalls einverstanden erklären kann.
  • Redaktor Erich Kobel verlässt den „Bund“ und somit den Grossen Gemeinderat nach 24jähriger Begleitung.
  • Beinahe physisch spürbar ist das Seilziehen um die finanzielle Beteiligung an der NAHA 2 der BEA bern expo. Während die Linke in erster Linie mit umweltpolitischen Gründen argumentiert, legt sich die Rechte für den wirtschaftspolitischen Aspekt ins Zeug. Auch ein Sitzungsunterbruch vermag die Linke nicht zu überzeugen, allerdings gelingt ein Kompromiss, welchen den vormals ebenfalls ablehnenden Markus Bieri (SD) umzustimmen vermag. Mit einer Stimme Unterschied wird das Geschäft schliesslich genehmigt.
  • Sich seiner Entscheidkompetenz durchaus bewusst, beschliesst der Ratspräsident kurzerhand, die GGR-Sitzungen ab 1998 wieder in den Tell-Saal zu verlegen. Er hofft, die Ratsdebatten würden dadurch etwas publikumsattraktiver.
  • Erstmals wird eine Sitzung in hochdeutscher Sprache abgehalten. Grund dafür ist die Teilnahme einer Delegation aus Trojan/Bulgarien. Ob die Gäste wohl das Votum von Rupert Moser (SP) verstehen, der von „Reziprozitätsverhältnis“, von „frühkapitalistischem Beutekapitalismus“ und auch von „postdemokratischem, kleptokratischem Turbokapitalismus“ spricht?
  • Schliesslich setzt sich Andreas Thomann (SP) vehement dafür eine veritable Jahrtausendfeier in Ostermundigen ein. Slogans hat er bereits deren vielen auf Lager, so zum Beispiel: „Ostermundigen ohne Schiessplatz, das war unser Wille, kommen auch Sie und wohnen bei uns in der Stille“.

1996 - über die Gemeindegrenze geschaut

  • Die Pharma-Multis Ciba und Sandoz fusionieren zum weltweit zweitgrössten Chemieunternehmen Novartis.
  • Die Schweiz gerät ins Kreuzfeuer um nachrichtenlose Vermögen und Nazi-Raubgold.
  • Das über 200-jährige alte Opernhaus „La Fénice“ in Venedig fällt zum dritten Mal einem Brand zum Opfer.
  • Donghua Li wird Olympiasieger am Pferdbauschen in Antlanta.

1996 - innerhalb der Gemeindegrenze

  • ...wohl selbst etwas überrascht, erinnert sich der neue Ratspräsident Thomas Werner (GPO) an seine politischen Anfänge, „...als man noch nicht so recht wusste, was mit diesen „Grünen“, „Linken“ und „Extremen“ anzufangen ist...“. Erleichtert stellt er fest, „dass sich diese Berührungsängste mit der Zeit abgebaut haben und heute offensichtlich ganz verschwunden sind. Sonst wäre ich wohl nicht als Präsident dieses Rates gewählt worden...“ So ändern sich die Zeiten...
  • Die Vorlage zum Ausbau der Unterdorfstrasse fällt in der GRPK durch. Nach Jahren auferlegten Schweigens als Fürsorgevorsteher, ergreift Willi Wild (SP) nun die sich bietende Gelegenheit, dem Rat endlich zu sagen, was Sache ist. Ohne mehrmalige Unterbrechnungen von Peter Röthlisberger (FDP) geht dies allerdings nicht, sodass der Ratspräsident, sich auf die Geschäftsordnung berufend, beschwichtigend eingreifen muss.
  • Dank von allen Seiten erntet der Gemeinderat mit den Verträgen über die Kostenbeteiligung für die Sanierung der Schiessanlage Riedbach. Auf einmal macht sich eine seltsame, bisher nie dagewesene Einigkeit unter den Parteien bemerkbar.
  • Selbst der Millionenkredit für den Umbau des Restaurants Tell, desen Betriebsrechnung in den letzten Jahren ein Dauerbrenner für kritische Bemerkungen war, wird einstimmig und beinahe enthusiastisch bewilligt. Ob dies wohl am Votum von GRPK-Sprecher Walter Bruderer (LdU) - übrigens ehemals stärkster Kritiker des Tell - liegt: „...Die GRPK empfiehlt einstimmig Zustimmung zum Geschäft und hofft, den zweiten Teil der GRPK-Sitzungen möglichst rasch in die neu gestaltete Brasserie verlegen zu können“?
  • Ein zaghafter Versuch der Opposition unternimmt Jörg Schärer (FL), indem er - selbst auf das Risiko hin nicht mehr gewählt zu werden - an alten Feuerwehrtraditionen zu rütteln versucht. So plädiert er mit Herzblut für eine Kostenpflicht bei der Vernichtung von Wespen- und Hornissennestern. Nachdem der Rat ihm bei der Beratung des Wehrdienstreglementes partout nicht folgen will, doppelt er gar mit einer Motion nach, was allerdings auch nichts fruchtet.
  • Aus Pietätsgründen gegenüber Kleintierhaltern setzt sich das Parlament vehement für das Vergraben von Tierkadavern bis 10 Kilo auf eigenem Grund und Boden ein. Machtlos vor der entschlossenen Front des Parlamentes geht der Gemeinderat schliesslich den Kompromiss „5 Kilo“ ein.
  • Sich des Umstandes „...wir kommen uns beinahe wie kleine Marsmenschen vor...“ bewusst, aber nicht weniger entschlossen, erntet die Kreditvorlage zur Sanierung des Schulhauses „Dennigkofen“ von den SD-Vertretern vernichtende Kritik. Sie fürchten nämlich, „...dereinst die Suppe auslöffeln zu müssen, die heute eingebrockt wird...“.
  • Fast beängstigend friedlich geht es in der Beratung um die neue Personal- und Besoldungsordnung zu. Der zahme Angriff der FDP auf den Teuerungsausgleich hinterlässt den den Eindruck eines eher Pro-Forma-Auftrittes mehr aus parteiräsonablen Gründen.

1995 - über die Gemeindegrenze geschaut

  • Ein Erdbeben verwüstet die japanische Stadt Kobe.
  • Schliessung der offenen Drogenszene am Letten in Zürich.
  • Einem Giftgas-Attentat in der U-Bahn von Tokio fallen 11 Menschen zum Opfer.
  • Moritz Leuenberger wird in den Bundesrat gewählt.
  • Isreals Premier Ytzhak Rabin wird ermordet.
  • Christo verhüllt den Berliner Reichstag.

1995 - innerhalb der Gemeindegrenze

  • ...glasklar erkennt der neue Ratspräsident Walter Gut (SVP) die Folgen seiner Wahl: „...Die Sitzungen werden kürzer, weil ein ziemlich viel Zeit beanspruchender Redner mit diesem Amt quasi „mundtot“ gemacht wird...“
  • Und wiederum zeigt sich die Umsetzung eines einmal beschlossenen Konzeptes als relativ schwierig. Verärgert zeigt sich die SP zum ihrer Auffassung nach mangelnden Willen des Gemeinderates, den Auftrag bezüglich der Lenkungsabgabe zu erfüllen und die Parkplatzbewirtschaftung zügig an die Hand zu nehmen. Gemeinderat Christian Santschi (EVP) muss sich „...nach diesen Vorwürfen ernsthaft die Frage stellen, wer eigentlich für die Umsetzung dieses Konzeptes zuständig ist. Es kann sicher nicht Aufgabe des Parlamentes sein, sich über Oekofarbe oder Signalisationsdetails zu unterhalten...“. Weiter belehrt er das Parlament, „...dass es nicht meine Aufgabe ist, über jede einzelne Kleinigkeit Bescheid zu wissen, nur um den Rat Red und Antwort zu stehen...“. Womit die Fronten wieder einmal geklärt wären.
  • „Heimatschutz“ lautet das Motto, unter welchem das Submissionsreglement steht. Von der SVP selbstverständlich und von der FDP überraschenderweise unterstützt, stellt Fritz Lingenhag (SP) fest: „...Es ist erstaunlich, dass sich in dieser Frage ausgerechnet die Sozialdemokraten liberaler verhalten als die Liberalen.“.
  • Eine neue Variante der Arbeitsvergebung schlägt Adrian Liechti (SD) bei der Kreditbewilligung zum Kreisel Bernstrasse/Schermenweg vor: „...Eigentlich müsste der Spiess umgedreht werden, indem gefragt wird, wer baut uns für Fr. 250’000.-- den besten Kreisel. Auf diese Weise könnten statt perfektionistische, praktische Projekte realisiert werden.“
  • Ein spürbares Umdenken hat im Parlament stattgefunden. Ein bereits im Jahr 1985 eingereichtes Begehren zur Abgabe von SBB-Generalabonnementen an die Bevölkerung - damals noch völlig chancenlos - findet heute eine so breite Zustimmung, dass sich selbst Jörg Schärer (FL) „...für einmal mit Peter Röthlisberger (FDP) und Rolf Zimmerli (FDP) verbünden kann. Selten habe ich derart sympathische Stellungnahmen dieser beiden Ratskollegen vernommen...“.
  • Ein 25-jähriger Dauerbrenner findet seinen Abschluss. Endlich ist für die neue Gemeindebibliothek ein Standort gefunden worden, was Alfred Rickenbach (FDP) folgenden, erleichterten Kommentar entlockt „...Es ist eine Wohltat, einmal über ein Geschäft befinden zu können, bei welchem nicht nur finanzielle und wirtschaftliche Aspekte im Vordergrund stehen.“

1994 - über die Gemeindegrenze geschaut

  • Die Alpeninitiative wird von den Stimmberechtigten angenommen.
  • Ein Güterzug mit 20 Benzin-Zisternenwagen entgleist im Bahnhof Zürich-Affoltern.
  • Nelson Mandela wird Präsident von Südafrika.
  • Massenselbstmord von Mitgliedern der Sonnentemplersekte in der Schweiz und in Kanada.

