RETENSIONS- UND VERSICKERUNGSANLAGE
Die Gemeinde Ostermundigen führte 2006 eine Versickerungspflicht ein, um Gewässer zu schützen und Hochwasserschäden zu reduzieren. Das Ziel besteht darin, Regenabwasser am Ort des Anfalls versickern zu lassen und eine Ableitung zu vermeiden. Seit 2009 betreibt sie im Oberfeld eine zentrale Retentions- und Versickerungsanlage, welche Regenabwasser reinigt und dem Grundwasser zuführt. Die bestehende Anlage ist auf die Einzugsgebiete Schulhaus Rüti, Oberer Chaletweg und Terrassenrain ausgelegt und funktioniert gut. Heute werden die Strassen des Quartiers Oberfeld direkt in die Kanalisation eingeleitet. Künftig soll der Akazienweg, Eschenweg, Lindenweg und Teile der Ahornstrasse und die Überbauung bei der künftigen Tramwendeschlaufe Rüti angeschlossen werden. Aus diesem Grund wird die Retentions- und Versickerungsanlage ausgebaut, um die Retentions- und Rückhaltekapazität zu erhöhen. Das bedeutet:
Die Anlage funktioniert nach dem Kaskadenprinzip
Das Regenabwasser aus dem Einzugsgebiet (1) wird mit gedrosseltem Zulauf (4) zur Filteranlage (5) geleitet und versickert anschliessend in einem unterirdischen Kiesbett (6). Ist die Leistungsfähigkeit der Filteranlage (5) erreicht, wird das Regenabwasser in der Retentionsanlage (2 & 3) aufgestaut. Ist diese voll, fliesst das Regenabwasser über den Notüberlauf (7) direkt in das Rückhaltebecken (8), wo es über einen begrünten Oberboden versickern kann. Ab etwa der Hälfte der Einstauhöhe im Rückhaltebecken (8) wird das Regenabwasser über das Überlaufbauwerk (9) in den Speicherkanal im Schiessplatzweg geleitet. Am Auslauf des Speicherkanals (10) kann das Regenwasser gedrosselt in den Lötschenbach (11) abgeleitet werden.
Bei aussergewöhnlichen Regenereignissen wird überschüssiges Regenabwasser im Speicherkanal bis zur Vollfüllung gestaut. Danach wird es in das Rückhaltebecken zurückgeleitet, bis auch dieses sein maximales Aufnahmevolumen erreicht hat. Wird die maximale Aufnahmekapazität des Rückhaltebeckens überschritten, wird das Regenabwasser kontrolliert auf den Schiessplatzweg abgeleitet.

Die ökologische Aufwertung der Anlage
Die Gemeinde bemüht sich um den Schutz und die Förderung von Flora und Fauna sowie von Amphibien und Kleintieren auf dem Gemeindegebiet. Aus diesem Grund wird die Umgebung der Retentions- und Versickerungsanlage aufgewertet. Dafür werden an entsprechenden Orten Ast- und Steinhaufen angelegt, höhere Sträucher und Bäume sowie einheimische Gräser, Stauden und Wildblumenwiesen ausgesät. Diese Bepflanzung bietet einen ökologischen Mehrwert und reduziert gleichzeitig den Unterhaltungsaufwand der Anlage. Die geschützte Platane wird durch die Stützmauer des Rückhaltebeckens umfahren. Durch die grossen Grünflächen wird die Anlage auch zur Kühlung der Umgebung an heissen Tagen beitragen.
Ein weiteres Element ist das Anlegen eines Weihers. Darüber hinaus wird der bestehende Amphibienausstieg in der Filteranlage optimiert. Zusätzlich werden weitere Ausstiegshilfen in den Schächten, im Speicherkanal und im direkten Umfeld installiert. All diese Massnahmen dienen dem Schutz der Amphibien vor Fressfeinden.
Die Anlage wird durch verschiedene Zäune geschützt. Einerseits, damit sie ihre Funktion sicher erfüllen kann, und andererseits, um zu verhindern, dass Menschen und Tiere bei grossen Wassermengen im Rückhaltebecken zu Schaden kommen.

Die Vorteile sind eindeutig:
Die erweiterte Anlage entlastet die Kanalisation, verbessert den Gewässerschutz und das Lokalklima, fördert die Biodiversität und behebt bestehende Kapazitätsengpässe.
ERSATZ UND UMLEGUNG DER WERKLEITUNGEN
Im Zuge der Arbeiten werden die Trinkwasser- und Mischabwasserleitungen im Mittelteil des Schiessplatzwegs umgelegt und erneuert. Diese Massnahme ist notwendig, um den erforderlichen Platz für die Erweiterung der Retentions- und Versickerungsanlage zu schaffen. Des Weiteren wird eine neue Strassenentwässerungsleitung verlegt und die öffentliche Beleuchtung um zusätzliche Strassenlampen (Kandelaber) ergänzt. Zugleich kann das bauliche Synergiepotenzial genutzt werden.

AUFWERTUNG DES MITTLEREN SCHIESSPLATZWEGS
Nach Abschluss der Bauarbeiten an der Wohnsiedlung «San Siro» und der Retentions- und Versickerungsanlage wird der Mittelteil des Schiessplatzwegs saniert, das Terrain auf die neuen Gegebenheiten angepasst, aufgewertet und der Vorplatz des Fussballclubs Ostermundigen neugestaltet. Auf dem Strassenabschnitt wird künftig eine Begegnungszone mit Tempo 20 eingerichtet.
Die Retentions- und Versickerungsanlage befindet sich im Oberfeld zwischen Schiessplatzweg und Lindenweg (eingekreist). Farbig hinterlegt sind die Einzugsgebiete, welche nach dem Ausbau das Regenabwasser in die RVAO einleiten:
Für das Projekt «Retentions- und Versickerungsanlage Oberfeld» wurde zu Lasten der Inves-titionsrechnungen ein Gesamtkredit von CHF 5'169'000.00 (inkl. MWSt. von 8,1 %) von der Bevölkerung an der Volksabstimmung vom 09. Februar 2025 bewilligt.
Davon gehen:
- CHF 4'182’00.00 zulasten gebührenfinanzierte Spezialfinanzierung Abwasser,
- CHF 251'000.00 zulasten gebührenfinanzierte Spezialfinanzierung Wasser und
- CHF 736'000.00 zulasten Steuerhaushalt.
Baustart:
02. Februar 2026
voraussichtliches Bauende:
31. Dezember 2027
Einbau des Deckbelages (Schiessplatzweg Mitte):
voraussichtlich 3. Quartal 2033 (erfolgt nach Fertigstellung Tram-Bern Ostermundigen (TBO))
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Gerne gebe ich Ihnen Auskunft.
Gemeinde Ostermundigen
Abteilung Tiefbau und Betriebe
Daniel Zbinden
Bereichsleiter Betriebe
Telefon +41 31 930 11 11
E-Mail DnlZbndnstrmndgnch