1994 - innerhalb der Gemeindegrenze

  • ..unter der Ägide von Ratspräsidentin Louise Müller (CVP) wird geregelt, geregelt und nochmals geregelt, nämlich der Gemeindeverband der Berufsberatung Worblental und Umgebung, die Parkplatzbewirtschaftung, die Ortsplanung, die Schulorganisation, die Abwassergebühren, der Spitalverband und last but not least die Gemeindeorganisation...(uffh!)
  • „Beim Parkplatzreglement handelt es sich um ein relativ einfaches Reglement, das kein Hexenwerk darstellt...“. Mit diesen Worten lehnt Peter Röthlisberger (FDP) die Behandlung in zwei Lesungen ab. Unterstützung erhält er von Fritz Lingenhag (SP), was den Gemeindepräsidenten zur Bemerkung veranlasst „...Wie man es macht, ist es falsch...“. Auf die ständig wiederkehrende Kritik, dass alle amtlichen Dokumente geschlechtsneutral abzufassen seien, platzt Rose-Marie Stahel (EVP) einmal mehr der Kragen, was in der persönlichen Erklärung gipfelt „...Ich kann mich mit der Forderung der SP-Frauen betreffend geschlechtsneutraler Formulierung nicht einverstanden erklären, denn es gibt in der deutschen Sprache keine Geschlechtsneutralität...“. In harter Knochenarbeit, aber voller Stolz über das Vollbrachte wird das „einfache“ Reglement nach dreistündiger Debatte genehmigt.
  • Die Beratung der Verwaltungsorganisation und der Aemterklassifikation wird grösstenteils durch die beiden Ratsmitglieder Peter Röthlisberger (FDP, innen rechts sitzend) und Fritz Lingenhag (SP, innen links sitzend) bestritten. Ein bereits aus früheren Zeiten bekanntes Phänomen.
  • „Manuel“, „Spiegel“ oder gar „Twann“? Volkswahl, nicht Volkswahl? Gleich zu Beginn legt Schulexperte Hans-Peter Mitter (SP) den Standpunkt der SP unmissverstänlich klar: „...Es ist uns ein wichtiges Anliegen, dass es in unserer Gesellschaft allen gut geht. Wir setzen und deshalb für eine „Oben-“ und „Unten-Gesellschaft“ ein und unterstützen das „Miteinander“. Was wir nicht wollen, ist eine „entweder-oder-Gesellschaft“ und die Ausgrenzung von Bevölkerungsschichten...“. In einer vierstündigen Marathondebatte wird die neue Schulorganisation geboren. Landläufig wird solches Geschehen als „Zangengeburt“ bezeichnet. „Nicht gerade in Jubel ausbrechen“ kann Gemeinderätin Marie-Theres Kälin ob der durch das Parlament arg zerzausten Vorlage.
  • Sehr reformfreudig gibt sich das Parlament in der Frage der Gemeindeorganisation. „New public Management“ ist Schlagwort. Unter diesem Aspekt werden die Kompetenzen zum Erstaunen des Gemeinderates grosszügig verteilt. Eine kleine „oppositionelle“ Gruppe um Walter Bruderer (LdU) kämpft bis zum bitteren Ende gegen Kompetenzverluste, allerdings vergeblich.
  • Schliesslich kreiert der Rat eine neue Form von Vorstoss. Mit dem Begehren „Der Schermenweg soll offen bleiben“, wird - so Gemeindepräsident Theo Weber - eine „Interpostulation“ eingereicht.

1993 - über die Gemeindegrenze geschaut

  • Auf das World Trade Center in New York wird ein Bombenattentat verübt.
  • Bei einer Bombenexplosion bei den Uffizien in Florenz kommen 6 Menschen ums Leben.
  • Die Luzerner Kapellbrücke fällt einem Brand zum Opfer.
  • Mehr als 170’000 Arbeitslose in der Schweiz.
  • Ruth Dreifuss wird in den Bundesrat gewählt.

1993 - innerhalb der Gemeindegrenze

  • ... die 6. Legislaturperiode bringt nun auch Neues von rechts, wird das Parteienspektrum doch um die Schweizer Demokraten und die Autopartei erweitert. Auch die Freie Liste wird inskünftig mitreden. Ganze 11 Parteien sind nun vertreten. Interessante Zeiten stehen dem Parlament bevor...
    Sitzverteilung: SP 11, FDP 6, SVP 6, EVP 4, CVP 3, LdU 3, APS 2, SD 2, FL 1, GPO 1, JUSO 1.
    Ratspräsident: Martin Goldschmid (SP)
  • Mit folgendem Zitat aus dem „Bund“ wird die Debatte zum Projektierungskredit „Schulanlage Rothus“ eröffnet: „...Selbst ausgesprochen schwatzhafte Schüler vermöchten wohl kaum jenen ungeheuren Redeschwall zu erzeugen, den die Politiker seit rund zwanzig Jahren über die Sekundarschulanlage Rothus ergiessen...“. Peter Röthlisberger (FDP) kann dies nur bekräftigen und stellt in noch schlimmeren Erahnungen fest: „...Der Rat besteht nicht nur aus lauter EDV-Spezialisten, sondern selbstverständlich auch aus lauter Architekten und Baufachleuten. Nachdem bereits heute derart kontroverse Spezialistenmeinungen vertreten werden, sehe ich der Beratung des effektiven Bauprojektes mit Schrecken entgegen...“. Wie recht er damit hat!
  • „Alle sprechen von Quoten, niemand will Quoten, aber überall existieren Quoten...“ mit diesen einleitenden Worten versucht Verena Oberli (SP) in einer flammenden Rede zugunsten der Frauenförderung den Rat zu überzeugen, ihre Motion zur Einführung der Frauenquote zu überweisen. Das Votum wird nicht überall mit Begeisterung aufgenommen, zumindest das Publikum aber applaudiert. Grundsätzlich ist selbstverständlich niemand gegen Frauenförderung, allerdings nicht auf diesem Weg. Unerwartete Schützenhilfe von rechts erhält die Motionärin von Bernhard Leiser (FDP), welcher allerdings auf eine Quotenregelung in ständigen Kommissionen verzichten möchte, „...da er persönlich beispielsweise Mühe hätte, im Frauenkomitee für das Handarbeiten konstruktive Mitarbeit zu leisten...“. Es trägt nichts ab, unter Namensaufruf wird die Motion abgelehnt.
  • Die Autopartei meldet sich mit einem Postulat zu Wort, welches das Wort des Parlamentes mit der Einführung der Redezeitbeschränkung kürzen soll. In diesem als redefreudig bekannten Parlament hat dieser Wunsch erwartungsgemäss keine Chance.
  • Die immer wieder auftauchenden Zweifel um den Standort eines künftigen Verwaltungszentrums lassen den Gemeindepräsident allmählich leicht entnervt feststellen: „...Die Blockbildung in Ostermundigen ist heute soweit, dass es überhaupt nicht mehr um den Standort als sachliche Fragestellung geht, sondern nur noch darum, wer mit seiner Meinung Recht erhält. Wenn damals, als im Parlament und im Gemeinderat noch eine sozialdemokratische Mehrheit herrschte in dieser Weise politisiert worden wäre, so hätten wir mit Bestimmtheit bis heute noch kein Altersheim, sondern würden uns immer noch über den Standort unterhalten.“
  • Völlig überrascht und etwas fassungslos der Debatte über die Ortsplanung folgend, wendet sich Fritz Schläppi (SD) mit folgenden Worten eines Schweizer Dichters an den Rat: „...Es muss in unserer Zeit ein ungeheuer unbegreiflicher Leichtsinn stecken, der von Zeit zu Zeit irgendwoher wie ein Fieber über die Menschen kommt, dass sie den Zusammenhang zwischen Ursachen und Folgen weder sehen, noch daran denken.“

1992 - über die Gemeindegrenze geschaut

  • Claude Nicollier umkreist mit der amerikanischen Raumfähre „Atlantis“ die Erde. Freude herrscht!
  • Bill Clinton wird amerikanischer Präsident.
  • Eine knappe Mehrheit lehnt den EWR-Beitritt der Schweiz ab.
  • Neuer Ratspräsident in Ostermundigen: Eugen Schneeberger (SVP).

1992 - innerhalb der Gemeindegrenze

... im Jahr 1992 gibt’s ausser Budget, Budget und nochmals Budget nicht viel anderes zu berichten...

  • Bereits in der ersten Sitzung muss sich das Parlament mit der zweiten Vorlage zum Budget 1992 befassen. Diesmal beantragt der Gemeinderat eine Steuererhöhung von nur noch einem Zehntel, mit einem geringen Aufwandüberschuss. Nach kleinen Zwischenscharmützeln und Seitenhieben von links nach rechts und umgekehrt, wird der Voranschlag vom Parlament genehmigt.
  • Gesellschaftspolitisch wird es in der Diskussion um die Schaffung eines heilpädagogischen Ambulatoriums. Als Lehrer von dieser Frage direkt betroffen, schöpft Christian Santschi (EVP) aus seinem 22-jährigen Erfahrungsschatz aus dem Vollen. So beschreibt er beispielsweise wie ungemütlich es ist, „...in einem Klassenzimmer mit einem 15-jährigen konfrontiert zu werden, der einem die Schere ins Genick hält und mit „kaputtmachen“ droht...“. Ab solch haarsträubenden Erinnerungen vergisst er vollständig, was er namens der Fraktion eigentlich hätte sagen sollen. Obwohl einige Parlamentsmitglieder den Nutzen einer solchen Institution nicht ganz einzusehen vermögen, andere zwar grundsätzlich dafür sind, aber noch etwas abwarten möchten, wird das Geschäft vom Rat mehrheitlich unterstützt, was Jürg Schärer (SP) etwas ungläubig zur Bemerkung hinreissen lässt „...Ich bin beeindruckt, mit welchem Ernst und ehrlichem Bemühen man sich in allen Parteien diesem Thema angenommen hat.“
  • Voranschlag 1992 zum Dritten. Das Budget findet vor den Stimmberechtigten wiederum keine Gnade. Gemeinderat und Parlament sind sich diesmal einig: „Die Zitrone ist ausgedrückt“ und beschliessen, das Budget dem Volk unverändert nochmals zum Entscheid zu unterbreiten, was schliesslich auch Erfolg hat.
  • Sehr skeptisch reagiert der Rat auf die Kreditbewilligung für den Projektwettbewerb eines Verwaltungszentrums im Dreieck. Christian Cappis (SP) langer Rede kurzer Sinn „...aus diesem Wettbewerbsprogramm kann nichts Gutes resultieren. Wir dürfen es nicht riskieren, mit diesen Unterlagen einen Nonvaleur zu produzieren und Fr. 300’000.-- zum Fenster hinauszuwerfen...“. Gemeindepräsident Theo Weber sieht auch keinen grossen Sinn mehr, „...das Geschäft noch durchboxen zu wollen, nachdem sich offensichtlich bereits eine Mehrheit auf eine Rückweisung geeinigt hat“.
  • Gegen den Willen der Linksparteien genehmigt das Parlament die Ueberbauungsordnung „Unterdorfstrasse/Bärtschihaus“. Die Stimmberechtigten allerdings folgen den Empfehlungen der SP - insbesondere den Argumentationen deren damaligem Exponenten Carlo Sechi - und lehnen die Ueberbauungsordnung ab.
  • Gar Fernseh-Ehren erlangt Ratsmitglied Rudolf Alther (SP) mit seiner Interpellation über seltsam vermummte Gestalten, welche in den Steinbrüchen herumschleichen und mit Munition aus Lebensmittelfarbe herumballern und so ahnungslose Spaziergänger erschrecken. Dieses Treiben - so stellt sich heraus - ist eine neue Sportart namens „Gotscha“. Weil derart verwerflich, gibt unüblicherweise sogar der Ratspräsident seine persönliche Meinung kund: „...Sport soll das sein. Pfui Teufel, wenn das Sport ist.“
  • Quasi als Abschiedsgeschenk serviert der aus dem Gemeinderat austretende Willy Burgunder dem Parlament die Schaffung der Gemeindepolizei. Angesichts des zunehmenden Sicherheitsbedürfnisses der Bevölkerung passiert diese einschneidende Vorlage die politische Hürde relativ schlank. Allerdings gibt Thomas Werner (GPO) zu bedenken, „...dass ein einziger, nur mit einer Pistole bewaffner Polizist sicherheitsmässig nichts bringt und er dem Geschäft nur zustimmen kann, wenn der beantragte Kredit um die Waffe reduziert wird...“. Für Walter Gut (SVP) ist es wichtig, „...dass ein abtretender Gemeinderat seinem Nachfolger keine schlecht ausgebrüteten Eier hinterlässt...“. Er bittet den künftigen Polizeivorsteher deshalb um eine persönliche Stellungnahme zu diesem Geschäft. Der betroffene Christian Santschi (EVP) „...möchte sich eigentlich auch kein Kuckucksei ins Nest legen lassen und steht dem Geschäft deshalb etwas skeptisch gegenüber...“. Schliesslich gelangt er aber zum Schluss, „...dass die anvisierte Lösung angesichts der finanziellen Situation wohl die sinnvollste ist...“. Und so findet das Geschäft eine breite Zustimmung.
  • Und schliesslich, ganz zum Schluss, setzt das Parlament einen Schluss-Strich unter eine 25-jährige Leidensgeschichte, indem es einen Kredit für die Busverlängerung in die Rüti bewilligt.

1991 - über die Gemeindegrenze geschaut

  • Der Golfkrieg tobt.
  • 700. Geburtstag der Schweiz.
  • 800. Geburtstag der Stadt Bern.
  • Tod von Jean Tinguely.
  • Das Ende der Sowjetunion und Rücktritt von Michail Gorbatschov.
  • Ötzi, der Gletschermann wird gefunden.
  • In Südafrika wird die Apartheid abgeschafft.

1991 - innerhalb der Gemeinde

  •  ... in Ostermundigen wird erstmals eine Frau, Dorothee Roth (FDP), zur Ratspräsidentin gewählt...
  • Der Einstieg wird der neuen Ratspräsidentin nicht einfach gemacht, hat sie doch gleich zu Beginn die turbulente Diskussion um die Gemeindeinitiative „Leben statt Lärmen; weniger Schiesslärm“ zu führen. Nach langem Hin und Her über Gegenvorschlag ja oder nein und wenn ja, welcher oder allenfalls wie kombiniert...lenkt sie das Chaos in der Abstimmung wieder in geordnete Bahnen.
  • Arg unter Druck gerät der Gemeinderat mit dem Erwerb der Burgunder-Liegenschaft Bernstrasse 65 c. Seiner bürgerlichen Uebermacht einigermassen sicher nimmt es Walter Gut (SVP) Jürg Schärer (SP) denn auch „...nicht übel, dass er nicht aus eigener Anschauung hinaus zwischen amtlichem Wert und Eigenmietwert unterscheiden kann...“. Die Stimmberechtigten hingegen goutieren diesen Erwerb nicht.
  • Etwas turbulent gestaltet sich die Beratung um die Teilrevision der Gemeindeordnung, insbesondere was die Abschaffung der Volkswahl der Primarschulkommission anbelangt. So weiss Thomas Werner (inzwischen Mitglied der Grünen Partei) „...nicht genau in welchem Teil der Beratung wir uns gerade befinden. Aus den vorangehenden Voten nehme ich aber an, meine Stellungnahme zum richtigen Zeitpunkt einzubringen...“. Das Parlament spricht sich schliesslich gegen die Wahl der Primarschulkommission durch das Volk aus. Ob dies der Grund für die spätere Ablehnung der Teilrevision der Gemeindeordnung durch die Stimmberechtigten ist, wird vermutlich nie mit Sicherheit festgestellt werden können.
  • Den Voranschlag 1992 charakterisiert Ernst Zürcher (SP) wie folgt: „...Finanzpolitisch stecken wir in einem Tief. Metereologisch ausgedrückt handelt es sich dabei aber nicht um eine vorübergehende Depression, sondern um ein stationäres Tief mit Staulage...“. Dies hat auch der Gemeinderat erkannt und beantragt deshalb eine Steuererhöhung um gleich zwei Zehntel, d.h. von 2,3 auf 2,5 Einheiten. Das Parlament lässt sich von der Notwendigkeit dieser Massnahme überzeugen und beisst in den sauren Apfel. Nicht so die Stimmberechtigten, welche den Voranschlag erwartungsgemäss ablehnen.
  • Ideologisch wird die Diskussion um die Bewilligung eines Rahmenkredites für die Einführung der Zonensignalisation „Tempo 30“. Treffend fasst sie Gemeinderat Burgunder so zusammen „..die einen sind dafür und die anderen sind dagegen...“. Irgendwie entnervt fordert er das Parlament auf „...stehen Sie grundsätzlich zum beschlossenen Produkt - sprich Verkehrskonzept - oder aber kommen Sie auf Ihren Auftrag zurück und erlauben es uns, den Salzstreuer wegzulegen...“. Die Motivation der solche Geschäfte vorbereitenden Behörde vergleicht er mit folgendem Beispiel: „...Der Ehemann gibt der Frau morgens beim Verlassen des Hauses den Auftrag, ihm zum Mittagessen einen schmackhaften Braten vorzusetzen. Die Frau gibt sich Mühe, rennt herum, kauft ein, kocht, deckt den Tisch und siehe da, wie befohlen steht ein leckeres Mahl auf dem Tisch. Der Mann kommt nach Hause, begutachtet das Fleisch und wirft es kommentarlos in den Mülleimer. Was glauben Sie wohl, wie lange die Frau dieses Spiel mitmacht und sich Mühe gibt den Mann zufriedenzustellen? Das Risiko ist doch sehr gross, dass der Eheman bald auf seinem Teller einen gleichgültig zubereiteten Schlangenfrass vorfindet, vielleicht sogar mit einer Prise Zyankali gewürzt...“. Das Parlament aber lässt sich - wenn auch knapp - von dieser Giftmischer-Geschichte nicht beeindrucken und lehnt „Tempo 30“ ab. Zum zweiten Mal in der Geschichte des Parlamentes dauert die Sitzung bis Mitternacht, was Walter Bruderer (LdU) und Ernst Zürcher (SP) dazu inspirieren, eine nicht ganz ernstgemeinte überparteiliche Motion folgenden Inhalts einzureichen: „Der Gemeinderat wird beauftragt, einen vierjährigen Kindergarten (= Amtsperiode) für Parlamentarier einzuführen.“

1990 - über die Gemeindegrenze geschaut

  • Die Fichen-Affäre beginnt.
  • Nelson Mandela wird nach 28-jähriger Haft entlassen.
  • Tod von Friedrich Dürrenmatt.
  • Tod von Ruedi Walter
  • Der „Checkpoint Charlie“ in Berlin wird abgerissen.
  • Die Mehrheit des Schweizervolkes unterstützt das Atomenergie-Moratorium.
  • Neuer Ratspräsident: Ernst Zürcher (SP).

1990 - innerhalb der Gemeindegrenze

...lässt man dieses Jahr Revue passieren, könnte der Eindruck entstehen, das Parlament bestehe nur aus zwei Mitgliedern, nämlich aus Walter Gut (SVP, hinten rechts sitzend) und Jürg Schärer (SP, hinten links sitzend)...

  • Dass nun die Bürgerlichen das Sagen haben dokumentiert sich in der Diskussion um die Motion Schärer (mittlerweile zum SP-Mitglied mutiert) betreffend Einsetzung einer Kommission für die Erarbeitung eines Energiekonzeptes. Trotz dem hart an der Grenze der Verletzung des Kollegialitätsprinzips liegenden Votums der zuständigen Departementsvorsteherin, gelingt es nicht, diesem Vorstoss zum Durchbruch zu verhelfen.
  • Auch in diesem Jahr darf ein Hundehalte-Diskussion nicht fehlen. Diesmal in Form einer Interpellation von Walter Bruderer (LdU). Wieder springt Gemeinderat Willy Burgunder für die arg geplagten Tierbesitzer mit der Bemerkung „Hundehaltung ist letztlich Charaktersache“ in die Bresche. Hinsichtlich der Kontrolle der Versäuberungsdisziplin der Hundehalter gemäss Ortspolizeireglement gibt er resigniert zu, nicht über das nötige Personal zu verfügen, denn „...ich kann mir schwer vorstellen, dass mir das Parlament eine Stelle für einen Hundekot-Kontrolleur bewilligen würde...“. Diese Antwort vermag den Interpellanten allerdings nicht zu befriedigen.
  • Einen von noch zahlreich folgenden politischen Schlagabtausch liefern sich die Exponenten der SVP und der SP bei der Berichterstattung zur Motion betreffend Prioritäten im Strassenunterhalt. Erstmals kommt zum Ausdruck, dass das Verkehrskonzept auf dem Papier zwar unbestritten ist, nicht aber in der Realisierung einzelner Massnahmen. Nebenbei stellt Gemeinderat Alfred Gosteli fest, „...offensichtlich landen alle negativen Stimmen zu diesen Massnahmen bei Herrn Gut und die positiven bei mir...“.
  • Einzigartig in der Geschichte des Ostermundiger Parlamentes ist die Sitzung vom 13. September 1990, welche von 18.30 bis 24.00 Uhr dauert. Der in solchen Fällen üblicherweise spätestens um 22.30 Uhr fällige Ordnungsantrag ergeht diesmal nicht. Grund dafür ist die Interpellation W. Gut (SVP) betreffend Sanierung des Schiessplatzes Oberfeld. Wie dem Interpellanten zu Ohren gekommen ist, trägt sich der Berner Stadtrat mit dem Gedanken, den Schiessplatz zu sanieren, was die von Ostermundigen angestrebte Verlegung zunichte macht. Mit dieser Uebung zu später Stunde soll der Stadt Bern demonstriert werden, dass Ostermundigen den Widerstand organisiert.
  • Die Finanzlage verschärft sich zusehends. Der Voranschlag 1991 sieht eine Steuererhöhung von einem Zehntel, d.h. von 2,3 auf 2,4 vor. Das Parlament kann diesem Antrag ohne Gegenstimme folgen.
  • Die Debatte über die Gemeindeintiative „Leben statt Lärmen; weniger Verkehrslärm“ gibt Jürg Schärer (SP) Anlass, die anektotische Seite der Gemeindepolitik aufzuzeigen. Walter Gut (SVP) gestattet sich seinerseits, diese anektotische Seite noch zu erweitern und das Parlament mit einem „orientalischen Basar“ zu vergleichen, was den Gemeindepräsidenten schliesslich zur Feststellung hinreissen lässt „..dass sich der Gemeinderat nicht gerne mit nicht erfüllbaren Initiativen beauftragen lässt, welche im Prinzip einen Blödsinn darstellen.“.
  • Die Bürgerlichen setzen den Sparhebel an und reichen 5 in diese Richtung zielende Vorstösse ein. Zu drei dieser Vorstösse tritt die SP-Fraktion in den Ausstand, weil - so Jürg Schärer (SP) .- sie nicht bereit sei, „...sich ähnlich einer tibetanischen Gebetsmühle immer wieder die Leier sparen, sparen, sparen anzuhören...“. Diese Situation fasst der Gemeindepräsident treffend wie folgt zusammen „...Wir haben nun drei Fronten, nämlich die einen, die die Vorstösse unterstützen, die anderen, die sie möglicherweise ablehnen und die dritten, die von der ganzen Angelegenheit nichts wissen wollen...“. Der sozialdemokratische Streik hat immerhin zur Folge, dass Christian Santschi (EVP) als Erstzunterzeichner einer der von der SP geächteten Motionen „Kohlen auf sein Haupt ladend“ den Vorstoss zurückzieht, da ihm die Abwesenheit so vieler Ratsmitglieder Unbehagen verursacht.
  • Das Jahr endet mit einer Asyldebatte im Zusammenhang mit der künftigen Nutzung des stillgelegten Hallenbades. Der Rat entscheidet sich schliesslich, die Lösung „Umnutzung in eine grosse und eine kleine Spielhalle“ weiterzuverfolgen und das Problem der fehlenden Asylbewerberunterkünfte anderweitig zu lösen.

Rückblick GGR Archiv 1980 - 1989

1989 - über die Gemeindegrenze geschaut

  • Elisabeth Kopp tritt aus dem Bundesrat zurück.
  • 200. Jahrestag der französischen Revolution.
  • Tod des iranischen Revolutionsführers Ayatollah Khomeini.
  • Die Berliner Mauer fällt.
  • Die Armeeabschaffungsinitiative wird abgelehnt.
  • Chemieunfall in der Intermilch AG in Ostermundigen.

1989 - innerhalb der Gemeindegrenze

  • ...die 5. Legislaturperiode beginnt. Erstmals seit Menschengedenken ändern sich im Sog der Wahl von Theo Weber (SVP) zum Gemeindepräsidenten die Machtverhältnisse in der Ostermundiger Politlandschaft. Nun wetzen die Bürgerlichen die Messer...
    Sitzverteilung: SP 12, SVP 9, FDP 8, CVP 3, EVP 3, LdU 2, POCH 2, DA 1.
    Präsident: Peter Künti (SVP)
  • Zur Straffung des Ratsbetriebs schlägt der Präsident vor, bei den Voten inskünftig auf die Anreden zu verzichten und sofort zur Sache zu kommen. Einige Sitzungen später und angesichts der Wichtigkeit seines Votums zur SVP-Motion betreffend getrennter Vorlage für die Hundesteuer, gerät diese Ermahnung bei Bernhard Leiser (FDP) leider in Vergessenheit. So lässt er sich denn zu folgender Rede hinreissen: „...Herr Präsident, sehr verehrter Herr 1. Vizepräsident, verehrte Frau 2. Vizepräsidentin, meine Damen und Herren Stimmenzähler, Frau Ratssekretärin, Herr Gemeindepräsident, geehrte Damen und Herren Gemeinderäte, Herr Gemeindeschreiber, liebe Vertreter der Presse, geschätzte Ratskolleginnen und -kollegen, die FDP-Fraktion unterstützt die Motion nicht.“
  • Und wieder steht der Sportplatz Rüti zur Diskussion, diesmal durch eine SP-Motion initiiert. Mit seinem bekannten analytischen Verstand erklärt Walter Gut (SVP) das seltsame parteipolitische Wechselspiel in dieser Angelegenheit wie folgt: „...Dieses Geschäft geht zurück auf den Zeitpunkt, als Herr Jakob Knöpfel erstmals als Gemeindepräsident gewählt wurde. Damals haben einige Stimmberechtigte nämlich auf Ihren Wahlzettel geschrieben: „Wir brauchen keinen Appenzeller, wir brauchen einen Sportplatz...“.
  • Das Jahr 1989 mausert sich allmählich zum Hundesteuer-Jahr, welches Ostermundigen in seinen demokratischen Grundfesten zu erschüttern droht. Die Vorschläge aus dem Parlament, wie es angestellt werden könnte, um die Bürgermeinung über die Hundetaxe in Erfahrung zu bringen, lassen den Gemeindepräsidenten die Schlussfolgerung ziehen: „...Wollen wir im Sinne der gemachten Vorschläge vorgehen, müsste die Abschaffung des Parlamentes und die Wiedereinführung der Gemeindeversammlung in Betracht gezogen werden“.
  • Die Schaffung einer Kindertagesstätte wird von einigen Ratsmitgliedern sehr skeptisch unter die Lupe genommen. Walter Gut (SVP) argwöhnt dahinter gar „den ersten Schritt zur Staatserziehung“. Wogegen Rose-Marie Stahel (EVP) eigentlich nur materielle Gründe von sich selbst verwirklichenden Frauen erkennen kann. Trotz diesen kritischen Gedanken wird die Kinderkrippe genehmigt.

1988 - über die Gemeindegrenze geschaut

  • Tod von Gemeindepräsident Alfred Imhof.
  • Brand in Hotel International in Zürich; 6 Menschenleben werden gefordert.
  • Vernichtung von Mittelstreckenraketen durch die beiden Supermächte USA und UdSSR.
  • 60. Geburtstag von Mickey Mouse.

1988 - innerhalb der Gemeindegrenze

  • ... der unerwartet plötzliche Hinschied von Gemeindepräsident Alfred Imhof überschattet das Jahr 1988...
  • Zu Beginn des Jahres gibt die Amtszeitbeschränkung Diskussionsstoff. Die Bedenken von Walter Gut (SVP) gegenüber der vorgeschlagenen rückwirkenden Amtszeitbeschränkung sind einmal mehr grundsätzlicher Art. Mit anderen Worten ausgedrückt, grundsätzlich hat er nichts gegen die Einführung einer Amtszeitbeschränkung, diese soll aber erst ab der nächstfolgenden Legislaturperiode gelten, was dem Rat denn auch einleuchtet und so beschlossen wird.
  • Auf Anregung der FDP trifft sich das Parlament inskünftig nach der Sitzung zu einem gemeinsamen Umtrunk in einem Ostermundiger Restaurant (mit Ueberzeitbewilligung).
  • Der plötzliche Hinschied von Gemeindepräsident Alfred Imhof beschert dem SP-Politiker Willi Wild einen Senkrechtstart. Als gerade nachgerückter Parlamentarier rutscht er nach nur einer Sitzung schon in den Gemeinderat nach.
  • Die Gemeindeinitiative der FDP betreffend Einführung eines Abendverkaufes stösst bei der Linken immer noch auf keine Gegenliebe. Der inzwischen zu den Parteilosen konvertierte Jürg Schärer kann sich des Eindrucks nicht erwehren „...dass hier im Rat politische Filzpantöffelchen getragen werden, um den Holzboden des Abendverkaufes zu betreten, ohne grossen Lärm zu verursachen...“. An der liberalen Haltung von Thomas Werner (DA) hat sich seit der letzten Diskussion über dieses Thema nichts geändert, was von Peter Röthlisberger (FDP) immerhin als „bemerkenswert“ quittiert wird.
  • Der Voranschlag 1989 steht im Zeichen der Hundetaxe. Mit dem Antrag von Walter Gut (SVP) auf Erhöhung der Hundetaxe von Fr. 50.-- auf Fr. 100.-- liessen sich sage und schreibe Fr. 22’000.-- einsparen. Gemeinderat Burgunder, selbst Kynologe und Kenner der Freuden und Leiden eines Hundehalters, argwöhnt keine finanziellen Gründe hinter diesem Antrag, sondern prinzipielle, was er in einer flammenden Rede zugunsten des Hundes und seines Halters umzubiegen versucht. Schliesslich - und nach weiteren hitzigen Wortwechseln - wird der Antrag durch Stichentscheid des Ratspräsidenten abgelehnt.
  • Die Bike and Ride Anlage am Dammweg ist eigentlich unbestritten. Auf Unverständnis bei Fritz Probst (SP) stösst lediglich die „Verenglischisierung“ der deutschen Sprache, was ihn spontan zu folgendem Gedicht inspiriert:
    „We du am Samschtig z’Oschtermundige uf Ichoufstrip wosch gah, fasch bim Zweirad-Peter a. De geisch villich zur Rediffusion, chasch aber o im Beverly Hill e Video Cassette choufe, oder muesch no zersch im Dreamland öppis ha. Bluejeans choufsch im Men’s Shop y, villech darfs o öppis usem Shop Trice sy. Hesch d’s Portemonnaie vergässe, de tuesch dr’s eifach lease. We de no dr Frou tuesch telefoniere, nimmsch eifach d’Tax Card füre. We de müed bisch im Chopf u i de Bei, de geisch ids Lord und trinksch echlei, sigs es Bitter Lemon oder es Sprite. Dernah loufsch zrügg und nimms d’s Velo grad im Bike and Ride...“.
    Was vom Ratspräsidenten mit den Worten „...Ich danke Dir mein lieber Fritz, das war wirklich gut und spitz...“ quittiert wird.
  • Ein weit ernsthafteres Thema ist das Verkehrskonzept. Für einmal wird der Gemeinderat vom Parlament mit Gratulationen und Dank für diese Planung geradezu überhäuft. Diese Sympathiebekundungen lassen schliesslich den Kommissionspräsidenten und ehemaligen Vizegemeindepräsidenten Cuno Amiet ans Rednerpult treten und seinerseits danken: „...Obwohl diese Kommission aus „Roten“, „Gelben“, „Grünen“, „Blauen“ usw. zusammengesetzt war, handelte es sich um eine hervorragende Gruppe. ...Zu Beginn der Konzeptarbeiten erklärte ich einmal, irren ist menschlich und geirrt habe ich mich schon mehrmals, auch damals, als ich diese Kommission übernommen habe. Ich hoffe nun, dass ich mich jetzt nicht irre, und man in fünfzehn Jahren nicht sagen wird, „wer hier verkehrt, verkehrt verkehrt“...“. Einstimmig und mit Applaus wird das Verkehrskonzept genehmigt.

1987 - über die Gemeindegrenze geschaut

  • Jahrhundertkälte in Europa. Im Jura Temperaturen bis minus 45°.
  • Die Kanalfähre „Herald of Free Enterprise“ kentert. Ueber 200 Tote sind zu beklagen.
  • Schwere Unwetter in der Schweiz. Flüelen wird praktisch weggeschwemmt.
  • Uwe Barschel stirbt in einem Genfer Hotel auf mysteriöse Weise.
     

1987 - innerhalb der Gemeindegrenze

  • ...das Parlament begibt sich unter die Führung von Walter Schwarz (FDP)...
  • Seltene Einstimmigkeit herrscht beim Erwerb des „Gerber-Hauses“ an der Bernstrasse.
  • Und wieder steht das Thema „Fussball“ zur Diskussion. Diesmal allerdings nicht direkt sportlich, sondern eher gesellschaftlich gemütlich, steht doch die Ueberzeitbewilligung bei den Sommernachtsfesten der Fussballvereine zur Debatte. Von der Thematik etwas überrascht stellt Theo Tschannen (SP) trocken fest: „...Bisher habe ich immer angenommen, die Sportvereine seien da um Sport zu treiben und nicht um zu feiern. Es ist mir unverständlich, dass man die Kassen füllen will, indem man die Leute abfüllt...“. Womit das Thema denn auch abgehandelt ist.
  • „Gartenglück mit Schnellkompost“. So heisst der Ratgeber, nach welchem Walter Gut (SVP) seit 1956 mit Schachtelhalmen und allen möglichen Mixturen kompostiert und sich darüber freut, wenn sich nach seinen Experimenten Würmer bemerkbar machen. Dafür braucht es seiner Meinung nach keinen Lehrmeister - sprich Kompostberater - und so beantragt er die entsprechende Budgetposition zu streichen.
  • Wieder einmal bekommt der Gemeinderat sozusagen „eins aufs Dach“. Trotz verzweifeltem Kampf von Gemeinderat Romeo Gennari hat der 12 Mio.-Kredit für die Schulanlage „Rothus“ keine Chance.
  • Der Aemterklassifikation für das Gemeindepersonal ist ein derartiger Wirbel vorausgegangen, dass erstmals in der Geschichte des Ostermundiger Parlamentes eine Abstimmung mit Namensaufruf durchgeführt wird. Dies im Beisein von zahlreichen Gemeindebediensteten im Zuschauerraum. In ablehnender Haltung wirft Rose-Marie Stahel (EVP) dem Parlament denn auch vor, sich an diesem Geschäft nicht die Finger verbrennen zu wollen, was Markus Angehrn mit dem Wunsch (SP) auf den Plan ruft „...mich würde es reizen, morgen die Erziehungsdirektion anzurufen und zu verlangen, den Kindergärtnerinnen seien die Löhne zu senken...“. Woraufhin sich Rose-Marie Stahel spontan entschliesst, ab sofort eine Lohnklasse ihres Gehaltes einer gemeinnützigen Institution zur Verfügung zu stellen mit der Beteuerung, die entsprechenden Quittungen seien jederzeit einsehbar. Das Geschäft passiert mit einer Gegenstimme und fünf Enthaltungen die politische Hürde.

1986 - über die Gemeindegrenze geschaut

  • Brand im sowjetischen Kernkraftwerk Tschernobyl.
  • Brand im Chemie-Unternehmen Sandoz in Schweizerhalle.
  • Bundesrat Kurt Furgler tritt zurück. Arnold Koller wird sein Nachfolger.
  • Der Film „Der Name der Rose“ wird gedreht.
  • Die Gemeinde Vechigen wird von schweren Unwettern heimgesucht.

1986 - innerhalb der Gemeindegrenze

...gegenüber dem wort- und diskussionsreichen Jahr 1985, gestaltet sich das Jahr 1986 geradezu zahm. Immerhin, auch hier sind einige Rosinen zu finden...

  • Veloförderung ist angesagt. Namens der IG Wohnliches Ostermundigen überreicht Walter Gut (SVP) dem Gemeinderat und der Verwaltung ein Velo. Mit blumigen Worten unterstreicht er die Vorteile dieses Verkehrsmittels und möchte mit diesem Geschenk ein Symbol setzen für das zukünftige Verkehrsverhalten in Ostermundigen.
  • Etwas pikiert gibt sich POCH-Vertreter Christian Zahler ob der etwas despektierlichen Behandlung der Volksinitiative „Ostermundigen grün und wohnlich“ durch den Gemeinderat. Peter Röthlisberger (FDP) erachtet die Initiative - und auch den Gegenvorschlag - gar als überflüssig und stellt das ganze unter das Motto „...nützt es nichts, schadet es nichts...“. Die ehrfurchtslosen Voten lassen sogar Jürg Schärer resigniert feststellen „...Wäre ich nicht selber Mitglied der POCH, so täte ich mir leid.“.
  • Die Motion der FDP betreffend Sanierung des Allwetterplatzes Rüti I lässt die Fussballer-Herzen höher schlagen. Auch dasjenige des zuständigen Gemeinderates. Dies ist der Anfang einer langen Kunstrasenplatz-Geschichte. Fortsetzung folgt.
  • Das Parlament feiert seine 100. Sitzung. Wer nun aber glaubt, es sei zumindest kurzfristig Minne eingekehrt, täuscht sich gewaltig. Der Rückweisungsantrag der POCH-/ DA-Fraktion zum Landerwerb der Parzelle 1538 in der Rüti, welchem eine offener Brief in den Medien vorangegangen ist, gibt Anlass zu heftigen Kontroversen. In weiser Voraussicht gibt der Gemeindepräsident zu bedenken: „...Sollte es uns gelingen, diesen Schiessplatz dereinst zu verlegen, kann ich mir keine schönere Wohnlage an dieser Stelle vorstellen...“. Selbst der in Finanzfragen sehr versierte Schiessplatzgegner Walter Bruderer (LdU) findet den Kaufpreis verlockend. Lässt er doch verlauten „...Würden mir persönlich die finanziellen Möglichkeiten zur Verfügung stehen, hätte ich selbst versucht, das Areal zu erwerben...“. Das Parlament lässt sich davon überzeugen und bewilligt den erforderlichen Kredit für diesen Landerwerb.

1985 - über die Gemeindegrenze geschaut

  • Michail Gorbatschov wird Staatspräsident der Sowjetunion.
  • In Solothurn wird das erste Retortenbaby der Schweiz geboren.
  • Bei einen Lawinenunglück zwischen Täsch und Zermatt sind 11 Tote zu beklagen.
  • Neuer Gemeindepräsident von Ostermundigen ist Alfred Imhof (SP).
  • Neuer Gemeindeschreiber ist Otto Stalder.
  • Neue Ratssekretärin ist Marianne Meyer.

1985 - innerhalb der Gemeindegrenze

  • ...mit grossen Veränderungen tritt der Grosse Gemeinderat in seine 4. Legislaturperiode. Nicht nur zahlreiche personelle Wechsel, sondern auch der Einzug der „Progressiven und „Alternativen“ wird für Salz in der Suppe sorgen.
    Sitzverteilung: SP 15, FDP 7, SVP 6, CVP 4, EVP 3, LdU 2, POCH 2, DA 1
    Präsident: Willy Hosner (SP).
  • Bereits bei den Kommissionswahlen werden die Nerven von einigen erfahrenen Parlamentsmitgliedern durch die „Neuzuzüger“ von links arg gereizt. Die Jugendkommission ist Streitgegenstand, was schliesslich zur Belehrung führt, dass Wahlgeschäfte formal juristische Geschäfte sind und nicht Anlass zu Grundsatzdiskussionen über die Jugendpolitik darstellen. Die Weichen sind gestellt und die Positionen bezogen.
  • Von den POCH-Vertretern werden gleich zu Beginn des Jahres nicht weniger als sechs Vorstösse eingereicht. Mit einer Ausnahme werden sie aber alle sozusagen „abgeschmettert“.
  • Harte Diskussionen verursacht die überparteiliche Motion betreffend Verzicht auf die Verbindungsstrasse Forelstrasse/Bolligenstrasse. Mit der Argumentation des Erstunterzeichners „...lieber ein unperfektes geschichtlich gewachsenes Strassennetz, als eine perfekte Fehlplanung...“ wird - so SVP-Sprecher Walter Gut - „...die immer wieder auftauchende Wasserleiche...“ endgültig versenkt und die Motion überwiesen.
  • Etwas Neues hält Einzug. Zum Ziel des Ratsausfluges wird erstmals eine persönliche Erklärung abgegeben. POCH-Vertreter Jürg Schärer kann der Einladung nämlich aus ideologischen Gründen nicht folgen, soll die Reise doch ins propagandistische NAGRA Felslabor im Oberhasli führen. Dem Ratsbüro wird nahegelegt, inskünftig „harmlosere“ Ausflugsziele zu suchen.
  • Und wieder wird unter Beweis gestellt, dass man sich nicht nur den grossen Würfen, sondern auch den Details anzunehmen hat. Nach den Berechnungen von Roland Wymann (EVP) fehlen gemäss Verwaltungsbericht 1984 nämlich ganze 25 Hydranten. Wo, fragt er sich, sind denn diese geblieben? Einigermassen ratlos bittet der zuständige Vizegemeindepräsident den Rat um Verständnis, dass er nicht jeden einzelnen Hydranten auf Gemeindegebiet nachgezählt hat.
  • Völlig in die Nesseln setzt sich der Gemeinderat mit dem Ueberbauungsplan mit Sonderbauvorschriften Poststrasse. Die „110 %ige Ueberzeugung“ des Gemeinderates kann nicht überzeugen. Es wird auch nicht geglaubt, dass „...der Gemeinderat schlauer ist, als die sehr schlaue Bauherrschaft oder mit anderen Worten, dass die Gemeinde wohl meint, sie habe den Fünfer, das Weggli und auch gerade noch die Bäckerstochter in der Hand...“.
  • Abendverkauf ja oder nein. Hart gerungen wird um das neue Ladenschlussreglement. Während die Positionen zwischen links und rechts relativ klar sind, schleicht sich ein neues Phänomen ein. Der DA-Vertreter Thomas Werner erweist sich nämlich als liberalster Linker, da er absolut keine Veranlassung sieht, irgendwelche Ladenöffnungszeiten zu regeln. „...Sollen doch alle Ladenbesitzer die Oeffnungszeiten ihrer Geschäfte selbst gestalten, schliesslich sind sie mündige Bürger...“. Die etwas hektische und teilweise beinahe ins Komische abrutschende Beratung trägt dem Parlament in der Presse den Uebernamen „Cabaret Mösli“ ein. Der Rat trägt’s mit Fassung.

1984 - über die Gemeindegrenze geschaut

  • Eröffnung eines Selbstbedienungsrestaurants auf dem Gurten als Uebergangslösung.
  • 1091 Arbeitslose in der Stadt Bern.
  • Die Berner Finanzaffäre nimmt ihren Anfang.
  • Spannungen zwischen Italien und der Bundesrepublik, weil der italienische Aussenminister Andreotti die Wiedervereinigung als Utopie brandmarkt.
  • Elisabeth Kopp wird zur ersten Bundesrätin gewählt.

1984 - innerhalb der Gemeindegrenze

...ein Wahljahr beginnt, was sich bereits in den Turbulenzen der ersten Sitzung bemerkbar macht....

  • Quasi als „Altlast“ wird die Kreditabrechnung zur Ortsplanung betrachtet, welche dem Parlament vier Jahre nach Abschluss unterbreitet wird und mit einer Kostenüberschreitung von 76 % nach Auffassung des GRPK-Sprechers Hans-Ulrich Suter (FDP) „...sicher keine olympische Medaille verdient“.
  • Hart erkämpft sich Karl Hebeisen (SP) die Umwandlung der Bachstrasse in eine Wohnstrasse. Nach mehrmaligen Aufrufen von Walter Gut (SVP), die Angelegenheit einmal grundsätzlich zu betrachten, stellt Theo Tschannen (SP) die Frage „...Was ist grundsätzlich?...“ mit der gleichzeitigen Feststellung: “...Grundsätzlich ist einmal unsere Demokratie. Im Quartier wurden 320 Fragebogen verteilt. 197 haben betreffend Wohnstrasse mit JA und 5 mit NEIN geantwortet, 5 haben für eine andere Lösung gestimmt. Die Fragebogen sind durch die Gemeinde geprüft worden, d.h. die Gemeinde hat diese Umfrage legalisiert. Wenn wir diese Tatsache als nichtig betrachten, treten wir unsere Demokratie nicht nur mit Füssen, sondern wir zerstören sie mit einer Atombombe...“. Auf einen Atomkrieg will sich das Parlament denn doch nicht einlassen und beschliesst in geheimer Abstimmung, die Wohnstrasse in Form einer kostengünstigeren Variante weiterzuverfolgen.
  • Auch die nächste Verkehrsvorlage des Gemeinderates stösst auf wenig Gegenliebe. Auf die Sanierung der Verkehrsknoten Bahnhofstrasse/ Bernstrasse und Bernstrasse/ Schermenweg infolge der Eröffnung des neuen Coop-Centers will die SP gar nicht erst eintreten. Einen für spätere Zeiten wegweisenden Entscheid trifft das Parlament mit der Ablehnung der vorgeschlagenen Lichtsignalanlagen an diesen Knotenpunkten. So stellt Fritz Probst (SP) denn auch fest „...Es führen viele Wege nach Rom. Mit Lichtsignalanlagen kommen wir aber nicht dorthin...“. Walter Gut (SVP) fürchtet gar „...einen Christbaum von Lichtern...“ und belehrt den Gemeinderat, „...dass er kein Lichtsignalanlagenkonzept erwartet, wenn von einem Verkehrskonzept und einer Gesamtlösung die Rede ist“.
  • Zwei Pensionsversicherungsgeschäfte geben viel zu reden. So hinterlässt die grundsätzliche Regelung der Sozialversicherungen für den hauptamtlichen Gemeindepräsidenten bei Ernst Zürcher (SP) den Eindruck „...dieses Geschäft ist wie ein Bikini. Es zeigt viel, verdeckt aber das Wichtigste...“. Akzeptiert wird es schliesslich doch. Nicht so die Regelung der Altersvorsorge für den derzeitigen Gemeindepräsidenten, welche zur Ueberarbeitung an den Gemeinderat zurückgewiesen und schliesslich genehmigt wird.

1983 - über die Gemeindegrenez geschaut

  • Maria Schaer (EVP) ist erste Berner Stadtratspräsidentin.
  • Der Bundesrat beschliesst die Einführung der Autobahnvignette.
  • Tod des letzten Clowns der alten Garde: Charlie Rivel.
  • Die neue Krankheit AIDS wird auch in Bern festgestellt.
  • GGR-Präsident: Rudolf Michlig (CVP).

1983 - innerhalb der Gemeindegrenze

  • ...endlich ist es soweit. Am 10. Februar 1983 tritt der Grosse Gemeinderat von Ostermundigen erstmals als Parlament einer selbständigen Gemeinde zusammen und kann sich endlich „ohne grosse Schwester“ voll entfalten. Wie der Präsident richtig feststellt, „...wird diese Sitzung in die Chronik eingehen“.
  • Die Turbulenzen rund um die Verselbständigung haben vermutlich auch den Ratssekretär etwas verwirrt, hat er doch ein treues Mitglied der SVP kurzerhand in die SP verschoben, was letzteres entrüstet richtigstellt.
  • Ein schwerwiegendes Problem stellt sich gleich zu Beginn der 2. Sitzung, nämlich die Sitzungsumerierung. Handelt es sich nun um die 70. Sitzung (gemäss Einladung) oder um die 2. Sitzung (gemäss Einleitung des Präsidenten)? Der Vorsitzende versichert, sich dieser schwierigen Frage anzunehmen.
  • In weiser Voraussicht stellt Theo Weber als Sprecher der GRPK zum Projektierungskredit „Neubau Werkhof“ fest: „... das Projekt Werkhof sollte erst realisiert werden, wenn es dem einheimischen Baugewerbe etwas nützt, damit allenfalls Arbeitsplätze erhalten oder gerettet werden könnten.“
  • Bei der Beratung der Verwaltungsrechnung 1982 stellt die GRPK bei den Wehrdiensten verschiedene Differenzen fest. Nach gründlicher Ueberprüfung durch den GRPK-Sprecher Theo Tschannen (SP) werden die Wehrdienste ersucht, „...inskünftig.dem Zahlenmaterial die gleiche Aufmerksamkeit zu schenken wie dem Korpsmaterial“.
  • Ein Ereignis des Sommers 1983 wirft so hohe Wellen, dass gar eine Interpellation mit 23 Unterschriften eingereicht wird. Das im Zusammenhang mit dem Dorffest organisierte Nostalgie-Fussballspiel zwischen Altstars der Schweizerischen Nationalmannschaft und des BSC Young Boys wird aus Witterungsgründen durch einen fatalen Fehlentscheid bereits am Freitagmittag abgesagt. Das Wetter am darauffolgenden Samstag ist blendend und anstelle des „Spiels des Jahres“ wird ein gewöhnliches Meisterschaftsspiel durchgeführt.
  • Sehr visionär zeigt sich Peter Röthlisberger (FDP) schliesslich bezüglich Erschliessung des Rütiquartiers, welche er gern mit einem Förderband gelöst hätte.

1982 - über die Gemeindegrenze geschaut

  • Einführung der Sommerzeit auch in der Schweiz.
  • Die Berner Fasnacht wird nach 150-jährigem Schlaf wieder zum Leben erweckt.
  • Falkland-Krieg zwischen Argentinien und Grossbritannien.
  • Die Fürstin von Monaco, Garcia Patricia, kommt bei einem Autounfall ums Leben.
  • Helmut Kohl wird Bundeskanzler.

1982 - innerhalb der Gemeindegrenze

...der Ratsbetrieb Ostermundigen ist auch in diesem Jahr von den unter grossem Zeitdruck stehenden Verselbständigungsarbeiten geprägt...

  • Im Schnellzugstempo muss Reglement um Reglement beraten und genehmigt werden. Im Zusammenhang mit der neuen Gemeindeordnung wird heftig über die Wahl der Primarschulkommission gestritten. In geheimer Abstimmung wird - als „Sonderzügli“ für Ostermundigen - die Volkswahl beschlossen.
  • In der Beurteilung, dass die anzuschaffende Holzbaute als zusätzliche Büroräumlichkeiten für die Verwaltung die günstigste Lösung darstellt, herrscht für einmal Einstimmigkeit. Dies umso mehr, als sie „...in fünf bis sieben Jahren entweder verkauft oder anderweitig genutzt werden kann, sobald das Verwaltungszentrum gebaut ist.“
  • Das in die Selbstständigkeit tretende Parlament scheint nach den Worten des künftigen Ratspräsidenten auch sehr weltoffen zu sein. In seiner Antrittsrede gibt er sich nämlich davon überzeugt, dass „...nachdem die Ostermundiger während vieler Jahren einem Gemeindepräsidenten aus dem Appenzellerland ihr Vertrauen geschenkt haben, sie auch zwei Jahre einen Walliser überstehen und ertragen werden...“.

1981 - über die Gemeindegrenze geschaut

  • Staatsbesuche von Indira Gandhi, indische Premierministerin, und Sandro Pertini, italienischer Staatspräsident.
  • Immer noch und immer wieder Jugendunruhen.
  • Das Café „Rudolf“ am Bubenbergplatz schliesst für immer seine Pforten.
  • Die Arbeitslosenquote in der Schweiz beträgt durchschnittlich 0,2 %. Im Vergleich: EG-Staaten 8,5 %.

1981 - innerhalb der Gemeindegrenze

  • ... mit gemeindepräsidialen Ermahnungen „...man solle nicht immer der Verwaltung auf die Finger schauen, über sie schimpfen und aufpassen, dass sie nicht allzu gross und zu mächtig werde...“ startet der GGR Ostermundigen in seine 3. Legislaturperiode.
    Sitzverteilung: SP 19, FDP 8, SVP 5, CVP 3, EVP 3, LdU 2.
    Präsident: Hans-Ulrich Suter (FDP).
  • Endlich findet das arg kritisierte Vorgehenskonzept für die Verselbständigung Gnade vor dem Parlament, obschon dieses nach Auffassung der SP praktisch identisch ist mit dem im Vorjahr abgelehnten, nur etwas „akademischer“. Die Arbeitsgruppe „Verselbständigung“ wird eingesetzt.
  • Nebst dem Schwerpunktthema „Verselbständigung“ gelangen auch einige Detailfragen auf die Traktandenliste, so zum Beispiel die Reihenfolge der Hausnumerierung. Auf die einfache Anfrage Huber (EVP) erklärt der Gemeinderat ausführlich, weshalb die Hausnummer 100 nicht existiert. Der Grund ist folgender: „...Im Dialekt ist vielfach die Formulierung „i ga uf z’numero hundert“ (WC) üblich. Aus diesem Grunde wollen relativ viele Leute nicht in der .....strasse Nr. 100 wohnen.“
  • Für die überparteiliche Motion betreffend Naturgärten, Biotopen und Hecken plädiert Karl Hebeisen (SP) mit dem Verzweiflungsschrei: „...Suchen Sie einmal in unserem Dorf Margriten, die schönen weissen Blumen....“. Selbst der Gemeinderat gibt zu, dass „...es zutrifft, dass heute praktisch keine Sumpfgebiete mehr vorhanden sind. Dafür kennen wir das Sumpffieber nicht mehr.“

1980 - über die Gemeindegrenze geschaut

  • Das Rollschuhfieber aus Amerika erfasst auch die Schweiz.
  • Staatsbesuch von Königin Elizabeth II. von Grossbritannien.
  • Die Initiative gegen das „Oben-ohne-Baden“ wird wegen Formfehlers als ungültig erklärt.
  • Tod von Madame Elisabeth de Meuron-von Tscharner.
  • Bern wird von Jugendunruhen erfasst.
  • Der Grosse Rat beschliesst die Verselbständigung der Gemeinden Bolligen, Ittigen und Ostermundigen.

1980 - innerhalb der Gemeindegrenze

...im GGR wird schwerverdauliches gekaut, und schliesslich geschluckt...

  • Die Ortsplanung löst immer noch keine Begeisterung aus. Nach zähem Hin und Her wird sie schliesslich - nach dem Motto „lieber den Spatz in der Hand, als die Taube auf dem Dach“ - genehmigt.
  • Kaum ist ein Brocken einigermassen verdaut, steht bereits der nächste an, nämlich die Verselbständigung, welche von der Viertelsgemeinde Ostermundigen in einer Konsultativabstimmung abgelehnt wurde. Eine wahrlich schwierige Situation, die insbesondere dem Gemeinderat grosses Kopfzerbrechen verusacht. Soll er nun die Verselbständigung vorbereiten, da sie vermutlich nicht zu umgehen ist, oder soll er den Willen des Souveräns respektieren und die Hände vorläufig in den Schoss legen? „...jetzt bewegen wir uns auf dem Gebiet der Schizophrenie...“ stellt der Vizegemeindepräsident denn auch etwas frustiert fest, versichert aber gleichzeitig „...der Gemeinderat hat bei diesem heiklen Fragenkomplex nicht geschlafen, sondern war mit einem Auge immer wach und mit dem anderen hat er geschielt, was „ännet dr Woble“ geschieht“.
  • Schliesslich wird dem Ganzen noch die Krone der Schaffung des Hauptamtes für den Gemeindepräsidenten aufgesetzt, was insbesondere hinsichtlich der Besoldungsfrage auch nicht so leicht verdaulich ist.
  • Als absoluten Hammer empfindet der Gemeindepräsident jedoch die vernichtende Kritik des Parlamentes zum gemeinderätlichen Vorgehensplan für die Uebernahme der Arbeiten der Einwohnergemeinde. Richtigehend sauer erklärt er „...nun die Diskussionen zu diesem himmeltraurigen Geschäft mitangehört zu haben. Bisher habe er immer noch geglaubt, der Gemeinderat sei das ausführende Organ der Gemeinde. Es sei aber bekannt, dass immer die „dümmsten“ vom Dorf in den Gemeinderat gewählt werden.“

Rückblick GGR Archiv 1973 - 1979

1979 - über die Gemeindegrenze geschaut

  • Die Berner Zeitung BZ löst die Berner Nachrichten und das Berner Tagblatt ab.
  • Tod von Stadtpräsident Dr. Reynold Tschäppät.
  • GGR-Präsident: Martin Keusen (SP).
  • Ratssekretär Erich Kobel wechselt als Journalist zum „Bund“.
  • Neuer Ratssekretär: Otto Stalder.

1979 - innerhalb der Gemeindegrenze

... und wieder regt sich Widerstand im und ausserhalb des Rates...

  • Namens der GPK lehnt Theo Weber (SVP) die Behandlung des Ueberbauungsplanes „Unterdorf“ mangels Dokumentation mit einem geeigneten Plan ab. Dieses Ansinnen stösst beim Gemeinderat auf wenig Verständnis, denn „...schliesslich wohnen wir alle in Ostermundigen und wissen, wo sich das Bauernhaus von Hans Zimmermann befindet und wo es hinuntergeht gegen die Unterdorfstrasse...“. Offensichtlich ist dies nicht der Fall, denn der Antrag auf Nichtbehandlung des Geschäftes wird mit grossem Mehr genehmigt.
  • Mit der Note „ungenügend“ wird die Bauabrechnung der Schulanlage und des Hallenbades Dennigkofen von der GPK gerügt. Grund der Schelte ist die verspätete Vorlage (5 Jahre nach Inbetriebnahme der Anlage) und der Nachkredit von 3,3 Mio. Franken (Baukredit 13 Mio. Franken), welcher offensichtlich aufgrund verwirrender Vertragsverhältnisse entstanden ist. Nach zweimaliger Beratung dieses Geschäftes in der GPK empfiehlt ihr Sprecher Theo Tschannen (SP) dem Gemeinderat, „...Werk- und Honorarverträge inskünftig nicht nur zu unterschreiben, sondern auch zu lesen.“.
  • Ausserhalb des Ratsbetriebes beklagen vier Parlamentarierinnen das Arbeitsklima im Grossen Gemeinderat als nicht ideal. So wird im „Bund“ vom 10. Juli 1979 resigniert festgestellt, „... die Vertreterinnen des sogenannt schwächeren Geschlechts fänden nicht den Mut zur Gegenattacke, wenn ein „alter Hase“ seine Erfahrung in die Waagschale werfe. Zudem werde man wegen des kleinsten „Versprechers“ kritisiert...“. Allerdings bleibt der so angekündigte Exodus der Frauen weitgehend aus.

1978 - über die Gemeindegrenze geschaut

  • Staatsrechnung 1977: 13.2 Mio. Ueberschuss, anstelle von 91 Mio. Franken Defizit.
  • Frauen, die mit Badekleidern ohne Oberteil baden oder sonnen, dürfen nicht mehr verklagt werden.
  • Der Kanton Jura wird gegründet.

1978 - innerhalb der Gemeindegrenze

...das Jahr 1978 ist von zahlreichen Kreditbwilligungen geprägt...

  • Immerhin werden insgesamt rund 3 Mio. Franken bewilligt für Landerwerbe, Strassen- und Kindergartenbauten.
  • Tröstlich ist, dass das Parlament trotz dieses ansehnlichen Investitionsvolumens den Blick für die Details nicht verliert, denn mit Argusaugen wird bei der Beratung des Voranschlages festgestellt, dass in Garderoben von Turnanlagen tatsächlich Steckdosen montiert werden sollen. Grund dafür ist, „...dass die Schüler im Interesse ihrer Gesundheit nach dem Duschen ihre Haare mit dem Fön trocknen können.“.
  • Schliesslich beschliessen die Stimmberechtigten der Einwohnergemeinde Bolligen, sich in drei Einzelgemeinden auflösen zu wollen. Die Mehrheit wird allerdings nur in Bolligen und Ittigen festgestellt, währenddem Ostermundigen ablehnt, sodass es vorderhand bei der bestehenden Organisation bleibt.

1977 - über die Gemeindegrenze geschaut

  • Elisabeth Blunschy (CVP) wird als erste Frau zur Nationalratspräsidentin gewählt.
  • Verurteilung von Brigadier Jeanmaire zu 18 Jahren Zuchthaus.
  • 1. Internationales Folk-Festival auf dem Gurten.
  • Einführung Ferienpass in der Stadt Bern.

1977 - innerhalb der Gemeindegrenze

  • ....voller Elan begibt sich das Parlament in seine 2. Legislaturperiode.
    Sitzverteilung: SP 19, FDP 7, SVP 6, CVP 3, LdU 3, EVP 2.
    Präsident: Kurt Rüedi (SVP)
  • Die Kommissionswahlen sorgen bereits in der ersten Sitzung für heisse Köpfe. Von der SP wird es nicht ohne weiteres goutiert, dass ihr in geheimer Abstimmung vier Sitze gekappt werden, erhebt sie doch in 5-er Kommissionen Anspruch auf 3 und in 7-er Kommissionen gar auf 4 Mitglieder. Sie reicht Beschwerde beim Regierungsstatthalter ein.
  • Theo Tschannen (SP) äussert sich zur Motion gegen eine Versetzung des Gavillet-Bauernhauses auf den Ballenberg wie folgt „..Ich kann die Motion nur unterstützen, wenn der Motionär bereit ist, am Bauernhaus folgende Inschrift anzubringen: „Dieses Bauernhaus samt Speicher konnte dank der Motion Hartmann (CVP) erhalten bleiben. Die Hauskosten betrugen Fr. ........, die jährlichen Unterhaltskosten betragen Fr. .....“. Solch knorrige Reden sollen später noch viele folgen.
  • Für rund Fr. 95’000.-- schafft das Parlament einen Buchungsautomaten NCR 8100 (damals neueste Technik) an, unter der Bedingung, dass in den Automaten auch die Daten für die Pensionskassenabzüge und die SUVA-Abrechnungen gespeichert werden können.

1976 - über die Gemeindegrenze geschaut

  • 910 Arbeitslose in der Stadt Bern; gesamtschweizerisch 26’000.
  • Die Arbeitslosenversicherung wird obligatorisch eingeführt.
  • Verhaftung von Brigadier Jeanmaire
  • Auflösung des Berner Jugendparlamentes

1976 - innerhalb der Gemeindegrenze

...und noch immer sorgt die Ortsplanung für turbulente Debatten...

  • Der Richtplan „öffentlicher Verkehr“ findet im Parlament keine Gnade, denn - man höre und staune - bereits damals wird gefordert „...vom Gedanken einer Tramlinie nach Ostermundigen muss hier und heute endgültig Abstand genommen werden“.
  • Seltene Einigkeit herrscht hingegen bei der Kreditbewilligung für den Bau des Wehrdienstmagazins. Unbehagen verursacht allerdings die Kehrtwende des Gemeinderates, der für die Schlauchtrocknungsanlage anstelle der Variante „Turm“, der horizontalen Variante den Vorzug gegeben hat. Hätte der Turm doch ein eigentliches Wahrzeichen Ostermundigens werden sollen.
  • Zum Abschluss der Legislatur stellt der Präsident nicht ohne Stolz fest, dass aus anfänglich 5, nun doch stattliche 8 Sitzungen haben durchgeführt werden können, was von einer seriösen und guten Arbeit zeuge.

1975 - über die Gemeindegrenze geschaut

  • Der Felsenauviadukt wird dem Verkehr übergeben
  • Betriebsaufnahme der PTT-Richtstrahlantenne Ulmizberg
  • Arbeitslosenzahl in Ostermundigen: 20 Personen
  • GGR-Präsident: Charles Schoch (FDP).

1975 - innerhalb der Gemeindegrenze

...für den GGR steht des Jahr 1975 ganz im Zeichen der Ortsplanung...

  • Bereits die ersten Voten zu diesem Thema lassen die zu erwartenden Gefechte erahnen und schon bei der Bestellung der parlamentarischen Ortsplanungskommission ist der politische Friede endgültig dahin. So will die SP nicht eintreten, weil sie statt 3 Sitzen deren 4 (von 9) beansprucht und sich die Bürgerlichen beklagen, ihnen werde destruktive Politik vorgeworfen, woraufhin die SP die Verweigerung ihrer Mitarbeit androht, was die Bürgerlichen ihrerseits wiederum als Spezialität der SP bezeichnen. ... und so weiter, und so weiter...
  • Immerhin, bei sportlichen Anliegen herrscht einigermassen Einigkeit, so wird eine Motion zur Sanierung des Sportplatzes Oberfeld doch relativ deutlich überwiesen.
  • Die ständigen Forderungen des nach Akzeptanz strebenden jungen Parlamentes nach mehr Informationen, Grundlagen und Papieren, lassen Gemeindepräsident Jakob Knöpfel sehnsüchtig auf die Zeiten der Gemeindeversammlungen zurückblicken „...als man noch mündlich orientieren konnte und nicht zu jedem Geschäft noch separate Botschaften verfassen musste...“.

1974 - über die Gemeindegrenze geschaut

  • Letzte Fahrt des „blauen Bähnlis“ ab Kornhausplatz.
  • Einweihung neuer Hauptbahnhof.
  • 10 % Teuerungszulage.
  • Verzicht auf Tramlinie Bümpliz aus finanziellen Gründen, dafür Umstellung auf Trolleybus.
  • Eröffnung Hallenbad „Dennigkofen“.

1974 - innerhalb der Gemeindegrenze

... im GGR lassen sich die ersten „heissen“ Diskussionen an...

  • Um sich die notwendige Wichtigkeit „als Unterabteilung im ganzen Orchester“ zu verschaffen, findet die erste Sitzung auf Eingabe von 10 Ratsmitgliedern erzwungenernmassen statt. Wesentlicher Diskussionspunkt ist einmal mehr das Protokoll, welches durch besagten Jungpolitiker allerdings nur noch auf 1 A-4 Seite, aber nicht weniger entschieden, korrigiert und richtiggestellt wird. Wie sich herausstellt, fehlt dem Protokollführer „in diesem oder jenem Geschäft der Ueberblick und die Beziehung“.
  • Der erste Verwaltungsbericht steht zur Diskussion. Dies gibt Anlass dem Gemeinderat zu erklären, dass das Parlament zwar aus Laien, aber nicht aus Dummköpfen besteht, denn namens der GPK wird unter dem Abschnitt „Bauwesen“ präzisiert: „ ....es ist nicht notwendig zu erwähnen, dass ein Einfamilienhaus eine Wohnung aufweist, wären es nämlich zwei, so würde es sich nicht um ein Einfamilienhaus handeln...“. Zum Thema „bauliche Massnahmen für Behinderte“ wird vom Gemeinderat festgestellt, „...in Ostermundigen wurden in den letzten Jahren eine ganze Reihe von Trottoirabsenkungen erstellt, dies zugegebenermassen nicht aus Rücksichtnahme auf die Invaliden, sondern wegen der zunehmenden Mechanisierung des Strassenreinigungssystems...“.
  • Der Widerstand der neu zugezogenen Rütianer gegen die Terrassensiedlung und das Hochhaus, welche ein zu grosses Verkehrsaufkommen bringe und den Schlittelhügel gefährde, wird vom zuständigen Gemeinderat - einem veritablen Dorfianer - mit folgenden klaren Worten deutlich abgeschmettert: “....Wir haben in der Rüti dermassen viele Autos (wie ich mir sagen liess, existiert bereits hier und dort ein Zweitwagen), dass 30 - 40 Wagen nicht mehr ins Gewicht fallen...“. Vollends in Rage gerät er in der Frage bezüglich Schlittelhügel: „....dazu möchte ich bemerken, dass die Rütianer uns, den alteingesessenen Ostermundigern, den Schlittel- und Skihang weggenommen haben; dies ist doch wohl die richtige Perspektive in der Sache....“. Die nicht weniger geharnischte Antwort darauf: „...Obwohl man uns „Rütianer“ nennt, ist dies nicht zu verwechseln mit „Indianer“, und wir befinden uns nicht in einem Reservat und müssen praktisch tun, was die Zentralregierung uns befiehlt....“. Die Stellungen sind also bezogen.
  • Am 26. September 1974 wechselt des Parlament den Sitzungsort vom Tell-Saal in die Aula der Schulanlage Mösli.

1973 - über die Gemeindegrenze geschaut

  • Fertigestellung PTT Hochhaus ERZ (neues Wahrzeichen von Ostermundigen).
  • Umstellung sämtlicher SVB-Linien auf Selbstbedienung.
  • Betriesbaufnahme ARA-Worblental.
  • Postzustellung nur noch 1 mal (statt 2 mal) infolge Personalmangels.
  • 8 % Teuerungszulage.
  • Elektrifizierung Marzilibahn.

1973 - innerhalb der Gemeindegrenze

  • ....und im GGR Ostermundigen?
    Sitzverteilung 1. Legislatur:
    SP 19, FDP 7, BP 5, CVP 4, LdU 3, EVP 2.
    Präsident: Andreas Jenzer (SP)
  • Wahlen, Organisatorisches, Angewöhnungszeit, noch nichts Spektakuläres
  • Beinahe wichtigstes Geschäft ist die Protokollführung des damaligen Ratssekretärs Erich Kobel (späterer Bund-Redaktor, zuständig für Ostermundigen), welches auf sage und schreibe 3 A-4-Seiten von einem ambitiösen Jungpolitiker namens Peter Röthlisberger (FDP) bemängelt wird.

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